Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Sam18

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Liber primus Samuelis. Quem nos Primum Regum dicimus. Caput XVIII.

Das erste Buch Samuels oder der Könige Kap. 18


Saul beneidet und hasst David. Jonathan schließt sich an David in Freundschaft an. (V. 9) 2. Saul verfolgt David durch vielerlei Nachstellungen. (18,10 – 27,12) A. Leiden Davids am Königshofe. (18,10 – 19,17) a. Saul versucht David, während dieser vor ihm spielt, mit der Lanze zu durchbohren (V. 12), verspricht ihm heuchlerisch die Ehe mit seiner ältesten Tochter Merob (V. 19) und setzt ihn dann durch die Verheißung der Hand seiner jüngeren Tochter Michol großen Gefahren im Kriege aus.

1. Et factum est cum complesset loqui ad Saul: anima Jonathæ conglutinata est animæ David, et dilexit eum Jonathas quasi animam suam.
2. Tulitque eum Saul in die illa, et non concessit ei ut reverteretur in domum patris sui.
3. Inierunt autem David et Jonathas fœdus: diligebat enim eum quasi animam suam.
4. Nam exspoliavit se Jonathas tunica, qua erat indutus, et dedit eam David, et reliqua vestimenta sua usque ad gladium et arcum suum, et usque ad balteum.
5. Egrediebatur quoque David ad omnia quæcumque misisset eum Saul, et prudenter se agebat: posuitque eum Saul super viros belli, et acceptus erat in oculis universi populi, maximeque in conspectu famulorum Saul.
6. Porro cum reverteretur percusso Philisthæo David, egressæ sunt mulieres de universis urbibus Israel, cantantes, chorosque ducentes in occursum Saul regis, in tympanis lætitiæ, et in sistris.
7. Et præcinebant mulieres ludentes, atque dicentes: Percussit Saul mille, et David decem millia.

8. Iratus est autem Saul nimis, et displicuit in oculis ejus sermo iste: dixitque: Dederunt David decem millia, et mihi mille dederunt: quid ei superest, nisi solum regnum?
9. Non rectis ergo oculis Saul aspiciebat David a die illa, et deinceps.

10. Post diem autem alteram, invasit spiritus Dei malus Saul, et prophetabat in medio domus suæ: David autem psallebat manu sua, sicut per singulos dies: tenebatque Saul lanceam,
11. Et misit eam, putans quod configere posset David cum pariete: et declinavit David a facie ejus secundo.
12. Et timuit Saul David, eo quod Dominus esset cum eo, et a se recessisset.
13. Amovit ergo eum Saul a se, et fecit eum tribunum super mille viros: et egrediebatur, et intrabat in conspectu populi.
14. In omnibus quoque viis suis David prudenter agebat, et Dominus erat cum eo.
15. Vidit itaque Saul quod prudens esset nimis, et cœpit cavere eum.
16. Omnis autem Israel et Juda diligebat David: ipse enim ingrediebatur et egrediebatur ante eos.
17. Dixitque Saul ad David: Ecce filia mea major Merob, ipsam dabo tibi uxorem: tantummodo esto vir fortis, et prœliare bella Domini. Saul autem reputabat, dicens: Non sit manus mea in eum, sed sit super manus Philisthinorum.

18. Ait autem David ad Saul: Quis ego sum, aut quæ est vita mea, aut cognatio patris mei in Israel, ut fiam gener regis?

19. Factum est autem tempus, cum deberet dari Merob filia Saul David, data est Hadrieli Molathitæ uxor.

20. Dilexit autem David Michol filia Saul altera. Et nuntiatum est Saul, et placuit ei.
21. Dixitque Saul: Dabo eam illi, ut fiat ei in scandalum, et sit super eum manus Philisthinorum. Dixitque Saul ad David: In duabus rebus gener meus eris hodie.

22. Et mandavit Saul servis suis: Loquimini ad David clam me, dicentes: Ecce places regi, et omnes servi ejus diligunt te. Nunc ergo esto gener regis.
23. Et locuti sunt servi Saul in auribus David omnia verba hæc. Et ait David: Num parvum videtur vobis, gene rum esse regis? Ego autem sum vir pauper et tenuis.
24. Et renuntiaverunt servi Saul, dicentes: Hujuscemodi verba locutus est David.
25. Dixit qutem Saul: Sic loquimini ad David: Non habet rex sponsalia necesse, nisi tantum centum præputia Philisthinorum, ut fiat ultio de inimicis regis. Porro Saul cogitabat tradere David in manus Philisthinorum.

26. Cumque renuntiassent servi ejus David verba, quæ dixerat Saul, placuit sermo in oculis David, ut fieret gener regis.
27. Et post paucos dies surgens David, abiit cum viris, qui sub eo erant. Et percussit ex Philisthiim ducentos viros, et attulit eorum præputia, et annumeravit ea regi, ut esset gener ejus. Dedit itaque Saul ei Michol filiam suam uxorem.
28. Et vidit Saul, et intellexit quod Dominus esset cum David, Michol autem filia Saul diligebat eum.
29. Et Saul magis cœpit timere David: factusque est Saul inimicus David cunctis diebus.
30. Et egressi sunt principes Philisthinorum: a principio autem egressionis eorum, prudentius se gerebat David quam omnes servi Saul, et celebre factum est nomen ejus nimis.


1. Und es geschah, als er die Unterredung mit Saul beendet hatte, verband sich die Seele Jonathas innig mit der Seele Davids, und Jonathas gewann ihn lieb wie sein Leben.1
2. Und Saul nahm ihn an jenem Tage2 zu sich und gestattete ihm nicht mehr, in das Haus seines Vaters zurückzukehren.
3. David aber und Jonathas schlossen einen Bund, denn er liebte ihn wie sein Leben.
4. Und Jonathas zog sein Obergewand aus, mit welchem er bekleidet war, und gab es David, dazu seine übrigen Kleider, sogar sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel.3
5. David nun zog zu allem aus, wozu ihn Saul sandte, und hielt sich klug, so dass Saul ihn über die Kriegsleute setzte; und er war bei dem ganzen Volke beliebt, besonders in den Augen der Diener Sauls.

6. Als nun David von der Tötung des Philisters4 zurückkehrte, zogen die Frauen aus allen Städten Israels mit Gesang und Reigen dem Könige Saul entgegen, mit Jubelpauken und Zimbeln.
7. Und die Frauen spielten und sangen, diese Worte: Saul hat tausend erschlagen und David zehntausend!5 [1Sam 21,11, JSir 47,7]
8. Da geriet Saul in heftigen Zorn und diese Rede missfiel in seinen Augen und er sprach: David haben sie zehntausend und mir tausend gegeben; was ist ihm noch übrig als allein das Königtum?6
9. Darum sah Saul den David von jenem Tage an und hinfort nicht mit rechten Augen an.
10. Am folgenden Tage7 aber befiel der böse Geist von Gott Saul, und er tobte in seinem Hause; David aber spielte auf der Harfe, wie an den andern Tagen. Und Saul hielt den Speer in seiner Hand
11. und warf ihn in der Absicht, David damit an die Wand zu spießen; aber David wich zum zweiten Male von seinem Angesichte.8
12. Und Saul fürchtete sich vor David, denn der Herr war mit ihm, während er von ihm selbst gewichen war.9
13. Deshalb entfernte ihn Saul von sich und machte ihn zum Obersten über tausend Mann; und er zog vor den Augen des Volkes aus und ein.10
14. Auch auf allen seinen Wegen handelte David klug und der Herr war mit ihm.

15. Als Saul sah, dass er sehr klug war, fing er an ihn zu scheuen.
16. Ganz Israel und Juda aber liebte David, denn er zog vor ihnen her aus und ein.
17. Und Saul sprach zu David: Siehe, ich will dir meine älteste Tochter Merob zur Frau geben,11 nur sei tapfer12 und kämpfe die Kämpfe des Herrn!13 Saul aber dachte bei sich und sprach: Meine Hand soll sich nicht gegen ihn erheben, sondern die Hand der Philister möge über ihn kommen!
18. David sprach zu Saul: Wer bin ich und was ist mein Leben oder das Geschlecht meines Vaters in Israel, dass ich der Schwiegersohn des Königs werden sollte?14
19. Als nun die Zeit kam, dass Merob, die Tochter Sauls, David gegeben werden sollte, ward sie dem Molathiter Hadriel15 zum Weibe gegeben.
20. Michol aber, die andere Tochter Sauls, liebte den David; dies ward Saul berichtet und es gefiel ihm wohl.
21. Und Saul sprach: Ich will sie ihm geben, dass sie ihm zum Fallstrick werde und die Hand der Philister über ihn komme. Darum sprach Saul zu David: Um zwei Dinge16 kannst du heut mein Schwiegersohn werden.
22. Und Saul gebot seinen Dienern: redet mit David insgeheim und saget: Siehe, du gefällst dem Könige und alle seine Diener lieben dich; werde also der Schwiegersohn des Königs.
23. Da redeten die Diener Sauls alle diese Worte vor den Ohren Davids und David sprach: Scheint euch das etwas Geringes, des Königs Schwiegersohn zu sein? Ich aber bin ein armer und geringer Mann.17
24. Und die Diener Sauls berichteten es ihm und sprachen: Solche Worte hat David geredet.
25. Saul aber sprach: Saget so zu David: Der König hat keine andere Brautgabe nötig als einzig hundert Vorhäute von Philistern,18 damit Rache an den Feinden des Königs genommen werde. Saul aber dachte, David in die Gewalt der Philister zu liefern.
26. Als nun seine Diener David die Worte berichteten, welche Saul gesprochen hatte, gefiel der Vorschlag David, dass er der Schwiegersohn des Königs werden sollte.19
27. So machte sich denn David nach etlichen Tagen auf und zog mit den Leuten, die ihm untergeben waren, fort und erschlug zweihundert Philister und brachte ihre Vorhäute und zählte sie dem Könige vor, um sein Schwiegersohn zu werden. Da gab ihm Saul seine Tochter Michol zur Frau.
28. Und Saul sah und erkannte, dass der Herr mit David war. Michol aber, die Tochter Sauls, liebte ihn.20
29. Da begann Saul, sich noch mehr vor David zu fürchten und Saul ward der Feind Davids auf immer.
30. Da nun die Fürsten der Philister auszogen, verhielt sich David vom Anfange ihres Auszuges an klüger als alle Diener Sauls, so dass sein Name hoch gefeiert ward.


Fußnote

Kap. 18 (1) V. 1-5 hängen mit [1Sam 17,55-58] zusammen. Die innigste Zuneigung besteht zwischen David und Jonathas, wie einst zwischen Jakob und Benjamin [1Mos 44,30] und Sichem und Dina. [1Mos 34,3] - (2) Als er dem Könige zum Harfenspiele vorgeschlagen ward, war er demselben nicht mehr unbekannt. Vielleicht lenkte Jonathas die Berufung auf ihn. Nunmehr durfte David nicht mehr zu seiner Herde zurückkehren; es war ihm Gelegenheit gegeben, sich in den Kämpfen auszuzeichnen und in den Verfolgungen seitens Saul seine Treue gegen Gott zu beweisen. - (3) Die Kleider werden in der Ordnung genannt, in der David sie anlegte. Da die Waffen das Wertvollste sind, ist ihre Schenkung das Zeichen besonderer Freundschaft. - (4) Der Philister ist Goliath. Zwischen Davids Sieg und der Siegesfeier liegen Wochen. V. 5 enthält eine allgemeine Bemerkung, mit welcher der Erzähler die eine Seite des Verhältnisses, in welches David durch seinen Sieg zu Saul kam, abschließt. Mit V. 6 geht der Verfasser zur Darlegung der anderen Seite dieses Verhältnisses über, die er 14 – 16 ähnlich abschließt wie V. 5, so dass ein Fortschritt des dort Gesagten eingetreten ist. - (5) Die Siegesfeier durch Frauen war im ganzen Altertum herkömmlich. [2Mos 15,20, Rich 11,34] Hebr.: Sie sangen wechselweise. Tausend: viele. Zehntausend: Noch viel mehr. [Rich 15,15] David kämpfte glücklicher als Saul und war beliebter als der heftige und argwöhnische König. - (6) Längst quälte ihn geheimer Verdacht, jetzt bricht Saul in offene Klagen aus. - (7) Am Tage nach dem feierlichen Einzug. Früher liebte Saul David und übertrug ihm wichtige Angelegenheiten, wie ganz anders jetzt! - (8) Hebr.: Und Saul erhob seine Lanze, denkend: Ich will David an die Wand spießen, David aber mied sein Angesicht zweimal. David schrieb die Nachstellungen wohl eher dem Wahnsinne als dem Hasse des Königs zu. - (9) Dem wahnsinnigen Hasse folgt die Furcht. - (10) Entweder weil er dort beständig weilte, oder weil er auszog und siegreich heimkehrte. Das Volk war David zugetan (V. 16), weil es ihn beständig vor Augen hatte oder wenigstens regelmäßig dann sah, wenn er in Hoffnung eines Sieges auszog oder im Triumphe zurückkehrte. Unter Volk können auch die Kämpfer verstanden sein. Nach V. 5 war er dem Hofe als Waffenträger beigesellt und wurde nur zu gewissen Gelegenheiten ausgesendet, jetzt ward er über Tausende gesetzt und kam deshalb seltener an den Hof. So glaubte Saul sich sicherer. - (11) Saul hatte dies dem Besieger Goliaths verheißen. [1Sam 17,25] Jetzt durch die Vorliebe des Volkes für David genötigt, denkt er an die Erfüllung. - (12) Mögen die Feinde dich töten! - (13) Etwas der Frömmigkeit Davids Entsprechendes. Wunderbares Verhalten Sauls! Er vermutet, dass Gott dem David das Reich bestimmt habe und will dennoch Gottes Ratschlüsse vereiteln, indem er David den Philistern preisgibt. - (14) David weist klug auf seine niedrige Herkunft hin, indem er so entweder die Größe der Ehre anerkennt oder sie, den Sinn des Königs durchschauend, von sich fernhält. - (15) [2Sam 21,8] Es war dies für David die höchste Beschimpfung. Entweder war der König unbeständig oder er hoffte, David werde schon zuvor in der Schlacht fallen. - (16) Hebr.: Zum zweiten Male. Das erste Mal war, als David Merob heiraten sollte. Saul stellt eine schwierige Bedingung, nach deren Erfüllung er keine Weigerung mehr wagt. (V. 27) - (17) Arm und von geringem Ansehen, deshalb einzig geringfügigen Dingen gewachsen und nur eine kleine Morgengabe darzubringen im Stande. - (18) Der Beweis für die Tötung ebenso vieler Feinde. Saul wählt eine so hohe Zahl, damit David desto sicherer falle. - (19) David konnte sich nicht weigern, er setzt also seine Hoffnung auf Gott. - (20) Dies bestätigt den König in seinem Verdachte, dass David zu seinem Nachfolger bestimmt sei. Michol bewegt Saul, sein Wort zu halten. Gott ordnet in seiner Güte alles so, dass David unbeschadet der Ehre Sauls König zu werden vermag, Saul darf nur sein Versprechen erfüllen, das er, die Zukunft nicht vorhersehend, gegeben, dem Sieger seine Tochter zu geben. Damit ging denn der zukünftige König in die Familie Sauls über. Als Saul diesen Gnadenerweis betreffs Merob zurückwies, bot ihm Gott eine zweite Gelegenheit. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 |

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