Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos08

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Liber Genesis, Hebraice Beresith. Caput VIII.

Das erste Buch Moses Genesis Kap. 8


B. Ende der Sündflut (8,1 – 9,17): Die Erde wird ein Jahr nach dem Beginne der Sündflut trocken. (V. 14) Noe verlässt die Arche mit den Seinen und bringt Gott ein Opfer dar. Verheißung Gottes, nicht wieder ein gleiches Strafgericht über alle lebenden Wesen zu verhängen.

1. Recordatus autem Deus Noe, cunctorumque animantium, et omnium jumentorum, quæ erant cum eo in arca, adduxit spiritum super terram, et imminutæ sunt aquæ.
2. Et clausi sunt fontes abyssi, et cataractæ cœli: et prohibitæ sunt pluviæ de cœlo.
3. Reversæque sunt aquæ de terra euntes et redeuntes: et cœperunt minui post centum quinquaginta dies.
4. Requievitque arca mense septimo, vigesimo septimo die mensis super montes Armeniæ.

5. At vero aquæ ibant et decrescebant usque ad decimum mensem: decimo enim mensem, prima die mensis, apparuerunt cacumina montium.
6. Cumque transissent quadraginta dies, aperiens Noe fenestram arcæ, quam fecerat, dimisit corvum:
7. Qui egrediebatur, et non revertebatur, donec siccarentur aquæ super terram.
8. Emisit quoque columbam post eum, ut videret si jam cessassent aquæ super faciem terræ.
9. Quæ cum non invenisset ubi requiesceret pes ejus, reversa est ad eum in arcam: aquæ enim erant super universam terram: extenditque manum, et apprehensam intulit in arcam.

10. Exspectatis autem ultra septem diebus aliis, rursum dimisit columbam ex arca.
11. At illa venit ad eum ad vesperam, portans ramum olivæ virentibus foliis in ore suo. Intellexit ergo Noe quod cessassent aquæ super terram.

12. Exspectavitque nihilominus septem alios dies: et emisit columbam, quæ non est reversa ultra ad eum.

13. Igitur sexcentesimo primo anno, primo mense, prima die mensis imminutæ sunt aquæ super terram: et aperiens Noe tectum arcæ, aspexit, viditque quod exsiccata esset superficies terræ.
14. Mense secundo, septimo et vigesimo die mensis arefacta est terra.

15. Locutus est autem Deus ad Noe, dicens:
16. Egredere de arca, tu et uxor tua, filii tui et uxores filiorum tuorum tecum.
17. Cuncta animantia, quæ sunt apud te, ex omni carne, tam in volatilibus quam in bestiis et universis reptilibus, quæ reptant super terram, educ tecum, et ingredimini super terram: crescite et multiplicamini super eam.
18. Egressus est ergo Noe, et filii ejus: uxor illius, et uxores filiorum ejus cum eo.
19. Sed et omnia animantia, jumenta, et reptilia quæ reptant super terram secundum genus suum, egressa sunt de arca.
20. Ædificavit autem Noe altare Domino: et tollens de cunctis percoribus et volucribus mundis, obtulit holocausta super altare.
21. Odoratusque est Dominus odorem suavitatis, et ait: Nequaquam ultra maledicam terræ propter homines: sensus enim et cogitatio humani cordis in malum prona sunt ab adolescintia sua: non igitur ultra percutiam omnem animam viventem sicut feci.

22. Cunctis diebus terræ, sementis et messis, frigus et æstus, æstas et hiems, nox et dies non requiescent.


1.Da gedachte Gott an Noe, und an alle lebende Wesen, und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind über die Erde wehen, und das Wasser nahm ab.

2. Und es schlossen sich die Quellen der Tiefe und die Schleusen des Himmels; und dem Regen vom Himmel ward gewehrt.
3. Und das Wasser verlief sich von der Erde hin- und herwogend, und fing an, abzunehmen nach hundert und fünfzig Tagen.
4. Und im siebenten Monat, am siebenundzwanzigsten Tage des Monats,1 ließ sich die Arche auf einen der Berge Armeniens2 nieder.
5. Aber das Wasser verlief sich immer mehr und nahm ab bis zum zehnten Monat; denn im zehnten Monat, am ersten Tage des Monats, erschienen die Gipfel der Berge.
6. Und als 40 Tage um waren,3 öffnete Noe das Fenster der Arche, das er gemacht hatte, und entsandte einen Raben;
7. der flog aus und kam nicht wieder, bis das Wasser auf Erden vertrocknete.

8. Nach demselben ließ er auch eine Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob sich das Wasser schon von der Erde verlaufen hätte.

9. Da aber diese keinen Ort fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kehrte sie zu ihm in die Arche zurück, denn noch war Wasser auf dem ganzen Erdboden; und er streckte die Hand aus, ergriff sie und nahm sie in die Arche hinein.
10. Hierauf wartete er noch andere sieben Tage, alsdann ließ er wiederum eine Taube aus der Taube ausfliegen.
11. Diese aber kam zu ihm zur Abendzeit und trug einen Ölzweig mit grünen Blättern in ihrem Schnabel. Da erkannte Noe, dass sich das Wasser von der Erde verlaufen hatte.
12. Aber dennoch wartete er weitere sieben Tage und ließ alsdann eine Taube ausfliegen; diese kehrte nicht wieder zu ihm zurück.
13. Im sechshundertersten Jahre also, am ersten Tage des ersten Monats, war das Wasser auf der Erde versiegt. Da öffnete Noe das Dach der Arche, und schaute umher, und sah, dass die Oberfläche der Erde trocken geworden war.
14. Im zweiten Monat, am siebenundzwanzigsten Tage des Monats,4 war die Erde völlig trocken.
15. Da redete Gott zu Noe und sprach:

16. Gehe heraus aus der Arche, du und dein Weib, deine Söhne und die Weiber deiner Söhne mit dir.
17. Alle lebenden Wesen, welche bei dir sind, von allem Fleische, an Vögeln und Tieren, und allem Gewürme, das auf der Erde kriecht, führe mit dir heraus; und gehet hin auf die Erde, wachset und mehret euch auf ihr. [1Mos 1,28, 1Mos 9,1]
18. Da ging Noe heraus, und seine Söhne, sein Weib und die Weiber seiner Söhne mit ihm.
19. Aber auch alle Tiere, Vieh und Gewürm, das auf der Erde kriecht, nach ihren verschiedenen Arten, gingen aus der Arche heraus.
20. Noe aber baute dem Herrn einen Altar5 und brachte von allen reinen Tieren und von den reinen Vögeln Brandopfer auf dem Altare dar.
21. Als nun der Herr den lieblichen Duft roch,6 sprach er: Nimmermehr will ich hinfort die Erde um der Menschen willen verfluchen; denn Sinn und Gedanken des menschlichen Herzens sind zum Bösen geneigt von seiner Jugend7 an; ich will also hinfort nicht mehr alles Lebende schlagen, wie ich getan habe.8 [1Mos 6,5, Mt 15,19]
22. Alle Tage, so lange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte,9 Frost und Hitze, Sommer und Winter,10 Nacht und Tag.

Fußnote

Kap. 8 (1)Die Flut dauerte ein Jahr und elf Tage. Es ist wahrscheinlich ein Sonnenjahr (da die Ägypter nach solchen rechneten, die Israeliten zur Zeit Moses also diese kannten). Die Flut wächst 150 Tage (5 x 30) und der 17. Tag des 7. Monats [1Mos 8,4] ist der 150. Regentag [1Mos 7,24]. Die Zählung nach Tagen der Flut zeigt: 150 Tage einschließlich der 40 ersten Fluttage [1Mos 7,24], in denen Menschen und Vieh ihren Tod fanden [1Mos 7,4.12.17]. Vierzig Tage nach dem Sichtbarwerden der berge lässt Noe einen Raben fliegen [1Mos 8,6], dann dreimal eine Taube in Abständen von je sieben Tagen. Es bleiben (den Monat zu 30 tagen gerechnet) alsdann noch 29 Tage, welche in dieser Zählung nicht einbegriffen sind, die wohl von der Aussendung der dritten taube bis zum ersten Tage des ersten Monats des 601. Lebensjahres Noes vergehen, an dem er begann, die Arche auseinanderzunehmen. - (2) Ararat ist im A. T. Ländername und bezeichnet entweder ganz Armenien [Jes 37,38] oder einen Teil desselben. [Jer 51,27] Nach Hieronym. Ist hier an die Araresebene zu denken. Der höchste Gipfel in der Gebirgslandschaft von Armenien, von den Armeniern Massis, von den Persern Kuhi Nuch (Berg Noes) genannt, trägt den gleichen Namen. - (3) Nach dem Sichtbarwerden der Berge. Die 40 Tage des Wartens entsprechen den 40 tagen des starken Regens. - (4) Von dem Anfange der Sündflut bis zu der Zeit, wo die Spitzen der Berge erschienen, waren 220 Tage verflossen. Von da ab bis zum Trocknen der Erdoberfläche 88, bis zur gänzlichen Trockenheit 56 Tage, zusammen 364 Tage. - (5) Zum ersten Male wird ein Altar erwähnt, obwohl auch Kain und Abel auf einem solchen ihre Opfer dargebracht hatten. Der Altar erhebt das Opfer gleichsam von der Erde, Gott zu. - (6) Vergl. [1Mos 4,4]. Im Opferrauche steigt gleichsam auch die Gesinnung des Opfernden zum Himmel empor. Dies Opfer war, wie alle anderen blutigen Opfer, ein Vorbild des Opfertodes Christi. - (7) Im Alter, wo der Mensch zum Gebrauch der Vernunft kommt. Die Lehre von der Erbsünde findet hier eine klare Bestätigung. - (8) Die äußere Veranlassung zu den Worten Gottes ist die dankbare Gesinnung Noes, der innere Grund die durch solches Mittel nicht auszurottende Verderbnis des Menschen und Gottes Erbarmen. - (9) Die Sündflut hatte alles zerstört. - (10) Die Hebräer unterschieden nur zwei Jahreszeiten: die kältere, regnerische und die heiße, trockene.

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