Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ps103

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Liber Psalmorum. Psalmus CIII.

Das Buch der Psalmen. Psalm 103 (104)


Preise Gott, meine Seele, den erhabenen Schöpfer! (V. 1) a. Mit Licht wie mit herrlichem Gewande umgeben, hat Gott seinen Thron im Himmel aufgeschlagen und regiert von da alles. (V. 4) b. Gott hat die Erde gefestigt und den Wassern ihre Grenzen gewiesen, den lebenden Wesen Wohnung gewährt, die Erde fruchtbar gemacht. (V. 18) c. Er hat den Mond geschaffen für die Nacht und die Sonne für den Tag. (V. 23) d. Hohe Weisheit hat Gott offenbart in der Erschaffung der Tiere, er, der alles nährt und erhält. (V. 30) e. Allezeit will der Sänger den mächtigen Schöpfer preisen, voller Hoffnung, dass Gott einst die Sünder, die Verkehrer seiner Ordnung vernichtet.

1. Ipsi David.
Benedic anima mea Domino: Domine Deus meus magnificatus es vehementer. Confessionem, et decorem induisti.
2. Amictus lumine sicut vestimento: Extendens cœlum sicut pellem:

3. Qui tegis aquis superiora ejus.
Qui ponis nubem ascensum tuum: qui ambulas super pennas ventorum.

4. Qui facis Angelos tuos, spiritus: et ministros tuos ignem urentem.
5. Qui fundasti terram super stabilitatem suam: non inclinabitur in sæculum sæculi.
6. Abyssus, sicut vestimentum, amictus ejus: super montes stabant aquæ.
7. Ab increpatione tua fugient: a voce tonitrui tui formidabunt.
8. Ascendunt montes: et descendunt campi in locum, quem fundasti eis.

9. Terminum posuisti, quem non transgredientur: neque convertentur operire terram.
10. Qui emittis fontes in convallibus: inter medium montium pertransibunt aquæ.
11. Potabunt omnes bestiæ agri: exspectabunt onagri in siti sua.

12. Super ea volucres cœli habitabunt: de medio petrarum dabunt voces.

13. Rigans montes de superioribus suis: de fructu operum tuorum satiabitur terra:
14. Producens fœnum jumentis, et herbam servituti hominum:
Ut educas panem de terra:
15. Et vinum lætificet cor hominis:
Ut exhilaret faciem in oleo: et panis cor hominis confirmet.
16. Saturabuntur ligna campi, et cedri Libani, quas plantavit:

17. Illic passeres nidificabunt.
Herodii domus dux est eorum:
18. Montes excelsi cervis: petra refugium herinaciis.
19. Fecit lunam in tempora: sol cognovit occasum suum.

20. Posuisti tenebras, et facta est nox: in ipsa pertransibunt omnes bestiæ silvæ.
21. Catuli leonum rugientes, ut rapiant, et quærant a Deo escam sibi.
22. Ortus est sol, et congregati sunt: et in cubilibus suis collocabuntur.
23. Exibit homo ad opus suum: et ad operationem suam usque ad vesperum.
24. Quam magnificata sunt opera tua Domine! omnia in sapientia fecisti: impleta est terra possessione tua.
25. Hoc mare magnum, et spatiosum manibus: illic reptilia, quorum non est numerus.
Animalia pusilla cum magnis:
26. Illic naves pertransibunt.
Draco iste, quem formasti ad illudendum ei:
27. Omnia a te exspectant ut des illis escam in tempore.
28. Dante te illis, colligent: aperiente te manum tuam, omnia implebuntur bonitate.
29. Avertente autem te faciem, turbabuntur: auferes spiritum eorum, et deficient, et in pulverem suum revertentur.
30. Emittes spiritum tuum, et creabuntur: et renovabis faciem terræ.

31. Sit gloria Domini in sæculum: lætabitur Dominus in operibus suis:
32. Qui respicit terram, et facit eam tremere: qui tangit montes, et fumigant.
33. Cantabo Domino in vita mea: psallam Deo meo quamdiu sum.

34. Jucundum sit ei eloquium meum: ego vero delectabor in Domino.
35. Deficiant peccatores a terra, et iniqui ita ut non sint: benedic anima mea Domino.


1. Von David.1 Preise, meine Seele, den Herrn! Herr, mein Gott! du bist überaus groß, mit Lobpreis und Pracht bist du angetan,
2. bist mit Licht umhüllt wie mit einem Gewande.2 Du spannst den Himmel aus wie eine Decke;3
3. der du seine4 höchste Höhe mit Wassern bedeckst, der du die Wolken zu deinem Wagen machst, der du einherfährst auf den Flügeln der Winde;5
4. der du Winde zu deinen Boten machst und Feuerflammen zu deinen Dienern!6
5. der du die Erde auf ihre Grundfeste gegründet hast,7 dass sie in Ewigkeit nicht wanke.
6. Wasserflut bedeckte sie wie ein Gewand, auf den Bergen standen Gewässer.8
7. Vor deinem Schelten9 fliehen sie, vor deines Donners Stimme erschrecken sie.10
8. Die Berge steigen empor und die Täler senken sich an dem Ort, den du für die gegründet.11
9. Du setztest eine Grenze, die sie nicht überschreiten dürfen, und sie werden nicht wiederum die Erde bedecken. [Job 38,10]
10. Der du12 Quellen in den Tälern hervorsprudeln lässest, dass zwischen den Bergen die Wasser13 dahinfließen.
11. Es trinken daraus alle Tiere des Feldes, es verlangen in ihrem Durste die Waldesel darnach.14
12. Über ihnen15 wohnen die Vögel des Himmels, aus Felsengeklüft16 lassen sie ihre Stimmen hören.
13. Du lässest Regen auf die Berge fallen aus höchsten Höhen, von der Frucht deiner Werke17 sättigt sich die Erde.
14. Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Pflanzen zum Dienste18 der Menschen, dass du aus der Erde Brot hervorbringest
15. und dass der Wein des Menschen Herz erfreue, das Öl sein Antlitz erfrische19 und das Brot des Menschen Herz stärke.20
16. Die Bäume des Feldes21 werden satt und die Zedern des Libanon, die er gepflanzt,
17. dort nisten Sperlinge,22 welchen das Haus der Reiher vorangeht.23
18. Die hohen Berge sind der Hirsche,24 die Felsen der Igel25 Zuflucht.
19. Er hat den Mond gemacht zur Unterscheidung der Zeiten,26 die Sonne kennt ihren Niedergang.27
20. Du setzest Finsternis28 und es wird Nacht, in ihr regen sich alle Tiere des Waldes.
21. Die jungen Löwen brüllen nach Raub und heischen ihre Speise von Gott.29
22. Wenn die Sonne aufgeht, sammeln sie sich und legen sich auf ihre Lager nieder.
23. Der Mensch30 geht aus an sein Werk und an seine Arbeit bis zum Abend.
24. Wie groß31 sind deine Werke, o Herr! du hast sie alle mit Weisheit geschaffen; was die Erde erfüllt, ist dein.32
25. Da ist das Meer, groß und weithin greifend, darin ist Tiergewimmel ohne Zahl, Tiere, kleine wie große.

26. Dort ziehen die Schiffe dahin, das Meerungeheuer,33 welches du gemacht, dass es darin spiele.
27. Sie alle warten auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu rechter Zeit.
28. Du gibst ihnen und sie lesen auf, du tust deine Hand auf und alles sättigt sich mit Gutem.
29. Wendest du aber dein Angesicht weg, so befällt sie Schrecken; nimmst du ihren Odem weg,34 so vergehen sie und werden wieder zu Staub.
30. Entsendest du deinen Geist, so werden sie geschaffen, und du erneuerst das Angesicht der Erde.35
31. Ehre sei dem Herrn in Ewigkeit! Der Herr freut sich36 seiner Werke;37
32. der die Erde ansieht und macht, dass sie erzittert; der die Berge berührt, dass sie rauchen. [2Mos 19,18, 2Mos 20,18]
33. Ich will den Herrn preisen mein Leben lang, will meinem Gott lobsingen, so lange ich bin. [Ps 145,2]
34. Möge ihm meine Rede wohlgefallen, ich will mich freuen in dem Herrn.
35. Mögen die Sünder von der Erde verschwinden und die Gottlosen, so dass sie nicht mehr sind;38 preise, meine Seele, den Herrn!39


Fußnote

Psalm. 103 (1) Fehlt im Hebr. - (2) Deine Erhabenheit leuchtet aus deinen Werken hervor. - (3) Wenn V. 1 und 2a das erste Tagewerk kennzeichnen, geht der Dichter hier zum zweiten über. Der Himmel ist gleich einem Zelte als Decke über die Erde, die Wohnstätte der Menschen, hingespannt. - (4) Des Himmels, des Firmamentes. Nach der dichterischen Auffassung trägt dies die oberen Wassermassen und trennt sie von den unteren. Hebr.: der da aufbaut in den Wassern seine Söller (Obergemächer). - (5) Die Winde sind dichterisch als Tiere gedacht, welche die Wolken, die Wagen Gottes, in Bewegung setzen. - (6) Oder der Sinn ist: Gott bedient sich seiner Engel zu jenen himmlischen Zwecken, zu denen sonst Wind und Feuer dienen. Der heil. Paulus führt diesen Vers [Hebr 1,7] nach der Sept. an. - (7) Auf nichts außer ihr, durch deine Allmacht. - (8) Hervortreten des Festlandes am dritten Schöpfungstage. - (9) Donner. - (10) Hebr.: weichen sie zitternd. - (11) Indem die Gewässer sich zurückziehend das Festland bloßlegten, traten Berge und Täler als solche sichtbar hervor. - (12) Dritter Schöpfungstag. Wohltat des begrenzten Wassers für Tiere und Pflanzen. - (13) Die Quellen. - (14) Hebr.: Sie (die Quellen) tränken alle Tiere des Feldes, es löschen Waldesel ihren Durst. – Auch für die den Menschen fliehenden Tiere sorgt Gott. - (15) Den Quellen und Wassern. - (16) Hebr.: zwischen den Zweigen hervor erheben sie ihre Stimme. - (17) Die Werke sind die Wolken, ihre Frucht ist der Regen. V. 10-13 beschreiben die Vorbereitung des dritten Tages, V. 14 die Pflanzenwelt, bis V. 18 wird das übrige berichtet. - (18) Nutzen, Gebrauch. - (19) Hebr.: dass er glänzen lasse das Antlitz von Öl. – Dies geschah bei Freudenmahlen. - (20) Das Brot ist als nährende Speise Stütze der Lebenskraft. – Brotkorn, Wein, Öl sind die vorzüglichsten Produkte der Pflanzenwelt. - (21) Hebr.: des Herrn, - die Bäume, welche vor anderen die Größe des Schöpfers bekunden. - (22) Richtiger: kleine Vögel. - (23) Sein Nest ist das höchstgelegene und herrscht insofern über die anderen. Hebr.: Der Storch, der auf der Zypresse sein Haus hat. - (24) Steinbock. - (25) Klippdachs. - (26) Der vierte Tag. Der Mond wird zuerst genannt, weil der Tag mit dem Abend beginnt. Der Hauptmesser für das kirchliche und bürgerliche Leben ist der Mond, wie die Sonne der unfehlbare Messer des Tages ist. - (27) Gott gehorsam. Vergl. [Ps 18,5]. - (28) Sobald du willst. - (29) Das Gebrüll der Löwen und ihr Ausgehen auf Beute ist ein Begehren, das Gott selbst in ihre Natur gelegt hat. - (30) Der Tag ist die Zeit des Menschen. - (31) Zahlreich. - (32) Der Dichter geht zum fünften und sechsten Schöpfungstage über. - (33) Hebr.: Der Leviathan, wohl das Krokodil, nah einigen der Walfisch. - (34) Der Lebensgeist aller Geschöpfe ist von Gott ausgegangen, als sein Geist über den Wassern schwebte. - (35) Vom Schaffen überhaupt gesagt. - (36) Hebr.: es freue sich. - (37) Sabbatliche Betrachtung. Machen die Geschöpfe ihm keine Freude mehr, so kann der dessen Macht V. 32 schildert, sie vernichten, wie er in der Sündflut getan. - (38) Sie sind dem Ziel der Schöpfung Gottes entgegen und fördern seine Ehre nicht. - (39) Im Hebräischen wird beigefügt Alleluja (aber besser an der Spitze des folgenden Verses gesetzt), ein Gebetsruf, der außerhalb des Psalters sich nicht findet, im Psalter aber hier zum ersten Male vorkommt. – Man erstaunt, sagt A. v. Humboldt über diesen Psalm, in einem Liede von so geringem Umfange mit wenigen großen Zügen Himmel und Erde geschildert zu sehen. Das allgemeine Urteil bezeichnet den Psalm als ein Meisterstück alter Poesie, das alle Oden der Griechen und Römer in Schatten stellt. – Die Kirche betet diesen Psalm im Pfingstoffizium, da der von Gott gesandte Geist gleichsam eine neue Schöpfung vornahm.

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