Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Koh10

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Ecclesiastes, Qui ab Hebræis Coheleth appellatur. Caput X.

Ekklesiastes oder Prediger. Von den Hebräern Koheleth genannt. Kap. 10


Suche die wahre Weisheit. (V. 3) 5. Meide das Murren gegen die göttliche Vorsehung. (V. 15) 6. Im Übrigen sei eifrig tätig. [Koh 11,6]

1. Muscæ morientes perdunt suavitatem unguenti. Pretiosior est sapientia et gloria, parva et ad tempus stultitia.

2. Cor sapientis in dextera ejus, et cor stulti in sinistra illius.

3. Sed et in via stultus ambulans, cum ipse insipiens sit, omnes stultos æstimat.
4. Si spiritus potestatem habentis ascenderit super te, locum tuum ne dimiseris: quia curatio faciet cessare peccata maxima.
5. Est malum quod vidi sub sole, quasi per errorem egrediens a facie principis:
6. Positum stultum in dignitate sublimi, et divites sedere deorsum.
7. Vidi servos in equis: et principes ambulantes super terram quasi servos.

8. Qui fodit foveam, incidet in eam: et qui dissipat sepem, mordebit eum coluber.

9. Qui transfert lapides, affligetur in eis: et qui scindit ligna, vulnerabitur ab eis.
10. Si retusum fuerit ferrum, et hoc non ut prius, sed hebetatum fuerit, multo labore exacuetur, et post industriam sequetur sapientia.

11. Si mordeat serpens in silentio, nihil eo minus habet qui occulte detrahit.

12. Verba oris sapientis gratia: et labia insipientis præcipitabunt eum:

13. Initium verborum ejus stultitia, et novissimum oris illius error pessimus.

14. Stultus verba multiplicat. Ignorat homo quid ante se fuerit: et quid post se futurum sit, quis ei poterit indicare?
15. Labor stultorum affliget eos, qui nesciunt in urbem pergere.

16. Væ tibi terra, cujus rex puer est, et cujus principes mane comedunt.

17. Beata terra, cujus rex nobilis est, et cujus principes vescuntur in tempore suo ad reficiendum, et non ad luxuriam.
18. In pigritiis humiliabitur contignatio, et in infirmitate manuum perstillabit domus.
19. In risum faciunt panem, et vinum ut epulentur viventes: et pecuniæ obediunt omnia.
20. In cogitatione tua regi ne detrahas, et in secreto cubiculi tui ne maledixeris diviti: quia et aves cœli portabunt vocem tuam, et qui habet pennas annuntiabit sententiam.


1. Tote Fliegen1 verderben die Annehmlichkeit der Salbe.2 Teurer als Weisheit und Ehre kommt eine geringe und zeitweilige Torheit zu stehen.3
2. Das Herz der Weisen ist auf seiner Rechten4 und das Herz des Toren auf seiner Linken.
3. Auch wenn der Tor auf seinem Wege wandelt,5 hält er, da er selbst ein Tor ist, alle für Toren.
4. Wenn der Geist eines Gewaltigen6 gegen dich aufwallt, so weiche nicht von deiner Seite;7 denn die Sanftmut verhindert die größten Vergehungen. [5Mos 1,29]
5. Es gibt ein Unglück, das ich unter der Sonne sah,8 wie ein Versehen, das vom Machthaber9 ausgeht:10
6. den Toren zu Würden emporgehoben, während die Würdigen unten sitzen müssen.
7. Ich sah Knechte hoch zu Ross und Fürsten auf der Erde zu Fuß einhergehen, gleich Knechten.
8. Wer eine Grube gräbt, fällt selbst hinein; und wer einen Zaun niederreißt, den wird eine Schlange beißen.11 [Spr 26,27, JSir 27,29]
9. Wer Steine versetzt,12 wird sich dabei wehe tun; und wer Holz spaltet, wird davon verletzt werden.
10. Wenn das Eisen stumpf geworden und nicht wie zuvor ist, sondern keine Schärfe mehr hat, muss es mit großer Mühe geschärft werden; ebenso folgt auch auf Fleiß Weisheit.13
11. Wer heimlich verleumdet, unterscheidet sich in nichts von einer Schlange, die heimlich beißt.14
12. Die Worte, die aus dem Munde des Weisen kommen, sind Anmut, aber die Lippen des Toren sind dessen Untergang.15
13. Seine Worte beginnen mit Torheit und das Ende seiner Reden ist der ärgste Irrwahn.
14. Der Tor macht viele Worte. Der Mensch weiß nicht, was vor ihm gewesen ist,16 und wer kann ihm Kunde geben, was nach ihm sein wird?
15. Die Bemühung der Toren wird denen zur Plage, die den Weg in die Stadt nicht kennen.17
16. Wehe dir, o Land! Dessen König ein Knabe ist und dessen Fürsten von frühe an schnaufen!18
17. Glückselig das Land, dessen König ein Edler ist und dessen Fürsten zur rechten Zeit essen, um sich zu stärken, und nicht zur Üppigkeit!19
18. Bei Trägheit senkt sich das Gebälk und bei Fahrlässigkeit der Hände lässt das Haus den Regen eindringen.20
19. Mit Lachen tischen sie Brot und Wein auf, um lustig zu leben,21 und dem Gelde gehorcht alles.
20. Schmähe den König nicht in deinen Gedanken und fluche dem Reichen nicht in geheimer Kammer.22 denn die Vögel23 des Himmels könnten deine Worte forttragen und der Geflügelte das Gesprochene verraten.


Fußnote

Kap. 10 (1) Hebr.: Fliegen des Todes. Diese verderben durch ihre modernden Leichen oder durch Gift, das sie mitbringen, die Salbe. (Vergl. 18b) - (2) Welches Verderben also bringt selbst eine kleine Torheit! - (3) Diese Güter kommen durch einen einzigen Fehler in Gefahr, wie ein einziges Tierchen die Salbe verdirbt. - (4) Besser: Nach seiner Rechten, nach seiner Linken: dem Guten, dem Bösen zugewendet. - (5) Hebr.: Und auch auf dem Wege, den immer der Tor wandelt, fehlt ihm das Herz (der Verstand) usw. - (6) Der Mächtige, wenn er zornig ist (und ungerecht hart). Vergl. [Koh 4,17ff; Koh 7,7ff]. - (7) Verliere die Ruhe und Geistesgegenwart nicht. - (8) Viele Dinge können den Menschen erbittern. - (9) Gott. deshalb heißt es: wie ein Versehen. - (10) Die folgenden Dinge fügt Gott nicht so wie er sie vielmehr zulässt. - (11) Bei jeder gefährlichen Handlung ist Klugheit und Vorsicht notwendig. Vergl. [Koh 5,3.4]. Das wahrscheinlich Eintretende wird als sicher eintretend hingestellt, wie wir sagen: Hüte dich, du kommst zu Falle. - (12) Hebr.: losbricht. - (13) Der hebr. Text und der Sinn des Verses sind sehr zweifelhaft. Vulg.: Wenn das Eisen stumpf, muss der Mensch es mit vieler Anstrengung wieder schärfen und wird durch seine Bemühungen Weisheit erlangen. Hebr. etwa: Wenn das Eisen stumpf geworden ist und der Mensch die Schneide nicht schärft, muss er seine Kraft doppelt anstrengen, doch die Weisheit ist geeignet, gedeihlich zu handeln. - (14) Im Hebr. lautet der Schluss etwas anders: wo die Beschwörung verabsäumt wird (und der Beschwörer so keinen Nutzen hat). – Zu seiner Zeit und an seinem Orte sind Klugheit und Weisheit anzuwenden, damit ein Werk gedeihe oder eine Gefahr vermieden werde. - (15) Hebr.: verschlingen ihn. - (16) Hebr.: Der Tor macht viele Worte, während der Mensch doch nicht weiß, was sein wird. - (17) Hebr.: Die Mühsal des Toren ermüdet ihn, welcher nicht weiß, zur Stadt zu gehen. Sinn: alle Mühe des Toren ist erfolglos, da er sich selbst auf dem bekanntesten Wege nicht zurecht findet. - (18) Wenn der Zufall die Welt regiert, nicht Verdienst und Gerechtigkeit Lohn finden, so ist es vielleicht besser, die Hände ineinander zu legen und das Glück zu erwarten? So könnte jemand denken. Aber dies wäre töricht. (V. 20) Die Arbeit des Toren bietet den Übergang zu der des Weisen. - (19) Vielleicht besser nah dem Hebr.: mit Manneskraft und Tugend. - (20) Folgen der Trägheit und Vergnügungssucht: alles wird vernachlässigt, bis das Haus selbst zusammenstürzt. - (21) Hebr.: Zur Belustigung hält man Mahlzeiten und Wein erfreut des Menschen Herz. – Land, Haus, Schmaus sind poetische Symbole, die alle Art Müßiggang darstellen und geißeln. Sinn der V. 16-19: Wehe einen Menschen, in dessen Seele alle Neigungen, gleichsam Herrscher eines Staates, nicht der Arbeit und Enthaltsamkeit ergeben sind, sondern der Trägheit und Gaumenfreude frönen. Wir nicht durch die Trägheit alle Kraft ausgetrocknet, so dass das vernachlässigte Haus notwendig zusammenbricht? Ist es nicht schimpflich, sich ganz in äußere Vergnügungen zu ergießen und Brot, Wein und Gold, sie Mittel zur Arbeit sein sollten, schmählich zu missbrauchen. - (22) Dem der Weisheit Beflissenen wird die Tätigkeit empfohlen; da dieser, die Verkehrtheit in der Welt betrachtend, leicht den Mut verliert und die göttliche Vorsehung anklagt, wird er gewarnt, dass die Arbeit der Menschen nicht stets nach Verdienst gelohnt wird. Der König ist Gott wie V. 5 und [Koh 8,2]. - (23) Wohl die Engel.

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