Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Mic06

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Prophetia Michææ. Caput VI.

Prophezeiung des Michäas Kap. 6


3. Dritte Rede. (Kap. 6, 7) a. Gottes Wohltaten und der Undank des Volkes. (V. 5) b. Wie soll man sich dankbar erweisen? (V. 8) c. Den Ungerechten und Gottlosen droht Strafe.

1. Audite quæ Dominus loquitur: Surge, contende judicio adversum montes, et audiant colles vocem tuam.
2. Audiant montes judicium Domini, et fortia fundamenta terræ: quia judicium Domini cum populo suo, et cum Israel dijudicabitur.
3. Popule meus quid feci tibi, aut quid molestus fui tibi? Responde mihi.

4. Quia eduxi te de terra Ægypti, et de domo servientium liberavi te: et misi ante faciem tuam Moysen, et Aaron, et Mariam?
5. Popule meus memento quæso quid cogitaverit Balach rex Moab, et quid responderit ei Balaam filius Beor, de Setim usque ad Galgalam, ut cognosceres justitias Domini.

6. Quid dignum offeram Domino? Curvabo genu Deo excelso? Numquid offeram ei holocautomata, et vitulos anniculos?

7. Numquid placari potest Dominus in millibus arietum, aut in multis millibus hircorum pinguium? Numquid dabo primogenitum meum pro scelere meo, fructum ventris mei pro peccato animæ meæ?

8. Indicabo tibi o homo quid sit bonum, et quid Dominus requirat a te: Utique facere judicium, et diligere misericordiam, et sollicitum ambulare cum Deo tuo.
9. Vox Domini ad civitatem clamat, et salus erit timentibus nomen tuum: Audite tribus, et quis approbabit illud?
10. Adhuc ignis in domo impii thesauri iniquitatis, et mensura minor iræ plena.
11. Numquid justificabo stateram impiam, et saccelli pondera dolosa?
12. In quibus divites ejus repleti sunt iniquitate, et habitantes in ea loquebantur mendacium, et lingua eorum fraudulenta in ore eorum.
13. Et ego ergo cœpi percutere te perditione super peccatis tuis.

14. Tu comedes, et non saturaberis: et humiliatio tua in medio tui: et apprehendes, et non salvabis: et quos salvaveris, in gladium dabo.


15. Tu seminabis, et non metes: tu calcabis olivam, et non ungeris oleo: et mustum, et non bibes vinum.


16. Et custodisti præcepta Amri, et omne opus domus Achab: et ambulasti in voluntatibus eorum, ut darem te in perditionem, et habitantes in ea in sibilum, et opprobrium populi mei portabitis.



1. Vernehmet, was der Herr spricht: Auf und übe Gericht gegen die Berge hin und die Hügel mögen deine Stimme hören!1
2. Die Berge mögen das Gericht des Herrn hören und die starken Grundfesten der Erde, denn der Herr geht ins Gericht mit seinem Volke und mit Israel rechtet er.
3. Mein Volk! was habe ich dir getan2 oder womit bin ich dir lästig gefallen?3 Antworte mir! [Jer 2,5]
4. Ich habe dich ja4 aus dem Lande Ägypten geführt und dich aus dem Hause der Dienstbarkeit befreit, ich habe Moses, Aaron und Maria vor dir hergesandt.5
5. Mein Volk! gedenke doch, was Balach, der König von Moab, im Sinne hatte und was ihm Balaam, der Sohn Beors, erwiderte,6 von Setim bis nach Galgala,7 auf dass du die gerechten Wege des Herrn erkennest.8
6. Was soll ich9 dem Herrn darbringen, das seiner würdig wäre?10 Soll ich das Knie beugen vor Gott, dem Höchsten? Soll ich ihm etwa Brandopfer darbringen und einjährige Rinder?11
7. Sollte wohl der Herr versöhnt werden können durch Tausende von Widdern oder durch viele Tausende von fetten Böcken?12 Soll ich ihm etwa meinen Erstgebornen als Opfer für meine Missetat hingeben, meines Leibes Frucht als Schuldopfer für meine Seele?13
8. Ich will dir kundtun,14 o Mensch! Was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich: Recht zu üben und Barmherzigkeit zu lieben und mit Sorgfalt15 vor deinem Gotte zu wandeln.
9. Die Stimme des Herrn ruft der Stadt16 zu und Heil wird denen, die deinen Namen fürchten:17 Höret,18 ihr Stämme! Aber wer wird es gutheißen?19
10. Noch20 ist Feuer im Hause es Gottlosen, Schätze der Ungerechtigkeit,21 und zu geringes Maß22 erfüllt mit Zorn.
11. Sollte ich ungerechte Waage gutheißen23 und trügerisches Gewicht im Beutel?
12. Hierdurch sind ihre24 Reichen mit Unrecht erfüllt, ihre Bewohner reden Lüge und trügerisch ist die Zunge in ihrem Munde.25
13. So fange auch ich denn an, dich deshalb mit Verderben zu schlagen um deiner Sünden willen.26
14. Wenn du issest,27 sollst du nicht satt werden und deine Demütigung28 wird in deiner Mitte sein; wenn du nach etwas greifst, wirst du es nicht erfassen, und die du rettest, werde ich dem Schwerte preisgeben.
15. Wenn du säest, wirst du nicht ernten; wenn du Oliven kelterst, wirst du dich nicht mit Öl salben; wenn du Most kelterst, wirst du keinen Wein trinken.29 [5Mos 28,38; Apg 1,6]
16. Hast du doch30 die Satzungen Amris31 beobachtet und alles Tun des Hauses Achab32 und bist nach all seinen Gelüsten gewandelt, damit33 ich dich dem Verderben hingebe34 und die Bewohner derselben dem Gespött; ja, die Schmach meines Volkes35 sollt ihr tragen.


Fußnote

Kap. 6 (1) Die Aufmerksamkeit des Volkes wird geweckt. Es soll auf den Rechtsstreit merken, den Gott mit dem Volke führt, der nicht nur ein Bild ist, das der Prophet sich ausgedacht. Berge und Hügel sollen als Zeugen des Rechtsstreites zugegen sein. (Ephr., Theoph.) Da sie Zeugen der Wohltaten sind, welche Gott dem Volke erwiesen, der Gesetzgebung, des Bundesschlusses, der Versprechung des Volkes, es Zuges durch die Wüste und der Wunder Gottes usw. Ähnlich schon Moses [5Mos 4,26, 5Mos 30,19, 5Mos 31,28]. - (2) Hebr.: Höret, ihr Berge usw. - (3) Dass du mich verworfen hast. Gott klagt weder unerbittlich an noch fällt er strengen Urteilsspruch, sondern macht Vorhaltungen voll der Liebe. - (4) Bin dir dadurch lästig gefallen, dass ich dir diese Wohltaten erwies und Wunder für dich tat? - (5) Moses hat dir gezeigt, was Gott gefällt, Aaron war dein Vermittler und Versöhner vor Gott, Maria hat das Triumphlied der Befreiung gesungen und die Frauen belehrt. (Theod., Theoph.) Gewiss führte der Prophet im mündlichen Vortrage dies alles weiter aus. - (6) Balak versuchte zu wiederholten Malen das Wort zu verderben, doch Balaam durfte Israel nicht fluchen, sondern nur segnen. [4Mos 31,16] - (7) In Setim hatte das Volk Gott durch Götzendienst und Unzucht schwer beleidigt und dennoch kam Gott ihm zu Hilfe, in Galgala wurde nach der Überschreitung des Jordans zum ersten Male Halt gemacht und das neue Geschlecht dem Herrn durch die Beschneidung geweiht. Vergl. [Jos 4,19; Jos 5,9] - (8) Damit offenbar ward meine Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit: ich habe deinen Ahnen versprochen, dir Palästina zu geben, deshalb habe ich dich am Leben bewahrt. (Theoph.) Setim lag im Gebiete von Moab im Osten des Toten Meeres, Jericho gegenüber, Galgala zwischen Jordan und Jericho, fünfzig Stadien vom Flusse, zehn von Jericho. (Flav. Jos.) - (9) Der Prophet redet im Namen des Volkes. - (10) Hebr.: Womit soll ich Jahve entgegenkommen, mich unterwürfig nahen dem Gott in der Höhe? - (11) Können solche Opfer, wie er selbst eingesetzt, seiner erhabenen Majestät Genüge leisten? Aber wie könnte das Blut der Tiere und der Geruch des Fettes und das Brandopfer eines solchen Gottes würdig sein? Einjährige Rinder waren die besten. - (12) Hebr.: Zehntausende Bäche Öls. Sprichwörtlich: tausende und zehntausende. – Die gesetzlichen Opfer des Alten Bundes genügen nicht. Wahre Frömmigkeit und Gehorsam fordert Gott, und diese stehen höher als jene Opfer. - (13) Ja, auch mit Menschenblut suchen die Menschen ihre Schulden vor Gott zu büßen, mit dem Teuersten, was sie haben, dem Leben des Erstgeborenen. - (14) Hebr.: Er hat dir angezeigt. - (15) Hebr.: Demütig, Gott unterworfen. Das Volk setzt seine ganze Frömmigkeit in äußere Übungen und Gebräuche, der Prophet fordert Beschneidung des Herzens. - (16) Jerusalem. Doch das Volk ist weit entfernt von dem Wege, den der Prophet V. 8 gewiesen. Daher folgt nun der Donner des Gerichtes. - (17) Nur diesen. - (18) Achtet darauf, fürchtet euch, tuet Buße! - (19) Er verzweifelt an dem Erfolge. Kaum einer wird der Mahnung folgen. – Hebr.: Wohlgetan ist´s zu fürchten deinen Namen. Höret die Rute, und wer sie bestellt hat. – Dieser Text ist vorzuziehen; es wird angekündigt, dass das Gericht beschlossen, und Gottes Stimme ist Anzeichen des Gerichtes. Warum dieses über das Volk kommt, wird im Folgenden dargelegt. - (20) Nach so vielen Mahnungen des Propheten. - (21) Jenes Feuer, das endlich Häuser und Stadt verzehren wird. Sie beseitigen die Ursache ihres Unglückes nicht. Solches Feuer ist ihre Ungerechtigkeit, ihre Habsucht, das ungerecht erworbene Gut. - (22) Hebr.: du mageres Epha: Ein Epha fasste sechs römische Maß. Die Angabe des bei uns entsprechenden Maßes schwankt; vielleicht 39,37 Liter. - (23) Und ungestraft lassen (an den Reichen)? - (24) Der Stadt. (V. 9) Hebr.: Ihre Reichen sind von gewalttätigen Anschlägen erfüllt. - (25) Hebr.: Und ihre Zunge ist Trug in ihrem Munde – als ob sie nichts anderes reden könnten. - (26) Hebr.: So will auch ich denn beginnen, dich zu schlagen mit Verheerung wegen deiner Missetaten. – Da das Volk der Sünde so eifrig nachgeht, wird Gott jetzt ebenso eifrig strafen. - (27) Die Strafen werden nach [3Mos 26,25; 5Mos 28,30; Hos 4,10] aufgezählt, wo sie angedroht sind. Die erste ist Hungersnot: [Jer 52,6]. - (28) Hebr.: Hunger. - (29) Bundesbrüchig werden sie aller Güter beraubt werden, welche ihnen einst als Segen Gottes verheißen waren für die Bewahrung des Bundes. - (30) Der erste Teil des Verses fasst das V. 10 – 12 Gesagte kurz zusammen, der zweite V. 13 – 15. - (31) [1Koe 16,25] - (32) [1Koe 16,30] Welches Verderben sie und Achabs Tochter Athalia über Israel brachten, siehe [2Koe 8,18]. - (33) Du wusstest ja, dass ich auf das Verbrechen die Strafe muss folgen lassen. - (34) Wie das Vergehen dreifach geschildert war, so auch die Strafe, Untergang und zwar schmachvoller und lange andauernder. - (35) Weil ihr mein Volk seid, werden die Heiden euch mit besonderer Schadenfreude Schmach antun, wie ich euch vordem gedroht.

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