Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Koe17

Aus Vulgata
Wechseln zu: Navigation, Suche

Liber primus Regum Tertius, secundum Hebræos primos Malachim. Caput XVII.

Das dritte, nach dem Hebräischen das erste Buch der Könige. Kap. 17


1. Eine von Elias vorausgesagte dreijährige Hungersnot bricht unter Achab aus. (17,1 – 19,21) b. Elias sagt die Hungersnot voraus und begibt sich an den Karith, wie er von einem Raben genährt wird. (V. 7) Von da zieht er sich zu einer Witwe in Sareptha zurück, deren Mehl und Öl er wunderbar vermehrt (V. 16) und deren Sohn er vom Tode auferweckt.

1. Et dixit Elias Thesbites de habitatoribus Galaad ad Achab: Vivit Dominus Deus Israel, in cujus conspectus sto, si erit annis his ros et pluvia, nisi juxta oris mei verba.


2. Et factum est verbum Domini ad eum, dicens:
3. Recede hinc, et vade contra orientem, et abscondere in Torrente carith, qui est contra Jordanem,
4. Et ibi de torrente bibes: corvisque præcepi ut pascant te ibi.

5. Abiit ergo, et fecit juxta verbum Domini: cumque abiisset, sedit in Torrente carith, qui est contra Jordanem.

6. Corvi quoque deferebant ei panem et carnes mane, similiter panem et carnes vesperi, et bibebat de torrente.

7. Post dies autem siccatus est torrens: non enim pluerat super terram.

8. Factus est ergo sermo Domini ad eum, dicens:
9. Surge, et vade in Sarephta Sidoniorum, et manebis ibi: præcepi enim ibi mulieri viduæ ut pascat te.

10. Surrexit, et abiit in Sarephta. Cumque venisset ad portam civitatis, apparuit ei mulier vidua colligens ligna, et vocavit eam, dixitque ei: Da mihi paululum aquæ in vase, ut bibam.

11. Cumque ila pergeret ut afferret, clamavit post tergum ejus, dicens: Affer mihi, obsecro, et buccellam panis in manu tua.
12. Quæ respondit: Vivit Dominus Deus tuus, quia non habeo panem, nisi quantum pugillus capere potest farinæ in hydria, et paululum olei in lecytho: en colligo duo ligna ut ingrediar et faciam illum mihi et filio meo, ut comedamus, et moriamur.

13. Ad quam Elias ait: Noli timere, sed vade, et fac sicut dixisti: verumtamen mihi primum fac de ipsa farinula subcinericium panem parvulum, et affer ad me: tibi autem et filio tuo facies postea.
14. Hæc autem dicit Dominus Deus Israel: Hydria farinæ non deficiet, nec lecythus olei minuetur usque ad diem, in qua Dominus daturus est pluviam super faciem terræ.
15. Quæ abiit, et fecit juxta verbum Eliæ: et comedit ipse, et illa, et domus ejus: et ex illa die

16. Hydria farinæ non defecit, et lecythus olei non est inminutus, juxta verbum Domini, quod locutus fuerat in mane Eliæ.
17. Factum est autem post hæc, ægrotavit filius mulieris matrisfamilias, et erat languor fortissimus ita ut non remaneret in eo halitus.
18. Dixit ergo ad Eliam: Quid mihi et tibi vir Dei? ingressus es ad me, ut rememorarentur iniquitates meæ, et interficeres filium meum?
19. Et ait ad eam Elias: Da mihi filium tuum. Tulitque eum de sinu ejus, et portavit in cœnaculum ubi ipse manebat, et posuit super lectulum suum.

20. Et clamavit ad Dominum, et dixit: Domine Deus meus, etiamne viduam, apud quam ego utcumque sustentor, affixisti ut interficeres filium ejus?
21. Et expandit se, atque mensus est super puerum tribus vicibus, et clamavit ad Dominum, et ait: Domine Deus meus, revertatur obsecro anima pueri hujus in viscera ejus!

22. Et exaudivit Dominus vocem Eliæ: et reversa est anima pueri intra eum, et revixit.

23. Tulitque Elias puerum, et deposuit eum de cœnaculo in inferiorem domum, et tradidit matri suæ, et ait illi: En vivit filius tuus.

24. Dixitque mulier ad Eliam: Nunc, in isto cognovi, quoniam vir Dei es tu, et verbum Domini in ore tuo verum est.


1. Und1 Elias,2 der Thesbiter, von den Einwohnern Galaads,3 sprach zu Achab: So wahr der Herr, der Gott Israels,4 lebt, vor dessen Angesicht ich stehe, es soll diese Jahre hindurch weder Tau noch Regen fallen außer auf mein Wort hin!5 [JSir 48, Jak 5,17]
2. Und das Wort des Herrn erging an ihn also:6
3. Ziehe hinweg von hier und wende dich nach Osten und verbirg dich am Bache Karith, welcher dem Jordan gegenüber ist,
4. und trinke daselbst aus dem Bache; ich habe den Raben geboten, dich daselbst zu ernähren.
5. Da ging er hin und tat nach dem Worte des Herrn und von dannen gezogen, ließ er sich am Bache Karith nieder, welcher dem Jordan gegenüber ist.
6. Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen, desgleichen Brot und Fleisch am Abend,7 und er trank aus dem Bache.
7. Aber nach einiger Zeit vertrocknete der Bach, den es war kein Regen über das Land gekommen.
8. Da erging das Wort des Herrn an ihn also:
9. Mache dich auf und gehe nach Sarephta im Lande der Sidonier und bleibe daselbst, denn ich habe dort einer Witwe geboten, dich zu ernähren.
10. Da machte er sich auf und ging nach Sarephta. Als er zum Tore der Stadt kam, sah er eine Witwe, welche Holz auflas, und er rief sie an und sprach zu ihr: Gib8 mir ein wenig Wasser in einem Gefäße zu trinken! [Lk 4,26]
11. Als sie nun hinging, es zu holen,9 rief er ihr nach und sprach: Bringe mir auch, ich bitte, einen Bissen Brot in deiner Hand mit!
12. Da antwortete sie: So wahr der Herr, dein Gott, lebt, ich habe kein Brot, sondern nur so viel Mehl im Gefäße als eine Hand fassen kann und ein wenig Öl im Kruge. Siehe, ich lese ein Paar Stücke Holz auf, um hinzugehen und für mich und meinen Sohn Brot zuzubereiten, dass wir essen und sterben.
13. Elias entgegnete ihr: Fürchte dich nicht,10 sondern gehe hin und tue, wie du gesagt hast; aber mache mir zuerst von dem wenigen Mehle einen kleinen Aschenkuchen und bringe ihn mir; und dir und deinem Sohne magst du darnach bereiten!
14. Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Das Mehlgefäß soll nicht abnehmen und der Ölkrug soll nicht mehr leer werden bis zum Tage, an dem der Herr auf die Erde Regen senden wird.
15. Da ging sie hin und tat nach dem Worte des Elias und er aß und sie selbst und ihr Haus; von diesem Tage an11
16. nahm das Mehlgefäß nicht ab und der Ölkrug ward nicht mehr leer, dem Worte des herrn gemäß, das er durch Elias gesprochen hatte.
17. Es geschah aber hiernach, dass der Sohn der Hausfrau erkrankte und die Krankheit nahm sehr an Heftigkeit zu, so dass kein Odem mehr in ihm blieb.
18. Da sprach sie zu Elias: Lass mich, Mann Gottes! Bist du zu mir gekommen, meine Sünden wieder in Erinnerung zu bringen und meinen Sohn zu töten?12
19. Elias aber sprach zu ihr: Gib mir deinen Sohn! Und er nahm ihn von ihrem Schoße und trug ihn in das Obergemach,13 wo er sich aufhielt, und legte ihn auf sein Bett.
20. Dann rief er zu dem Herrn und sprach: Herr, mein Gott! auch die Witwe, bei der ich, so gut es geschehen kann, genährt werde, strafst du, dass du ihren Sohn tötest?
21. Darauf streckte er sich dreimal der Länge nach über den Knaben aus14 und rief zu dem Herrn und sprach: Herr, mein Gott, ich bitte, lass die Seele dieses Knaben wieder in seinen Leib zurückkehren! [2Koe 4,34, Apg 20,10] 22. Der Herr aber hörte auf das Rufen des Elias und die Seele des Knaben kehrte wieder zu ihm zurück und er ward wieder lebendig.
23. Da nahm Elias den Knaben und brachte ihn aus dem Obergemach in den unteren Teil des Hauses und übergab ihn seiner Mutter und sprach zu ihr: Siehe, dein Sohn lebt!
24. Das Weib aber sprach zu Elias: Daran erkenne ich nun, dass du ein Mann Gottes bist und das Wort des Herrn in deinem Munde Wahrheit ist.


Fußnote

Kap. 17 (1) Das plötzliche Hervortreten (ähnlich wie das des heil. Johannes bei Matthäus und Markus) gehört zur Eigentümlichkeit der Erscheinung Elias. [JSir 48,1ff] - (2) Elias: Mein Gott ist Jahve. Schon der Name weist auf die Aufgabe des Propheten hin. - (3) In Galaad lebte Elias als Fremdling. Kein anderer Prophet hat in dem abgöttischen Reiche Israel so geeifert für Gottes Ehre wie Elias und zu keinem hat Gott sich durch so große Wunder und Zeichen bekannt wie zu Elias. Der vorliegende Bericht stellt insbesondere seine öffentliche Tätigkeit dar, doch war seine Bedeutung als Stifter von Prophetenschulen sicher nicht geringer. Einsames Leben und große taten vereinigen sich bei Elias, dem Wiederhersteller des von Moses gegründeten Gottesreiches in Israel. Vergl. [Offenb 11,04]. Wie Moses zu Pharao, so wird Elias zu Achab gesendet. Elias war aber auch Vorbild des von Moses verheißenen Propheten, welcher Gesetz und Propheten vollenden sollte [Mt 5,12] und erscheint darum mit Moses auf dem Berge der Verklärung. [Lk 9,31] - (4) Dessen Bund ihr durch euren Abfall gebrochen. Die Verkündigung ist zugleich ein Zeugnis gegen Baal. Galt dieser als die erzeugende Naturkraft, so musste die eintretende Trockenheit und Unfruchtbarkeit seine Ohnmacht zeigen. Elias tut die im Gesetze angedrohten Strafen [5Mos 11,16ff, 5Mos 28,15ff, 3Mos 26,19] kund und vollzieht sie gewissermaßen, sich so bei seinem ersten Auftreten in eine unmittelbare Beziehung zum Gründer und Stifter des Bundes stellend, als dessen Wiederhersteller er nachher auftritt. - (5) Im Reiche Israel fehlte der levitische und priesterliche Gottesdienst und die Opfer, Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit herrschten im Lande, der Götzendienst hatte überhandgenommen. Deshalb greift der Herr ein und tut durch Wunder seine ewige Gottheit kund. Wohl sollte selbst sein Strafgericht über die Frevler kommen, doch es sind noch 7000 im Lande übrig, die ihre Kniee nicht gebeugt vor Baaal, und um ihretwillen wird es aufgeschoben, während die Propheten im Geiste und in der Kraft Moses das Gesetz vertreten und verteidigen. - (6) Elias soll Vertrauen gewinnen auf Gottes Beistand zur Stärkung in den bevorstehenden Kämpfen. Die meisten heiligen, die Gott berief, bis auf den Heiligsten der Heiligen, bereiteten sich in der Einsamkeit auf ihr Wirken vor. - (7) Woher sie Fleisch zu nehmen hatten, dafür hatte der gesorgt, der ihnen den Befehl zum Bringen erteilt hatte. (Aug.) - (8) Hole. - (9) Da sie die erste Bitte bereitwillig erfüllte. - (10) Damit leitet er eine schwere Glaubensprüfung ein, was wohl darauf hinweist, dass sie an den Gott Israels glaubte. Aus diesem Grunde war auch die zeitliche Hilfe zugleich eine geistige. Vergl. [Lk 4,25ff]. - (11) Gehört im Hebr. zu „aß“. - (12) Der Sohn war wirklich tot. Das Licht deiner Heiligkeit macht meine Sünden sichtbar, die zuvor verborgen waren, sagt das Weib. (Theod.) Da der Prophet in besonderer Weise mit Gott verkehrt, traut sie ihm auch die Kraft zu, Strafen in besonderer Weise über die Menschen zu bringen. Doch mit der Erkenntnis erwacht in ihrem Herzen die Reue und diese wird durch die Wiederbelebung des Sohnes belohnt, wie zuvor ihr Glaube durch Mehrung des Öles und Mehles. (Aug.) - (13) Auf dem Dache. Siehe [Rich 3,20, 2Koe 4,10]. - (14) Wie der König der Propheten bei der Heilung des Taubstummen, des Blinden und des Blindgeborenen verfuhr [Mk 7,33, Mk 8,23, Joh 9,6.7], ähnlich hier Elias, um die belebende Gotteskraft auf die Toten zu leiten. Dreimal; vergl. [2Koe 4,34]. Dreimal wurde Jahve angerufen [Ps 55,18], dreimal erteilte der Hohepriester den Segen im Namen Jahves [4Mos 6,23], dreimal rufen die Seraphim Heilig. [Jes 6,3] Der tote Sohn ist das Bild der Völker, welche aus dem Todesschlummer von Gott erweckt werden, zu dreien Malen nimmt der Prophet die Messung vor, weil wir durch die ganze hl. Dreifaltigkeit erweckt werden. (Aug.) - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 |

Diese Kategorie enthält zurzeit keine Seiten oder Medien.