Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Mos19

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Liber Exodus, Hebraice Veele Semoth. Caput XIX.

Das zweite Buch Moses Exodus Kap. 19


VIII. Zug aus Raphidim in die Wüste Sinai. (Kap. 19 – 23) 1. Der Offenbarung Gottes vorhergehende Erscheinungen. (V. 1 – 15) A. Gott eröffnet Moses seine Absicht. (V. 9) B. Gott gebietet dem Volke, sich vorzubereiten. (V. 15) 2. Beschreibung der Offenbarung Gottes (19,16 – 20,21) A. Beginn der Offenbarung.

1. Mense tertio egressionis Israel de terra Ægypti, in die hac venerunt in solitudinem Sinai.

2. Nam profecti de Raphidim, et pervenientes usque in desertum Sinai, castrametati sunt in eodem loco, ibique Israel fixit tentoria e regione montis.
3. Moyses autem ascendit ad Deum: vocavitque eum Dominus de monte, et ait: Hæc dices domui Jacob, et annuntiabis filiis Israel:

4. Vos ipsi vidistis, quæ fecerim Ægyptiis, quo modo portaverim vos super alas aquilarum, et assumpserim mihi.

5. Si ergo audieritis vocem meam, et custodieritis pactum meum, eritis mihi in peculium de cunctis populis: mea est enim omnis terra.
6. Et vos eritis mihi in regnum sacerdotale, et gens sancta: hæc sunt verba quæ loqueris ad filios Israel.

7. Venit Moyses: et convocatis majoribus natu populi, exposuit omnes sermones quos mandaverat Dominus.

8. Responditque omnis populus simul: Cuncta quæ locutus est Dominus, faciemus. Cumque retulisset Moyses verba populi ad Dominum,
9. Ait ei Dominus: Jam nunc veniam ad te in caligine nubis, ut audiat me populus loquentem ad te, et credat tibi in perpetuum. Nuntiavit ergo Moyses verba populi ad Dominum.
10. Qui dixit ei: Vade ad populum, et sanctifica illos hodie, et cras, laventque vestimenta sua.
11. Et sint parati in diem tertium: in die enim tertia descendet Dominus coram omni plebe super montem Sinai.

12. Constituesque terminos populo per circuitum, et dices ad eos: Cavete ne ascendatis in montem, nec tangatis fines illius: omnis qui tetigerit montem, morte morietur.
13. Manus non tanget eum, sed lapidibus opprimetur, aut confodietur jaculis: sive jumentum fuerit, sive homo, non vivet: cum cœperit clangere buccina, tunc ascendant in montem.

14. Descenditque Moyses de monte ad populum, et sanctificavit eum. Cumque lavissent vestimenta sua,
15. Ait ad eos: Estote parati in diem tertium, et ne appropinquetis uxoribus vestris.
16. Jamque advenerat tertius dies, et mane inclaruerat: et ecce cœperunt audiri tonitrua, ac micare fulgura, et nubes densissima operire montem, clangorque buccinæ vehementius perstrepebat: et timuit populus qui erat in castris.
17. Cumque eduxisset eos Moyses in occursum Dei de loco castrorum, steterunt ad radices montis.
18. Totus autem mons Sinai fumabat: eo quod descendisset Dominus super eum in igne, et ascenderet fumus ex eo quasi de fornace: eratque omnis mons terribilis.
19. Et sonitus buccinæ paulatim crescebat in majus, et prolixius tendebatur: Moyses loquebatur, et Deus respondebat ei.
20. Descenditque Dominus super montem Sinai in ipso montis vertice, et vocavit Moysen in cacumen ejus. Quo cum ascendisset.

21. Dixit ad eum: Descende, et contestare populum: ne forte velit transcendere terminos ad videndum Dominum, et pereat ex eis plurima multitudo.

22. Sacerdotes quoque qui accedunt ad Dominum, sanctificentur ne percutiat eos.
23. Dixitque Moyses ad Dominum: non poterit vulgus ascendere in montem Sinai: tu enim testificatus es, et jussisti, dicens: Pone terminos circa montem, et sanctifica illum.
24. Cui ait Dominus: Vade, descende: ascendesque tu, et Aaron tecum: sacerdotes autem et populus ne transeant terminos, nec ascendant ad Dominum, ne forte interficiat illos.

25. Descenditque Moyses ad populum, et omnia narravit eis.

1. Im dritten Monat nach dem Auszuge Israels aus dem Lande Ägypten, an demselben Tage1 kamen sie in die Wüste Sinai.2 [4Mos 33,15]
2. Denn als sie von Raphidim aufgebrochen waren, kamen sie in die Wüste Sinai und lagerten sich ebendaselbst, und hier schlug Israel seine Zelte auf, dem Berge gegenüber.3
3. Moses aber stieg hinauf zu Gott, und der Herr4 rief ihm vom Berge herab zu und sprach: Also sprich zum Hause Jakobs und dies verkünde den Söhnen Israels. [Apg 7,38]
4. Ihr habt selbst gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und an mich genommen habe.5 [5Mos 29,2]
5. Wenn ihr nun auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet,6 so sollt ihr mir unter allen Völkern ein besonderes Eigentum sein; denn die ganze Erde ist ja mein. [Ps 23,1]
6. Und ihr sollt mir ein priesterliches Königtum7 und ein heiliges Volk sein. Dies sind die Worte, welche du zu den Söhnen Israels reden sollst.
7. Da ging Moses hin, und rief die Ältesten des Volkes zusammen, und legte ihnen alle Aufträge vor, welche der Herr ihm gegeben hatte.
8. Und das ganze Volk antwortete mit einer Stimme: Alles, was der Herr geredet hat, wollen wir tun. Als nun Moses die Worte des Volkes dem Herrn überbrachte,
9. sprach der Herr zu ihm: Allsogleich werde ich in dunklem Gewölke8 zu dir kommen, dass mich das Volk zu dir reden höre und dir auf immer glaube. Und Moses berichtete dem Herrn die Worte des Volkes.9
10. Er aber sprach zu ihm: Gehe hin zum Volke, und lasse sie sich heiligen10 heute und morgen, und lasse sie ihre Kleider waschen.
11. Und auf den dritten Tag sollen sie bereit sein;11 den am dritten Tag wird der Herr vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai herniedersteigen.
12. Bezeichne dem Volke ringsherum eine Grenze und sage zu ihnen: Hütet euch, den Berg zu besteigen, oder nur den Saum desselben zu berühren; jeder, der den Berg berühret, soll des Todes sterben! [Hebr 12,18]
13. Keines Hand soll ihn berühren, sondern er soll gesteinigt oder mit Pfeilen durchbohrt werden; ob Tier, ob Mensch, er soll nicht am Leben bleiben. Wenn die Posaune zu erschallen anfängt,12 dann sollen sie an den Berg heranziehen.
14. Da stieg Moses von dem Berge herab zu dem Volke und befahl ihm, sich zu heiligen. Und als sie ihre Kleider gewaschen hatten,
15. sprach er zu ihnen: Seid bereit auf den dritten Tag und nahet euch euren Frauen nicht!
16. Als nun der dritte Tag kam und der Morgen anbrach, siehe, da begannen Donner zu rollen und Blitze zu leuchten, und dichtes Gewölk verhüllte den Berg, und der Schall der Posaunen ertönte immer starker,13 und das Volk, das im Lager war, überkam Bangen.
17. Da führte Moses sie aus dem Lager Gott entgegen, und sie stellten sich am Fuße des Berges auf.14
18. Der ganze Berg Israel aber rauchte, weil der Herr im Feuer auf ihn herabgestiegen war und Rauch von ihm wie aus einem Ofen aufstieg; und der ganze Berg war furchterregend.15 [5Mos 4,11]
19. Nun ward der Posaunenschall allmählich starker und starker und drang in immer weitere Fernen; Moses redete, und Gott antwortete ihm.
20. Der Herr also kam auf den Berg Sinai, und auf den Gipfel des Berges herab und rief den Moses auf die höchste Höhe desselben.16 Als dieser nun dorthin hinaufgestiegen war,
21. sprach er zu ihm: Steige hinab und warne das Volk, dass es nicht etwa gelüste, die Grenzen17 zu überschreiten, um den Herrn zu sehen, und eine sehr große Menge von ihnen umkomme.
22. Auch die Priester,18 welche sich dem Herrn nahen, sollen sich heiligen, damit er sie nicht schlage.
23. Und Moses sprach zu dem Herrn: Unmöglich wird das Volk den Berg Sinai betreten können;19 denn du hast es gewarnt und geheißen mit den Worten: Bestimme Grenzen um den Berg und erkläre ihn als heilig!
24. Der Herr sprach zu ihm: Gehe, steige hinab; und komm dann herauf, du und Aaron20 mit dir! Die Priester aber und das Volk sollen die Grenzen nicht überschreiten und nicht zum Herrn emporsteigen, dass er sie nicht töte.
25. Da stieg Moses zum Volke hinab und berichtete ihnen alles.21

Fußnote

Kap. 19 (1) Die Zahl ist ausgefallen. - (2) Mit dem Worte Sinai wird gewöhnlich die ganze Gebirgskette bezeichnet. Sinai und Horeb werden oftmals füreinander gesetzt. Gemeint ist entweder der Berg Serbal oder der Berg Dchebel Musa. - (3) Wo Gott zum Moses im Dornbusch gesprochen. - (4) Irgendwie erscheinend. - (5) Zu mir, zu diesem auserwählten Orte, geführt habe. Derselbe Vergleich [5Mos 32,11]. - (6) Der vom Sinai verkündet wird. - (7) Septuag und der heilige Petrus [1Petr 2,9]: königliches Priestertum. Der Sinn ist: Der König ist aus den Priestern zu nehmen. Oder: Derselbe sei stets König und Hoherpriester. Wie Gott zuerst die Israeliten alsbald in das heilige Land führen wollte, sie aber alsdann ihrer Sünden halber 40 Jahre in der Wüste umherziehen ließ, so wollte er ihnen auch alsbald einen König geben, der zugleich Priester sein sollte, doch wegen ihrer Sünden gewährte er zunächst nur das Aaronitische Priestertum, erst nach einigen Jahrhunderten das, freilich nicht priesterliche, Königtum. Doch auch so war Israel ein heiliges, d. i., von anderen Völkern abgesondertes Volk. - (8) Ein die Unmöglichkeit, Gottes Wesen zu durchdringen, andeutendes Sinnbild. - (9) V. 8 und 9 stellen zweimal die gleiche Tatsache dar. Wahrscheinlich bieten sie zwei verschiedene Lesarten von V. 8. - (10) Durch Enthaltung vom Gebrauche der Ehe (V. 15), der unrein machte [3Mos 15,18], und Waschungen. Vergl. [1Mos 35,2]. Eine ähnliche Sitte bestand wohl schon vor Moses. - (11) Durch diese drei Tage sollten sie dem Berge fern bleiben. - (12) Die von Moses aufgestellten Trompeten geben ihr Zeichen, da Gott durch Donner usw. seine Gegenwart kundgibt. - (13) Es tönte von dort wie Trompetenblasen. - (14) Innerhalb der Schranken. - (15) Richtiger: erzitterte. - (16) Ergänzung zu dem Erzählten. - (17) Besser: die Wolke. - (18) Wohl die Priester der primitiven Religion. Sie dürfen, wie es [2Mos 24,10] einigen gewährt wird, wohl Jahve nahen. Die Priester möchten von dem Versprechen V. 8 aus Furcht frei werden. - (19) Es ist dies nicht gegen V. 12. Durch das frühere Verbot war die Heiligkeit des Berges offenbar geworden, deshalb erklärt sich das Volk für unwürdig, den Berg zu besteigen. Es ist ein Vorwand, der Misstrauen und Furcht verdecken soll. - (20) Hier wird Aaron zum ersten Male den alten Priestern vorgezogen. Während in V. 22 von ihm noch nichts gesagt wird, werden hier jene, wie zu schließen ist, gleichsam in den Laienstand versetzt. [2Mos 24,5] werden sie von der Darbringung des Opfers ausgeschlossen; [2Mos 24,9] steigen mit Moses zu Jahve nicht die Priester empor, sondern Nadab und Abiu und die 70 Ältesten, und versöhnen Gott mit dem Volke. Von Kap. 19 an verschwinden die alten Priester. Ob sie etwa nicht zufrieden damit, dem Volke nicht mit gutem Beispiele voranzugehen, es hinderten, auf den Berg emporzusteigen? Die Strafe verschob Gott, doch entließ er sie nicht und machte Aarons Familie zu Priestern. - (21) Das Volk wird zur Strafe des Königtums beraubt und erhält, als es einen König erlangt, kein priesterliches Königtum [2Mos 19,6]. Nun darf es Jahve nicht mehr nahen [2Mos 24,2]. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40 |

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