Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk18

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Sanctum Jesu Christi Evangelium secundum Lucam

Das heilige Evangelium Jesu Christi nach Lukas - Kap. 18

Lehre vom beharrlichen Gebet. (V. 8) Von der Demut; das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner. (V. 17) Von der Armut. (V. 30) Jesus sagt sein Leiden voraus (V. 34) und heilt einen Blinden.

1. Dicebat autem et parabolam ad illos, quoniam oportet semper orare et non deficere,
2. Dicens: Judex quidam erat in quadam civitate, qui Deum non timebat, et hominem non reverebatur.
3. Vidua autem quædam erat in civitate illa, et veniebat ad eum, dicens: Vindica me de adversario meo.
4. Et nolebat per multum tempus. Post hæc autem dixit intra se: Etsi Deum non timeo, nec hominem revereor:
5. Tamen quia molesta est mihi hæc vidua, vindicabo illam, ne in novissimo veniens sugillet me.
6. Ait autem Dominus: Audite quid judex iniquitatis dicit:
7. Deus autem non faciet vindictam electorum suorum clamantium ad se die ac nocte, et patientiam habebit in illis?
8. Dico vobis quia cito faciet vindictam illorum. Verumtamen Filius hominis veniens, putas, inveniet fidem in terra?
9. Dixit autem et ad quosdam, qui in se confidebant tamquam justi, et aspernabantur ceteros, parabolam istam:

10. Duo homines ascenderunt in templum ut orarent: unus Pharisæus, et alter publicanus.
11. Pharisæus stans, hæc apud se orabat: Deus gratias ago tibi, quia non sum sicut ceteri hominum: raptores, injusti, adulteri: velut etiam hic publicanus.
12. Jejuno bis in sabbato: decimas do omnium, quæ possideo.
13. Et publicanus a longe stans, nolebat nec oculos ad cœlum levare: sed percutiebat pectus suum, dicens: Deus propitius esto mihi peccatori.
14. Dico vobis, descendit hic justificatus in domum suam ab illo, quia omnis, qui se exaltat, humiliabitur: et qui se humiliat, exaltabitur.

15. Afferebant autem ad illum et infantes, ut eos tangeret. Quod cum viderent discipuli, increpabant illos.

16. Jesus autem convocans illos, dixit: Sinite pueros venire ad me, et nolite vetare eos: talium est enim regnum Dei.
17. Amen dico vobis: Quicumque non acceperit regnum Dei sicut puer, non intrabit in illud.
18. Et interrogavit eum quidam princeps, dicens: Magister bone, quid faciens vitam æternam possidebo?

19. Dixit autem ei Jesus: Quid me dicis bonum? nemo bonus nisi solus Deus.
20. Mandata nosti: Non occides: Non mœchaberis: Non furtum facies: Non falsum testimonium dices: Honora patrem tuum, et matrem.

21. Qui ait: Hæc omnia custodivi a juventute mea.
22. Quo audito, Jesus ait ei: Adhuc unum tibi deest: omnia quæcumque habes vende, et da pauperibus, et habebis thesaurum in cœlo: et veni, sequere me.
23. His ille auditis, contristatus est: quia dives erat valde.
24. Videns autem Jesus illum tristem factum, dixit: Quam difficile, qui pecunias habent, in regnum Dei intrabunt.
25. Facilius est enim camelum per foramen acus transire, quam divitem intrare in regnum Dei.
26. Et dixerunt qui audiebant: Et quis potest salvus fieri?
27. Ait illis: Quæ impossibilia sunt apud homines, possibilia sunt apud Deum.
28. Ait autem Petrus: Ecce nos dimisimus omnia, et secuti sumus te.
29. Qui dixit eis: Amen dico vobis, nemo est, qui reliquit domum, aut parentes, aut fratres, aut uxorem, aut filios propter regnum Dei.
30. Et non recipiat multo plura in hoc tempore, et in sæculo venturo vitam æternam.
31. Assumpsit autem Jesus duodecim, et ait illis: Ecce ascendimus Jerosolymam, et consummabuntur omnia, quæ scripta sunt per prophetas de Filio hominis;
32. Tradetur enim Gentibus, et illudetur, et flagellabitur, et conspuetur:

33. Et postquam flagellaverint, occident eum, et tertia die resurget.

34. Et ipsi nihil horum intellexerunt, et erat verbum istud absconditum ab eis, et non intelligebant quæ dicebantur.
35. Factum est autem, cum appropinquaret Jericho, cæcus quidam sedebat secus viam, mendicans.
36. Et cum audiret turbam prætereuntem, interrogabat quid hoc esset.
37. Dixerunt autem ei, quod Jesus Nazarenus transiret.
38. Et clamavit, dicens: Jesu fili David miserere mei.
39. Et qui præibant, increpabant eum ut taceret. Ipse vero multo magis clamabat: Fili David miserere mei.

40. Stans autem Jesus jussit illum adduci ad se. Et cum appropinquasset, interrogavit illum,
41. Dicens: Quid tibi vis faciam? At ille dixit: Domine ut videam.

42. Et Jesus dixit illi: Respice, fides tua te salvum fecit.
43. Et confestim vidit, et sequebatur illum magnificans Deum. Et omnis plebs ut vidit, dedit laudem Deo.

1. Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis1 darüber, dass man allezeit2 beten, und nicht nachlassen müsse, [JSir 18,22, 1Thes 5,17]
2. und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete, und keinen Menschen scheute.3
3. Und es war eine Witwe in dieser Stadt, diese kam zu ihm, und sagte: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher!
4. Und er wollte lange Zeit nicht. Darnach aber sprach er bei sich selbst: Wenn ich auch Gott nicht fürchte, und keinen Menschen scheue,
5. so will ich doch dieser Witwe, weil sie mir beschwerlich fällt, Recht schaffen, damit sie nicht endlich komme, und mich anfalle.4
6. Der Herr aber sprach: Höret, was der ungerechte Richter sagt!
7. Gott aber sollte seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm rufen, nicht Recht schaffen,5 und sollte dulden, dass sie unterdrückt werden?6
8. Ich sage euch: Er wird ihnen schnell Recht schaffen.7 Jedoch wenn der Menschensohn kommt, wird er wohl den Glauben finden auf Erden?8
9. Er sagte auch zu einigen, welche das Selbstvertrauen hatten, dass sie gerecht seien, und die übrigen verachteten,9 dieses Gleichnis:10
10. Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten; der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
11. Der Pharisäer stellte sich hin,11 und betete bei sich selbst also: Gott! ich danke dir,12 dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen,13 wie Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner da.14
12. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, was ich besitze.15
13. Der Zöllner aber stand von ferne,16 und wollte nicht17 einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig!18
14. Ich sage euch:19 Dieser ging gerechtfertigt nach Hause, jener nicht; denn ein jeder, der sich selbst erhöhet, wird erniedriget, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden.20 [Mt 23,12, Lk 14,11]
15. Sie brachten auch Kinder zu ihm, dass er sie berühren möchte.21 Da es aber die Jünger sahen, fuhren sie dieselben an. [Mt 19,13, Mk 10,13]
16. Jesus aber rief sie herbei, und sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen, und wehret es ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes!22
17. Wahrlich, ich sage euch, wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind,23 wird in dasselbe nicht eingehen! [Mk 10,15]
18. Und es fragte ihn ein Vorsteher, und sprach: Guter Meister! was soll ich tun, um das ewige Leben zu ererben?24 [Mk 10,17, Mt 19,16]
19. Jesus aber sprach zu ihm: Warum nennest du mich gut? Niemand ist gut, als Gott allein.25
20. Die Gebote kennst du: Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis geben; ehre deinen Vater und deine Mutter!26 [2Mos 20,13]
21. Er sprach: Das alles habe ich von meiner Jugend an beobachtet.
22. Als Jesus dies hörte, sprach er zu ihm: Noch eines mangelt dir; verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir.27
23. Als jener dies hörte, ward er betrübt; denn er war sehr reich.
24. Da nun Jesus sah, dass er traurig geworden, sprach er: Wie schwer werden die, welche Geld haben, in das Reich Gottes eingehen!
25. Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurch gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes eingehe.28
26. Da sprachen die, welche es hörten: Und wer kann selig werden?
27. Er aber sprach zu ihnen: Was unmöglich ist bei den Menschen, das ist möglich bei Gott.
28. Da sagte Petrus: Siehe, wir haben alles verlassen, und sind dir nachgefolgt.29
29. Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, niemand ist, der Haus, oder Eltern, oder Brüder, oder Weib, oder Kinder um des Reiches Gottes willen30 verlassen hat,
30. und nicht viel mehr dafür erhielte in dieser Zeit, und in der zukünftigen Welt das ewige Leben!
31. Jesus aber nahm die Zwölf zu sich, und sprach zu ihnen:31 Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was durch die Propheten über den Menschensohn geschrieben worden ist!
32. Denn er wird den Heiden überliefert werden, und wird verspottet, gegeißelt und angespien werden;
33. und nachdem sie ihn gegeißelt haben, werden sie ihn töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.
34. Sie aber verstanden nichts von diesen Dingen; es war diese Rede vor ihnen verborgen, und sie begriffen nicht, was damit gesagt ward.32
35. Und es geschah, als er sich Jericho33 näherte, saß ein Blinder an dem Wege, und bettelte.
36. Und da er das Volk vorbeiziehen hörte, fragte er, was dies wäre.
37. Sie aber sagten ihm, dass Jesus von Nazareth vorübergehe.
38. Da rief er, und sprach: Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!34
39. Und die vorangingen, fuhren ihn an, dass er schweigen solle. Er aber schrie noch viel mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
40. Da blieb Jesus stehen, und befahl, ihn35 zu sich zu führen. Und als er sich genähert hatte, fragte er ihn,
41. und sprach: Was willst du, dass ich dir tue? Er aber sprach: Herr! Dass ich sehend werde.
42. Jesus sprach zu ihm: Sei sehend!36 Dein Glaube hat dir geholfen!
43. Und sogleich ward er sehend, und folgte ihm, Gott preisend. Und alles Volk, das es sah, lobte Gott.37

Fußnote

Kap. 18 (1) Verhalten und Hilfen in den Verfolgungen. - (2) Beständig, mit großem Eifer. Findet das Gebet nicht sofort Erhörung, so dürfen wir den Mut nicht sinken lassen. - (3) Viele tun aus Menschenfurcht, was sie aus Rücksicht auf Gott nicht tun, weil sie wenigstens gut scheinen wollen. Dies ist der letzte Grad von Bosheit, wenn jemand nicht einmal gut scheinen will. - (4) Sie ist schon so wütend, dass sie mich tätlich angreifen wird, eine Übertreibung. - (5) Gott ist gerecht und barmherzig und liebt niemand mehr als die Auserwählten. - (6) Wird er dulden, dass die Seinigen lange Zeit heimgesucht werden? - (7) Anders als jener Richter. Schnell: Was dir lange scheint, ist kurz, denn schnell geht es vorüber im Vergleiche zur Ewigkeit Gottes (Aug.). Die Schnelligkeit bezieht sich nicht auf den Zeitpunkt, den wir wollen, wie schon daraus hervorgeht, dass wir beständig beten und nicht ablassen sollen. - (8) Der Sinn der Frage ist verneinend. Vergl. [Mt 24,24] und [2Thes 2,3]. - (9) Dies taten die Pharisäer. - (10) Zum Glauben muss sich die Demut gesellen. – (11) Mit Selbstvertrauen. – (12) Sogar die Danksagung ist Selbstlob. – (13) Die nicht Pharisäer sind. - (14) Er sieht ihn beten und bittet Gott nicht um dessen Bekehrung, sondern erinnert ihn, welch ein Sünder der Zöllner ist! - (15) Ich tue nichts Böses V. 11, aber viel Gutes, ja, mehr als befohlen ist. Um was bittet er Gott? Schaue seine Worte an, und du wirst nichts finden (Aug.). - (16) Er hält sich für unwürdig, nahe hinzu zu treten. - (17) Wagte nicht. - (18) Der Zöllner zeigt in seiner ganzen Haltung Demut, Reue und Ehrfurcht gegen Gott. Mir Sünder; Griech.: dem Sünder, als ob er der größte unter allen oder einzige ist. - (19) Die Wahrheit redet, Gott spricht, der Richter entscheidet (Aug.). - (20) Nicht jener. (Euth., Theoph., Tert.) Hier enden die Stücke, welche Lukas von [Lk 9,51] an allein bietet. - (21) In Peräa. Vergl. [Mt 19,13]. - (22) Auch in dem Sinne: Sie sind rein von der Erbsünde und haben Gottes Gnade in sich, sind in der rechten Verfassung, das messianische Heil zu empfangen. - (23) Zur Einfalt eines solchen zurückkehrend. - (24) Er fragt aufrichtig. - (25) So halte mich denn nicht für einen bloßen Menschen (Cyr., Ambr., Bonav.). - (26) Beispiele für die allgemeine Regel: Meide das Böse und tue das Gute. - (27) Als mein Jünger, frei von allen irdischen Besitze und Sorgen. - (28) Ein Beispiel hierfür war der Reiche im Gleichnisse [Lk 16]. - (29) Lohn der Armut. - (30) Um vollkommen zu werden. - (31) Den Aposteln, nicht allen Jüngern will er sein Leben vorherverkünden. Der Heiland weist auf die Prophezeiungen hin, vergl. [Lk 24,27.44], um zu zeigen, dass Gottes Weisheit alles vorhergesehen und angeordnet hat. - (32) Die Jünger lieben den Heiland, sie wissen, dass er der Messias ist, sie erwarten seine Herrlichkeit; so verstehen sie nicht, was diese Rede soll. - (33) Über die Stadt siehe [Mk 10,46]. - (34) Er hört: von Nazareth, aber ruft: Sohn Davids, Messias! - (35) Den andere verachteten und schalten, ehrt Jesus, indem er stehen bleibt und ihn freundlich herbeiruft. - (36) Mit einem Worte zeigt Jesus seine Macht und belohnt den Glauben des Blinden, der ihn als Messias begrüßt und ein Wunder erwartet hat. - (37) Aber bald murren sie wieder: [Lk 19,8]; so groß ist die Macht der Vorurteile.

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