Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh01: Unterschied zwischen den Versionen

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Kap. 1 ('''1''') Ehe etwas ward. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos01|1Mos 1,1]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Spr08|Spr 8,23]]''] Mittelbar folgt hieraus nach dem Sprachgebrauche der heil. Schrift die Ewigkeit des Wortes. - ('''2''') Gegensatz zu [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos01|1Mos 1,1]]'']: Im Anfange schuf Gott. Durch die Form des Zeitwortes „war“ wird das Sein des Wortes als anfangs- und endlos bezeichnet. - ('''3''') „Es war“ steht vier Mal. Was du immer ausdenken magst, der Sohn war. (Ambr.); du wirst keinen Zeitraum finden, in dem er nicht war. Die Offenbarung vom Sohne Gottes war auch den Israeliten zuteil geworden, wie [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Spr08|Spr 8,22-31]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Weish07|Weish 7]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Weish08|Weish 8]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:JSir24|JSir 24]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Baru03|Baru 3,9-4,4]]''] zeigen. Dieses Wort ist offenbar eine Person, denn später werden von ihm Dinge gesagt, welche nur von Personen ausgesagt werden können; und zwar eine göttliche Person. (V. 1, 14) Der Gedanke, dass das „Wort Gottes“ persönlich, Sohn Gottes sei, war den Juden in der der Menschwerdung unseres Herrn unmittelbar vorhergehenden Zeit geläufig und hatte in der Schrift ihren Halt, z. B. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Weish18|Weish 18,15]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Weish10|Weish10,15]]''] - ('''4''') Von dem Vater unterschieden und doch mit ihm in innigster Lebensgemeinschaft stehend. - ('''5''') Dem Vater. - ('''6''') Die Weglassung des Artikels im Griechischen deutet an, dass das Wort Gottes im zweiten Falle nicht auf eine Person bezogen wird, wie in der ersten Hälfte des Verses (Orig., Euseb.) - ('''7''') Das zuvor in seiner Erhabenheit beschriebene ewige, persönliche, göttliche Wort (Cyr., Euth.). - ('''8''') Griech. Mit Artikel: Alles ohne Ausnahme, Sichtbares und Unsichtbares (Ir., Chrys.). Mithin ist auch alles, was außer Gott ist, geschaffen. - ('''9''') Die Schöpfung ist eine Offenbarung Gottes. Das Wort ist der Mittler. - ('''10''') Vater und Sohn wirkten in gleicher Freiheit und Macht. – ('''11''') Gegensatz zu „war“ V. 1. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Kol01|Kol 1,16]]'']. – ('''12''') Dreifache Wahrheit: Was nicht Gott selbst ist, ist nicht allezeit seiendes, sondern gewordenes, von einem außer ihm bestehenden Macht gesetztes Sein. Alles Geschöpfliche ist durch die aus Vater und heil. Geiste im Worte wirkende Schöpfermacht geworden. Was immer ist außer Gott, verdankt sein Dasein dem Worte und nicht sich selbst oder etwaigen anderen unabhängigen Ursachen. – ('''13''') Das göttliche Leben, welches die Quelle alles physischen und geistigen Lebens ist (Cyr., Theoph., Euth.). - ('''14''') Des Wortes. Licht und Finsternis, Wahrheit und Irrtum, Tugend und Sünde werden hier bereits angedeutet. Das Leben des Wortes war das Licht der Menschen mit Beziehung auf den Zeitpunkt der Menschwerdung. - ('''15''') Zwischen V. 4 und 5 liegt das [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos03|1Mos 3,1]]''] Erzählte. - ('''16''') Das Wort. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh08|Joh 8,12]]'']. - ('''17''') Es leuchtet ohne Unterlass, die von Sünden befleckten Seelen von Makeln befreiend. - ('''18''') Es bleibt auch noch Finsternis zurück. - ('''19''') Die Sünde stand dem entgegen. - ('''20''') Trat auf. - ('''21''') Mit bestimmtem Auftrage (V. 33, 28) [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Mal03|Mal 3,1]]'']. Der Evangelist hat sich bis dahin vor dem vorweltlichen Sein des Wortes gesprochen, alsdann von seinem Verhältnis zur Welt, nunmehr geht er zur Menschwerdung über. - ('''22''') Die Juden und alle Menschen. - ('''23''') Der Glaube wird wie V. 20, V. 31 als Zweck des Evangeliums bezeichnet. - ('''24''') Ein Licht, doch nicht das Licht (Cyr.). Wie man an einem vom Lichte beschienenen Körper sehen kann, dass die Sonne aufgegangen ist, die man noch nicht sehen kann; wie man auch mit kranken Augen wenigstens an einem von der Sonne beschienenen Berg oder Baum zu erkennen im Stande ist, dass die Sonne bereits am Himmel steht, in die man nicht schauen kann, so leuchtet denen, die Christus noch nicht anzuschauen vermochten, Johannes, und durch ihn, welcher bekannte, er sei nur entlehntes Licht, wurde der Leuchtende selbst erkannt (Aug.). - ('''25''') Von dem Licht. Das Zeugnis bezog sich auf das Licht, welches das Wort brachte. V. 19. - ('''26''') [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk11|Lk 11,36]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Apg21|Apg 21,23]]''] Wer nicht erleuchtet wird, trägt selbst die Schuld (Chrys., Aug.). Besonders die Taufe ist eine Erleuchtung. (Aug. a.) - ('''27''') Vor der Menschwerdung (Chrys., Aug., Bed.). - ('''28''') Die Menschen, welche der Welt anhängen und das Irdische suchen (Chrys., Aug.). - ('''29''') In der Menschwerdung zu allen Menschen (Chrys., Euth.), vorzüglich den Juden. (Aug., Bed.) Steigerung der Verkündigung. - ('''30''') V. 9 wurde das Wort Licht genannt, V. 10 wird das Wirken des Wortes als Licht bei den Heiden, V. 11 besonders bei den Juden geschildert. - ('''31''') Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:JSir24|JSir 24,1]]'']. - ('''32''') Eine Ausnahme, wohl besonders die Heiden (Cyr.). - ('''33''') Durch den Glauben wird der Mensch auf die Taufe vorbereitet, in der er ein Kind Gottes wird. (Thom.) Der Evangelist bemerkt vorweg, wie die, welche die ihnen gegebene Macht benutzen, Kinder Gottes werden. - ('''34''') Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt05|Mt 5,45]]'']. - ('''35''') Das Geblüt ist gleichsam der Stoff, der Wille des Fleisches die sinnliche wirksame Ursache, der Wille des Mannes die vernünftige wirkende Ursache. Ein Kind Gottes wird man nicht, wie die Juden meinten, lediglich durch leibliche Abstammung. - ('''36''') Der Evangelist schildert die hohe Würde der Kindschaft, um die Gläubigen zur Bewahrung dieses herrlichen Vorzuges anzustacheln (Chrys., Euth. Theoph.). - ('''37''') Das Wort nahm die menschliche Natur an, die vernunftbegabte Seele einbegriffen (Aug.). Die Kirche verwarf deshalb den Apollinarismus, der lehrte, dass bei dem Heilande das Wort die vernunftbegabte Seele vertrat. Da der Ausdruck Fleisch die Nebenbedeutung der Schwäche einschließt, stellt der Evangelist durch den Gegensatz Wort und Fleisch die Größe dieses Geheimnisses der göttlichen Liebe vor Augen. Christus ist Gott und Mensch zugleich in einer Person, aber nicht durch Verwandlung der Gottheit in das Fleisch, nicht durch Vermischung der Naturen, sondern durch die Einheit der Person. (Athanas., Glaubensbek. 5. Ökum. Konzil Kann 4) - ('''38''') Um die Menschenkinder zu Gotteskinder(V. 13) zu machen, ist Gottes eingeborener Sohn Menschensohn geworden (Chrys.). - ('''39''') Unter den Aposteln und anderen, die ihn gekannt. - ('''40''') In der menschlichen Natur und auf Erden wie in einem Zelte. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:2Petr01|2Petr 1,13.14]]'']. Dieses Bild ist wohl mit Rücksicht auf die Verheißungen des A. T. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Mos25|2Mos 25,8]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Joe03|Joel 3,21]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ez37|Ez 37,27]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Apg02|Apg 2,8]]''] gewählt und soll dies Erdenleben als ein schnell vorübergehendes bezeichnen. - ('''41''') Die unter der menschlichen Hülle verborgene Herrlichkeit (Chrys., Bed.) sehen wir durch seine Wunder [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh02|Joh 2,11]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh11|Joh 11,40]]''], seine Verklärung [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk09|Lk 9,32]]''] und seine Auferstehung (Euth., Bed.). Diese Herrlichkeit war vorgebildet [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Mos24|2Mos 24,16]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Chr05|2Chr 5,13]]''] und ist ein Anfang der zukünftigen Offenbarung Gottes. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Offenb21|Offenb 21,3]]''] Sie ist jener Himmelsglanz, der die heil. Gegenwart Gottes unmittelbar und allezeit umgibt. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Mos40|2Mos 40,36]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Offenb15|Offenb 15,8]]''] - ('''42''') Wie sie dem zukam, der Eingeborener vom Vater ist. - ('''43''') Gnade und Wahrheit bezeichnen im A. T. Gottes Liebeserweisungen gegen die Frommen und seine Treue in der Erfüllung seiner Verheißungen. Beide haben sich also in der Menschwerdung am vollkommensten offenbart. - ('''44''') Das Zeugnis des heil. Johannes musste bei den Juden, bei denen er im hohen Ansehen stand, besonders von Wert sein. Die Erzählung des vierten Evangeliums schließt sich hier an die Versuchung des Herrn [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt04|Mt 4,1-11]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk01|Mk 1,12.13]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk04|Lk 4,1-13]]''] an und berichtet bis zum Ende des 3. Kapitels Ereignisse, welche bei den Synoptikern nicht berührt werden. - ('''45''') Von dem öffentlichen Auftreten des Herrn gesagt (Chrys., Ambr., Aug.). - ('''46''') Hat mich an Würde übertroffen. Der Beisatz: „denn er war eher“ gibt den Grund an, weshalb das Wort Johannes an Würde übertrifft: Obgleich dem Auftreten und dem leiblichen Alter nach später als der Täufer ist Christus doch schon vor ihm gewesen, also hat er außer dem menschlichen Sein noch ein anderes, göttliches. Darauf weist [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt03|Mt 3,11]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk01|Mk 1,17]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk03|Lk 3,16]]''] hin. Auch V. 27 schließt sich so passend an und der Täufer selbst bezeugt so die Ewigkeit des Wortes ( Aug., Thom.). V. 15 ist wegen der Wichtigkeit des grundlegenden V. 14 gesetzt. Der Prophet sieht das Zukünftige als bereits geschehen. - ('''47''') Die richtigere Lesart ist weil, nicht: und. Der Evangelist knüpft an V. 14 an: Wir haben ihn als voll von Gnade usw. erkannt, weil wir selbst aus seiner Fülle empfangen haben. - ('''48''') Da in ihm die unerschöpfliche Fülle ist, kann er allen mitteilen. - ('''49''') Wie V. 14 unter uns. Der Apostel bezeugt die Wahrheit des Zeugnisses des Täufers, alle Gläubigen bestätigen das Zeugnis des Apostels, so dass der V. 14 ausgesprochene Hauptsatz unanfechtbar ist. - ('''50''') In überreichem Maße. - ('''51''') Das A. T. befahl, aber half nicht. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Roem05|Roem 5,20]]'']. Es enthielt Wahrheit, aber gab nicht aus sich die innere Kraft zur Vollständigen Erfüllung, und wurde dadurch Veranlassung zu vielen Übertretungen. Zudem enthielt es nicht alle Heilswahrheiten und viele von denen, welche es bot, waren unentwickelt und durch Bilder verschleiert. Es war freilich auch der A. B., „das Gesetz“ eine Gnade [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Roem03|Roem 3,1.2]]''], besonders weil er eine Erziehungsanstalt auf Christus hin war [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Gal03|Gal 3,24]]''] und es lag den Israeliten viel näher gerettet zu werden als den Heiden, aber die Rettung konnte durch die äußere Gnade, Offenbarung, Gesetz, Zeremonien an sich nicht geschehen, sondern ward nur durch die Gnade vollbracht, welche der kommende Messias verdienen sollte. Darum wird hier das Alte Testament als „Gesetz“ dem neuen Testament als „Gnade“ gegenübergestellt. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Hebr10|Hebr 10,1]]'']. Zwar konnten auch die Frommen des Alten Bundes Gnade erlangen, aber sie erlangten dieselbe nicht vermöge und aus ihrer Religionseinrichtung, sondern vermöge und in Kraft des zukünftigen Heils, das sie durch den Glauben an die göttlichen Verheißungen erreichen mussten. - ('''52''') Moses, der den Juden weit über Johannes steht, steht dennoch tief unter Christus. - ('''53''') Von dieser ersten Nennung des Heilandes an wird in der Folge im Evangelium die Bezeichnung Wort nicht mehr gebraucht. - ('''54''') Moses und die Propheten haben Gott zwar gesehen, aber unter einer die Herrlichkeit und das Wesen Gottes verbergenden Hülle. Darum konnten sie auch „die Wahrheit“ selbst nicht lehren. Selbst im Himmel ist das Schauen Gottes seitens der Seligen kein solches, das die göttliche Wesenheit ganz erfasste, so weit sie nur erfasst zu werden vermag. - ('''55''') In seiner unverhüllten Wesenheit. - ('''56''') Bezeichnung der innigsten Lebensgemeinschaft. - ('''57''') Der eingeborene Sohn sieht den Vater unaufhörlich. - ('''58''') Als er auf Erden wandelte, hat er die Geheimnisse der Gottheit kundgetan. - ('''59''') Das Zeugnis ist bereits V. 7 und V. 15 angedeutet. - ('''60''') Besonders der hohe Rat. - ('''61''') Johannes hebt den religiösen Charakter der Sendung hervor. Die Leviten waren wie die Priester aus dem Stamme Levi, hatten aber in späteren Zeiten eine untergeordnete Bedeutung [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ez44|Ez 44,6ff]]''] Mit Serubabel kamen nur 74 Leviten aus der Gefangenschaft zurück. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Esra02|Esra 2,40]]'']. Esdras (Esra) konnte nur 38 bewegen, nach Jerusalem überzusiedeln. Sie wurden, obwohl sie auch lehren konnten, fast den Tempeldienern gleichgestellt. - ('''62''') Die Voranstellung des Ich zeigt, dass er nur verneint, er selbst sei Christus, nicht aber, dass dieser schon gekommen sei. - ('''63''') Die verneinende Antwort konnte die Abgesandten nicht befriedigen, deshalb gehen sie vom Messias zu seinem Vorläufer über. Als solcher wurde nach [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Mal04|Mal 4,5]]''] Elias erwartet. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt11|Mt 11,10]]'']. Johannes verneint auch diese Frage, da er nicht der Elias des A. T. ist [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk01|Lk 1,17]]''] - ('''64''') So bist du der[''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:5Mos18|5Mos 18,15.18]]''] verheißene Prophet? Dies sollte freilich der Messias selbst sein, wie [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Apg03|Apg 3,22.23]]''] zeigt, indes war dies den Juden nicht klar. Dass der heil. Johannes ein Prophet ist, bezeugt der Heiland [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt11|Mt 11,9]]''], und dies leugnet auch der Täufer hier nicht (Orig.). Er leugnet nur „der“ Prophet zu sein. - ('''65''') Johannes antwortet auf den Sinn, nicht auf die Worte der Frage. (Aug., Chrys.) Der Sinn war: Bist du vielleicht Christus? - ('''66''') Um eine klare Antwort zu erhalten, berufen sich die Abgesandten jetzt auf ihre Würde. Auf die jetzt gestellte Frage musste der Täufer umso lieber antworten, als er auf den Messias vorbereiten sollte. - ('''67''') Der Evangelist führt die Worte des Täufers an, weil das Zeugnis durch die Berufung auf den Propheten Isaias besonders Gewicht erhielt (Cyr., Chrys.). - ('''68''') Schon hier tritt die Gehässigkeit der Pharisäer und ihre Unempfindlichkeit hervor. Dieser Umstand wird wegen des folgenden Verses eingefügt, weil gerade die Pharisäer lehrten, nur Christus oder Elias oder der Prophet könnten taufen. - ('''69''') Sie wählen statt des allgemeinen Wortes die charakteristische Handlung des Täufers; zumal [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ez36|Ez 36,25]]''] und [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Sach13|Sach 13,1]]''] das Taufen dem Messias und seinen Begleitern zugeschrieben schien. - ('''70''') Johannes rechtfertigte sich durch sein Verhältnis zu dem nach ihm Kommenden: Meine Taufe ist eigentlich nur mit Wasser, die Taufe des Messias reinigt und heiligt innerlich. - ('''71''') Ihr seid um mich und mein Wirken besorgt und kümmert euch nicht um den, dem all euer Sinnen und Mühen gelten sollte; ihn kennt ihr nicht, obgleich er schon in eurer Mitte ist. Ich muss vorbereitend taufen, da er schon so nahe ist. - ('''72''') Christus wird so die höchste Würde zugeschrieben, wenn ein Mann wie Johannes sich nicht für würdig hält, ihm die niedrigsten Dienste zu leisten. - ('''73''') Johannes fügt den Ort hinzu, um durch die Genauigkeit der Erzählung die Bedeutung des wichtigen Zeugnisses noch mehr zu zeigen (Cyr.). Es ist die Jordansau am mittleren Jordan gemeint [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt03|Mt 3,5]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk03|Lk 3,3]]''], in der der Täufer seinen Standort mehrfach wechselte. - ('''74''') Dies zweite Zeugnis ist nach der Taufe des Herrn, ja nach seiner Versuchung abgelegt, am Tage nach dem V. 19ff Erzählten. Der Täufer geht dieses Mal in seiner Bezeugung weiter und hebt das Ziel der Menschwerdung hervor. - ('''75''') Er hatte seine Jünger wohl bereits auf das Erscheinen des Herrn vorbereitet (Chrys.). - ('''76''') Diese Bezeichnung ist dem heil. Johannes eigen. Da er mit dem Bilde des Lammes die Sündenvergebung verbindet, deutet dasselbe auf den Opferdienst des A. T. zurück. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Mos29|2Mos 29,38]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:4Mos28|4Mos 28,1.3]]''] (Orig., Cyr., Thom.), der nur vorbildlich war. Aber gewiss nahm er auch Bezug auf [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Jes53|Jes 53,7]]''] (Orig., Chrys., Theoph., Thom.), deshalb will er sagen: Sehet das Lamm, das von den Propheten vorausverkündete. - ('''77''') Das von Gott gesandte (Euth., Theoph., Thom.) - ('''78''') Jesus nimmt die Sünden auf sich und tilgt sie am Kreuze, uns mit seinem Blute reinigend. Das Zeitwort steht in der Gegenwart, weil er dies auf immer tut (Chrys.). - ('''79''') Alle Sünden, in erster Linie die Erbsünde, (Thom.) die ein Makel der Natur ist. Wenngleich der Heiland erst am Kreuze das Opfer für dieselben darbrachte, konnte er doch mit Rücksicht auf den Kreuzestod allezeit die Vergebung der Sünden gewähren. - ('''80''') Dieser, der eben herankommende Jesus. Dieser Vers bildet eine Ergänzung zu V. 29. Im letzteren hat Johannes den Heiland als den Erlöser der ganzen Menschheit dargestellt, hier schildert er unter Berufung auf einen früheren Ausspruch die Würde und Erhabenheit Jesu an sich (V. 15). - ('''81''') Die genaue Erfüllung der Voraussage des heil. Johannes zeigte den Jüngern, wie richtig ihr Meister über Jesus und sich selbst und ihr gegenseitiges Verhältnis gelehrt hatte. - ('''82''') Nachdem der Täufer den Heiland als Messias bezeichnet hat, muss er die Glaubwürdigkeit seines Zeugnisses nachweisen. Er beruft sich also auf auf eine göttliche Offenbarung (Orig., Chrys., Cyr.). Der heil. Johannes kannte den Heiland nicht (V. 31) bis zur Taufe. (V. 33, Aug., Rup., Theoph.) Als Jesus an den Jordan kam, ahnte er, dass er der Messias sei; aber erst durch die Herabkunft des heil. Geistes erkannte er, dass Jesus der im Geiste Taufende (V. 33), der Sohn Gottes sei. (V. 34) - ('''83''') Der Evangelist setzt hier die Kenntnis der Synoptiker voraus. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt03|Mt 3,13-17]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk01|Mk 1,9-11]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk03|Lk 3,21.22]]''] - ('''84''') Auch die Juden haben das Zeichen gesehen; wenn es für sie vergeblich geschieht, liegt der Grund in der Bosheit ihres Herzens (Chrys., Thom.). Der heil. Geist bleibt bei dem Heiland und wirkt in ihm während seines Erdenwandels. (Orig., Athan., Chrys., Cyr., Hier., Ambr.) - ('''85''') Gott, der auch den Messias gesandt. - ('''86''') Innerlich, wohl als Johannes in der Wüste weilte. - ('''87''') Was Gott mir verheißen zu zeigen, habe ich gesehen und habe unmittelbar nach der Taufe Zeugnis gegeben. Dasselbe ist nicht berichtet (Chrys.). - ('''88''') Nicht adoptiert, wie viele, sondern von Natur, also selbst Gott, der, den [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ps02|Ps 2,7]]''] preist. - ('''89''') Mit Bezug auf V. 29. Der heil. Johannes stand an demselben Platze wie das letzte Mal. Damals war die Begegnung eine mehr zufällige, heute ist sie eine absichtliche. Der eine der beiden Jünger ist Andreas, der andere der Verfasser selbst. Die hohe Enthaltsamkeit, Jungfräulichkeit und Herzensreinheit scheint von dem Täufer auf den scheidenden Jünger gleichsam übergegangen zu sein. - ('''90''') Jesus kam also nicht auf ihn zu. Beide haben verschiedene Aufgaben. Von vornherein mussten die Wege des Neuen Testamentes von denen des Alten geschieden werden. Vor der Taufe fand kein persönlicher Verkehr statt, bei der Taufe nur eine kurze Unterredung. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt03|Mt 3,13-15]]''] Über das persönliche Verhältnis nach der Taufe wissen wir nur, was [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh01|Joh 1,29.31]]''] ferner [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh03|Joh 3,23]]''] endlich [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt11|Mt 11,2]]''] berichtet wird. - ('''91''') Drittes Zeugnis: Kurze Wiederholung des zweiten V. 29. Der heil. Johannes übergeht die von den Synoptikern, z.B. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt04|Mt 4,18]]''] erzählte Berufung der Apostel in Galiläa. Gewiss war ihm die hier V. 36 erzählte Szene tief in das Herz geschrieben, war sie doch der entscheidendste Augenblick seines Lebens. - ('''92''') Sie gingen ihm nach, ohne sich ihm bleibend anzuschließen. - ('''93''') Jesus war wohl schon auf dem Heimwege. Er fragt, um ihrem guten Willen zuvorzukommen und ihnen Zuversicht einzuflößen; denn nach dem Zeugnisse ihres Meisters konnten sie dem Herrn nur mit Scheu und Furcht nahen (Chrys.). - ('''94''') Noch haben sie das Zeugnis des Täufers über die Würde des Herrn nicht genugsam verstanden. - ('''95''') Sie wollen weitere Belehrung erhalten. - ('''96''') Da ihr guten Willens seid. - ('''97''') Da ihr voller Eifer seid, so sehet, wo ich wohne. - ('''98''') Wie viel Belehrung und Trost sie an einem Tage empfangen, geht daraus hervor, dass sie sogleich andere zu gewinnen suchen. Was sie mit dem Herrn gesprochen, sagt der Evangelist nicht; aber aus der Äußerung des heil. Andreas gegen seinen Bruder (V. 41) können wir schließen, dass die messianische Würde Jesu Gegenstand der Belehrung war. - ('''99''') Gegen 4 Uhr nachmittags, zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt27|Mt 27,Anm.57]]''] - ('''100''') Er macht seinen leiblichen Bruder zum geistigen und bereitet als Erstling der Gemeinde das Fundament für die Kirche vor. - ('''101''') Noch ist Petrus nicht genannt und schon wird sein Bruder nach ihm bezeichnet. Welch hohe Stellung musste im Bewusstsein der Leser der heil. Petrus einnehmen! - ('''102''') Gott selbst leitet ihn. Vielleicht geschah dies noch am selben Tage. - ('''103''') Die Erklärung ist für heidenchristliche Leser notwendig. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt01|Mt 1,Anm.1]]'']. - ('''104''') Der Heiland schaut bis in sein Herz. Petrus hatte am Anfange noch nicht die Festigkeit des Felsens. Die Kenntnis seines Namens schöpft Jesus aus sich (Chrys., Cyr., Aug.). - ('''105''') Gleichbedeutend mit Johannes. - ('''106''') Die Namengebung wird [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk03|Mt 3,16]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt16|Mt 16,18]]''] berichtet. - ('''107''') Ob Philippus ein Jünger des Johannes war, wird nicht gesagt. Er ist die erste Frucht der Predigt Jesu, (Thom.) da er, wie es scheint, das Zeugnis des Täufers nicht gehört hat. Der Evangelist nennt die Tage, um die rasch aufeinander folgenden Offenbarungen Jesu vor den Jüngern hervorzuheben. - ('''108''') Es ist die Aufforderung zur Nachfolge als Jünger, ohne dass in dem Worte die Verpflichtung ständiger Lebensgemeinschaft liegt. - ('''109''') Nicht bloßer Zufall ist es. Wer Christus kennt, muss wünschen, dass andere des gleichen Glückes teilhaftig werden. - ('''110''') Gott hat gegeben, Theodot. Er war wohl auf dem Wege zum Täufer. Es ist derselbe Jünger, der auch Bartholomäus heißt. Denn es ist nicht wahrscheinlich, dass der so sichtlich bevorzugte Nathanael von der Apostelwürde ausgeschlossen bleibt; außerdem wird er [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh21|Joh 21,2]]''] so zwischen zwei Aposteln aufgeführt, dass an der gleichen Würde für ihn nicht zu zweifeln ist. Alsdann muss er aber mit einer der in den Apostelverzeichnissen aufgeführten Personen identisch sein. In drei Verzeichnissen [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt10|Mt 10,3]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk03|Mk 3,18]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk06|Lk 6,14]]''] folgt auf Philippus, der Nathanael zu Jesus führte, Bartholomäus, Sohn des Tholmai. Nach Euseb. soll der heil. Bartholomäus bis nach Indien (Yemen) gekommen sein und das Evangelium des heil. Matthäus dorthin in der Ursprache gebracht haben. - ('''111''') D. h. den Messias, denn auf diesen zielten Moses und die Propheten hin. - ('''112''') Nach der gewöhnlichen Volksmeinung, wie er sie wohl von Andreas gehört. - ('''113''') Nazareth war weder im A. T. bekannt, noch Gegenstand der messianischen Weissagungen. Auch war Nathanael in der Nähe zu Hause und schätzte, wie es zu geschehen pflegt, das Nachbarstädtchen gering. Er hält den bisherigen Aufenthaltsort für den Ort der Geburt. - ('''114''') Philippus ist des Erfolges sicher. Sein Beispiel ist allen Ungläubigen guten Willens gegenüber die beste Richtschnur. - ('''115''') Wie V. 43 bekundet Jesus hier sein höheres Wissen, um die Jünger zum Glauben zu führen, da er noch kein Wunder tut. (Cyr.) Du bist nicht nur der Herkunft, sondern auch der Gesinnung nach ein Israelit. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos25|1Mos 25,27]]'']. Die Erklärung folgt im Nebensatze. Sein Kommen zeugt von seinem innersten Wesen: Er sehnt sich nach dem messianischem Heile (Aug.) und bereitet sich durch Gehorsam gegen Gott und die heil. Schrift auf dasselbe vor (Chrys.). - ('''116''') Nathanael lehnt den Lobspruch nicht ab, aber er ist verwundert über ein solches Urteil, das sich auf sein inneres Leben bezieht. - ('''117''') Unter dem dir bekannten Feigenbaum. Es musste dort etwas für Nathanael überaus wichtiges geschehen sein. - ('''118''') Die Morgenländer überlassen sich gern unter Bäumen zum Nachdenken. - ('''119''') Nathanael hat eine mehr geahnte als bewusste Kenntnis von dem höheren Wesen des Herrn. Der Zusatz zeigt, in welchem Sinne er das Wort Sohn Gottes versteht. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt16|Mt 16,18]]''] - ('''120''') Dieses wiederholte „Wahrlich“ ist dem heil. Johannes eigen, indes nur in den Reden des Herrn, in denen es 25 Mal wiederkehrt. - ('''121''') Die älteren Erklärer fassen die Worte vom Auf- und Niedersteigen der Engel buchstäblich und verstehen sie von wirklichen Engelserscheinungen. Indes können die wenigen in der heil. Schrift berichteten Engelserscheinungen doch kaum das Größere sein, das der Herr verspricht, gegenüber der Offenbarung seiner Allwissenheit. So sind die Worte wohl als bildliche Darstellung der Wahrheit anzusehen, dass der Menschensohn während seines Erdenwandels in einer ununterbrochenen, wesenhaften Verbindung mit dem Himmel stand und durch ihn der Himmel den Menschen geöffnet ward. Der Heiland braucht fast die gleichen Worte, die [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos28|1Mos 28,12]]''] stehen, also hatte er diese Stelle wohl im Auge (Aug.). Da nun an jener Stelle dem Patriarchen im Traumgesichte gezeigt wird, dass Gott mit den Seinigen im Verkehr steht, wird hier gezeigt, dass mit dem Beginn der messianischen Zeit die durch die Sünde unterbrochene Verbindung mit dem Himmel wiederhergestellt ist. - ('''122''') Der Heiland legt sich diesen Namen (über dessen Bedeutung siehe  [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt08|Mt 8,Anm.28]]''] ) in den Evangelien etwa 80 Mal selbst bei, jedesmal, wenn er sich göttliche Eigenschaften zuschreibt oder von dem redet, was seiner unwürdig zu sein scheint, was er aber aus Liebe zu uns litt oder noch leiden wollte. – Wie viele Titel werden dem Heilande in diesem ersten Kapitel mit Bezugnahme auf seine menschliche Natur gegeben! Er ist das Wort (V. 1, V. 14), das Licht (V. 9), der eingeborene Sohn des Vaters (V. 14), der Sohn Gottes (V. 34, V. 49), das Lamm Gottes (V. 36), ein verehrter Lehrer (V. 38, V. 49), der Messias (V. 41, V. 45), der König von Israel (V. 49), endlich der Menschensohn. <br/>
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Kap. 1 ('''1''') Ehe etwas ward. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos01|1Mos 1,1]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Spr08|Spr 8,23]]''] Mittelbar folgt hieraus nach dem Sprachgebrauche der heil. Schrift die Ewigkeit des Wortes. - ('''2''') Gegensatz zu [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos01|1Mos 1,1]]'']: Im Anfange schuf Gott. Durch die Form des Zeitwortes „war“ wird das Sein des Wortes als anfangs- und endlos bezeichnet. - ('''3''') „Es war“ steht vier Mal. Was du immer ausdenken magst, der Sohn war. (Ambr.); du wirst keinen Zeitraum finden, in dem er nicht war. Die Offenbarung vom Sohne Gottes war auch den Israeliten zuteil geworden, wie [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Spr08|Spr 8,22-31]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Weish07|Weish 7]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Weish08|Weish 8]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:JSir24|JSir 24]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Baru03|Baru 3,9-4,4]]''] zeigen. Dieses Wort ist offenbar eine Person, denn später werden von ihm Dinge gesagt, welche nur von Personen ausgesagt werden können; und zwar eine göttliche Person. (V. 1, 14) Der Gedanke, dass das „Wort Gottes“ persönlich, Sohn Gottes sei, war den Juden in der der Menschwerdung unseres Herrn unmittelbar vorhergehenden Zeit geläufig und hatte in der Schrift ihren Halt, z. B. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Weish18|Weish 18,15]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Weish10|Weish10,15]]''] - ('''4''') Von dem Vater unterschieden und doch mit ihm in innigster Lebensgemeinschaft stehend. - ('''5''') Dem Vater. - ('''6''') Die Weglassung des Artikels im Griechischen deutet an, dass das Wort Gottes im zweiten Falle nicht auf eine Person bezogen wird, wie in der ersten Hälfte des Verses (Orig., Euseb.) - ('''7''') Das zuvor in seiner Erhabenheit beschriebene ewige, persönliche, göttliche Wort (Cyr., Euth.). - ('''8''') Griech. Mit Artikel: Alles ohne Ausnahme, Sichtbares und Unsichtbares (Ir., Chrys.). Mithin ist auch alles, was außer Gott ist, geschaffen. - ('''9''') Die Schöpfung ist eine Offenbarung Gottes. Das Wort ist der Mittler. - ('''10''') Vater und Sohn wirkten in gleicher Freiheit und Macht. – ('''11''') Gegensatz zu „war“ V. 1. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Kol01|Kol 1,16]]'']. – ('''12''') Dreifache Wahrheit: Was nicht Gott selbst ist, ist nicht allezeit seiendes, sondern gewordenes, von einem außer ihm bestehenden Macht gesetztes Sein. Alles Geschöpfliche ist durch die aus Vater und heil. Geiste im Worte wirkende Schöpfermacht geworden. Was immer ist außer Gott, verdankt sein Dasein dem Worte und nicht sich selbst oder etwaigen anderen unabhängigen Ursachen. – ('''13''') Das göttliche Leben, welches die Quelle alles physischen und geistigen Lebens ist (Cyr., Theoph., Euth.). - ('''14''') Des Wortes. Licht und Finsternis, Wahrheit und Irrtum, Tugend und Sünde werden hier bereits angedeutet. Das Leben des Wortes war das Licht der Menschen mit Beziehung auf den Zeitpunkt der Menschwerdung. - ('''15''') Zwischen V. 4 und 5 liegt das [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos03|1Mos 3,1]]''] Erzählte. - ('''16''') Das Wort. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh08|Joh 8,12]]'']. - ('''17''') Es leuchtet ohne Unterlass, die von Sünden befleckten Seelen von Makeln befreiend. - ('''18''') Es bleibt auch noch Finsternis zurück. - ('''19''') Die Sünde stand dem entgegen. - ('''20''') Trat auf. - ('''21''') Mit bestimmtem Auftrage (V. 33, 28) [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Mal03|Mal 3,1]]'']. Der Evangelist hat sich bis dahin vor dem vorweltlichen Sein des Wortes gesprochen, alsdann von seinem Verhältnis zur Welt, nunmehr geht er zur Menschwerdung über. - ('''22''') Die Juden und alle Menschen. - ('''23''') Der Glaube wird wie V. 20, V. 31 als Zweck des Evangeliums bezeichnet. - ('''24''') Ein Licht, doch nicht das Licht (Cyr.). Wie man an einem vom Lichte beschienenen Körper sehen kann, dass die Sonne aufgegangen ist, die man noch nicht sehen kann; wie man auch mit kranken Augen wenigstens an einem von der Sonne beschienenen Berg oder Baum zu erkennen im Stande ist, dass die Sonne bereits am Himmel steht, in die man nicht schauen kann, so leuchtet denen, die Christus noch nicht anzuschauen vermochten, Johannes, und durch ihn, welcher bekannte, er sei nur entlehntes Licht, wurde der Leuchtende selbst erkannt (Aug.). - ('''25''') Von dem Licht. Das Zeugnis bezog sich auf das Licht, welches das Wort brachte. V. 19. - ('''26''') [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk11|Lk 11,36]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Apg21|Apg 21,23]]''] Wer nicht erleuchtet wird, trägt selbst die Schuld (Chrys., Aug.). Besonders die Taufe ist eine Erleuchtung. (Aug. a.) - ('''27''') Vor der Menschwerdung (Chrys., Aug., Bed.). - ('''28''') Die Menschen, welche der Welt anhängen und das Irdische suchen (Chrys., Aug.). - ('''29''') In der Menschwerdung zu allen Menschen (Chrys., Euth.), vorzüglich den Juden. (Aug., Bed.) Steigerung der Verkündigung. - ('''30''') V. 9 wurde das Wort Licht genannt, V. 10 wird das Wirken des Wortes als Licht bei den Heiden, V. 11 besonders bei den Juden geschildert. - ('''31''') Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:JSir24|JSir 24,1]]'']. - ('''32''') Eine Ausnahme, wohl besonders die Heiden (Cyr.). - ('''33''') Durch den Glauben wird der Mensch auf die Taufe vorbereitet, in der er ein Kind Gottes wird. (Thom.) Der Evangelist bemerkt vorweg, wie die, welche die ihnen gegebene Macht benutzen, Kinder Gottes werden. - ('''34''') Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt05|Mt 5,45]]'']. - ('''35''') Das Geblüt ist gleichsam der Stoff, der Wille des Fleisches die sinnliche wirksame Ursache, der Wille des Mannes die vernünftige wirkende Ursache. Ein Kind Gottes wird man nicht, wie die Juden meinten, lediglich durch leibliche Abstammung. - ('''36''') Der Evangelist schildert die hohe Würde der Kindschaft, um die Gläubigen zur Bewahrung dieses herrlichen Vorzuges anzustacheln (Chrys., Euth. Theoph.). - ('''37''') Das Wort nahm die menschliche Natur an, die vernunftbegabte Seele einbegriffen (Aug.). Die Kirche verwarf deshalb den Apollinarismus, der lehrte, dass bei dem Heilande das Wort die vernunftbegabte Seele vertrat. Da der Ausdruck Fleisch die Nebenbedeutung der Schwäche einschließt, stellt der Evangelist durch den Gegensatz Wort und Fleisch die Größe dieses Geheimnisses der göttlichen Liebe vor Augen. Christus ist Gott und Mensch zugleich in einer Person, aber nicht durch Verwandlung der Gottheit in das Fleisch, nicht durch Vermischung der Naturen, sondern durch die Einheit der Person. (Athanas., Glaubensbek. 5. Ökum. Konzil Kann 4) - ('''38''') Um die Menschenkinder zu Gotteskinder(V. 13) zu machen, ist Gottes eingeborener Sohn Menschensohn geworden (Chrys.). - ('''39''') Unter den Aposteln und anderen, die ihn gekannt. - ('''40''') In der menschlichen Natur und auf Erden wie in einem Zelte. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:2Petr01|2Petr 1,13.14]]'']. Dieses Bild ist wohl mit Rücksicht auf die Verheißungen des A. T. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Mos25|2Mos 25,8]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Joe03|Joel 3,21]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ez37|Ez 37,27]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Apg02|Apg 2,8]]''] gewählt und soll dies Erdenleben als ein schnell vorübergehendes bezeichnen. - ('''41''') Die unter der menschlichen Hülle verborgene Herrlichkeit (Chrys., Bed.) sehen wir durch seine Wunder [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh02|Joh 2,11]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh11|Joh 11,40]]''], seine Verklärung [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk09|Lk 9,32]]''] und seine Auferstehung (Euth., Bed.). Diese Herrlichkeit war vorgebildet [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Mos24|2Mos 24,16]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Chr05|2Chr 5,13]]''] und ist ein Anfang der zukünftigen Offenbarung Gottes. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Offenb21|Offenb 21,3]]''] Sie ist jener Himmelsglanz, der die heil. Gegenwart Gottes unmittelbar und allezeit umgibt. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Mos40|2Mos 40,36]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Offenb15|Offenb 15,8]]''] - ('''42''') Wie sie dem zukam, der Eingeborener vom Vater ist. - ('''43''') Gnade und Wahrheit bezeichnen im A. T. Gottes Liebeserweisungen gegen die Frommen und seine Treue in der Erfüllung seiner Verheißungen. Beide haben sich also in der Menschwerdung am vollkommensten offenbart. - ('''44''') Das Zeugnis des heil. Johannes musste bei den Juden, bei denen er im hohen Ansehen stand, besonders von Wert sein. Die Erzählung des vierten Evangeliums schließt sich hier an die Versuchung des Herrn [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt04|Mt 4,1-11]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk01|Mk 1,12.13]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk04|Lk 4,1-13]]''] an und berichtet bis zum Ende des 3. Kapitels Ereignisse, welche bei den Synoptikern nicht berührt werden. - ('''45''') Von dem öffentlichen Auftreten des Herrn gesagt (Chrys., Ambr., Aug.). - ('''46''') Hat mich an Würde übertroffen. Der Beisatz: „denn er war eher“ gibt den Grund an, weshalb das Wort Johannes an Würde übertrifft: Obgleich dem Auftreten und dem leiblichen Alter nach später als der Täufer ist Christus doch schon vor ihm gewesen, also hat er außer dem menschlichen Sein noch ein anderes, göttliches. Darauf weist [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt03|Mt 3,11]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk01|Mk 1,17]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk03|Lk 3,16]]''] hin. Auch V. 27 schließt sich so passend an und der Täufer selbst bezeugt so die Ewigkeit des Wortes ( Aug., Thom.). V. 15 ist wegen der Wichtigkeit des grundlegenden V. 14 gesetzt. Der Prophet sieht das Zukünftige als bereits geschehen. - ('''47''') Die richtigere Lesart ist weil, nicht: und. Der Evangelist knüpft an V. 14 an: Wir haben ihn als voll von Gnade usw. erkannt, weil wir selbst aus seiner Fülle empfangen haben. - ('''48''') Da in ihm die unerschöpfliche Fülle ist, kann er allen mitteilen. - ('''49''') Wie V. 14 unter uns. Der Apostel bezeugt die Wahrheit des Zeugnisses des Täufers, alle Gläubigen bestätigen das Zeugnis des Apostels, so dass der V. 14 ausgesprochene Hauptsatz unanfechtbar ist. - ('''50''') In überreichem Maße. - ('''51''') Das A. T. befahl, aber half nicht. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Roem05|Roem 5,20]]'']. Es enthielt Wahrheit, aber gab nicht aus sich die innere Kraft zur Vollständigen Erfüllung, und wurde dadurch Veranlassung zu vielen Übertretungen. Zudem enthielt es nicht alle Heilswahrheiten und viele von denen, welche es bot, waren unentwickelt und durch Bilder verschleiert. Es war freilich auch der A. B., „das Gesetz“ eine Gnade [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Roem03|Roem 3,1.2]]''], besonders weil er eine Erziehungsanstalt auf Christus hin war [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Gal03|Gal 3,24]]''] und es lag den Israeliten viel näher gerettet zu werden als den Heiden, aber die Rettung konnte durch die äußere Gnade, Offenbarung, Gesetz, Zeremonien an sich nicht geschehen, sondern ward nur durch die Gnade vollbracht, welche der kommende Messias verdienen sollte. Darum wird hier das Alte Testament als „Gesetz“ dem neuen Testament als „Gnade“ gegenübergestellt. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Hebr10|Hebr 10,1]]'']. Zwar konnten auch die Frommen des Alten Bundes Gnade erlangen, aber sie erlangten dieselbe nicht vermöge und aus ihrer Religionseinrichtung, sondern vermöge und in Kraft des zukünftigen Heils, das sie durch den Glauben an die göttlichen Verheißungen erreichen mussten. - ('''52''') Moses, der den Juden weit über Johannes steht, steht dennoch tief unter Christus. - ('''53''') Von dieser ersten Nennung des Heilandes an wird in der Folge im Evangelium die Bezeichnung Wort nicht mehr gebraucht. - ('''54''') Moses und die Propheten haben Gott zwar gesehen, aber unter einer die Herrlichkeit und das Wesen Gottes verbergenden Hülle. Darum konnten sie auch „die Wahrheit“ selbst nicht lehren. Selbst im Himmel ist das Schauen Gottes seitens der Seligen kein solches, das die göttliche Wesenheit ganz erfasste, so weit sie nur erfasst zu werden vermag. - ('''55''') In seiner unverhüllten Wesenheit. - ('''56''') Bezeichnung der innigsten Lebensgemeinschaft. - ('''57''') Der eingeborene Sohn sieht den Vater unaufhörlich. - ('''58''') Als er auf Erden wandelte, hat er die Geheimnisse der Gottheit kundgetan. - ('''59''') Das Zeugnis ist bereits V. 7 und V. 15 angedeutet. - ('''60''') Besonders der hohe Rat. - ('''61''') Johannes hebt den religiösen Charakter der Sendung hervor. Die Leviten waren wie die Priester aus dem Stamme Levi, hatten aber in späteren Zeiten eine untergeordnete Bedeutung [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ez44|Ez 44,6ff]]''] Mit Serubabel kamen nur 74 Leviten aus der Gefangenschaft zurück. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Esra02|Esra 2,40]]'']. Esdras (Esra) konnte nur 38 bewegen, nach Jerusalem überzusiedeln. Sie wurden, obwohl sie auch lehren konnten, fast den Tempeldienern gleichgestellt. - ('''62''') Die Voranstellung des Ich zeigt, dass er nur verneint, er selbst sei Christus, nicht aber, dass dieser schon gekommen sei. - ('''63''') Die verneinende Antwort konnte die Abgesandten nicht befriedigen, deshalb gehen sie vom Messias zu seinem Vorläufer über. Als solcher wurde nach [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Mal04|Mal 4,5]]''] Elias erwartet. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt11|Mt 11,10]]'']. Johannes verneint auch diese Frage, da er nicht der Elias des A. T. ist [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk01|Lk 1,17]]''] - ('''64''') So bist du der[''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:5Mos18|5Mos 18,15.18]]''] verheißene Prophet? Dies sollte freilich der Messias selbst sein, wie [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Apg03|Apg 3,22.23]]''] zeigt, indes war dies den Juden nicht klar. Dass der heil. Johannes ein Prophet ist, bezeugt der Heiland [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt11|Mt 11,9]]''], und dies leugnet auch der Täufer hier nicht (Orig.). Er leugnet nur „der“ Prophet zu sein. - ('''65''') Johannes antwortet auf den Sinn, nicht auf die Worte der Frage. (Aug., Chrys.) Der Sinn war: Bist du vielleicht Christus? - ('''66''') Um eine klare Antwort zu erhalten, berufen sich die Abgesandten jetzt auf ihre Würde. Auf die jetzt gestellte Frage musste der Täufer umso lieber antworten, als er auf den Messias vorbereiten sollte. - ('''67''') Der Evangelist führt die Worte des Täufers an, weil das Zeugnis durch die Berufung auf den Propheten Isaias besonders Gewicht erhielt (Cyr., Chrys.). - ('''68''') Schon hier tritt die Gehässigkeit der Pharisäer und ihre Unempfindlichkeit hervor. Dieser Umstand wird wegen des folgenden Verses eingefügt, weil gerade die Pharisäer lehrten, nur Christus oder Elias oder der Prophet könnten taufen. - ('''69''') Sie wählen statt des allgemeinen Wortes die charakteristische Handlung des Täufers; zumal [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ez36|Ez 36,25]]''] und [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Sach13|Sach 13,1]]''] das Taufen dem Messias und seinen Begleitern zugeschrieben schien. - ('''70''') Johannes rechtfertigte sich durch sein Verhältnis zu dem nach ihm Kommenden: Meine Taufe ist eigentlich nur mit Wasser, die Taufe des Messias reinigt und heiligt innerlich. - ('''71''') Ihr seid um mich und mein Wirken besorgt und kümmert euch nicht um den, dem all euer Sinnen und Mühen gelten sollte; ihn kennt ihr nicht, obgleich er schon in eurer Mitte ist. Ich muss vorbereitend taufen, da er schon so nahe ist. - ('''72''') Christus wird so die höchste Würde zugeschrieben, wenn ein Mann wie Johannes sich nicht für würdig hält, ihm die niedrigsten Dienste zu leisten. - ('''73''') Johannes fügt den Ort hinzu, um durch die Genauigkeit der Erzählung die Bedeutung des wichtigen Zeugnisses noch mehr zu zeigen (Cyr.). Es ist die Jordansau am mittleren Jordan gemeint [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt03|Mt 3,5]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk03|Lk 3,3]]''], in der der Täufer seinen Standort mehrfach wechselte. - ('''74''') Dies zweite Zeugnis ist nach der Taufe des Herrn, ja nach seiner Versuchung abgelegt, am Tage nach dem V. 19ff Erzählten. Der Täufer geht dieses Mal in seiner Bezeugung weiter und hebt das Ziel der Menschwerdung hervor. - ('''75''') Er hatte seine Jünger wohl bereits auf das Erscheinen des Herrn vorbereitet (Chrys.). - ('''76''') Diese Bezeichnung ist dem heil. Johannes eigen. Da er mit dem Bilde des Lammes die Sündenvergebung verbindet, deutet dasselbe auf den Opferdienst des A. T. zurück. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Mos29|2Mos 29,38]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:4Mos28|4Mos 28,1.3]]''] (Orig., Cyr., Thom.), der nur vorbildlich war. Aber gewiss nahm er auch Bezug auf [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Jes53|Jes 53,7]]''] (Orig., Chrys., Theoph., Thom.), deshalb will er sagen: Sehet das Lamm, das von den Propheten vorausverkündete. - ('''77''') Das von Gott gesandte (Euth., Theoph., Thom.) - ('''78''') Jesus nimmt die Sünden auf sich und tilgt sie am Kreuze, uns mit seinem Blute reinigend. Das Zeitwort steht in der Gegenwart, weil er dies auf immer tut (Chrys.). - ('''79''') Alle Sünden, in erster Linie die Erbsünde, (Thom.) die ein Makel der Natur ist. Wenngleich der Heiland erst am Kreuze das Opfer für dieselben darbrachte, konnte er doch mit Rücksicht auf den Kreuzestod allezeit die Vergebung der Sünden gewähren. - ('''80''') Dieser, der eben herankommende Jesus. Dieser Vers bildet eine Ergänzung zu V. 29. Im letzteren hat Johannes den Heiland als den Erlöser der ganzen Menschheit dargestellt, hier schildert er unter Berufung auf einen früheren Ausspruch die Würde und Erhabenheit Jesu an sich (V. 15). - ('''81''') Die genaue Erfüllung der Voraussage des heil. Johannes zeigte den Jüngern, wie richtig ihr Meister über Jesus und sich selbst und ihr gegenseitiges Verhältnis gelehrt hatte. - ('''82''') Nachdem der Täufer den Heiland als Messias bezeichnet hat, muss er die Glaubwürdigkeit seines Zeugnisses nachweisen. Er beruft sich also auf eine göttliche Offenbarung (Orig., Chrys., Cyr.). Der heil. Johannes kannte den Heiland nicht (V. 31) bis zur Taufe. (V. 33, Aug., Rup., Theoph.) Als Jesus an den Jordan kam, ahnte er, dass er der Messias sei; aber erst durch die Herabkunft des heil. Geistes erkannte er, dass Jesus der im Geiste Taufende (V. 33), der Sohn Gottes sei. (V. 34) - ('''83''') Der Evangelist setzt hier die Kenntnis der Synoptiker voraus. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt03|Mt 3,13-17]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk01|Mk 1,9-11]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk03|Lk 3,21.22]]''] - ('''84''') Auch die Juden haben das Zeichen gesehen; wenn es für sie vergeblich geschieht, liegt der Grund in der Bosheit ihres Herzens (Chrys., Thom.). Der heil. Geist bleibt bei dem Heiland und wirkt in ihm während seines Erdenwandels. (Orig., Athan., Chrys., Cyr., Hier., Ambr.) - ('''85''') Gott, der auch den Messias gesandt. - ('''86''') Innerlich, wohl als Johannes in der Wüste weilte. - ('''87''') Was Gott mir verheißen zu zeigen, habe ich gesehen und habe unmittelbar nach der Taufe Zeugnis gegeben. Dasselbe ist nicht berichtet (Chrys.). - ('''88''') Nicht adoptiert, wie viele, sondern von Natur, also selbst Gott, der, den [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ps02|Ps 2,7]]''] preist. - ('''89''') Mit Bezug auf V. 29. Der heil. Johannes stand an demselben Platze wie das letzte Mal. Damals war die Begegnung eine mehr zufällige, heute ist sie eine absichtliche. Der eine der beiden Jünger ist Andreas, der andere der Verfasser selbst. Die hohe Enthaltsamkeit, Jungfräulichkeit und Herzensreinheit scheint von dem Täufer auf den scheidenden Jünger gleichsam übergegangen zu sein. - ('''90''') Jesus kam also nicht auf ihn zu. Beide haben verschiedene Aufgaben. Von vornherein mussten die Wege des Neuen Testamentes von denen des Alten geschieden werden. Vor der Taufe fand kein persönlicher Verkehr statt, bei der Taufe nur eine kurze Unterredung. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt03|Mt 3,13-15]]''] Über das persönliche Verhältnis nach der Taufe wissen wir nur, was [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh01|Joh 1,29.31]]''] ferner [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh03|Joh 3,23]]''] endlich [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt11|Mt 11,2]]''] berichtet wird. - ('''91''') Drittes Zeugnis: Kurze Wiederholung des zweiten V. 29. Der heil. Johannes übergeht die von den Synoptikern, z.B. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt04|Mt 4,18]]''] erzählte Berufung der Apostel in Galiläa. Gewiss war ihm die hier V. 36 erzählte Szene tief in das Herz geschrieben, war sie doch der entscheidendste Augenblick seines Lebens. - ('''92''') Sie gingen ihm nach, ohne sich ihm bleibend anzuschließen. - ('''93''') Jesus war wohl schon auf dem Heimwege. Er fragt, um ihrem guten Willen zuvorzukommen und ihnen Zuversicht einzuflößen; denn nach dem Zeugnisse ihres Meisters konnten sie dem Herrn nur mit Scheu und Furcht nahen (Chrys.). - ('''94''') Noch haben sie das Zeugnis des Täufers über die Würde des Herrn nicht genugsam verstanden. - ('''95''') Sie wollen weitere Belehrung erhalten. - ('''96''') Da ihr guten Willens seid. - ('''97''') Da ihr voller Eifer seid, so sehet, wo ich wohne. - ('''98''') Wie viel Belehrung und Trost sie an einem Tage empfangen, geht daraus hervor, dass sie sogleich andere zu gewinnen suchen. Was sie mit dem Herrn gesprochen, sagt der Evangelist nicht; aber aus der Äußerung des heil. Andreas gegen seinen Bruder (V. 41) können wir schließen, dass die messianische Würde Jesu Gegenstand der Belehrung war. - ('''99''') Gegen 4 Uhr nachmittags, zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt27|Mt 27,Anm.57]]''] - ('''100''') Er macht seinen leiblichen Bruder zum geistigen und bereitet als Erstling der Gemeinde das Fundament für die Kirche vor. - ('''101''') Noch ist Petrus nicht genannt und schon wird sein Bruder nach ihm bezeichnet. Welch hohe Stellung musste im Bewusstsein der Leser der heil. Petrus einnehmen! - ('''102''') Gott selbst leitet ihn. Vielleicht geschah dies noch am selben Tage. - ('''103''') Die Erklärung ist für heidenchristliche Leser notwendig. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt01|Mt 1,Anm.1]]'']. - ('''104''') Der Heiland schaut bis in sein Herz. Petrus hatte am Anfange noch nicht die Festigkeit des Felsens. Die Kenntnis seines Namens schöpft Jesus aus sich (Chrys., Cyr., Aug.). - ('''105''') Gleichbedeutend mit Johannes. - ('''106''') Die Namengebung wird [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk03|Mt 3,16]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt16|Mt 16,18]]''] berichtet. - ('''107''') Ob Philippus ein Jünger des Johannes war, wird nicht gesagt. Er ist die erste Frucht der Predigt Jesu, (Thom.) da er, wie es scheint, das Zeugnis des Täufers nicht gehört hat. Der Evangelist nennt die Tage, um die rasch aufeinander folgenden Offenbarungen Jesu vor den Jüngern hervorzuheben. - ('''108''') Es ist die Aufforderung zur Nachfolge als Jünger, ohne dass in dem Worte die Verpflichtung ständiger Lebensgemeinschaft liegt. - ('''109''') Nicht bloßer Zufall ist es. Wer Christus kennt, muss wünschen, dass andere des gleichen Glückes teilhaftig werden. - ('''110''') Gott hat gegeben, Theodot. Er war wohl auf dem Wege zum Täufer. Es ist derselbe Jünger, der auch Bartholomäus heißt. Denn es ist nicht wahrscheinlich, dass der so sichtlich bevorzugte Nathanael von der Apostelwürde ausgeschlossen bleibt; außerdem wird er [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh21|Joh 21,2]]''] so zwischen zwei Aposteln aufgeführt, dass an der gleichen Würde für ihn nicht zu zweifeln ist. Alsdann muss er aber mit einer der in den Apostelverzeichnissen aufgeführten Personen identisch sein. In drei Verzeichnissen [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt10|Mt 10,3]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk03|Mk 3,18]], [[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk06|Lk 6,14]]''] folgt auf Philippus, der Nathanael zu Jesus führte, Bartholomäus, Sohn des Tholmai. Nach Euseb. soll der heil. Bartholomäus bis nach Indien (Yemen) gekommen sein und das Evangelium des heil. Matthäus dorthin in der Ursprache gebracht haben. - ('''111''') D. h. den Messias, denn auf diesen zielten Moses und die Propheten hin. - ('''112''') Nach der gewöhnlichen Volksmeinung, wie er sie wohl von Andreas gehört. - ('''113''') Nazareth war weder im A. T. bekannt, noch Gegenstand der messianischen Weissagungen. Auch war Nathanael in der Nähe zu Hause und schätzte, wie es zu geschehen pflegt, das Nachbarstädtchen gering. Er hält den bisherigen Aufenthaltsort für den Ort der Geburt. - ('''114''') Philippus ist des Erfolges sicher. Sein Beispiel ist allen Ungläubigen guten Willens gegenüber die beste Richtschnur. - ('''115''') Wie V. 43 bekundet Jesus hier sein höheres Wissen, um die Jünger zum Glauben zu führen, da er noch kein Wunder tut. (Cyr.) Du bist nicht nur der Herkunft, sondern auch der Gesinnung nach ein Israelit. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos25|1Mos 25,27]]'']. Die Erklärung folgt im Nebensatze. Sein Kommen zeugt von seinem innersten Wesen: Er sehnt sich nach dem messianischem Heile (Aug.) und bereitet sich durch Gehorsam gegen Gott und die heil. Schrift auf dasselbe vor (Chrys.). - ('''116''') Nathanael lehnt den Lobspruch nicht ab, aber er ist verwundert über ein solches Urteil, das sich auf sein inneres Leben bezieht. - ('''117''') Unter dem dir bekannten Feigenbaum. Es musste dort etwas für Nathanael überaus wichtiges geschehen sein. - ('''118''') Die Morgenländer überlassen sich gern unter Bäumen zum Nachdenken. - ('''119''') Nathanael hat eine mehr geahnte als bewusste Kenntnis von dem höheren Wesen des Herrn. Der Zusatz zeigt, in welchem Sinne er das Wort Sohn Gottes versteht. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt16|Mt 16,18]]''] - ('''120''') Dieses wiederholte „Wahrlich“ ist dem heil. Johannes eigen, indes nur in den Reden des Herrn, in denen es 25 Mal wiederkehrt. - ('''121''') Die älteren Erklärer fassen die Worte vom Auf- und Niedersteigen der Engel buchstäblich und verstehen sie von wirklichen Engelserscheinungen. Indes können die wenigen in der heil. Schrift berichteten Engelserscheinungen doch kaum das Größere sein, das der Herr verspricht, gegenüber der Offenbarung seiner Allwissenheit. So sind die Worte wohl als bildliche Darstellung der Wahrheit anzusehen, dass der Menschensohn während seines Erdenwandels in einer ununterbrochenen, wesenhaften Verbindung mit dem Himmel stand und durch ihn der Himmel den Menschen geöffnet ward. Der Heiland braucht fast die gleichen Worte, die [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:1Mos28|1Mos 28,12]]''] stehen, also hatte er diese Stelle wohl im Auge (Aug.). Da nun an jener Stelle dem Patriarchen im Traumgesichte gezeigt wird, dass Gott mit den Seinigen im Verkehr steht, wird hier gezeigt, dass mit dem Beginn der messianischen Zeit die durch die Sünde unterbrochene Verbindung mit dem Himmel wiederhergestellt ist. - ('''122''') Der Heiland legt sich diesen Namen (über dessen Bedeutung siehe  [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt08|Mt 8,Anm.28]]''] ) in den Evangelien etwa 80 Mal selbst bei, jedesmal, wenn er sich göttliche Eigenschaften zuschreibt oder von dem redet, was seiner unwürdig zu sein scheint, was er aber aus Liebe zu uns litt oder noch leiden wollte. – Wie viele Titel werden dem Heilande in diesem ersten Kapitel mit Bezugnahme auf seine menschliche Natur gegeben! Er ist das Wort (V. 1, V. 14), das Licht (V. 9), der eingeborene Sohn des Vaters (V. 14), der Sohn Gottes (V. 34, V. 49), das Lamm Gottes (V. 36), ein verehrter Lehrer (V. 38, V. 49), der Messias (V. 41, V. 45), der König von Israel (V. 49), endlich der Menschensohn. <br/>
  
  

Version vom 16. August 2019, 06:14 Uhr

Sanctum Jesu Christi Evangelium secundum Joannem

Das heilige Evangelium Jesu Christi nach Johannes - Kap. 1


Prolog (V. 18): Das Gott wesensgleiche Wort tat sich durch die Schöpfung und die übernatürliche Offenbarung kund und ward dennoch nicht von den sündigen Menschen erkannt. (V. 5) Selbst als es von seinem Vorläufer angekündigt in das Seinige kam, ward es von den Seinen nicht aufgenommen, denen aber, die es aufnahmen, gab es die höchste Würde. (V. 13) Dennoch ward das Wort Fleisch und offenbarte seine Herrlichkeit. (V. 18) I. 1-12,50 1. Das Wort wird von denen, die guten Willens sind, aufgenommen, aber nicht von allen mit ausreichendem Glauben. – a. Mit vollkommenem Glauben von dem heil. Johannes dem Täufer, der ihn vor den Abgesandten des hohen Rates (V. 28) und vor seinen Jüngern bekennt (V. 34), von den ersten Jüngern des Herrn, nach einem zweiten Zeugnis des Johannes (V. 42) und der Offenbarung seiner Allwissenheit seitens des Herrn.

1. In principio erat verbum, et verbum erat apud Deum, et Deus erat verbum.
2. Hoc erat in principio apud Deum.
3. Omnia per ipsum facta sunt: et sine ipso factum est nihil, quod factum est,
4. In ipso vita erat, et vita erat lux hominum:
5. Et lux in tenebris lucet, et tenebræ eam non comprehenderunt.
6. Fuit homo missus a Deo, cui nomen erat Joannes.
7. Hic venit in testimonium ut testimonium perhiberet de lumine, ut omnes crederent per illum.
8. Non erat ille lux, sed ut testimonium perhiberet de lumine.
9. Erat lux vera, quæ illuminat omnen hominem venientem in hunc mundum.
10. In mundo erat, et mundus per ipsum factus est, et mundus eum non cognovit.
11. In propria venit, et sui eum non receperunt.
12. Quotquot autem receperunt eum, dedit eis potestatem filios Dei fieri, his, qui credunt in nomine ejus:
13. Qui non ex sanguinibus, neque ex voluntate carnis, neque ex voluntate viri, sed ex Deo nati sunt.
14. Et verbum caro factum est, et habitavit in nobis: et vidimus gloriam ejus, gloriam quasi Unigeniti a Patre plenum gratiæ, et veritatis.
15. Joannes testimonium perhibet de ipso, et clamat dicens: Hic erat, quem dixi: Qui post me venturus est, ante me factus est: quia prior me erat.
16. Et de plenitudine ejus nos omnes accepimus, et gratiam pro gratia.
17. Quia lex per Moysen data est, gratia, et veritas per Jesum Christum facta est.
18. Deum nemo vidit umquam: unigenitus Filius, qui est in sinu Patris, ipse enarravit.
19. Et hoc est testimonium Joannis, quando miserunt Judæi ab Jerosolymis sacerdotes et Levitas ad eum ut interrogarent eum: Tu quis es?
20. Et confessus est, et non negavit: et confessus est: Quia non sum ego Christus.
21. Et interrogaverunt eum: Quid ergo? Elias es tu? Et dixit: Non sum. Propheta es tu? Et respondit: Non.
22. Dixerunt ergo ei: Quis es ut responsum demus his, qui miserunt nos? quid dicis de teipso?
23. Ait: Ego vox clamantis in deserto: Dirigite viam Domini, sicut dixit Isaias propheta.
24. Et qui missi fuerant, erant ex Pharisæis.
25. Et interrogaverunt eum, et dixerunt ei: Quid ergo baptizas, si tu non es Christus, neque Elias, neque propheta?
26. Respondit eis Joannes, dicens: Ego baptizo in aqua: medius autem vestrum stetit, quem vos nescitis.
27. Ipse est, qui post me venturus est, qui ante me factus est: cujus ego non sum dignus ut solvam ejus corrigiam calceamenti.
28. Hæc in Bethania facta sunt trans Jordanem, ubi erat Joannes baptizans.
29. Altera die vidit Joannes Jesum venientem ad se, et ait: Ecce agnus Dei, ecce qui tollit peccatum mundi.
30. Hic est, de quo dixi: Post me venit vir, qui ante me factus est: quia prior me erat.
31. Et ego nesciebam eum, sed ut manifestetur in Israel, propterea veni ego in aqua baptizans.
32. Et testimonium perhibuit Joannes, dicens: Quia vidi Spiritum descendentem quasi columbam de cœlo, et mansit super eum.
33. Et ego nesciebam eum: sed qui misit me baptizare in aqua, ille mihi dixit: Super quem vederis Spiritum descendentem, et manentem super eum, hic est, qui baptizat in Spiritu sancto.
34. Et ego vidi: et testimonium perhibui quia hic est Filius Dei.
35. Altera die iterum stabat Joannes, et ex discipulis ejus duo.
36. Et respiciens Jesum ambulantem, dixit: Ecce agnus Dei.
37. Et audierunt eum duo discipuli loquentem, et secuti sunt Jesum.
38. Conversus autem Jesus, et videns eo sequentes se, dicit eis: Quid quæritis? Qui dixerunt ei: Rabbi, (quod dicitur interpretatum Magister) ubi habitas?
39. Dicit eis: Venite, et videte. Venerunt, et viderunt ubi maneret, et apud eum manserunt die illo: hora autem erat quasi decima.
40. Erat autem Andreas frater Simonis Petri unus ex duobus, qui audierant a Joanne, et secuti fuerant eum.
41. Invenit hic primum fratrem suum Simonem, et dicit ei: Invenimus Messiam, (quod est interpretatum Christus.)
42. Et adduxit eum ad Jesum. Intuitus autem eum Jesus, dixit: Tu es Simon filius Jona: tu vocaberis Cephas, quod interpretatur Petrus.
43. In crastinum voluit exire in Galilæam, et invenit Philippum. Et dicit ei Jesus: Sequere me.
44. Erat autem Philippus a Bethsaida, civitate Andreæ, et Petri.
45. Invenit Philippus Nathanael, et dicit ei: Quem scripsit Moyses in lege, et prophetæ, invenimus Jesum filium Joseph a Nazareth.
46. Et dixit ei Nathanael: A Nazareth potest aliquid boni esse? Dicit ei Philippus: Veni, et vide.
47. Vidit Jesus Nathanael venientem ad se, et dicit de eo: Ecce vere Israelita, in quo dolus non est.
48. Dicit ei Nathanael: Unde me nosti? Respondit Jesus, et dixit ei: Priusquam te Philippus vocaret, cum esses sub ficu, vidi te.
49. Respondit ei Nathanael, et ait: Rabbi, tu es Filius Dei, tu es Rex Israel.
50. Respondit Jesus, et dixit ei: Quia dixi tibi: Vidi te sub ficu, credis: majus his videbis.
51. Et dicit ei: Amen, amen dico vobis, videbitis cœlum apertum, et Angelos Dei ascendentes, et descendentes supra Filium hominis.

1. Im Anfange1 war2 das Wort,3 und das Wort war bei4 Gott,5 und Gott6 war das Wort.
2. Dieses7 war im Anfange bei Gott.
3. Alles8 ist durch9 dasselbe10 geworden,11 und ohne dasselbe ist nichts geworden, was geworden ist.12
4. In ihm war das Leben,13 und das Leben14 war das Licht der Menschen.15
5. Und das Licht16 leuchtet17 in der Finsternis,18 aber die Finsternis hat es nicht erfasst.19
6. Es war20 ein Mensch von Gott gesandt,21 sein Name war Johannes. [Mt 3,1, Mk 1,2]
7. Dieser kam zum Zeugnisse, damit er Zeugnis von dem Lichte gäbe, auf dass alle22 durch ihn glaubten.23
8. Er war nicht das Licht,24 sondern er sollte Zeugnis geben von dem Lichte.25
9. Es war das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet,26 der in diese Welt kommt. [Joh 3,19]
10. Er war in der Welt,27 und die Welt ist durch dasselbe gemacht worden, und die Welt28 hat ihn nicht erkannt.
11. Er kam29 in sein Eigentum,30 und die Seinigen nahmen ihn nicht auf.31
12. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen32 gab er Macht,33 Kinder Gottes zu werden, denen nämlich, die an seinen Namen glauben,34
13. welche nicht aus dem Geblüte, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes,35 sondern aus Gott geboren sind.36
14. Und das Wort ist Fleisch37 geworden,38 und hat unter uns39 gewohnet;40 und wir haben seine Herrlichkeit gesehen,41 eine Herrlichkeit als42 des Eingebornen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit.43 [Mt 1,16, Lk 2,7]
15. Johannes gibt Zeugnis von ihm,44 und ruft und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Der nach mir kommen wird,45 ist vor mir gewesen;46 denn er war eher als ich.
16. Und47 aus seiner Fülle48 haben wir alle49 empfangen, Gnade um Gnade.50
17. Denn das Gesetz51 wurde durch Moses52 gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.53
18. Gott hat niemand54 je gesehen;55 der eingeborne Sohn, der im Schoße56 des Vaters ist,57 er hat es uns kund getan58 [1Tim 6,16, 1Joh 4,12]
19. Und dieses ist das Zeugnis des Johannes,59 als die Juden von Jerusalem60 Priester und Leviten61 an ihn sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du?
20. Und er bekannte, und leugnete nicht; und er bekannte: Ich62 bin nicht Christus!

21. Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin es nicht.63 Bist du der Prophet?64 Er antwortete: Nein.65
22. Sie sprachen also zu ihm: Wer bist du? damit wir denen, die uns gesandt haben, Antwort geben. Was sagst du von dir selbst?66
23. Er sprach: Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, wie der Prophet Isaias67 gesprochen hat. [Jes 40,3, Mt 3,3, Mk 1,3, Lk 3,4]
24. Die Abgesandten aber waren aus den Pharisäern.68
25. Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, wenn du nicht Christus bist, noch Elias, noch der Prophet?69
26. Johannes antwortete ihnen und sprach:70 Ich taufe mit Wasser, mitten unter euch71 steht der, den ihr nicht kennet. [Apg 1,5, Apg 11,16, Apg 19,4]
27. Er ist es, der nach mir kommen wird, der vor mir gewesen ist, und dessen Schuhriemen aufzulösen ich nicht würdig bin.72 [Mk 1,7, Lk 3,16]
28. Dies geschah zu Bethania,73 jenseits des Jordans, wo Johannes taufte.
29. Am andern Tage sah Johannes Jesus zu sich kommen, und sprach:74 Sehet,75 das Lamm76 Gottes,77 sehet, welches hinwegnimmt78 die Sünde der Welt!79
30. Dieser80 ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir vorgegangen ist; denn er war eher als ich.81
31. Und ich kannte ihn nicht;82 aber damit er in Israel offenbar würde, deshalb kam ich, mit Wasser taufend.
32. Und Johannes gab Zeugnis, und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen,83 und er weilte über ihm.84 [Mt 3,16]
33. Und ich kannte ihn nicht; aber der, welcher mich gesandt hat,85 mit Wasser zu taufen, sprach zu mir:86 Über wen du den Geist herabsteigen sehen wirst und über ihm weilen, dieser ist es, der mit dem heiligen Geiste tauft. [Mk 1,10, Lk 3,22]
34. Und ich habe gesehen,87 und habe Zeugnis gegeben, dass dieser der Sohn Gottes88 ist.
35. Des andern Tages stand Johannes abermals89 da und zwei von seinen Jüngern.
36. Und als er Jesus umherwandeln90 sah, sprach er:91 Sehet, das Lamm Gottes!
37. Und die zwei Jünger hörten ihn das sagen, und folgten Jesus nach.92
38. Jesus aber wandte sich um, und da er sah, dass sie ihm folgten, sprach er zu ihnen: Was suchet ihr?93 Sie sprachen zu ihm: Rabbi! (das heißt verdolmetscht Meister)94 wo wohnest du?95
39. Er sprach zu ihnen: Kommet,96 und sehet es!97 Da kamen sie, und sahen, wo er sich aufhielt, und blieben diesen Tag bei ihm.98 Es war um die zehnte Stunde.99
40. Andreas100 aber, der Bruder des Simon Petrus,101 war einer von den beiden, welche dies von Johannes gehört hatten, und ihm nachgefolgt waren. [Mt 4,18]
41. Dieser fand102 zuerst seinen Bruder Simon, und sprach zu ihm: Wir haben den Messias (das ist verdolmetscht Christus)103 gefunden.
42. Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an,104 und sprach: Du bist Simon, der Sohn des Jonas;105 du wirst Kephas, das ist Petrus, heißen.106
43. Am folgenden Tage wollte er fortgehen nach Galiläa, und fand den Philippus.107 Und Jesus sprach zu ihm: Folge mir nach!108
44. Es war aber Philippus aus Bethsaida, der Stadt des Andreas und Petrus.
45. Philippus traf109 den Nathanael110 und sprach zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Moses im Gesetze und die Propheten geschrieben haben,111 Jesus, den Sohn Josephs von Nazareth.112 [1Mos 49,10, 5Mos 18,18, Jes 40,10, Jes 45,8, Jer 23,5, Ez 34,23, Ez 37,24, Dan 9,24.25]
46. Und Nathanael sprach zu ihm: Kann denn aus Nazareth etwas Gutes kommen?113 Philippus sprach zu ihm: Komm, und siehe.114
47. Jesus sah den Nathanael zu sich kommen, und sprach von ihm: Siehe, ein wahrer Israelit,115 in welchem kein Falsch ist! [Ps 31,2]
48. Nathanael sprach zu ihm: Woher kennest du mich?116 Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Bevor dich Philippus rief, da du unter dem117 Feigenbaume warest,118 sah ich dich.
49. Nathanael antwortete ihm, und sprach: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!119
50. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Weil ich dir gesagt habe, ich sah dich unter dem Feigenbaume, glaubest du: Größeres als dieses wirst du sehen.
51. Und er sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich,120 ich sage euch, ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen121 über dem Menschensohne!122

Fußnote

Kap. 1 (1) Ehe etwas ward. [1Mos 1,1, Spr 8,23] Mittelbar folgt hieraus nach dem Sprachgebrauche der heil. Schrift die Ewigkeit des Wortes. - (2) Gegensatz zu [1Mos 1,1]: Im Anfange schuf Gott. Durch die Form des Zeitwortes „war“ wird das Sein des Wortes als anfangs- und endlos bezeichnet. - (3) „Es war“ steht vier Mal. Was du immer ausdenken magst, der Sohn war. (Ambr.); du wirst keinen Zeitraum finden, in dem er nicht war. Die Offenbarung vom Sohne Gottes war auch den Israeliten zuteil geworden, wie [Spr 8,22-31, Weish 7, Weish 8, JSir 24, Baru 3,9-4,4] zeigen. Dieses Wort ist offenbar eine Person, denn später werden von ihm Dinge gesagt, welche nur von Personen ausgesagt werden können; und zwar eine göttliche Person. (V. 1, 14) Der Gedanke, dass das „Wort Gottes“ persönlich, Sohn Gottes sei, war den Juden in der der Menschwerdung unseres Herrn unmittelbar vorhergehenden Zeit geläufig und hatte in der Schrift ihren Halt, z. B. [Weish 18,15, Weish10,15] - (4) Von dem Vater unterschieden und doch mit ihm in innigster Lebensgemeinschaft stehend. - (5) Dem Vater. - (6) Die Weglassung des Artikels im Griechischen deutet an, dass das Wort Gottes im zweiten Falle nicht auf eine Person bezogen wird, wie in der ersten Hälfte des Verses (Orig., Euseb.) - (7) Das zuvor in seiner Erhabenheit beschriebene ewige, persönliche, göttliche Wort (Cyr., Euth.). - (8) Griech. Mit Artikel: Alles ohne Ausnahme, Sichtbares und Unsichtbares (Ir., Chrys.). Mithin ist auch alles, was außer Gott ist, geschaffen. - (9) Die Schöpfung ist eine Offenbarung Gottes. Das Wort ist der Mittler. - (10) Vater und Sohn wirkten in gleicher Freiheit und Macht. – (11) Gegensatz zu „war“ V. 1. Vergl. [Kol 1,16]. – (12) Dreifache Wahrheit: Was nicht Gott selbst ist, ist nicht allezeit seiendes, sondern gewordenes, von einem außer ihm bestehenden Macht gesetztes Sein. Alles Geschöpfliche ist durch die aus Vater und heil. Geiste im Worte wirkende Schöpfermacht geworden. Was immer ist außer Gott, verdankt sein Dasein dem Worte und nicht sich selbst oder etwaigen anderen unabhängigen Ursachen. – (13) Das göttliche Leben, welches die Quelle alles physischen und geistigen Lebens ist (Cyr., Theoph., Euth.). - (14) Des Wortes. Licht und Finsternis, Wahrheit und Irrtum, Tugend und Sünde werden hier bereits angedeutet. Das Leben des Wortes war das Licht der Menschen mit Beziehung auf den Zeitpunkt der Menschwerdung. - (15) Zwischen V. 4 und 5 liegt das [1Mos 3,1] Erzählte. - (16) Das Wort. Vergl. [Joh 8,12]. - (17) Es leuchtet ohne Unterlass, die von Sünden befleckten Seelen von Makeln befreiend. - (18) Es bleibt auch noch Finsternis zurück. - (19) Die Sünde stand dem entgegen. - (20) Trat auf. - (21) Mit bestimmtem Auftrage (V. 33, 28) [Mal 3,1]. Der Evangelist hat sich bis dahin vor dem vorweltlichen Sein des Wortes gesprochen, alsdann von seinem Verhältnis zur Welt, nunmehr geht er zur Menschwerdung über. - (22) Die Juden und alle Menschen. - (23) Der Glaube wird wie V. 20, V. 31 als Zweck des Evangeliums bezeichnet. - (24) Ein Licht, doch nicht das Licht (Cyr.). Wie man an einem vom Lichte beschienenen Körper sehen kann, dass die Sonne aufgegangen ist, die man noch nicht sehen kann; wie man auch mit kranken Augen wenigstens an einem von der Sonne beschienenen Berg oder Baum zu erkennen im Stande ist, dass die Sonne bereits am Himmel steht, in die man nicht schauen kann, so leuchtet denen, die Christus noch nicht anzuschauen vermochten, Johannes, und durch ihn, welcher bekannte, er sei nur entlehntes Licht, wurde der Leuchtende selbst erkannt (Aug.). - (25) Von dem Licht. Das Zeugnis bezog sich auf das Licht, welches das Wort brachte. V. 19. - (26) [Lk 11,36, Apg 21,23] Wer nicht erleuchtet wird, trägt selbst die Schuld (Chrys., Aug.). Besonders die Taufe ist eine Erleuchtung. (Aug. a.) - (27) Vor der Menschwerdung (Chrys., Aug., Bed.). - (28) Die Menschen, welche der Welt anhängen und das Irdische suchen (Chrys., Aug.). - (29) In der Menschwerdung zu allen Menschen (Chrys., Euth.), vorzüglich den Juden. (Aug., Bed.) Steigerung der Verkündigung. - (30) V. 9 wurde das Wort Licht genannt, V. 10 wird das Wirken des Wortes als Licht bei den Heiden, V. 11 besonders bei den Juden geschildert. - (31) Vergl. [JSir 24,1]. - (32) Eine Ausnahme, wohl besonders die Heiden (Cyr.). - (33) Durch den Glauben wird der Mensch auf die Taufe vorbereitet, in der er ein Kind Gottes wird. (Thom.) Der Evangelist bemerkt vorweg, wie die, welche die ihnen gegebene Macht benutzen, Kinder Gottes werden. - (34) Vergl. [Mt 5,45]. - (35) Das Geblüt ist gleichsam der Stoff, der Wille des Fleisches die sinnliche wirksame Ursache, der Wille des Mannes die vernünftige wirkende Ursache. Ein Kind Gottes wird man nicht, wie die Juden meinten, lediglich durch leibliche Abstammung. - (36) Der Evangelist schildert die hohe Würde der Kindschaft, um die Gläubigen zur Bewahrung dieses herrlichen Vorzuges anzustacheln (Chrys., Euth. Theoph.). - (37) Das Wort nahm die menschliche Natur an, die vernunftbegabte Seele einbegriffen (Aug.). Die Kirche verwarf deshalb den Apollinarismus, der lehrte, dass bei dem Heilande das Wort die vernunftbegabte Seele vertrat. Da der Ausdruck Fleisch die Nebenbedeutung der Schwäche einschließt, stellt der Evangelist durch den Gegensatz Wort und Fleisch die Größe dieses Geheimnisses der göttlichen Liebe vor Augen. Christus ist Gott und Mensch zugleich in einer Person, aber nicht durch Verwandlung der Gottheit in das Fleisch, nicht durch Vermischung der Naturen, sondern durch die Einheit der Person. (Athanas., Glaubensbek. 5. Ökum. Konzil Kann 4) - (38) Um die Menschenkinder zu Gotteskinder(V. 13) zu machen, ist Gottes eingeborener Sohn Menschensohn geworden (Chrys.). - (39) Unter den Aposteln und anderen, die ihn gekannt. - (40) In der menschlichen Natur und auf Erden wie in einem Zelte. [2Petr 1,13.14]. Dieses Bild ist wohl mit Rücksicht auf die Verheißungen des A. T. [2Mos 25,8, Joel 3,21, Ez 37,27, Apg 2,8] gewählt und soll dies Erdenleben als ein schnell vorübergehendes bezeichnen. - (41) Die unter der menschlichen Hülle verborgene Herrlichkeit (Chrys., Bed.) sehen wir durch seine Wunder [Joh 2,11, Joh 11,40], seine Verklärung [Lk 9,32] und seine Auferstehung (Euth., Bed.). Diese Herrlichkeit war vorgebildet [2Mos 24,16, 2Chr 5,13] und ist ein Anfang der zukünftigen Offenbarung Gottes. [Offenb 21,3] Sie ist jener Himmelsglanz, der die heil. Gegenwart Gottes unmittelbar und allezeit umgibt. [2Mos 40,36, Offenb 15,8] - (42) Wie sie dem zukam, der Eingeborener vom Vater ist. - (43) Gnade und Wahrheit bezeichnen im A. T. Gottes Liebeserweisungen gegen die Frommen und seine Treue in der Erfüllung seiner Verheißungen. Beide haben sich also in der Menschwerdung am vollkommensten offenbart. - (44) Das Zeugnis des heil. Johannes musste bei den Juden, bei denen er im hohen Ansehen stand, besonders von Wert sein. Die Erzählung des vierten Evangeliums schließt sich hier an die Versuchung des Herrn [Mt 4,1-11, Mk 1,12.13, Lk 4,1-13] an und berichtet bis zum Ende des 3. Kapitels Ereignisse, welche bei den Synoptikern nicht berührt werden. - (45) Von dem öffentlichen Auftreten des Herrn gesagt (Chrys., Ambr., Aug.). - (46) Hat mich an Würde übertroffen. Der Beisatz: „denn er war eher“ gibt den Grund an, weshalb das Wort Johannes an Würde übertrifft: Obgleich dem Auftreten und dem leiblichen Alter nach später als der Täufer ist Christus doch schon vor ihm gewesen, also hat er außer dem menschlichen Sein noch ein anderes, göttliches. Darauf weist [Mt 3,11, Mk 1,17, Lk 3,16] hin. Auch V. 27 schließt sich so passend an und der Täufer selbst bezeugt so die Ewigkeit des Wortes ( Aug., Thom.). V. 15 ist wegen der Wichtigkeit des grundlegenden V. 14 gesetzt. Der Prophet sieht das Zukünftige als bereits geschehen. - (47) Die richtigere Lesart ist weil, nicht: und. Der Evangelist knüpft an V. 14 an: Wir haben ihn als voll von Gnade usw. erkannt, weil wir selbst aus seiner Fülle empfangen haben. - (48) Da in ihm die unerschöpfliche Fülle ist, kann er allen mitteilen. - (49) Wie V. 14 unter uns. Der Apostel bezeugt die Wahrheit des Zeugnisses des Täufers, alle Gläubigen bestätigen das Zeugnis des Apostels, so dass der V. 14 ausgesprochene Hauptsatz unanfechtbar ist. - (50) In überreichem Maße. - (51) Das A. T. befahl, aber half nicht. Vergl. [Roem 5,20]. Es enthielt Wahrheit, aber gab nicht aus sich die innere Kraft zur Vollständigen Erfüllung, und wurde dadurch Veranlassung zu vielen Übertretungen. Zudem enthielt es nicht alle Heilswahrheiten und viele von denen, welche es bot, waren unentwickelt und durch Bilder verschleiert. Es war freilich auch der A. B., „das Gesetz“ eine Gnade [Roem 3,1.2], besonders weil er eine Erziehungsanstalt auf Christus hin war [Gal 3,24] und es lag den Israeliten viel näher gerettet zu werden als den Heiden, aber die Rettung konnte durch die äußere Gnade, Offenbarung, Gesetz, Zeremonien an sich nicht geschehen, sondern ward nur durch die Gnade vollbracht, welche der kommende Messias verdienen sollte. Darum wird hier das Alte Testament als „Gesetz“ dem neuen Testament als „Gnade“ gegenübergestellt. Vergl. [Hebr 10,1]. Zwar konnten auch die Frommen des Alten Bundes Gnade erlangen, aber sie erlangten dieselbe nicht vermöge und aus ihrer Religionseinrichtung, sondern vermöge und in Kraft des zukünftigen Heils, das sie durch den Glauben an die göttlichen Verheißungen erreichen mussten. - (52) Moses, der den Juden weit über Johannes steht, steht dennoch tief unter Christus. - (53) Von dieser ersten Nennung des Heilandes an wird in der Folge im Evangelium die Bezeichnung Wort nicht mehr gebraucht. - (54) Moses und die Propheten haben Gott zwar gesehen, aber unter einer die Herrlichkeit und das Wesen Gottes verbergenden Hülle. Darum konnten sie auch „die Wahrheit“ selbst nicht lehren. Selbst im Himmel ist das Schauen Gottes seitens der Seligen kein solches, das die göttliche Wesenheit ganz erfasste, so weit sie nur erfasst zu werden vermag. - (55) In seiner unverhüllten Wesenheit. - (56) Bezeichnung der innigsten Lebensgemeinschaft. - (57) Der eingeborene Sohn sieht den Vater unaufhörlich. - (58) Als er auf Erden wandelte, hat er die Geheimnisse der Gottheit kundgetan. - (59) Das Zeugnis ist bereits V. 7 und V. 15 angedeutet. - (60) Besonders der hohe Rat. - (61) Johannes hebt den religiösen Charakter der Sendung hervor. Die Leviten waren wie die Priester aus dem Stamme Levi, hatten aber in späteren Zeiten eine untergeordnete Bedeutung [Ez 44,6ff] Mit Serubabel kamen nur 74 Leviten aus der Gefangenschaft zurück. [Esra 2,40]. Esdras (Esra) konnte nur 38 bewegen, nach Jerusalem überzusiedeln. Sie wurden, obwohl sie auch lehren konnten, fast den Tempeldienern gleichgestellt. - (62) Die Voranstellung des Ich zeigt, dass er nur verneint, er selbst sei Christus, nicht aber, dass dieser schon gekommen sei. - (63) Die verneinende Antwort konnte die Abgesandten nicht befriedigen, deshalb gehen sie vom Messias zu seinem Vorläufer über. Als solcher wurde nach [Mal 4,5] Elias erwartet. Vergl. [Mt 11,10]. Johannes verneint auch diese Frage, da er nicht der Elias des A. T. ist [Lk 1,17] - (64) So bist du der[5Mos 18,15.18] verheißene Prophet? Dies sollte freilich der Messias selbst sein, wie [Apg 3,22.23] zeigt, indes war dies den Juden nicht klar. Dass der heil. Johannes ein Prophet ist, bezeugt der Heiland [Mt 11,9], und dies leugnet auch der Täufer hier nicht (Orig.). Er leugnet nur „der“ Prophet zu sein. - (65) Johannes antwortet auf den Sinn, nicht auf die Worte der Frage. (Aug., Chrys.) Der Sinn war: Bist du vielleicht Christus? - (66) Um eine klare Antwort zu erhalten, berufen sich die Abgesandten jetzt auf ihre Würde. Auf die jetzt gestellte Frage musste der Täufer umso lieber antworten, als er auf den Messias vorbereiten sollte. - (67) Der Evangelist führt die Worte des Täufers an, weil das Zeugnis durch die Berufung auf den Propheten Isaias besonders Gewicht erhielt (Cyr., Chrys.). - (68) Schon hier tritt die Gehässigkeit der Pharisäer und ihre Unempfindlichkeit hervor. Dieser Umstand wird wegen des folgenden Verses eingefügt, weil gerade die Pharisäer lehrten, nur Christus oder Elias oder der Prophet könnten taufen. - (69) Sie wählen statt des allgemeinen Wortes die charakteristische Handlung des Täufers; zumal [Ez 36,25] und [Sach 13,1] das Taufen dem Messias und seinen Begleitern zugeschrieben schien. - (70) Johannes rechtfertigte sich durch sein Verhältnis zu dem nach ihm Kommenden: Meine Taufe ist eigentlich nur mit Wasser, die Taufe des Messias reinigt und heiligt innerlich. - (71) Ihr seid um mich und mein Wirken besorgt und kümmert euch nicht um den, dem all euer Sinnen und Mühen gelten sollte; ihn kennt ihr nicht, obgleich er schon in eurer Mitte ist. Ich muss vorbereitend taufen, da er schon so nahe ist. - (72) Christus wird so die höchste Würde zugeschrieben, wenn ein Mann wie Johannes sich nicht für würdig hält, ihm die niedrigsten Dienste zu leisten. - (73) Johannes fügt den Ort hinzu, um durch die Genauigkeit der Erzählung die Bedeutung des wichtigen Zeugnisses noch mehr zu zeigen (Cyr.). Es ist die Jordansau am mittleren Jordan gemeint [Mt 3,5, Lk 3,3], in der der Täufer seinen Standort mehrfach wechselte. - (74) Dies zweite Zeugnis ist nach der Taufe des Herrn, ja nach seiner Versuchung abgelegt, am Tage nach dem V. 19ff Erzählten. Der Täufer geht dieses Mal in seiner Bezeugung weiter und hebt das Ziel der Menschwerdung hervor. - (75) Er hatte seine Jünger wohl bereits auf das Erscheinen des Herrn vorbereitet (Chrys.). - (76) Diese Bezeichnung ist dem heil. Johannes eigen. Da er mit dem Bilde des Lammes die Sündenvergebung verbindet, deutet dasselbe auf den Opferdienst des A. T. zurück. [2Mos 29,38, 4Mos 28,1.3] (Orig., Cyr., Thom.), der nur vorbildlich war. Aber gewiss nahm er auch Bezug auf [Jes 53,7] (Orig., Chrys., Theoph., Thom.), deshalb will er sagen: Sehet das Lamm, das von den Propheten vorausverkündete. - (77) Das von Gott gesandte (Euth., Theoph., Thom.) - (78) Jesus nimmt die Sünden auf sich und tilgt sie am Kreuze, uns mit seinem Blute reinigend. Das Zeitwort steht in der Gegenwart, weil er dies auf immer tut (Chrys.). - (79) Alle Sünden, in erster Linie die Erbsünde, (Thom.) die ein Makel der Natur ist. Wenngleich der Heiland erst am Kreuze das Opfer für dieselben darbrachte, konnte er doch mit Rücksicht auf den Kreuzestod allezeit die Vergebung der Sünden gewähren. - (80) Dieser, der eben herankommende Jesus. Dieser Vers bildet eine Ergänzung zu V. 29. Im letzteren hat Johannes den Heiland als den Erlöser der ganzen Menschheit dargestellt, hier schildert er unter Berufung auf einen früheren Ausspruch die Würde und Erhabenheit Jesu an sich (V. 15). - (81) Die genaue Erfüllung der Voraussage des heil. Johannes zeigte den Jüngern, wie richtig ihr Meister über Jesus und sich selbst und ihr gegenseitiges Verhältnis gelehrt hatte. - (82) Nachdem der Täufer den Heiland als Messias bezeichnet hat, muss er die Glaubwürdigkeit seines Zeugnisses nachweisen. Er beruft sich also auf eine göttliche Offenbarung (Orig., Chrys., Cyr.). Der heil. Johannes kannte den Heiland nicht (V. 31) bis zur Taufe. (V. 33, Aug., Rup., Theoph.) Als Jesus an den Jordan kam, ahnte er, dass er der Messias sei; aber erst durch die Herabkunft des heil. Geistes erkannte er, dass Jesus der im Geiste Taufende (V. 33), der Sohn Gottes sei. (V. 34) - (83) Der Evangelist setzt hier die Kenntnis der Synoptiker voraus. [Mt 3,13-17, Mk 1,9-11, Lk 3,21.22] - (84) Auch die Juden haben das Zeichen gesehen; wenn es für sie vergeblich geschieht, liegt der Grund in der Bosheit ihres Herzens (Chrys., Thom.). Der heil. Geist bleibt bei dem Heiland und wirkt in ihm während seines Erdenwandels. (Orig., Athan., Chrys., Cyr., Hier., Ambr.) - (85) Gott, der auch den Messias gesandt. - (86) Innerlich, wohl als Johannes in der Wüste weilte. - (87) Was Gott mir verheißen zu zeigen, habe ich gesehen und habe unmittelbar nach der Taufe Zeugnis gegeben. Dasselbe ist nicht berichtet (Chrys.). - (88) Nicht adoptiert, wie viele, sondern von Natur, also selbst Gott, der, den [Ps 2,7] preist. - (89) Mit Bezug auf V. 29. Der heil. Johannes stand an demselben Platze wie das letzte Mal. Damals war die Begegnung eine mehr zufällige, heute ist sie eine absichtliche. Der eine der beiden Jünger ist Andreas, der andere der Verfasser selbst. Die hohe Enthaltsamkeit, Jungfräulichkeit und Herzensreinheit scheint von dem Täufer auf den scheidenden Jünger gleichsam übergegangen zu sein. - (90) Jesus kam also nicht auf ihn zu. Beide haben verschiedene Aufgaben. Von vornherein mussten die Wege des Neuen Testamentes von denen des Alten geschieden werden. Vor der Taufe fand kein persönlicher Verkehr statt, bei der Taufe nur eine kurze Unterredung. [Mt 3,13-15] Über das persönliche Verhältnis nach der Taufe wissen wir nur, was [Joh 1,29.31] ferner [Joh 3,23] endlich [Mt 11,2] berichtet wird. - (91) Drittes Zeugnis: Kurze Wiederholung des zweiten V. 29. Der heil. Johannes übergeht die von den Synoptikern, z.B. [Mt 4,18] erzählte Berufung der Apostel in Galiläa. Gewiss war ihm die hier V. 36 erzählte Szene tief in das Herz geschrieben, war sie doch der entscheidendste Augenblick seines Lebens. - (92) Sie gingen ihm nach, ohne sich ihm bleibend anzuschließen. - (93) Jesus war wohl schon auf dem Heimwege. Er fragt, um ihrem guten Willen zuvorzukommen und ihnen Zuversicht einzuflößen; denn nach dem Zeugnisse ihres Meisters konnten sie dem Herrn nur mit Scheu und Furcht nahen (Chrys.). - (94) Noch haben sie das Zeugnis des Täufers über die Würde des Herrn nicht genugsam verstanden. - (95) Sie wollen weitere Belehrung erhalten. - (96) Da ihr guten Willens seid. - (97) Da ihr voller Eifer seid, so sehet, wo ich wohne. - (98) Wie viel Belehrung und Trost sie an einem Tage empfangen, geht daraus hervor, dass sie sogleich andere zu gewinnen suchen. Was sie mit dem Herrn gesprochen, sagt der Evangelist nicht; aber aus der Äußerung des heil. Andreas gegen seinen Bruder (V. 41) können wir schließen, dass die messianische Würde Jesu Gegenstand der Belehrung war. - (99) Gegen 4 Uhr nachmittags, zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Vergl. [Mt 27,Anm.57] - (100) Er macht seinen leiblichen Bruder zum geistigen und bereitet als Erstling der Gemeinde das Fundament für die Kirche vor. - (101) Noch ist Petrus nicht genannt und schon wird sein Bruder nach ihm bezeichnet. Welch hohe Stellung musste im Bewusstsein der Leser der heil. Petrus einnehmen! - (102) Gott selbst leitet ihn. Vielleicht geschah dies noch am selben Tage. - (103) Die Erklärung ist für heidenchristliche Leser notwendig. Vergl. [Mt 1,Anm.1]. - (104) Der Heiland schaut bis in sein Herz. Petrus hatte am Anfange noch nicht die Festigkeit des Felsens. Die Kenntnis seines Namens schöpft Jesus aus sich (Chrys., Cyr., Aug.). - (105) Gleichbedeutend mit Johannes. - (106) Die Namengebung wird [Mt 3,16, Mt 16,18] berichtet. - (107) Ob Philippus ein Jünger des Johannes war, wird nicht gesagt. Er ist die erste Frucht der Predigt Jesu, (Thom.) da er, wie es scheint, das Zeugnis des Täufers nicht gehört hat. Der Evangelist nennt die Tage, um die rasch aufeinander folgenden Offenbarungen Jesu vor den Jüngern hervorzuheben. - (108) Es ist die Aufforderung zur Nachfolge als Jünger, ohne dass in dem Worte die Verpflichtung ständiger Lebensgemeinschaft liegt. - (109) Nicht bloßer Zufall ist es. Wer Christus kennt, muss wünschen, dass andere des gleichen Glückes teilhaftig werden. - (110) Gott hat gegeben, Theodot. Er war wohl auf dem Wege zum Täufer. Es ist derselbe Jünger, der auch Bartholomäus heißt. Denn es ist nicht wahrscheinlich, dass der so sichtlich bevorzugte Nathanael von der Apostelwürde ausgeschlossen bleibt; außerdem wird er [Joh 21,2] so zwischen zwei Aposteln aufgeführt, dass an der gleichen Würde für ihn nicht zu zweifeln ist. Alsdann muss er aber mit einer der in den Apostelverzeichnissen aufgeführten Personen identisch sein. In drei Verzeichnissen [Mt 10,3, Mk 3,18, Lk 6,14] folgt auf Philippus, der Nathanael zu Jesus führte, Bartholomäus, Sohn des Tholmai. Nach Euseb. soll der heil. Bartholomäus bis nach Indien (Yemen) gekommen sein und das Evangelium des heil. Matthäus dorthin in der Ursprache gebracht haben. - (111) D. h. den Messias, denn auf diesen zielten Moses und die Propheten hin. - (112) Nach der gewöhnlichen Volksmeinung, wie er sie wohl von Andreas gehört. - (113) Nazareth war weder im A. T. bekannt, noch Gegenstand der messianischen Weissagungen. Auch war Nathanael in der Nähe zu Hause und schätzte, wie es zu geschehen pflegt, das Nachbarstädtchen gering. Er hält den bisherigen Aufenthaltsort für den Ort der Geburt. - (114) Philippus ist des Erfolges sicher. Sein Beispiel ist allen Ungläubigen guten Willens gegenüber die beste Richtschnur. - (115) Wie V. 43 bekundet Jesus hier sein höheres Wissen, um die Jünger zum Glauben zu führen, da er noch kein Wunder tut. (Cyr.) Du bist nicht nur der Herkunft, sondern auch der Gesinnung nach ein Israelit. Vergl. [1Mos 25,27]. Die Erklärung folgt im Nebensatze. Sein Kommen zeugt von seinem innersten Wesen: Er sehnt sich nach dem messianischem Heile (Aug.) und bereitet sich durch Gehorsam gegen Gott und die heil. Schrift auf dasselbe vor (Chrys.). - (116) Nathanael lehnt den Lobspruch nicht ab, aber er ist verwundert über ein solches Urteil, das sich auf sein inneres Leben bezieht. - (117) Unter dem dir bekannten Feigenbaum. Es musste dort etwas für Nathanael überaus wichtiges geschehen sein. - (118) Die Morgenländer überlassen sich gern unter Bäumen zum Nachdenken. - (119) Nathanael hat eine mehr geahnte als bewusste Kenntnis von dem höheren Wesen des Herrn. Der Zusatz zeigt, in welchem Sinne er das Wort Sohn Gottes versteht. Vergl. [Mt 16,18] - (120) Dieses wiederholte „Wahrlich“ ist dem heil. Johannes eigen, indes nur in den Reden des Herrn, in denen es 25 Mal wiederkehrt. - (121) Die älteren Erklärer fassen die Worte vom Auf- und Niedersteigen der Engel buchstäblich und verstehen sie von wirklichen Engelserscheinungen. Indes können die wenigen in der heil. Schrift berichteten Engelserscheinungen doch kaum das Größere sein, das der Herr verspricht, gegenüber der Offenbarung seiner Allwissenheit. So sind die Worte wohl als bildliche Darstellung der Wahrheit anzusehen, dass der Menschensohn während seines Erdenwandels in einer ununterbrochenen, wesenhaften Verbindung mit dem Himmel stand und durch ihn der Himmel den Menschen geöffnet ward. Der Heiland braucht fast die gleichen Worte, die [1Mos 28,12] stehen, also hatte er diese Stelle wohl im Auge (Aug.). Da nun an jener Stelle dem Patriarchen im Traumgesichte gezeigt wird, dass Gott mit den Seinigen im Verkehr steht, wird hier gezeigt, dass mit dem Beginn der messianischen Zeit die durch die Sünde unterbrochene Verbindung mit dem Himmel wiederhergestellt ist. - (122) Der Heiland legt sich diesen Namen (über dessen Bedeutung siehe [Mt 8,Anm.28] ) in den Evangelien etwa 80 Mal selbst bei, jedesmal, wenn er sich göttliche Eigenschaften zuschreibt oder von dem redet, was seiner unwürdig zu sein scheint, was er aber aus Liebe zu uns litt oder noch leiden wollte. – Wie viele Titel werden dem Heilande in diesem ersten Kapitel mit Bezugnahme auf seine menschliche Natur gegeben! Er ist das Wort (V. 1, V. 14), das Licht (V. 9), der eingeborene Sohn des Vaters (V. 14), der Sohn Gottes (V. 34, V. 49), das Lamm Gottes (V. 36), ein verehrter Lehrer (V. 38, V. 49), der Messias (V. 41, V. 45), der König von Israel (V. 49), endlich der Menschensohn.


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