Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Mak12: Unterschied zwischen den Versionen

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<center> f. Neue Kämpfe der Judäer mit den benachbarten Völkern und neuer Krieg mit Eupator. (12,1 – 13,26) 1. Glückliche Krieg emit Joppe (V. 9), den Arabern (V. 12), der Stadt Kasphin (V. 16) mit (einem anderen) Timotheus (V. 25), mit den Städten Karnion und Ephron (V. 31), mit Gorgias (V. 38). Judas sendet Geschenke nach Jerusalem, damit für die in der letzten Schlacht Gefallenen Opfer dargebracht werden. </center>  
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<center> f. Neue Kämpfe der Judäer mit den benachbarten Völkern und neuer Krieg mit Eupator. (12,1 – 13,26) 1. Glückliche Kriege mit Joppe (V. 9), den Arabern (V. 12), der Stadt Kasphin (V. 16) mit (einem anderen) Timotheus (V. 25), mit den Städten Karnion und Ephron (V. 31), mit Gorgias (V. 38). Judas sendet Geschenke nach Jerusalem, damit für die in der letzten Schlacht Gefallenen Opfer dargebracht werden. </center>  
  
 
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8. Als er aber erfuhr, dass auch die Bewohner von Jamnia<sup>10</sup> den unter ihnen wohnenden Juden dasselbe tun wollten, <br/>
 
8. Als er aber erfuhr, dass auch die Bewohner von Jamnia<sup>10</sup> den unter ihnen wohnenden Juden dasselbe tun wollten, <br/>
 
9. überfiel er auch die Bewohner von Jamnia bei Nacht und verbrannte den Hafen samt den Schiffen, so dass man den Wiederschein des Feuers zu Jerusalem in einer Entfernung von zweihundertvierzig Stadien<sup>11</sup> sah. <br/>
 
9. überfiel er auch die Bewohner von Jamnia bei Nacht und verbrannte den Hafen samt den Schiffen, so dass man den Wiederschein des Feuers zu Jerusalem in einer Entfernung von zweihundertvierzig Stadien<sup>11</sup> sah. <br/>
10. As sie von da schon einen Weg von neun Stadien zurückgelegt hatten, gegen Timotheus ziehend, griffen ihn Araber<sup>12</sup> an, fünftausend zu Fuß und fünfhundert Reiter.<sup>13</sup> <br/>
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10. Als sie von da schon einen Weg von neun Stadien zurückgelegt hatten, gegen Timotheus ziehend, griffen ihn Araber<sup>12</sup> an, fünftausend zu Fuß und fünfhundert Reiter.<sup>13</sup> <br/>
 
11. Der Kampf ward heftig, aber mit Gottes Hilfe lief er glücklich ab; die Araber wurden besiegt und die übrigblieben, baten Judas um Frieden und versprachen, ihm Weiden<sup>14</sup> zu geben und sonst noch behilflich zu sein. <br/>
 
11. Der Kampf ward heftig, aber mit Gottes Hilfe lief er glücklich ab; die Araber wurden besiegt und die übrigblieben, baten Judas um Frieden und versprachen, ihm Weiden<sup>14</sup> zu geben und sonst noch behilflich zu sein. <br/>
 
12. Judas aber, der von ihnen in vielen Dingen Vorteil erhoffte, sagte ihnen den Frieden zu, jene schlossen einen Vertrag und kehrten in ihre Zelte zurück. <br/>
 
12. Judas aber, der von ihnen in vielen Dingen Vorteil erhoffte, sagte ihnen den Frieden zu, jene schlossen einen Vertrag und kehrten in ihre Zelte zurück. <br/>
 
13. Auch griff er eine feste, mit Brücken und Mauern versehene Stadt mit Namen Kasphin<sup>15</sup> an, die von Leuten aus verschiedenen Völkerschaften bewohnt war. <br/>
 
13. Auch griff er eine feste, mit Brücken und Mauern versehene Stadt mit Namen Kasphin<sup>15</sup> an, die von Leuten aus verschiedenen Völkerschaften bewohnt war. <br/>
 
14. Die Bewohner der Stadt waren, im Vertrauen auf die Festigkeit der Mauern und ihren Vorrat an Lebensmitteln, lästiger,<sup>16</sup> stießen Schmähreden gegen Judas aus und lästerten und führten ungebührliche Reden. <br/>
 
14. Die Bewohner der Stadt waren, im Vertrauen auf die Festigkeit der Mauern und ihren Vorrat an Lebensmitteln, lästiger,<sup>16</sup> stießen Schmähreden gegen Judas aus und lästerten und führten ungebührliche Reden. <br/>
15. Da rief der Machaabäer den großen Herrn der Welt an, der zur Zeit des Josue ohne Mauerbrecher und Belagerungsmaschinen Jericho einstürzen ließ, und stürmte mit Ungestüm auf die Mauern los. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Jos06|Jos 6]]''] <br/>
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15. Da rief der Machabäer den großen Herrn der Welt an, der zur Zeit des Josue ohne Mauerbrecher und Belagerungsmaschinen Jericho einstürzen ließ, und stürmte mit Ungestüm auf die Mauern los. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Jos06|Jos 6]]''] <br/>
 
16. Nach dem Willen des Herrn nahm er die Stadt ein und richtete ein so ungeheures Blutbad an, dass der dabei gelegene, zwei Stadien breite See vom Blute der Erschlagenen zu fließen schien. <br/>
 
16. Nach dem Willen des Herrn nahm er die Stadt ein und richtete ein so ungeheures Blutbad an, dass der dabei gelegene, zwei Stadien breite See vom Blute der Erschlagenen zu fließen schien. <br/>
 
17. Von da zogen sie siebenhundertundfünfzig Stadien fort und kamen nach Charaka<sup>17</sup> zu den Juden, welche Tubianäer<sup>18</sup> heißen. <br/>
 
17. Von da zogen sie siebenhundertundfünfzig Stadien fort und kamen nach Charaka<sup>17</sup> zu den Juden, welche Tubianäer<sup>18</sup> heißen. <br/>
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33. Dieser rückte mit dreitausend Mann Fußvolk und vierhundert Reitern aus. <br/>
 
33. Dieser rückte mit dreitausend Mann Fußvolk und vierhundert Reitern aus. <br/>
 
34. Als sie nun handgemein wurden, traf es sich, dass nur wenige Juden fielen. <br/>
 
34. Als sie nun handgemein wurden, traf es sich, dass nur wenige Juden fielen. <br/>
35. Dositheus aber, einer von den Leuten des Bakemor,<sup>31</sup> ein tapferer Reiter, ergriff den Gorgias, da er ihn lebendig zum Gefangenen machen wollte, doch ein thrakischer Reiter<sup>32</sup> warf sich auf ihn und hieb ihm den Arm ab und so entkam Gorgias nach Maresa.<sup>33</sup> <br/>
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35. Dositheus aber, einer von den Leuten des Bakenor,<sup>31</sup> ein tapferer Reiter, ergriff den Gorgias, da er ihn lebendig zum Gefangenen machen wollte, doch ein thrakischer Reiter<sup>32</sup> warf sich auf ihn und hieb ihm den Arm ab und so entkam Gorgias nach Maresa.<sup>33</sup> <br/>
 
36. Inzwischen focht die Schaar Esdrins<sup>34</sup> längere Zeit, doch da sie ermatteten, rief Judas den Herrn an, er wolle ihr Helfer und Führer im Kampfe sein, <br/>
 
36. Inzwischen focht die Schaar Esdrins<sup>34</sup> längere Zeit, doch da sie ermatteten, rief Judas den Herrn an, er wolle ihr Helfer und Führer im Kampfe sein, <br/>
 
37. stimmte in der Muttersprache das Kriegsgeschrei an samt Lobgesängen und trieb die Krieger des Gorgias in die Flucht. <br/>
 
37. stimmte in der Muttersprache das Kriegsgeschrei an samt Lobgesängen und trieb die Krieger des Gorgias in die Flucht. <br/>
38. Hierauf sammelte Judas das Heer und zog nach der Stadt Odollam<sup>35</sup> und, als der siebente Rag anbrach, reinigten sie sich ihrer Gewohnheit gemäß<sup>36</sup> und hielten daselbst den Sabbat. <br/>
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38. Hierauf sammelte Judas das Heer und zog nach der Stadt Odollam<sup>35</sup> und, als der siebente Tag anbrach, reinigten sie sich ihrer Gewohnheit gemäß<sup>36</sup> und hielten daselbst den Sabbat. <br/>
 
39. Am nächsten Tage kam Judas mit den Seinigen, die Leichname der Gefallenen aufzuheben und zu ihren Verwandten in den Gräbern der Väter beizusetzen.<sup>37</sup> <br/>
 
39. Am nächsten Tage kam Judas mit den Seinigen, die Leichname der Gefallenen aufzuheben und zu ihren Verwandten in den Gräbern der Väter beizusetzen.<sup>37</sup> <br/>
 
40. Da fanden sie unter den Unterkleidern der Getöteten etwas von den Weihegeschenken der Götzen<sup>38</sup> zu Jamnia, welche das Gesetz den Juden verbietet,<sup>39</sup> und es ward nun allen offenbar, dass jene um dieser Ursache willen gefallen seien. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:5Mos07|5Mos 7,25]]''] <br/>
 
40. Da fanden sie unter den Unterkleidern der Getöteten etwas von den Weihegeschenken der Götzen<sup>38</sup> zu Jamnia, welche das Gesetz den Juden verbietet,<sup>39</sup> und es ward nun allen offenbar, dass jene um dieser Ursache willen gefallen seien. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:5Mos07|5Mos 7,25]]''] <br/>

Aktuelle Version vom 10. Oktober 2019, 07:42 Uhr

Liber secundus Machabæorum. Caput XII.

Zweites Buch der Machabäer Kap. 12


f. Neue Kämpfe der Judäer mit den benachbarten Völkern und neuer Krieg mit Eupator. (12,1 – 13,26) 1. Glückliche Kriege mit Joppe (V. 9), den Arabern (V. 12), der Stadt Kasphin (V. 16) mit (einem anderen) Timotheus (V. 25), mit den Städten Karnion und Ephron (V. 31), mit Gorgias (V. 38). Judas sendet Geschenke nach Jerusalem, damit für die in der letzten Schlacht Gefallenen Opfer dargebracht werden.

1. His factis pactionibus, Lysias pergebat ad regem, Judæi autem agriculturæ operam dabant.
2. Sed hi, qui resederant, Timotheus, et Apollonius Gennæi filius, sed et Hieronymus, et demophon super hos, et Nicanor Cypriarches, non sinebant eos in silentio agere, et quiete.

3. Joppitæ vero tale quoddam flagitium perpetrarunt: rogaverunt Judæos, cum quibus habitabant, ascendere scaphas, quas paraverant, cum uxoribus, et filiis, quasi nullis inimicitiis inter eos subjcentibus.
4. Secundum commune itaque decretum civitatis, et ipsis acquiescentibus, pacisque causa nihil suspectum habentibus: cum in altum processissent, submerserunt non minus ducentos.
5. Quam crudelitatem Judas in suæ gentis homines factam ut cognovit, præcepit viris, qui erant cum ipso: et invocato justo judice Deo,
6. Venit adversus interfectores fratrum, et portum quidem noctu succendit, scaphas exussit, eos autem, ui ab igne refugerant, gladio peremit.
7. Et cum hæc ita egisset, discessit quasi iterum reversurus, et universos Joppitas eradicaturus.
8. Sed cum cognovisset et eos, qui ernt Jamniæ, velle pari modo facere habitantibus secum Judæis,
9. Jamnitis quoque nocte supervenit, et portum cum navibus succendit: ita ut lumen ignis appareret Jerosolymis a stadiis ducentis quadraginta.


10. Inde cum jam abiissent novem stadiis, et iter facerent ad Timotheum, commiserunt cum eo Arabes quinque millia viri, et equites quingenti.

11. CUmque pugna valida fieret, et auxilio Dei prospere cessisset, residui Arabes victi, petebant a Juda dextram sibi dari, promittentes se pascua daturos.

12. Judas autem, arbitratus vere in multis eos utiles, promisit pacem: dextrisque acceptis, discessere ad tabernacula sua.
13. Aggressus est autem et civitatem quamdam firmam pontibus murisque circumseptam, quæ a turbis habitabatur gentium promiscuarum, cui nomen Casphin.
14. Hi vero, qui intus erant, confidentes in stabilitate murorum, et apparatu alimoniarum, remissius agebant, maledictis lacessentes Judam, et blasphemantes, ac loquentes quæ fas non est.

15. Machabæus autem, invocato magno mundi Principe, qui sine arietibus, et machinis temporibus Jesu præcipitavit Jericho, irruit ferociter muris:

16. Et capta civitate per Domini voluntatem innumerabiles cædes fecit, ita ut adjacens stagnum stadiorum duorum latitudinis, sanguine interfectorum fluere videretur.
17. Inde discesserunt stadia septingenta quinquaginta, et venerunt in Characa ad eos, qui dicuntur Tubianæi, Judæos:
18. Et Timotheum quidem in illis locis non comprehenderunt, nulloque negotio perfecto regressus est, relicto in quodam loco firmissimo præsidio.

19. Dositheus autem, et Sosipater, qui erant duces cumMachabæo, peremerunt a Timotheo relictos in præsidio, decem millia viros.
20. At Machabæus, ordinatis circum se sex millibus, et constitutis per cohortes, adversus, Timotheum processit, habentem secum centum viginti millia peditum, equitumque duo millia quingentos.
21. Cognito autem Judæ adventu, Timotheus præmisit mulieres, et filios, et reliquum apparatum, in præsidium, quod Carnion dicitur: erat enim inexpugnabile, et accessu difficile propter locorum angustias.
22. Cumque cohors Judæ prima apparuisset, timor hostibus incussus est, ex præsentia Dei, qui universa conspicit, et in fugam versi sunt alius ab alio, ita ut magis a suis dejicerentus, et gladiorum suorum ictibus debilitarentur.

23. Judas autem vehementer instabat puniens profanos, et prostravit ex eis triginta millia virorum.
24. Ipse vero Timotheus incidit in partes Dosithei, et Sosipatris: et multis precibus postulabat ut vivus dimitteretur, eo quod multorum ex Judæis parentes haberet, ac fratres, quos morte ejus decipi eveniret.

25. Et cum fidem dedisset restituturum se eos secundum constitutum, illæsum eum dimiserunt propter fratrum salutem.
26. Judas autemegressus est ad Carnion, interfectis viginti quinque millibus.
27. Post horum fugam, et necem, movit exercitum ad Ephron civitatem munitam, in qua multitudo diversarum gentium habitabat: et robusti juvenes pro muris consistentes fortiter repugnabant: in hac autem machinæ multæ, et telorum erat apparatus.


28. Sed, cum Omnipotentem invocassent, qui potestate sua vires hostium confringit, ceperunt civitatem: et ex eis, qui intus erant, viginti quinque millia prostraverunt.
29. Inde ad civitatem Scytharum abierunt, quæ ab Jerosolymis sexcentia stadiis aberat.
30. Contestantibus autemhis, qui apud Scythopolitas erant, Judæis, quod benigne ab eis haberentur, etiam temporibus infelicitatis quod modeste secum egerint:
31. Gratias agentes eis, et exhortati etiam de cetero erga genus suum benignos esse, venerunt Jerosolymam die solemni septiminarum instante.
32. Et post Pentecosten abierunt contra Gorgiam præpositum Idumææ.
33. Exivit autem cum peditibus tribus millibus, et equitibus quadragintis.
34. Quibus congressis, contigit paucos ruere Judæorum.
35. Dositheus vero quidam de Bcenoris eques, vir fortis, Gorgiam tenebat: et, cum vellet illum capere vivum, eques quidam de Thracibus irruit in eum, humerumque ejus amputavit: atque ita Gorgias effugit in Maresa.
36. At illis, qui cum Esdrin erant, diutius pugnantibus et fatigatis, invocavit Judas Dominum adjutorem, et ducem belli fieri:
37. Incipiens voce patris, et cum hymnis clamorem extollens, fugam Gorgiæ militibus incussit.
38. Judas autemcollecto exercitu venit in civitatem Odollam: et, cum septima dies superveniret, secundum consuetudinem purificati, in eodem loco saabbatum egerunt.
39. Et sequenti die venit cum suis Judas, ut corpora prostratorum tolleret, et cum parentibus poneret in sepulcris paternis.
40. Invenerunt autem sub tunicis interfectorum de donariis idolorum, quæ apud Jamniam fuerunt, a quibus lex prohibet Judæos: omnibus ergo manifestum factum est, ob hanc causm eos corruisse.
41. Omnes itaque benedixerunt justum judicium Domini, qui occulta fecerat manifesta.
42. Atque ita ad preces conversi, rogaverunt ut id, quod factum erat, delictum oblivioni traderetur. At vero fortissimus Judas hortabatur populum conservare se sine peccato, sub oculis videntes quæ facta sunt pro peccatis eorum, qui prostrati sunt.

43. Et facta collatione, duodecim millia drachmas argenti misit Jerosolymam offerri pro peccatis mortuorum sacrificium, bene et religiose de resurrectione cogitans.

44. (Nisi enimeos, qui cecierant, resurrecturos speraret, superfluum videretur, et vanum orare pro mortuis.)

45. Et quia considerabat quod hi, ui cum pietate dormitionem acceperant, optimam haberent repositam gratiam.
46. Sancta ergo, et salubris est cogitatio pro defunctis exorare, ut a peccatis solvantur.



1. Als diese Verträge abgeschlossen waren, kehrte Lysias zum Könige zurück, die Juden aber betrieben den Ackerbau.
2. Doch die Zurückgebliebenen, Timotheus,1 Apollonius, des Gennäus Sohn,2 ebenso Hieronymus und neben diesen Demophon3 und Nikanor, der Statthalter von Cypern,4 ließen sie nicht in Ruhe und Frieden leben.5
3. Dazu begingen die Einwohner von Joppe folgende Schandtat: Sie luden die unter ihnen wohnenden Juden ein, in die von ihnen bereitgehaltenen Boote zu steigen mit Frauen und Kindern, als wenn sie nichts Böses gegen jene im Sinne hätten.
4. Nach gemeinsamem Beschlusse der Stadt6 indes fuhren jene, da die Juden des Friedens willen, ohne Verdacht zu hegen, einwilligten, auf die hohe See und versenkten von ihnen nicht weniger als zweihundert.
5. Als Judas die an seinen Volksgenossen verübte Grausamkeit erfuhr, gab er seinen Genossen Befehl und zog, Gott, den gerechten Richter, anrufend,
6. wider die Mörder seiner Brüder. Er verbrannte bei Nacht den Hafen7 und die Schiffe; jene aber, die dem Feuer entronnen waren, tötete er mit dem Schwerte.8
7. Hierauf zog er fort, in der Absicht,9 wiederzukommen und alle Bewohner von Joppe zu vertilgen.
8. Als er aber erfuhr, dass auch die Bewohner von Jamnia10 den unter ihnen wohnenden Juden dasselbe tun wollten,
9. überfiel er auch die Bewohner von Jamnia bei Nacht und verbrannte den Hafen samt den Schiffen, so dass man den Wiederschein des Feuers zu Jerusalem in einer Entfernung von zweihundertvierzig Stadien11 sah.
10. Als sie von da schon einen Weg von neun Stadien zurückgelegt hatten, gegen Timotheus ziehend, griffen ihn Araber12 an, fünftausend zu Fuß und fünfhundert Reiter.13
11. Der Kampf ward heftig, aber mit Gottes Hilfe lief er glücklich ab; die Araber wurden besiegt und die übrigblieben, baten Judas um Frieden und versprachen, ihm Weiden14 zu geben und sonst noch behilflich zu sein.
12. Judas aber, der von ihnen in vielen Dingen Vorteil erhoffte, sagte ihnen den Frieden zu, jene schlossen einen Vertrag und kehrten in ihre Zelte zurück.
13. Auch griff er eine feste, mit Brücken und Mauern versehene Stadt mit Namen Kasphin15 an, die von Leuten aus verschiedenen Völkerschaften bewohnt war.
14. Die Bewohner der Stadt waren, im Vertrauen auf die Festigkeit der Mauern und ihren Vorrat an Lebensmitteln, lästiger,16 stießen Schmähreden gegen Judas aus und lästerten und führten ungebührliche Reden.
15. Da rief der Machabäer den großen Herrn der Welt an, der zur Zeit des Josue ohne Mauerbrecher und Belagerungsmaschinen Jericho einstürzen ließ, und stürmte mit Ungestüm auf die Mauern los. [Jos 6]
16. Nach dem Willen des Herrn nahm er die Stadt ein und richtete ein so ungeheures Blutbad an, dass der dabei gelegene, zwei Stadien breite See vom Blute der Erschlagenen zu fließen schien.
17. Von da zogen sie siebenhundertundfünfzig Stadien fort und kamen nach Charaka17 zu den Juden, welche Tubianäer18 heißen.
18. Den Timotheus trafen sie in dieser Gegend nicht mehr, denn er hatte sich unverrichteter Sache zurückgezogen,19 nachdem er an einem Orte eine sehr starke Besatzung zurückgelassen.
19. Dositheus und Sosipater, welche Heerführer des Machabäers waren,20 töteten die von Timotheus in der Feste zurückgelassenen zehntausend Mann.
20. Der Machabäer aber sammelte sechstausend Mann um sich und stellte sie in Abteilungen,21 dann griff er Timotheus an, der hundertundzwanzigtausend Mann zu Fuß und zweitausendfünfhundert bei sich hatte.22
21. Als Timotheus erfuhr, dass Judas gegen ihn heranrücke, sandte er Frauen und Kinder und den andern Troß in die Festung, Karnion genannt,23 denn sie war unbezwingbar und schwer zugänglich wegen der Engpässe.
22. Da nun die erste Abteilung des Judas erschien,24 befiel die Feinde Furcht durch Gottes Gegenwart, der alles sieht, und sie wandten sich zur Flucht, der eine hierhin, der andere dorthin, so dass sie mehr von den Ihrigen zu Falle gebracht und vor ihren eigenen Schwertern durchbohrt wurden.
23. Judas aber verfolgte sie heftig, indem er die Bösewichte züchtigte, und tötete von ihnen dreißigtausend25 Mann.
24. Timotheus selbst fiel den Leuten des Dositheus und Sosipater in die Hände und bat mit vielem Flehen,26 ihn am Leben und frei zu lassen, weil er die Väter und Brüder vieler Juden in seiner Gewalt habe, denen durchs einen Tod jede Hoffnung auf Rettung verloren gehen würde.
25. Nachdem er nun sein Wort gegeben, diese gemäß dem Vertrage zurückzusenden, entließen sie ihn unversehrt um der Rettung ihrer Brüder willen.
26. Hierauf zog Judas gegen Karnion27 und tötete fünfundzwanzigtausend Mann.
27. Nach der Flucht und Aufreibung dieser Feinde brach er mit dem Heere gegen die feste Stadt Ephron auf, in welcher28 eine Volksmenge von verschiedenen Stämmen wohnte. Vor den Mauern derselben standen wackere Jünglinge, welche tapfer kämpften, während in der Stadt viele Kriegsmaschinen und reicher Vorrat von Geschossen waren.
28. Doch die Juden riefen den Allmächtigen an, der in seiner Kraft die Macht der Feinde bricht, nahmen die Stadt ein und machten von denen, dies ich darin befanden, fünfundzwanzigtausend nieder.
29. Von da brachen sie gegen Scythopolis29 auf, das von Jerusalem sechshundert Stadien entfernt liegt.
30. Da aber die Juden, welche in Scythopolis wohnten, bezeugten, dass sie von den Bewohnern Wohlwollen erführen, diese sich auch bei Unglücksfällen gegen sie mild bewiesen hätten,
31. dankten sie jenen und ermahnten sie, sich auch in Zukunft gegen ihr Volk gütig zu zeigen. Hierauf kamen sie nach Jerusalem, als eben das Fest der Wochen30 nahe war.
32. Nach dem Pfingstfeste zogen sie gegen Gorgias, den Statthalter von Idumäa.
33. Dieser rückte mit dreitausend Mann Fußvolk und vierhundert Reitern aus.
34. Als sie nun handgemein wurden, traf es sich, dass nur wenige Juden fielen.
35. Dositheus aber, einer von den Leuten des Bakenor,31 ein tapferer Reiter, ergriff den Gorgias, da er ihn lebendig zum Gefangenen machen wollte, doch ein thrakischer Reiter32 warf sich auf ihn und hieb ihm den Arm ab und so entkam Gorgias nach Maresa.33
36. Inzwischen focht die Schaar Esdrins34 längere Zeit, doch da sie ermatteten, rief Judas den Herrn an, er wolle ihr Helfer und Führer im Kampfe sein,
37. stimmte in der Muttersprache das Kriegsgeschrei an samt Lobgesängen und trieb die Krieger des Gorgias in die Flucht.
38. Hierauf sammelte Judas das Heer und zog nach der Stadt Odollam35 und, als der siebente Tag anbrach, reinigten sie sich ihrer Gewohnheit gemäß36 und hielten daselbst den Sabbat.
39. Am nächsten Tage kam Judas mit den Seinigen, die Leichname der Gefallenen aufzuheben und zu ihren Verwandten in den Gräbern der Väter beizusetzen.37
40. Da fanden sie unter den Unterkleidern der Getöteten etwas von den Weihegeschenken der Götzen38 zu Jamnia, welche das Gesetz den Juden verbietet,39 und es ward nun allen offenbar, dass jene um dieser Ursache willen gefallen seien. [5Mos 7,25]
41. Daher priesen alle das gerechte Gericht des Herrn, der das Verborgene offenbar gemacht hatte.
42. Dann aber wendeten sie sich zum Gebet und flehten, dass die begangene Sünde der Vergessenheit anheimgegeben40 werden möchte, der Held Judas aber ermahnte das Volk, sich von aller Sünde rein zu erhalten, da sie vor Augen hätten, was um der Sünde willen den Gefallenen zugestoßen sei.
43. Und er brachte eine Sammlung von zwölftausend41 Drachmen Silbers zusammen und sandte sie nach Jerusalem, dass davon ein Sündopfer für die Verstorbenen dargebracht würde, indem er gut und fromm betreffs der Auferstehung gesinnt war.42
44. (Denn wenn er nicht gehofft hätte, dass die Gefallenen auferstehen würden,43 so wäre es ja überflüssig und nutzlos gewesen, für die Toten zu beten.)44
45. Sodann erwog er, dass denen, welche in Frömmigkeit entschlafen sind, der herrlichste Gnadenlohn aufbewahrt ist.
46. Es ist also ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden befreit werden.45


Fußnote

Kap. 12 (1) Timotheus, Statthalter der Provinzen östlich vom Jordan. Vergl. [1Mak 5,6.11]. Es ist nicht der Timotheus, dessen Tod [2Mak 10,37] berichtet ist. - (2) Apollonius, Statthalter von Cölesyrien, verschieden von Apollonius, dem Sohne des Tharseus [2Mak 3,5.7], und von Apollonius, dem Sohne des Mnestheus. [2Mak 4,21] - (3) Beide unbekannt. - (4) Nikanor, der unter Antiochus Epiphanes eine Zeitlang Statthalter von Cypern gewesen, zu unterscheiden von Nikanor, Sohn des Patroklus, der die Elefanten zur Zeit des Demetrius unter sich hatte. [2Mak 8,9; 2Mak 14,12] - (5) Beobachteten die von Antiochus Eupator zugestandene Vergünstigung nicht. - (6) Nach anderen ist das Griech. zu konstruieren: … hätten, sondern nach gemeinsamem Beschlusse der Stadt (handelten) - (7) Hafenanlagen - (8) Griech.: tötete die dahin (in den Hafen) Geflohenen mit dem Schwerte. - (9) Griech.: Da aber der Ort verschlossen war, zog er ab in der Absicht usw. - (10) Jamnia lag im Süden von Joppe. Vergl. [1Mak 4,15]. - (11) Etwa sechs deutsche Meilen weit. - (12) Die Araber standen im Dienste des Timotheus. - (13) Vergl. [1Mak 5,39]. - (14) Griech.: Vieh. - (15) Dieselbe Stadt, die [1Mak 5,26.36] Kasphor oder Kasbor heißt, im Osten des Galiläischen Meeres. - (16) Griech.: betrugen sich ganz ungezogen gegen Judas. - (17) Im Lande Galaad jenseits des Jordans. - (18) Die vom Lande Tubin oder Tob waren. Vergl. [1Mak 5,13]. - (19) In das Land Moab. Vergl. [1Mak 5,6ff]. - (20) Hier aber allein handelten. - (21) Der Text ist nicht ganz ohne Schwierigkeit. - (22) Vergl. [1Mak 5,37ff]. - (23) Karnaim [1Mak 5,26.44] heute Muzerib. - (24) Ehe noch Timotheus mit seinen Leuten die trennende Schlucht zu durchschreiten begonnen, war Judas bereits herabgestiegen und hatte die Seinen mit fortgerissen. - (25) Griech.: ungefähr 30000 Mann. [1Mak 5,34] spricht von 8000 Toten, wohl in der Schlacht selbst Gefallenen. - (26) Griech.: mit starker Verstellung. - (27) Griech.: und das Atergateion, den Tempel der Atergatis. - (28) Griech.: Lysias wohnte und eine Volksmenge usw. - (29) Oder Bethsan. [1Mak 5,52] - (30) Pfingsten, das sieben Wochen nach Ostern gefeiert wurde. [2Mos 23,15ff] - (31) Bakenor war ein jüdischer Anführer. Der hier genannte Dositheus ist nicht mit dem V. 19, V. 24 genannten zu verwechseln. - (32) Die Thrakischen Reiter waren im Altertum berühmt. - (33) Vergl. [Jos 15,44]. - (34) Ein Unteranführer des Judas. - (35) Odolla Stadt in der Sephela. Vergl. [Jos 15,35]. - (36) Eine legale Reinigung, deren Weise uns nicht bekannt ist. - (37) Sie so im Tode mit denen zu vereinen, zu denen sie im Leben gehört. - (38) Gegenstände, die als Amuletts auf bloßem Leibe getragen werden konnten und durch welche die jüdischen Streiter sich vor den Götzen von Jamnia schützen zu können vermeinten, deren Stadt Judas, wie sie erwarteten, jetzt belagern sollte. Ob Weihegeschenke aus dem Tempel, ob Nachbildungen der Götzen? - (39) [5Mos 7,25.26] - (40) Griech.: gänzlich vergeben sein möchte. Gott wolle diese Sünde nicht an den Überlebenden strafen. Vergl. [2Mos 34,7; Jos 7,1ff]. - (41) Griech.: 2000 Drachmen, etwa 1000 Mark. - (42) Dass diese, von ihrer Sünde befreit, einer glückseligen Auferstehung teilhaftig werden könnten. - (43) Nach Leib und Seele. Vergl. [2Mak 7,9]. - (44) Nach der Überzeugung der Juden konnten die Verstorbenen sich also in einem Stande finden, in welchem gute Werke ihnen Nutzen brachten. Wohl hatten die Mitstreiter des Judas dieses Leben mit Sünde befleckt verlassen (V. 40), indes reichte diese wohl nicht an die Todsünde heran, zudem haben sie ihre Verfehlung mit dem Leben bezahlt und sind in der Verteidigung einer heiligen Sache gefallen. So können sie also nicht der ewigen Verdammnis anheimfallen und Judas hofft, dass Gebete und Opfer ihnen von Nutzen sein und dass die Lebenden von Gott für die, welche im Herrn gestorben waren (in Frömmigkeit entschlafen), den Nachlass gewisser Sünden erlangen konnten, die jene in einen nicht ewig dauernden Stand des Leidens versetzt hatten. – Wir lesen im Buche der Machabäer, dass für die Verstorbenen ein Opfer dargebracht ward, aber wenn auch nirgends im Alten Testament etwas derartiges sich fände, ist das Ansehen der gesamten Kirche wahrlich nicht gering, die von ihrem Beginne an die Gewohnheit hochhielt, den Priester zum Herrn für die Verstorbenen beten zu lassen. - (45) Griech.: Ein heiliger und frommer Gedanke! Daher schaffte er für die getöteten das Sühnopfer, damit sie von ihrer Sünde erlöst würden.

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