Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Kol04

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Epistola beati Pauli Apostoli ad Colossenses.

Der Brief des heiligen Apostels Paulus an die Kolosser Kap. 4


3. Allgemeine Mahnungen (V. 2 – 6): a. Zum Gebet, auch für den Apostel selbst (V. 4); b. Zur Klugheit im Reden und Handeln. (V. 6) Schluss (Kap. 4, V. 7 – 18): 1. Zweck der Sendung des Tychikus und Onesimus. (V. 9) 2. Grüße. (V. 15) 3. Ersuchen, diesen Brief den Laodicenern mitzuteilen wie auch den Brief des Apostels an die Laodicener in Kolossä zu lesen. (V. 17) 4. Eigenhändig geschriebener Gruß, apostolischer Segen.

1. Domini, quod justum est et æquum, servis præstate: scientes quod et vos Dominum habetis in cœlo.
2. Orationi instate, vigilantes in ea in gratiarum actione:
3. Orantes simul et pro nobis, ut Deus aperiat nobis ostium sermonis ad loquendum mysterium Christi (propter quod etiam vinctus sum)

4. Ut manifestem illud ita ut oportet me loqui.
5. In sapientia ambulate ad eos, qui foris sunt: tempus redimentes.

6. Sermo vester semper in gratia sale sit conditus, ut sciatis quomodo oporteat vos unicuique respondere.
7. Quæ circa me sunt, omnia vobis nota faciet Tychicus carissimus frater, et fidelis minister, et conservus in Domino:
8. Quem misi ad vos ad hoc ipsum ut cognoscat, quæ circa vos sunt, et consoletur corda vestra,
9. Cum Onesimo carissimo, et fideli fratre, qui ex vobis est. Omnia, quæ hic aguntur, nota facient vobis.

10. Salutat vos Aristarchus concaptivus meus, et Marcus consobrinus Barnabæ, de quo accepistis mandata: si venerit ad vos, excipite illum:

11. Et Jesus, qui dicitur Justus: qui sunt ex circumcisione: hi soli sunt adjutores mei in regno Dei, qui mihi fuerunt solatio.

12. Salutat vos Epaphras, qui ex vobis est, servus Christi Jesu, semper sollicitus pro vobis in orationibus, ut stetis perfecti, et pleni in omni voluntate Dei.

13. Testimonium enim illi perhibeo quod habet multum laborem pro vobis, et pro iis, qui sunt Laodiceæ, et qui Hierapoli.
14. Salutat vos Lucas medicus carissimus, et Demas.
15. Salutate fratres, qui sunt Laodiceæ, et Nympham, et quæ in domo ejus est, ecclesiam.
16. Et cum lecta fuerit apud vos epistola hæc, facite ut et in Laodicensium ecclesia legatur: et eam, quæ Laodicensium est, vos legatis.
17. Et dicite Archippo: Vide ministerium, quod accepisti in Domino, ut illud impleas.
18. Salutatio, mea manu Pauli. Memores estote vinculorum meorum. Gratia vobiscum. Amen.

1. Ihr Herren! Was gerecht und billig ist, gewähret den Knechten, da ihr wisset, dass auch ihr einen Herrn im Himmel habt.1
2. Seid beharrlich im Gebete, und seid wachsam darin mit Danksagung.2
3. Betet auch zugleich für uns,3 dass Gott uns eine Türe des Wortes auftuen möge, das Geheimnis Christi zu verkündigen (um dessen willen ich auch in Banden bin),4 [Eph 6,19, 2Thes 3,1]
4. damit ich es kund tun möge,5 so wie ich es verkünden soll.
5. In Weisheit verhaltet euch gegen die, welche draußen sind, indem ihr die Zeit wohl benützet.6
6. Eure Rede sei allezeit wohlgefällig, mit Salz gewürzt,7 so dass ihr wisset, wie ihr einem jeden antworten müsset!
7. Das, was mich betrifft, wird euch Tychikus alles kund tun, der geliebte Bruder und treue Diener und Mitknecht im Herrn,8

8. den ich eben darum zu euch gesandt habe, damit er erfahre, wie es um euch steht, und eure Herzen tröste,
9. zugleich mit Onesimus, dem geliebten und treuen Bruder,9 welcher aus eurer Stadt ist. Alles, was hier vorgeht, werden sie euch kund tun.
10. Es grüßt euch Aristarchus, mein Mitgefangener,10 und Markus, der Geschwistersohn des Barnabas,11 wegen dessen ihr Weisungen12 erhalten habt; wenn er zu euch kommt, nehmet euch seiner an;
11. und Jesus, genannt Justus.13 Von denen, welche aus dem Judentume sind, sind diese meine einzigen Mitarbeiter für das Reich Gottes,14 die mir zum Troste gewesen sind.
12. Es grüßt euch Epaphras,15 der aus eurer Stadt ist, ein Diener Christi Jesu, allezeit besorgt für euch im Gebete, dass ihr vollkommen feststehen möget und vollendet in allem, was Gottes Wille ist.
13. Denn ich bezeuge ihm, dass er viel Mühsal hat um euch und um die, welche in Laodicea und in Hierapolis sind.16
14. Es grüßt euch Lukas, der Arzt,17 der teure, und Demas.18
15. Grüßet die Brüder in Laodicea, und den Nymphas, und die in seinem Hause befindliche Gemeinde.19
16. Und wenn dieser Brief bei euch vorgelesen ist, so sorget, dass er auch in der Gemeinde von Laodicea vorgelesen werde; und dass ihr auch den von Laodicea leset.20
17. Und saget dem Archippus: Habe Acht auf das Amt, welches du empfangen hast im Herrn, dass du es vollkommen verwaltest.21
18. Gruß mit meiner, des Paulus, Hand.22 Seid eingedenk meiner Bande.23 Die Gnade sei mit euch! Amen.

Fußnote

Kap. 4 (1) Wenn beide Teile sich als Diener Christi ansehen, werden die Sklaven gehorsam, die Herren gerecht und milde sein. Wie ganz anders klingen die Worte des Apostels als die der heutigen angeblichen Beglücker der Arbeiter! Wenn du meinst, mahnt der heil. Augustin die Herren, dass dein Diener dich braucht, damit du ihm Brot gebest, so benötigst auch du seiner, damit er dir helfe in deinen Arbeiten. So ist keiner von euch wahrhaft nur Herr, keiner wahrhaft nur Diener. - (2) Wer nicht für die empfangenen Wohltaten Dank sagt, ist neuer nicht würdig. - (3) Wenn Paulus um das Gebet der Kolosser bittet, so hat er nicht sich dabei im Auge, sondern das Reich Gottes, dass er die Möglichkeit erhalte, seine Wirksamkeit wieder zu üben. Das gleiche Bild [1Kor 16,9, 2Kor 2,12]. - (4) Wohl sind auch seine Bande ein Dienst für das Evangelium, doch weiß er sich zu einer umfassenderen Aufgabe berufen. - (5) Das Offenbaren, verständlich machen, schließt bereits einen Erfolg des Verkündigens (V. 3) ein. Der Nachdruck liegt aber auf dem „Wie ich es verkünden soll“. - (6) Jede Gelegenheit benützend. Vergl. [Eph 5,16]. - (7) Die Rede ist im Bilde einer geistigen Speise dargestellt. Das Salz ist in seiner würzenden Kraft das Bild der Weisheit und Klugheit und ist gleichbedeutend mit der Gnade. Die erste Hälfte des 6. Verses ist eine Anwendung des „In Weisheit verhaltet euch“ V. 5, während die zweite Hälfte einen speziellen Fall der ersten bietet. Jede Frage ist eine Zeit (Gelegenheit), die wohl zu benützen ist, und zwar in der Weise, welche die Weisheit lehrt. - (8) Drei ehrende Beinamen. Vergl. [Eph 6,21]. Diener: Helfer, während das zweite Wort, Knecht, eine unbedingte Unterordnung anzeigt. - (9) Ein bewährter, mir nahestehender Christ. Über Onesimus siehe den Brief an Philemon. - (10) Aristarch stammte aus Thessalonich [Apg 20,4] und hatte den Apostel nach Jerusalem begleitet. [Apg 19,20, Apg 20,4] In Rom teilte Aristarch mit Epaphras [Philo 1,23] freiwillig die Gefangenschaft des heil. Paulus. - (11) Wohl Markus der Evangelist (Hier., Ökum., Theoph.); er wird zu seiner Empfehlung Vetter des bei allen Christen hochangesehenen Barnabas genannt. - (12) Empfehlungsschreiben, die später litteræ testimoniales genannten Schreiben. - (13) Von Justus wissen wir weiter nichts. Es ist nicht der [Apg 18,7] erwähnte. - (14) Die gebornen Juden, welche als solche das Gottesreich als höchste Sehnsucht kanten, hätten die gleichsam natürlichen Mitarbeiter des Apostels sein sollen. Da sie sich ihm entzogen, wurden die Genannten umso mehr sein Trost. - (15) Über Epaphras siehe [Kol 1,7]. - (16) Erweiterung des V. 13: Für die Gemeinde von Kolossä betet Epaphras nicht nur, sondern nimmt mancherlei schwere Mühe für sie auf sich und ist auch für die Nachbargemeinde Laodicea (3 – 4 Stunden von Kolossä) und Hierapolis (2 Stunden von Laodicea) tätig. Epaphras hatte diese drei Gemeinden wohl gegründet. - (17) Lukas war mit dem Apostel nach Rom gekommen [Apg 28,14], indes teilte er wohl die Gefangenschaft des heil. Paulus nicht, weshalb er erst jetzt genannt wird. - (18) Demas erhält kein Lob. Entweder ist dies absichtslos ausgelassen (denn [Philo 1,24] steht er mit einem lobenden Beinamen vor Lukas), oder aber ihm diktierte Paulus diesen Brief. - (19) Der sich in seinem Hause versammelnde Teil der Gemeinde. Vergl. [Roem 16,5]. - (20) Die Verhältnisse dieser Gemeinden mussten einander ähnlich sein. Der Brief an die Laodicener ist (ebenso wie ein Brief an die Korinther, vergl. [1Kor 5,9], und einer an die Philipper, vergl. [Phil 3,1]) verloren gegangen. - (21) Archippus war ein Verwandter des Philemon. Vergl. [Philo 1,2]. Nach Hieronymus und Theodoret war er Bischof von Kolossä. Er soll aus der Zahl der 70 Jünger gewesen sein und bei Laodicea das Martyrium erlitten haben. - (22) Nur den Schluss schreibt Paulus eigenhändig. - (23) Nicht allein, um für mich zu beten (V. 3), sondern auch, um im Glauben gestärkt zu werden, für den ihr mich solches leiden sehet.


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