Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos47

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Liber Genesis, Hebraice Beresith. Caput XLVII.

Das erste Buch Moses Genesis Kap. 47


Jakob bittet, dem Rate Josephs folgend, Pharao um die Erlaubnis, sich mit seinen Söhnen im Lande Gessen niederzulassen. (V. 12) c. Joseph bleibt am Königshofe und verschafft dem Könige während der Hungersnot alle Schätze und Besitztümer Ägyptens. (V. 26) F. Tod Jakobs und Josephs (47,27 – 50,25) Jakob fühlt, nachdem er 17 Jahre in Ägypten geweilt, den Tod herannahen und beschwört Joseph, ihn im Grabe seiner Väter zu bestatten.

1. Ingressus ergo Joseph nuntiavit Pharaoni, dicens: Pater meus et fratres, oves eorum et armenta, et cuncta quæ possident, venerunt de terra Chanaan: et ecce consistunt in terra Gessen.

2. Extremos quoque fratrum suorum quinque viros constituit coram rege:
3. Quos ille interrogavit: Quid habetis operis? Responderunt: Pastores ovium sumus servi tui, et nos, et patres nostri.
4. Ad peregrinandum in terra tua venimus: quoniam non est herba gregibus servorum tuorum, ingravescente fame in terra Chanaan: petimusque ut esse nos jubeas servos tuos in terra Gessen.

5. Dixit itaque rex ad Joseph: Pater tuus et fratres tui venerunt ad te.

6. Terra Ægypti in conspectu tuo est: in optimo loco fac eos habitare, et trade eis terram Gessen. Quod si nosti in eis esse viros industrios, constitue illos magistros pecorum meorum.

7. Post hæc introduxit Joseph patrem suum ad regem, et statuit eum coram eo: qui benedicens illi,
8. Et interrogates ab eo: Quot sunt dies annorum vitæ tuæ?
9. Respondit: Dies peregrinationis meæ centum triginta annorum sunt, parvi et mali, et non pervenerunt usque ad dies patrem meorum quibus peregrinati sunt.
10. Et benedicto rege, egressus est foras.
11. Joseph vero patri et fratribus suis dedit possessionem in Ægypto in optimo terræ loco, Ramesses, ut præceperat Pharao.
12. Et alebat eos, omnemque domum patris sui, præbens cibaria singulis.

13. In toto enim orbe panis deerat, et oppresserat fames terram, maxime Ægypti et Chanaan.
14. E quibus omnem pecuniam congregavit pro venditione frumenti, et intulit eam in ærarium regis.

15. Cumque defecisset emptoribus pretium, venit cuncta Ægyptus ad Joseph, dicens: Da nobis panes: quare morimur coram te, deficient pecunia?

16. Quibus ille respondit: Adducite pecora vestra, et dabo vobis pro eis cibos, si pretium non habetis.
17. Quæ cum adduxissent, dedit eis alimenta pro equis, et ovibus, et bobus, et asinis: sustentavitque eos illo anno pro commutatione pecorum.
18. Venerunt quoque anno secundo, et dixerunt ei: Non celabimus dominum nostrum quod deficiente pecunia, pecora simul defecerunt: nec clam te est, quod absque corporibus et terra nihil habeamus.
19. Cur ergo moriemur te vidente? et nos et terra nostra tui erimus: eme nos in servitutem regiam, et præbe semina, ne pereunte cultore redigatur terra in solitudinem.

20. Emit igitur Joseph omnem terram Ægypti, vendentibus singulis possessiones suas præ magnitudine famis. Subjecitque eam Pharaoni,

21. Et cunctos populos ejus a novissimis terminis Ægypti usque ad extremos fines ejus,
22. Præter terram sacerdotum, quæ a rege tradita fuerat eis: quibus et statuta cibaria ex horreis publicis præebantur, et idcirco non sunt compulsi vendere possessiones suas.

23. Dixit ergo Joseph ad populos: En ut cernitis, et vos et terram vestram Pharao possidet: accipiter semina, et serite agros,
24. Ut fruges habere possitis. Quintam partem regi dabitis: quatuor reliquas permitto vobis in sementem, et in cibum familiis et liberis vestris.

25. Qui responderunt: Salus nostra in manu tua est: respiciat nos tantum dominus noster, et læti serviemus regi.

26. Ex eo tempore usque in præsentem diem in universa terra Ægypti regibus quinta pars solvitur, et factum est quasi in legem, absque terra sacerdotali, quæ libera ad hac conditione fuit.
27. Habitavit ergo Israel in Ægypto, id est, in terra Gessen, et possedit eam: auctusque est, et multiplicatus nimis.
28. Et vixit in ea decem et septem annis: factique sunt omnes dies vitæ illius centum quadraginta septem annorum.
29. Cumque appropinquare cerneret diem mortis suæ, vocavit filium suum Joseph, et dixit ad eum: Si inveni gratiam in conspectu tuo, pone manum tuam sub femore meo: et facies mihi misericordiam et veritatem, ut non sepelias me in Ægypto:
30. Sed dormiam cum patribus meis, et auferas me de terra hac, condasque in sepulcro majorum meorum. Cui respondit Joseph: Ego faciam quod jussisti.

31. Et ille: Jura ergo, inquit, mihi. Quo jurante, adoravit Israel Deum, conversus ad lectuli caput.

1. Joseph also ging hin zu Pharao und berichtete ihm also: Mein Vater und meine Brüder sind mit ihren Schafen und Rindern, und allem, was sie besitzen, aus dem Lande Chanaan gekommen; und siehe, sie befinden sich im Lande Gessen.
2. Auch stellte er zuletzt1
fünf aus der Zahl seiner Brüder dem Könige vor.
3. Als dieser sie fragte: Was habt ihr für einen Beruf?2 antworteten sie: Deine Knechte sind Schafhirten, wir sowohl wie unsere Väter.
4. Wir sind gekommen, um uns seine Zeitlang in deinem Lande aufzuhalten; denn die Herden deiner Knechte haben keine Weide, da der Hunger schwer auf dem Lande Chanaan lastet; so bitten wir denn, lass uns, deine Knechte, im Lande Gessen weilen.
5. Da sprach der König zu Joseph: Dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen.
6. Das Land Ägypten liegt vor dir; lass sie am besten Orte Wohnsitz nehmen und übergib ihnen das Land Gessen. Wenn du weißt, dass geeignete Männer unter ihnen sind, so mache sie zu Oberaufsehern über meine Herden.3
7. Darnach4 führte Joseph seinen Vater zum Könige hinein und stellte ihm denselben vor; und dieser segnete den König.
8. Und da er von ihm gefragt ward: Wie viel sind die Tage deiner Lebensjahre?
9. antwortete er: Die Tage meiner Pilgerschaft sind hundert und dreißig Jahre, wenige und böse, und reichen nicht an die Tage meiner Väter heran, in denen sie ihre Pilgerschaft vollendeten.5
10. Und er segnete den König und ging hinaus.
11. Joseph aber gab seinem Vater und seinen Brüdern Besitzungen in Ägypten in der besten Gegend des Landes, in Ramesses,6 wie Pharao geboten.
12. Und er versorgte sie und das ganze Haus seines Vaters, indem er einem jeden Lebensunterhalt gab.
13. Denn es mangelte in allen Landen an Brot und der Hunger bedrückte die Erde, vorzüglich Ägypten und Chanaan.7
14. Aus diesen Ländern brachte er alles Geld zusammen für den Verkauf des Getreides und tat es in die Schatzkammer des Königs.
15. Als es nun den Käufern an Geld mangelte, kam ganz Ägypten zu Joseph und sprach: Gib uns Brot; warum sollen wir vor deinen Augen8 wegen Mangels an Geld sterben?
16. Er antwortete ihnen: Bringet euer Vieh, und ich will euch für dasselbe Brot geben, wenn ihr kein Geld habt.9
17. Und da sie es brachten, gab er ihnen Nahrung für die Pferde,10 die Schafe, die Rinder und die Esel; und er versorgte sie in diesem Jahre gegen Eintausch ihres Viehes.
18. Im anderen Jahre11 kamen sie wiederum und sprachen zu ihm: Wir wollen es unserm Herrn nicht verhehlen, dass unser Geld und unser Vieh zumal dahin sind; auch ist es dir nicht verborgen, dass wir nichts mehr haben, als unsern Leib und unser Land.
19. Warum sollen wir also sterben vor deinen Augen? Wir und unser Land sollen dein sein.12 Kaufe uns, dass wir dem Könige dienstbar werden, und verabreiche uns Saatgetreide, damit die Erde nicht aus Mangel an Anbauern zu einer Wüste werde.
20. So kaufte Joseph also den ganzen Boden Ägyptens, denn einer nach dem anderen verkaufte seine Liegenschaften, so groß war die Hungersnot. Und er machte den Boden dem Pharao eigen,
21. sowie die ganze Bevölkerung, von einem Ende Ägyptens bis zum andern,13

22. nur nicht das Land der Priester, das ihnen vom Könige eingeräumt war;14 denn sie bekamen auch bestimmtes Getreide aus den öffentlichen Vorratshäusern und waren also nicht gezwungen, ihre Besitzungen zu verkaufen.
23. Da sprach Joseph zum Volke: Sehet, ihr und euer Land gehört dem Pharao, wie ihr wisst; empfanget Saatkorn und bestellet die Äcker,
24. damit ihr Früchte erhalten könnet.15 Den fünften Teil davon gebet dem Könige16 ab, die vier übrigen überlasse ich euch zur Aussaat und zur Ernährung für eure Familie und Kinder.
25. Sie antworteten: Unser Heil ist in deiner Hand;17 möge unser Herr nur gnädig auf uns sehen, so wollen wir dem Könige freudig dienstbar sein.
26. Von jener Zeit an bis auf den heutigen Tag wird im ganzen Lande Ägypten den Königen der fünfte Teil abgeliefert,18 und es ward zum Gesetze, nur nicht für den Boden der Priester, welcher frei von dieser Verbindlichkeit blieb.
27. Israel wohnte also in Ägypten, das ist im Lande Gessen, und hatte es im Besitze; und nahm zu, und mehrte sich sehr.

28. Und er lebte in demselben siebzehn Jahre, und alle Tage seines Lebens wurden hundert und siebenundvierzig Jahre.
29. Als er nun den Tag seines Todes herannahen sah, ließ er seinen Sohn Joseph rufen und sprach zu ihm: Habe ich Gnade in deinen Augen gefunden, so lege deine Hand unter meine Hüfte19 und erweise mir die Liebe und Treue, mich nicht in Ägypten zu begraben;
30. sondern ich will bei meinen Vätern schlafen, und du sollst mich aus diesem Lande wegführen und mich im Begräbnisse meiner Vorfahren beisetzen. Da antwortete ihm Joseph: Ich werde tun, was du befohlen hast. [1Mos 23,17]
31. Er sprach: So schwöre mir! Und er schwur, Israel aber betete Gott an, geneigt zu Häupten seines Bettes.20

Fußnote

Kap. 47 (1) Dieser Zusatz fehlt im Hebr. und Griech. - (2) Die Semiten kamen oft nach Unterägypten, und stets war dies die erste Frage. Deshalb hatte Joseph [1Mos 46,33] bereits die Antwort angegeben. - (3) Die Septuag. Hat eine etwas andere und bessere Stellung der Sätze. Das ganze Reich Ägypten hatte einen Vorgesetzten über die Rinder, ebenso jede Provinz. - (4) Der Erzähler hat Joseph [1Mos 46,31] zu den Brüdern sprechen lassen. Deshalb bleibt er bei ihm in der Erzählung bis [1Mos 47,6]. Zudem erholte sich Jakob wohl erst in Gessen, ehe er zu Pharao kam. - (5) Abraham war 175, Isaak 180 Jahre alt geworden, Jakob sollte bis zum 147. Jahre leben. (V. 28) Seine Jahre waren also weniger und angesichts dessen, was er von Esau, Laban und seinen Söhnen, nicht stets ohne eigene Schuld, gelitten, böse. - (6) Die Landschaft (so hebr.) führte den Namen nach der gleichnamigen Stadt. Zweihundert Jahre wohnen die Israeliten in der Nähe der königlichen Residenz Ramesses. [2Mos 2,1ff] - (7) Beide waren damals eng verbunden. - (8) Während du helfen kannst. - (9) Für das Vieh gab es nur wenig Getreide, weil es damals geringen Nutzen hatte, so dass der gewährte Vorrat wohl nur auf ein Jahr reichte. - (10) Also nicht allein die Könige, sondern auch andere hatten Pferde. - (11) In dem Jahre nach dem Verkaufe des Viehes. - (12) Hebr.: Wozu sollen wir vor deinen Augen sterben, sowohl wir als unser Ackerland? Kaufe uns und unser Ackerland usw. Da der Nil übertrat, herrschte keine volle Unfruchtbarkeit, und die Einwohner suchten dem Acker etwas abzugewinnen. - (13) Der jetzige Text des Hebräischen ist verdorben, einen bessern Sinn bietet die Vulgata. - (14) Hebr.: Nur das Land der Priester kaufte er nicht. - (15) Dies war also wohl im letzten Jahre der Teuerung. - (16) Dies war bei der großen Fruchtbarkeit des Bodens keine harte Bedingung. - (17) Du hast unser Leben gerettet, so müssen wir die Bedingungen annehmen. - (18) Hebr.: Und Joseph machte es zu einer festen Bestimmung bis auf diesen Tag für das Ackerland Ägypten, zu Gunsten Pharaos hinsichtlich des Fünften; nur das Ackerland der Priester wurde nicht Eigentum Pharaos. - (19) Siehe [1Mos 24,2]. - (20)Gott Dank sagend und sich neigend, wie er konnte. Nach der Septuag.: Er erwies (seinem Sohne Joseph) Ehrfurcht, indem er sich gegen die Spitze des Zepters desselben neigte. Nach dem heil. Paulus [Hebr 11,21] schaute Jakob in seinem Sohne Joseph, weil dieser Beherrscher von Ägypten war, die zukünftige Herrschaft Christi voraus und bezeigte deshalb Joseph als Typus Christi seine Ehrfurcht. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40 | 41 | 42 | 43 | 44 | 45 | 46 | 48 | 49 | 50

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