Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk14: Unterschied zwischen den Versionen

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Kap. 14 ('''1''') Der 14. Nisan, von dem an durch acht Tage nur ungesäuertes Brot gegessen werden durfte. Jetzt suchen sie das auszuführen, was sie seit drei Monaten beschlossen. - ('''2''') Als sie den Heiland ergreifen wollten, vermochten sie es nicht; an dem Tage, wo sie es nicht wollen, bietet er sich ihnen von selbst (Theoph., Vikt.). - ('''3''') Siehe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt26|Mt 26,Anm.10]]'']. - ('''4''') Je mehr Salböl man gebrauchte, desto mehr ehrte man den Gast. - ('''5''') 195 – 200 Mark. Wie großen Wert diese Summe hatte, ist daraus zu schließen, dass die Jünger 200 Denare für ausreichend hielten, um für 5000 Menschen, ungerechnet Frauen und Kinder, Brot zu kaufen. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk06|Mk 6,37]]''] Ein Denar war der Lohn eines Tages. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt20|Mt 20,2]]''] - ('''6''') Die anderen Apostel nicht aus bösem Herzen, wie Judas, aber in unkluger Weise. - ('''7''') Griech.: Eine herrliche Tat. – Aus Liebe und Ehrfurcht brachte sie mir das Beste dar, umso mehr, da sie öfter gehört, dass das Ende meiner irdischen Tätigkeit naht. - ('''8''') Sie selbst hat dies wohl nicht gedacht. - ('''9''') Christus offenbart seine Allwissenheit. - ('''10''') Über Judas siehe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt26|Mt 26,Anm.21ff]]'']. – ('''11''') Er denkt nicht an das, was nach dem Verrate geschehen wird und welchem Lose er den Heiland preisgibt. – ('''12''') Siehe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt26|Mt 26,Anm.24]]'']. – ('''13''') Christus zeigt wiederum, dass er alles Zukünftige voraus weiß. (Beda) Nach anderen wollte der Heiland verhüten, dass Judas ihn vor der Zeit verriet (Euth.). - ('''14''') Ein Gemach im oberen Teile des Hauses. - ('''15''') Die Bewohner von Jerusalem vermieteten Fremden solche Säle zur Osterfeier. - ('''16''') Wohl aus Bethanien. - ('''17''') Christus bezeugt, dass er seinen Verräter kennt, weist darauf hin, wie unwürdig es ist, dass einer seiner Vertrauten sein Verräter wird und bedroht ihn mit furchtbarer ewiger Strafe. Solche Worte sollten doch jeden von einem so entsetzlichen Frevel abschrecken. - ('''18''') Dasselbe wie V. 18, doch wird die Vertraulichkeit des nahesten Umganges hervorgehoben. - ('''19''') Aus dem Leben. Jetzt hat Judas keinen Vorwand mehr zur Verminderung seiner Schuld. - ('''20''') Während sie noch bei Tisch saßen (wie V. 18). Das Osterlamm wurde nicht allein geopfert, sondern auch verzehrt und war also nicht einzig ein Vorbild des Heilandes als Opfer, sondern auch als Speise. - ('''21''') Die Brote waren dünn wie eine Messerschneide und rund. - ('''22''') Was im Kelche war, wird V. 24 gesagt. - ('''23''') Diese Worte entsprechen in der Höhe des Neuen Bundes den Worten Moses [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Mos24|2Mos 24,8]]'']. Über das Wort: viele [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt26|Mt 26,Anm.48]]'']. – Wie die Apostel diese Worte verstanden haben, nämlich im eigentlichen Sinne, zeigt Paulus [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:1Kor11|1Kor 11,23]]''] und die übereinstimmende Lehre der heil. Väter. Der Heiland setzt die heil. Eucharistie nach dem Paschamahl ein, um seinen letzten Liebeserweis den Herzen der Jünger tiefer einzuprägen. (Aug.) Es hat dem heil. Geiste gefallen, dass, um ein so großes Sakrament zu ehren, keine andere Speise vor dem Leibe des Herrn in den Mund der Christen eintrete, denn aus diesem Grunde wird eine solche Sitte auf dem ganzen Erdboden beobachtet (Aug.). - ('''24''') Was dies ist, zeigt der Heiland selbst [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk22|Lk 22,29.30]]'']. Christus sagt dies nicht erst bei der Einsetzung der heil. Eucharistie (die er nach der Meinung zahlreicher Erklärer auch selbst nahm). - ('''25''') Sie sollen nicht meinen, dass er sie deshalb verstößt. - ('''26''') Dem widerspricht nicht [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk24|Lk 24,36]]''] oder [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh20|Joh 20,19]]''], da der Heiland weder sagt, er werde sich nach der Auferstehung sofort nach Galiläa begeben, noch, er werde sich dort zuerst seinen Jüngern offenbaren. - ('''27''') So sehr auch die Liebe ihn erfüllt, er ist nicht frei von zu großem Selbstvertrauen. Er hätte aus früheren Ereignissen [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt14|Mt 14,30]]''] lernen und den Voraussagungen der Propheten, sowie den wiederholten Versicherungen des Heilandes glauben sollen. Es kommt ihm auch nicht in den Sinn, den Heiland um Abwendung der Gefahr zu bitten. - ('''28''') Damit Petrus nicht glaubte, der Heiland spreche nur eine Vermutung aus. - ('''29''') Der Tag beginnt mit dem Abend, also nach unserer Redeweise: vor Tagesanbruch, ehe der Hahn zwei Mal kräht (V. 68, V. 72). Der heil. Petrus fühlt sich angetrieben, noch Größeres zu versprechen. - ('''30''') Bald lernen sie alle, nicht auf sich zu vertrauen, sondern bei Gott Hilfe zu suchen. Christus nimmt die Bezeugungen ihrer Liebe gütig auf. - ('''31''') Vor jeder wichtigen Angelegenheit pflegt der Heiland zu beten. - ('''32''') Bevor der Heiland seinen heiligsten Leib den Peinigern überliefert, will er in seiner Seele die härtesten Schmerzen erdulden. - ('''33''') Der Tod träte ein, wenn der Herr ihn nicht durch ein Wunder fern hielte. - ('''34''') Bald kniend [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk22|Lk 22,41]]''], bald niedergeworfen. - ('''35''') Was in der Stunde geschehen sollte. - ('''36''') Nicht eintrete. - ('''37''') Der heilige Markus gibt wohl für die Römer die Übersetzung bei. - ('''38''') Du kannst gestatten, dass die Erlösung auf eine andere Weise vollbracht werde. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk22|Lk 22,42]]'']: Wenn du willst. - ('''39''') Von dem [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh18|Joh 18,11]]'']. Dass Christus alle dem Kreuzestode vorangehenden und die denselben begleitenden Qualen gefürchtet habe, bezeugen Joh., Damascen., Vikt., Thom. Aquin u. a. Zu den Ursachen seiner Traurigkeit gehört auch das Vorherwissen, dass für viele sein Leiden umsonst ist, und sein Abscheu vor den Sünden der Menschen. Aus alle dem folgt, dass Christus wahrer Mensch war (Just., Hil., Orig., Hier.). - ('''40''') Die V. 33 genannten drei. - ('''41''') Ihr hattet doch versprochen mit mir zu sterben, und ihr könnt nicht einmal dem Schlafe widerstehen? Der heil. Petrus schweigt beschämt. - ('''42''') Der Heiland wiederholt seine frühere Mahnung, die Aufforderung zu beten hinzufügend. Gebet und Wachsamkeit können die Gefahr des Falles abwenden. - ('''43''') Das Gute zu wählen; damit aber das Fleisch ihn nicht besiege, wenn die Gefahr naht; ist Gottes Hilfe notwendig Um diese also bittet! Der Heiland zeigt so zugleich, dass es nicht Verachtung seines Gebotes war, wenn sie einschliefen, sondern Schwäche des Fleisches.  - ('''44''') Der Heiland gibt uns das Vorbild der Beharrlichkeit im Gebete, zeigt uns, von wo allein uns in den Versuchungen Hilfe kommen kann und lehrt uns unseren Willen dem göttlichen zu unterwerfen. (Joh., Dam.) - ('''45''') Hier redet offenbar einer der drei. - ('''46''') Er gestattet ihnen, etwas zu ruhen, bis der Verräter kommt. - ('''47''') Der Heiden. Diese werden vorzugsweise Sünder genannt, weil sie von Gott und seinem Bunde fern sind. – Wie anders erscheint der Herr nach dem Gebete als zuvor, um uns zu zeigen, was auch uns das Gebet gewähren kann! - ('''48''') Wie Christus gesagt. - ('''49''') Sie schicken rohe gottfremde Menschen, welche den Heiland nicht einmal kennen. - ('''50''') Judas wusste, dass der Herr schon mehrfach den Händen der Juden entronnen war, und will alle Schuld von sich fern halten, wenn dies wieder geschehen sollte. - ('''51''') In den Garten. - ('''52''') Petrus [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh18|Joh 18,10]]''] - ('''53''') Sie sollen erfahren, dass sie nicht sowohl ihre als Gottes Pläne ausführen, die in der heil. Schrift offenbart sind. - ('''54''') Wo sind jetzt die herrlichen Versprechungen, die sie zuvor gegeben? - ('''55''') Er ist wohl durch den Tumult aus dem Schlafe aufgestört worden, wohnte also in der Nähe des Gartens. Euthymius u. a. vermuten, es sei der Evangelist Markus selbst gewesen, welcher zwar noch nicht Jünger des Herrn, ihm aber zugetan war. Ähnlich tut ja auch [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt09|Mt 9,9]]''] seines ersten Zusammentreffens mit dem Heilande Erwähnung. Der Jüngling hatte außer den Beinkleidern nur den leichten Linnenüberwurf ohne das Oberkleid, so floh er also nackt am Oberleibe. - ('''56''') Kaiphas. - ('''57''') Furchtsam macht ihn die menschliche Natur, seine Liebe lässt ihn folgen, Bestürzung führt ihn zur Verleugnung, der Glaube zur Reue. (Ambros.) - ('''58''') Sie wollen den äußeren Schein eines Gerichtes wahren. - ('''59''') Die Wahrheit? Nein, falsches Zeugnis. - ('''60''') Die Ursachen hätten vielleicht zur Fällung eines Todesurteils ausgereicht, indes die Bezeugung nicht. - ('''61''') Wie schwer eine Anklage auf Verachtung des Tempels war, siehe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Jer26|Jer 26,9]]''] und [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Apg06|Apg 6,13]]'']. - ('''62''') Griech.: Auch so nicht. - ('''63''') Dass der Richter aufsteht und zu dem Herrn hintritt, ist ein Zeichen seiner Verlegenheit. Gott hat es so gelenkt, damit der Heiland von dem geistlichen wie von dem weltlichen Richter nur seiner erhabenen Würde wegen verurteilt wurde. - ('''64''') Durch die Zeit der falschen Anklagen. - ('''65''') Auf die Frage des Hohenpriesters. - ('''66''') Er beweist es durch ein bald eintretendes und durch ein fern liegendes Ereignis. - ('''67''') Teilnehmend an der Allmacht [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ps109|Ps 109,1]]'']. Ob auch nicht wollend, werden sie es sehen müssen, was [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Dan07|Dan 7,13]]''] vorausgesagt. - ('''68''') Kaiphas tut in seiner Heuchelei, als ob der Eifer für Gott ihn fortrisse. - ('''69''') Die vornehmen Leute trugen außer dem Mantel zwei Kleider. Seine Worte verraten freilich Triumph, nicht Schmerz. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt26|Mt 26,Anm.117]]'']. - ('''70''') Vom hohen Rate. - ('''71''') Weil das Volk ihn als Propheten begrüßt hatte [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt21|Mt 21,11]]'']. - ('''72''') Griech.: Empfingen ihn mit Backenstreichen, nämlich als er ihnen zur Bewachung bis zum Morgen übergeben wurde. - ('''73''') Fortsetzung zu V. 54. - ('''74''') Bei Matthäus: draußen. Das Verhörzimmer lag also höher. - ('''75''') Griech.: Schaute ihn scharf an. - ('''76''') Er denkt nur an die ihm drohende Gefahr. - ('''77''') In die Vorhalle. Das Krähen des Hahnes ruft ihm die Worte des Heilandes nicht in´s Gedächtnis zurück, derart ist er in Angst. Dennoch will er das Ende sehen und bleibt. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt26|Mt 26,58]]'']. - ('''78''') Eine andere als die zuvor genannte. - ('''79''') Er hat also mit jenen ein Gespräch angeknüpft. - ('''80''') Wie eitel sind die besten Vorsätze, wenn jemand auf sich vertraut und Gott nicht um seinen Beistand anfleht. - ('''81''') Der Heiland sah ihn an [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk22|Lk 22,61]]'']. Petrus lernte Demut und Mitleid mit den Schwachen und ward uns eine Mahnung zur Demut und Buße.  
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Kap. 14 ('''1''') Der 14. Nisan, von dem an durch acht Tage nur ungesäuertes Brot gegessen werden durfte. Jetzt suchen sie das auszuführen, was sie seit drei Monaten beschlossen. - ('''2''') Als sie den Heiland ergreifen wollten, vermochten sie es nicht; an dem Tage, wo sie es nicht wollen, bietet er sich ihnen von selbst (Theoph., Vikt.). - ('''3''') Siehe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt26|Mt 26,Anm.10]]'']. - ('''4''') Je mehr Salböl man gebrauchte, desto mehr ehrte man den Gast. - ('''5''') 195 – 200 Mark. Wie großen Wert diese Summe hatte, ist daraus zu schließen, dass die Jünger 200 Denare für ausreichend hielten, um für 5000 Menschen, ungerechnet Frauen und Kinder, Brot zu kaufen. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mk06|Mk 6,37]]''] Ein Denar war der Lohn eines Tages. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt20|Mt 20,2]]''] - ('''6''') Die anderen Apostel nicht aus bösem Herzen, wie Judas, aber in unkluger Weise. - ('''7''') Griech.: Eine herrliche Tat. – Aus Liebe und Ehrfurcht brachte sie mir das Beste dar, umso mehr, da sie öfter gehört, dass das Ende meiner irdischen Tätigkeit naht. - ('''8''') Sie selbst hat dies wohl nicht gedacht. - ('''9''') Christus offenbart seine Allwissenheit. - ('''10''') Über Judas siehe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt26|Mt 26,Anm.21ff]]'']. – ('''11''') Er denkt nicht an das, was nach dem Verrate geschehen wird und welchem Lose er den Heiland preisgibt. – ('''12''') Siehe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt26|Mt 26,Anm.24]]'']. – ('''13''') Christus zeigt wiederum, dass er alles Zukünftige voraus weiß. (Beda) Nach anderen wollte der Heiland verhüten, dass Judas ihn vor der Zeit verriet (Euth.). - ('''14''') Ein Gemach im oberen Teile des Hauses. - ('''15''') Die Bewohner von Jerusalem vermieteten Fremden solche Säle zur Osterfeier. - ('''16''') Wohl aus Bethanien. - ('''17''') Christus bezeugt, dass er seinen Verräter kennt, weist darauf hin, wie unwürdig es ist, dass einer seiner Vertrauten sein Verräter wird und bedroht ihn mit furchtbarer ewiger Strafe. Solche Worte sollten doch jeden von einem so entsetzlichen Frevel abschrecken. - ('''18''') Dasselbe wie V. 18, doch wird die Vertraulichkeit des nahesten Umganges hervorgehoben. - ('''19''') Aus dem Leben. Jetzt hat Judas keinen Vorwand mehr zur Verminderung seiner Schuld. - ('''20''') Während sie noch bei Tisch saßen (wie V. 18). Das Osterlamm wurde nicht allein geopfert, sondern auch verzehrt und war also nicht einzig ein Vorbild des Heilandes als Opfer, sondern auch als Speise. - ('''21''') Die Brote waren dünn wie eine Messerschneide und rund. - ('''22''') Was im Kelche war, wird V. 24 gesagt. - ('''23''') Diese Worte entsprechen in der Höhe des Neuen Bundes den Worten Moses [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:2Mos24|2Mos 24,8]]'']. Über das Wort: viele [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt26|Mt 26,Anm.48]]'']. – Wie die Apostel diese Worte verstanden haben, nämlich im eigentlichen Sinne, zeigt Paulus [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:1Kor11|1Kor 11,23]]''] und die übereinstimmende Lehre der heil. Väter. Der Heiland setzt die heil. Eucharistie nach dem Paschamahl ein, um seinen letzten Liebeserweis den Herzen der Jünger tiefer einzuprägen. (Aug.) Es hat dem heil. Geiste gefallen, dass, um ein so großes Sakrament zu ehren, keine andere Speise vor dem Leibe des Herrn in den Mund der Christen eintrete, denn aus diesem Grunde wird eine solche Sitte auf dem ganzen Erdboden beobachtet (Aug.). - ('''24''') Was dies ist, zeigt der Heiland selbst [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk22|Lk 22,29.30]]'']. Christus sagt dies nicht erst bei der Einsetzung der heil. Eucharistie (die er nach der Meinung zahlreicher Erklärer auch selbst nahm). - ('''25''') Sie sollen nicht meinen, dass er sie deshalb verstößt. - ('''26''') Dem widerspricht nicht [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk24|Lk 24,36]]''] oder [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh20|Joh 20,19]]''], da der Heiland weder sagt, er werde sich nach der Auferstehung sofort nach Galiläa begeben, noch, er werde sich dort zuerst seinen Jüngern offenbaren. - ('''27''') So sehr auch die Liebe ihn erfüllt, er ist nicht frei von zu großem Selbstvertrauen. Er hätte aus früheren Ereignissen [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt14|Mt 14,30]]''] lernen und den Voraussagungen der Propheten, sowie den wiederholten Versicherungen des Heilandes glauben sollen. Es kommt ihm auch nicht in den Sinn, den Heiland um Abwendung der Gefahr zu bitten. - ('''28''') Damit Petrus nicht glaubte, der Heiland spreche nur eine Vermutung aus. - ('''29''') Der Tag beginnt mit dem Abend, also nach unserer Redeweise: vor Tagesanbruch, ehe der Hahn zwei Mal kräht (V. 68, V. 72). Der heil. Petrus fühlt sich angetrieben, noch Größeres zu versprechen. - ('''30''') Bald lernen sie alle, nicht auf sich zu vertrauen, sondern bei Gott Hilfe zu suchen. Christus nimmt die Bezeugungen ihrer Liebe gütig auf. - ('''31''') Vor jeder wichtigen Angelegenheit pflegt der Heiland zu beten. - ('''32''') Bevor der Heiland seinen heiligsten Leib den Peinigern überliefert, will er in seiner Seele die härtesten Schmerzen erdulden. - ('''33''') Der Tod träte ein, wenn der Herr ihn nicht durch ein Wunder fern hielte. - ('''34''') Bald kniend [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk22|Lk 22,41]]''], bald niedergeworfen. - ('''35''') Was in der Stunde geschehen sollte. - ('''36''') Nicht eintrete. - ('''37''') Der heilige Markus gibt wohl für die Römer die Übersetzung bei. - ('''38''') Du kannst gestatten, dass die Erlösung auf eine andere Weise vollbracht werde. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk22|Lk 22,42]]'']: Wenn du willst. - ('''39''') Von dem [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh18|Joh 18,11]]'']. Dass Christus alle dem Kreuzestode vorangehenden und die denselben begleitenden Qualen gefürchtet habe, bezeugen Joh. Damascen., Vikt., Thom. Aquin u. a. Zu den Ursachen seiner Traurigkeit gehört auch das Vorherwissen, dass für viele sein Leiden umsonst ist, und sein Abscheu vor den Sünden der Menschen. Aus alle dem folgt, dass Christus wahrer Mensch war (Just., Hil., Orig., Hier.). - ('''40''') Die V. 33 genannten drei. - ('''41''') Ihr hattet doch versprochen mit mir zu sterben, und ihr könnt nicht einmal dem Schlafe widerstehen? Der heil. Petrus schweigt beschämt. - ('''42''') Der Heiland wiederholt seine frühere Mahnung, die Aufforderung zu beten hinzufügend. Gebet und Wachsamkeit können die Gefahr des Falles abwenden. - ('''43''') Das Gute zu wählen; damit aber das Fleisch ihn nicht besiege, wenn die Gefahr naht; ist Gottes Hilfe notwendig Um diese also bittet! Der Heiland zeigt so zugleich, dass es nicht Verachtung seines Gebotes war, wenn sie einschliefen, sondern Schwäche des Fleisches.  - ('''44''') Der Heiland gibt uns das Vorbild der Beharrlichkeit im Gebete, zeigt uns, von wo allein uns in den Versuchungen Hilfe kommen kann und lehrt uns unseren Willen dem göttlichen zu unterwerfen. (Joh. Dam.) - ('''45''') Hier redet offenbar einer der drei. - ('''46''') Er gestattet ihnen, etwas zu ruhen, bis der Verräter kommt. - ('''47''') Der Heiden. Diese werden vorzugsweise Sünder genannt, weil sie von Gott und seinem Bunde fern sind. – Wie anders erscheint der Herr nach dem Gebete als zuvor, um uns zu zeigen, was auch uns das Gebet gewähren kann! - ('''48''') Wie Christus gesagt. - ('''49''') Sie schicken rohe gottfremde Menschen, welche den Heiland nicht einmal kennen. - ('''50''') Judas wusste, dass der Herr schon mehrfach den Händen der Juden entronnen war, und will alle Schuld von sich fern halten, wenn dies wieder geschehen sollte. - ('''51''') In den Garten. - ('''52''') Petrus [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Joh18|Joh 18,10]]''] - ('''53''') Sie sollen erfahren, dass sie nicht sowohl ihre als Gottes Pläne ausführen, die in der heil. Schrift offenbart sind. - ('''54''') Wo sind jetzt die herrlichen Versprechungen, die sie zuvor gegeben? - ('''55''') Er ist wohl durch den Tumult aus dem Schlafe aufgestört worden, wohnte also in der Nähe des Gartens. Euthymius u. a. vermuten, es sei der Evangelist Markus selbst gewesen, welcher zwar noch nicht Jünger des Herrn, ihm aber zugetan war. Ähnlich tut ja auch [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt09|Mt 9,9]]''] seines ersten Zusammentreffens mit dem Heilande Erwähnung. Der Jüngling hatte außer den Beinkleidern nur den leichten Linnenüberwurf ohne das Oberkleid, so floh er also nackt am Oberleibe. - ('''56''') Kaiphas. - ('''57''') Furchtsam macht ihn die menschliche Natur, seine Liebe lässt ihn folgen, Bestürzung führt ihn zur Verleugnung, der Glaube zur Reue. (Ambros.) - ('''58''') Sie wollen den äußeren Schein eines Gerichtes wahren. - ('''59''') Die Wahrheit? Nein, falsches Zeugnis. - ('''60''') Die Ursachen hätten vielleicht zur Fällung eines Todesurteils ausgereicht, indes die Bezeugung nicht. - ('''61''') Wie schwer eine Anklage auf Verachtung des Tempels war, siehe [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Jer26|Jer 26,9]]''] und [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Apg06|Apg 6,13]]'']. - ('''62''') Griech.: Auch so nicht. - ('''63''') Dass der Richter aufsteht und zu dem Herrn hintritt, ist ein Zeichen seiner Verlegenheit. Gott hat es so gelenkt, damit der Heiland von dem geistlichen wie von dem weltlichen Richter nur seiner erhabenen Würde wegen verurteilt wurde. - ('''64''') Durch die Zeit der falschen Anklagen. - ('''65''') Auf die Frage des Hohenpriesters. - ('''66''') Er beweist es durch ein bald eintretendes und durch ein fern liegendes Ereignis. - ('''67''') Teilnehmend an der Allmacht [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ps109|Ps 109,1]]'']. Ob auch nicht wollend, werden sie es sehen müssen, was [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Dan07|Dan 7,13]]''] vorausgesagt. - ('''68''') Kaiphas tut in seiner Heuchelei, als ob der Eifer für Gott ihn fortrisse. - ('''69''') Die vornehmen Leute trugen außer dem Mantel zwei Kleider. Seine Worte verraten freilich Triumph, nicht Schmerz. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt26|Mt 26,Anm.117]]'']. - ('''70''') Vom hohen Rate. - ('''71''') Weil das Volk ihn als Propheten begrüßt hatte [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt21|Mt 21,11]]'']. - ('''72''') Griech.: Empfingen ihn mit Backenstreichen, nämlich als er ihnen zur Bewachung bis zum Morgen übergeben wurde. - ('''73''') Fortsetzung zu V. 54. - ('''74''') Bei Matthäus: draußen. Das Verhörzimmer lag also höher. - ('''75''') Griech.: Schaute ihn scharf an. - ('''76''') Er denkt nur an die ihm drohende Gefahr. - ('''77''') In die Vorhalle. Das Krähen des Hahnes ruft ihm die Worte des Heilandes nicht in´s Gedächtnis zurück, derart ist er in Angst. Dennoch will er das Ende sehen und bleibt. Vergl. [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt26|Mt 26,58]]'']. - ('''78''') Eine andere als die zuvor genannte. - ('''79''') Er hat also mit jenen ein Gespräch angeknüpft. - ('''80''') Wie eitel sind die besten Vorsätze, wenn jemand auf sich vertraut und Gott nicht um seinen Beistand anfleht. - ('''81''') Der Heiland sah ihn an [''[[:Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Lk22|Lk 22,61]]'']. Petrus lernte Demut und Mitleid mit den Schwachen und ward uns eine Mahnung zur Demut und Buße.  
 
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Aktuelle Version vom 14. August 2019, 12:50 Uhr

Sanctum Jesu Christi Evangelium secundum Marcum

Das heilige Evangelium Jesu Christi nach Markus - Kap. 14

4. Leidensgeschichte Christi (Kap. 14, 15) Christus speist in Bethanien im Hause des Simon und wird von einem Weibe gesalbt. (V. 9) Verrat des Judas. (V. 11) Letztes Ostermahl des Herrn. (V. 26) Christi Leiden im Garten Gethsemani. (V. 42) Die Gefangennahme des Herrn. (V. 52) Jesus steht vor dem hohen Rate. (V. 65) Petrus verleugnet den Herrn zu dreien Malen.

1. Erat autem Pascha et Azyma post biduum: et quærebant summi sacerdotes, et Scribæ quomodo eum dolo tenerent, et occiderent.
2. Dicebant autem: Non in die festo, ne forte tumultus fieret in populo.
3. Et cum esset Bethaniæ in domo Simonis leprosi, et recumberet: venit mulier habens alabastrum unguenti nardi spicati pretiosi, et fracto alabastro, effudit super caput ejus.
4. Erant autem quidam indigne ferentes intra semetipsos, et dicentes: Ut quid perditio ista unguenti facta est?
5. Poterat enim unguentum istud venumdari plus quam trecentis denariis, et dari pauperibus. Et fremebant in eam.
6. Jesus autem dixit: Sinite eam, quid illi molesti estis? Bonum opus operata est in me.
7. Semper enim pauperes habetis vobiscum: et cum volueritis, potestis illis benefacere: me autem non semper habetis.
8. Quod habuit hæc, fecit: prævenit ungere corpus meum in sepulturam.
9. Amen dico vobis: Ubicumque prædicatum fuerit Evangelium istud in universo mundo, et quod fecit hæc, narrabitur in memoriam ejus.
10. Et Judas Iscariotes unus de duodecim abiit ad summos sacerdotes, ut proderet eum illis.
11. Qui audientes gavisi sunt: et promiserunt ei pecuniam se daturos. Et quærebat quomodo illum opportune traderet.
12. Et primo die Azymorum quando Pascha immolabant, dicunt ei discipuli: Quo vis eamus, et paremus tibi ut manduces Pascha?
13. Et mittet duos ex discipulis suis, et dicit eis: Ite in civitatem: et occurret vobis homo lagenam aquæ bajulans, sequimini eum:
14. Et quocumque introierit, dicite domino domus, quia magister dicit: Ubi est refectio mea, ubi Pascha cum discipulis meis manducem?
15. Et ipse vobis demonstrabit cœnaculum grande, stratum: et illic parate nobis.
16. Et abierunt discipuli ejus, et venerunt in civitatem: et invenerunt sicut dixerat illis, et paraverunt Pascha.
17. Vespere autem facto, venit cum duodecim.
18. Et discumbentibus eis, et manducantibus, ait Jesus: Amen dico vobis, quia unus ex vobis tradet me, qui manducat mecum.
19. At illi cœperunt contristari, et dicere ei singulatim: Numquid ego?
20. Qui ait illis: Unus ex duodecim, qui intingit mecum manum in catino.
21. Et Filius quidem hominis vadit sicut scriptum est de eo: væ autem homini illi, per quem Filius hominis tradetur: bonum erat ei, si non esset natus homo ille.
22. Et manducantibus illis, accepit Jesus panem: et benedicens fregit, et dedit eis, et ait: Sumite, hoc est corpus meum.
23. Et accepto calice, gratias agens dedit eis: et biberunt ex illo omnes.
24. Et ait illis: Hic est sanguis meus novi testamenti, qui pro multis effundetur.
25. Amen dico vobis, quia jam non bibam de hoc genimine vitis usque in diem illum, cum illud bibam novum in regno Dei.
26. Et hymno dicto exierunt in montem Olivarum.
27. Et ait eis Jesus: Omnes scandalizabimini in me in nocte ista: quia scriptum est: Percutiam pastorem, et dispergentur oves.
28. Sed postquam resurrexero, præcedam vos in Galilæam.
29. Petrus autem ait illi: Et si omnes scandalizati fuerint in te: sed non ego.
30. Et ait illi Jesus: Amen dico tibi, quia tu hodie in nocte hac, priusquam gallus vocem bis dederit, ter me es negaturus.
31. At ille amplius loquebatur: Et si oportuerit me simul commori tibi, non te negabo: Similiter autem et omnes dicebant.
32. Et veniunt in prædium, cui nomen Gethsemani. Et ait discipulis suis: Sedete hic donec orem.
33. Et assumit Petrum, et Jacobum, et Joannem secum: et cœpit pavere, et tædere.
34. Et ait illis: Tristis est anima mea usque ad mortem: sustinete hic, et vigilate.
35. Et cum processisset paululum, procidit super terram: et orabat, ut si fieri posset, transiret ab eo hora:
36. Et dixit: Abba pater, omnia tibi possibilia sunt, transfer calicem hunc a me, sed non quod ego volo, sed quod tu.
37. Et venit, et invenit eos dormientes. Et ait Petro: Simon, dormis? non potuisti una hora vigilare?
38. Vigilate, et orate ut non intretis in tentationem. Spiritus quidem promptus est, caro vero infirma.
39. Et iterum abiens oravit eumdem sermonem dicens.
40. Et reversus, denuo invenit eos dormientes, (erant enim oculi eorum gravati) et ignorabant quid responderent ei.
41. Et venit tertio, et ait illis: Dormite jam, et requiescite. Sufficit: venit hora: ecce Filius hominis tradetur in manus peccatorum.
42. Surgite, eamus: ecce qui me tradet, prope est.
43. Et, adhuc eo loquente, venit Judas Iscariotes unus de duodecim, et cum eo turba multa cum gladiis, et lignis, a summis sacerdotibus, et Scribis, et senioribus.
44. Dederat autem traditor ejus signum eis, dicens: Quemcumque osculatus fuero, ipse est, tenete eum, et ducite caute.
45. Et cum venisset, statim accedens ad eum, ait: Ave Rabbi: et osculatus est eum.
46. At illi manus injecerunt in eum, et tenuerunt eum.
47. Unus autem quidam de circumstantibus educens gladium, percussit servum summi sacerdotis: et amputavit illi auriculam.
48. Et respondens Jesus, ait illis: Tamquam ad latronem existis cum gladiis, et lignis comprehendere me?
49. Quotidie eram apud vos in templo docens, et non me tenuistis. Sed ut impleantur Scripturæ.
50. Tunc discipuli ejus relinquentes eum, omnes fugerunt.
51. Adolescens autem quidam sequebatur eum amictus sindone super nudo: et tenuerunt eum.
52. At ille rejecta sindone, nudus profugit ab eis.
53. Et adduxerunt Jesum ad summum sacerdotem: et convenerunt omnes sacerdotes, et Scribæ, et seniores.
54. Petrus autem a longe sectus est eum usque intro in atrium summi sacerdotis: et sedebat cum ministris ad ignem, et calefaciebat se.
55. Summi vero sacerdotes, et omne concilium quærebant adversus Jesum testimonium, ut eum morti traderent, nec inveniebant.
56. Multi enim testimonium falsum dicebant adversus eum: et convenientia testimonia non erant.
57. Et quidam surgentes, falsum testimonium ferebant adversus eum, dicentes:
58. Quoniam nos audivimus eum dicentem: Ego dissolvam templum hoc manu factum, et per triduum aliud non manu factum ædificabo.
59. Et non erat conveniens testimonium illorum.
60. Et exsurgens summus sacerdos in medium, interrogavit Jesum, dicens: Non respondes quidquam ad ea, quæ tibi objicuntur ab his?
61. Ille autem tacebat, et nihil respondit. Rursum summus sacerdos interrogabat eum, et dixit ei: Tu es Christus Filius Dei benedicti?
62. Jesus autem dixit illi: Ego sum, et videbitis Filium hominis sedentem a dextris virtutis Dei, et venientem cum nubibus cœli.
63. Summus autem sacerdos scindens vestimenta sua, ait: Quid adhuc desideramus testes?
64. Audistis blasphemiam: quid vobis videtur? Qui omnes condemnaverunt eum esse reum mortis.
65. Et cœperunt quidam conspuere eum, et velare faciem ejus, et colaphis eum cædere, et dicere ei: Prophetiza: et ministri alapis eum cædebant.
66. Et cum esset Petrus in atrio deorsum, venit una ex ancillis summi sacerdotis:
67. Et cum vidisset Petrum calefacientem se, aspiciens illum, ait: Et tu cum Jesu Nazareno eras.
68. At ille negavit, dicens: Neque scio, neque novi quid dicas. Et exiit foras ante atrium, et gallus cantavit.
69. Rursus autem cum vidisset illum ancilla, cœpit dicere circumstantibus: Quia hic ex illis est.
70. At ille iterum negavit. Et post pusillum rursus qui astabant, dicebant Petro: Vere ex illis es: nam et Galilæus es.
71. Ille autem cœpit anathematizare, et jurare: Quia nescio hominem istum, quem dicitis.
72. Et statim gallus iterum cantavit. Et recordatus est Petrus verbi, quod dixerat ei Jesus: Prius quam gallus cantet bis, ter me negabis. Et cœpit flere.

1. Nach zwei Tagen aber war Ostern und das Fest der ungesäuerten Brote;1 und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten möchten.
2. Sie sagten aber: Nicht am Feste,2 damit nicht etwa unter dem Volke ein Aufruhr entstehe.
3. Und als er zu Bethanien war im Hause Simons, des Aussätzigen,3 und zu Tische saß, kam ein Weib mit einem alabasternen Gefäße voll kostbaren Salböls von echter Narde, und zerbrach das Gefäß, und goss das Salböl auf sein Haupt.4 [Mt 26,6, Joh 12,3]
4. Es wurden aber einige unwillig, und sprachen zueinander: Wozu ist diese Verschwendung der Salbe geschehen?
5. Man hätte diese Salbe um mehr als dreihundert Denare5 verkaufen, und den Armen geben können. Und sie murrten über sie.6
6. Jesus aber sprach: Lasset sie! Warum belästiget ihr sie?
Sie hat ein gutes Werk7 an mir getan.
7. Denn die Armen habet ihr immer bei euch, und könnet ihnen, wann ihr wollet, Gutes tun; mich aber habet ihr nicht allezeit.
8. Diese tat, was sie konnte, schon zum Voraus hat sie8 meinen Leib zum Begräbnisse gesalbt.
9. Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium in der ganzen Welt wird gepredigt werden, da wird auch das, was sie getan hat, erzählet werden zu ihrem Gedächtnisse.9
10. Da ging Judas Iskariot,10 einer von den Zwölfen, hin zu den Hohenpriestern, um ihn ihnen zu verraten.11 [Mt 26,14]
11. Als diese es hörten, freuten sie sich, und versprachen, ihm Geld zu geben; er aber suchte, wie er ihn zu gegebener Zeit verraten könnte.
12. Und am ersten Tage der ungesäuerten Brote, da man das Osterlamm schlachtete,12 sprachen die Jünger zu ihm: Wo willst du, dass wir hingehen, und zurichten für dich, dass du das Osterlamm essest? [Mt 26,17, Lk 22,7]
13. Da sandte er zwei seiner Jünger, und sprach zu ihnen:13 Gehet in die Stadt: da wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; folget ihm,
14. und wo ihr hineingeht, da saget zu dem Herrn des Hauses: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist das Gemach für mich, in dem ich das Osterlamm mit meinen Jüngern essen kann?
15. Und er wird euch einen großen eingerichteten Speisesaal14 zeigen;
daselbst richtet für uns zu.
16. Und seine Jünger gingen hin, und kamen in die Stadt, und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte,15 und bereiteten das Ostermahl.
17. Da es nun Abend geworden war, kam er mit den Zwölfen.16 [Mt 26,20, Lk 22,14]
18. Und als sie zu Tische saßen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch, einer von euch, der mit mir isst, wird mich verraten!17 [Joh 13,21]
19. Sie aber wurden traurig, und fingen an, einer um den andern, ihn zu fragen: Doch nicht ich?
20. Und er sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir die Hand in die Schüssel eintaucht!18
21. Der Menschensohn geht zwar hin,19 wie von ihm geschrieben steht; aber wehe jenem Menschen, durch welchen der Menschensohn verraten wird; es wäre jenem Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre! [Ps 40,10, Apg 1,16]
22. Und während sie aßen,20 nahm Jesus das Brot, segnete es, brach es,21 gab es ihnen, und sprach: Nehmet hin, dies ist mein Leib! [Mt 26,26, 1Kor 11,24]
23. Und er nahm den Kelch, dankte, und gab ihnen denselben; und sie tranken daraus alle.22
24. Und er sprach zu ihnen: Dieses ist mein Blut des neuen Bundes,
das für viele vergossen werden!23
25. Wahrlich, ich sage euch, ich werde nicht mehr trinken von diesem Gewächse des Weinstockes bis zu jenem Tage, da ich es neu trinken werde im Reiche Gottes!24
26. Und nachdem sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus auf den Ölberg.
27. Und Jesus sprach zu ihnen: Alle werdet ihr euch an mir ärgern in dieser Nacht; denn es steht geschrieben: Ich will den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden. [Mt 26,31, Joh 16,32, Sach 13,7]
28. Nachdem ich aber auferstanden sein werde,25 will ich euch vorausgehen nach Galiläa.26 [Mk 16,7]
29. Petrus aber sprach zu ihm: Wenn sich auch alle an dir ärgern sollten, doch ich nicht.27
30. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich,28 ich sage dir, heute29 in dieser Nacht, noch ehe der Hahn zweimal gekrähet hat, wirst du mich dreimal verleugnen!
31. Er aber redete noch weiter: Und wenn ich auch zugleich mit dir sterben müsste, so werde ich dich doch nicht verleugnen. Desgleichen sagten sie alle.30
32. Und sie kamen an einen Meierhof, der Gethsemani hieß; und er sprach zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, während ich bete!31 [Mt 26,36, Lk 22,40]
33. Und er nahm den Petrus, Jakobus und Johannes mit sich, und fing an sich zu ängstigen und Trauer zu empfinden.32
34. Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis zum Tode.33
Bleibet hier, und wachet!
35. Dann ging er ein wenig weiter, fiel auf die Erde nieder,34 und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde35 vor ihm vorüberginge.36
36. Und er sprach: Abba, Vater!37 dir ist alles möglich,38 nimm diesen Kelch39 weg von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst.
37. Und er kam, und fand sie40 schlafend. Da sprach er zu Petrus: Simon! Du schläfst? Konntest du nicht eine Stunde wachen?41
38. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet!42 Der Geist ist zwar willig,43 aber das Fleisch ist schwach.
39. Und er ging wieder hin und betete, indem er dieselben Worte sprach.44
40. Und da er zurückkam, fand er sie abermals schlafend (denn ihre Augen waren schwer geworden), und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.45
41. Und er kam zum dritten Male, und sprach zu ihnen: Schlafet nunmehr, und ruhet!46 Es ist genug, die Stunde ist gekommen; siehe, der Menschensohn wird in die Hände der Sünder47 überliefert werden!48
42. Stehet auf, lasset uns gehen! Siehe, der mich verraten wird, ist nahe!
43. Und während er noch redete, kam Judas Iskariot, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Prügeln, gesandt von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten.49 [Mt 26,47, Lk 22,47, Joh 18,3]
44. Es hatte ihnen aber sein Verräter ein Zeichen gegeben, und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist es, den greifet, und führet ihn behutsam!50
45. Und da er herbeigekommen war,51 trat er sogleich auf ihn zu, und sprach: Sei gegrüßt, Meister! Und küsste ihn.
46. Sie aber legten Hand an ihn, und ergriffen ihn.
47. Einer aber von den Umstehenden52 zog sein Schwert, schlug nach dem Knechte des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.

48. Und Jesus redete sie an, und sprach zu ihnen: Wie gegen einen Mörder seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Prügeln, um mich zu fangen!
49. Täglich war ich bei euch im Tempel, und lehrte, und ihr habt mich nicht ergriffen. Allein es muss die Schrift erfüllet werden.53
50. Da verließen ihn alle seine Jünger, und flohen.54 [Mt 26,56]
51. Ein Jüngling aber folgte ihm, angetan mit einem Linnengewande auf dem bloßen Leibe; und sie ergriffen denselben.55
52. Er aber warf das Linnengewand von sich, und floh nackt von ihnen.
53. Und sie führten Jesus zu dem Hohenpriester;56 und es versammelten sich alle Priester und Schriftgelehrten und Ältesten. [Mt 26,57, Lk 22,57, Joh 18,13]
54. Petrus aber folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters; und setzte sich zu den Dienern an´s Feuer, und wärmte sich.57
55. Die Hohenpriester nun und der ganze hohe Rat58 suchten59 Zeugnis wider Jesus, damit sie ihn dem Tode überliefern könnten; aber sie fanden keines. [Mt 26,59]
56. Denn viele gaben zwar falsches Zeugnis wider ihn;
aber die Zeugnisse waren nicht übereinstimmend.60
57. Und einige traten auf, legten falsches Zeugnis wider ihn ab, und sprachen:
58. Wir haben ihn sagen gehört: Ich werde diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen, und in drei Tagen einen andern, der nicht mit Händen gemacht ist, aufbauen.61 [Joh 2,19] 59. Aber ihr Zeugnis war62 nicht gleichlautend.
60. Da stand der Hohepriester auf, trat in die Mitte, fragte Jesus, und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese dir vorwerfen63
61. Er aber schwieg still,64 und antwortete nichts.65 Abermals fragte ihn der Hohepriester, und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn Gottes, des Hochgelobten?
62. Jesus sprach zu ihm: Ich bin es;66 und ihr werdet den Menschensohn sehen zur Rechten der Kraft Gottes sitzend.67 und in den Wolken des Himmels kommend. [Mt 24,30, Mt 26,64]
63. Da zerriss68 der Hohepriester seine Kleider,69 und sprach:
Was benötigen wir noch Zeugen?
64. Ihr habt die Gotteslästerung gehört; was dünket euch? Und sie alle verurteilten ihn, dass er des Todes schuldig sei.
65. Nun fingen einige70 an, ihn anzuspeien, sein Angesicht zu verhüllen, und ihn mit Fäusten zu schlagen, und zu ihm zu sagen: Weissage!71 Und die Diener schlugen ihn mit Backenstreichen.72
66. Und als Petrus.73 unten im Hofe74 war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters; [Mt 26,69, Lk 22,56, Joh 18,17]
67. und da sie den Petrus sich wärmen sah, schaute sie ihn an,75 und sagte: Auch du warest bei Jesus, dem Nazarener!
68. Er aber leugnete,76 und sprach: Weder weiß ich noch verstehe ich, was du sagest! Und er ging hinaus vor den Hof,77 da krähte der Hahn.
69. Und da die Magd78 ihn sah, fing sie wieder an zu den Umstehenden zu sagen: Dieser ist einer von ihnen! [Mt 26,71]
70. Er aber leugnete abermals. Und nach einer kleinen Weile sagten die Umstehenden wieder zu Petrus: Wahrlich, du bist einer von ihnen; denn du bist auch ein Galiläer!79 [Lk 22,59, Joh 18,25.26]
71. Er aber fing an zu verwünschen und zu schwören:
Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet!80
72. Und sogleich krähte der Hahn zum zweiten Male. Da erinnerte sich Petrus an das Wort, welches Jesus ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.81 Und er fing an zu weinen. [Mt 26,75, Joh 13,38]

Fußnote

Kap. 14 (1) Der 14. Nisan, von dem an durch acht Tage nur ungesäuertes Brot gegessen werden durfte. Jetzt suchen sie das auszuführen, was sie seit drei Monaten beschlossen. - (2) Als sie den Heiland ergreifen wollten, vermochten sie es nicht; an dem Tage, wo sie es nicht wollen, bietet er sich ihnen von selbst (Theoph., Vikt.). - (3) Siehe [Mt 26,Anm.10]. - (4) Je mehr Salböl man gebrauchte, desto mehr ehrte man den Gast. - (5) 195 – 200 Mark. Wie großen Wert diese Summe hatte, ist daraus zu schließen, dass die Jünger 200 Denare für ausreichend hielten, um für 5000 Menschen, ungerechnet Frauen und Kinder, Brot zu kaufen. Vergl. [Mk 6,37] Ein Denar war der Lohn eines Tages. [Mt 20,2] - (6) Die anderen Apostel nicht aus bösem Herzen, wie Judas, aber in unkluger Weise. - (7) Griech.: Eine herrliche Tat. – Aus Liebe und Ehrfurcht brachte sie mir das Beste dar, umso mehr, da sie öfter gehört, dass das Ende meiner irdischen Tätigkeit naht. - (8) Sie selbst hat dies wohl nicht gedacht. - (9) Christus offenbart seine Allwissenheit. - (10) Über Judas siehe [Mt 26,Anm.21ff]. – (11) Er denkt nicht an das, was nach dem Verrate geschehen wird und welchem Lose er den Heiland preisgibt. – (12) Siehe [Mt 26,Anm.24]. – (13) Christus zeigt wiederum, dass er alles Zukünftige voraus weiß. (Beda) Nach anderen wollte der Heiland verhüten, dass Judas ihn vor der Zeit verriet (Euth.). - (14) Ein Gemach im oberen Teile des Hauses. - (15) Die Bewohner von Jerusalem vermieteten Fremden solche Säle zur Osterfeier. - (16) Wohl aus Bethanien. - (17) Christus bezeugt, dass er seinen Verräter kennt, weist darauf hin, wie unwürdig es ist, dass einer seiner Vertrauten sein Verräter wird und bedroht ihn mit furchtbarer ewiger Strafe. Solche Worte sollten doch jeden von einem so entsetzlichen Frevel abschrecken. - (18) Dasselbe wie V. 18, doch wird die Vertraulichkeit des nahesten Umganges hervorgehoben. - (19) Aus dem Leben. Jetzt hat Judas keinen Vorwand mehr zur Verminderung seiner Schuld. - (20) Während sie noch bei Tisch saßen (wie V. 18). Das Osterlamm wurde nicht allein geopfert, sondern auch verzehrt und war also nicht einzig ein Vorbild des Heilandes als Opfer, sondern auch als Speise. - (21) Die Brote waren dünn wie eine Messerschneide und rund. - (22) Was im Kelche war, wird V. 24 gesagt. - (23) Diese Worte entsprechen in der Höhe des Neuen Bundes den Worten Moses [2Mos 24,8]. Über das Wort: viele [Mt 26,Anm.48]. – Wie die Apostel diese Worte verstanden haben, nämlich im eigentlichen Sinne, zeigt Paulus [1Kor 11,23] und die übereinstimmende Lehre der heil. Väter. Der Heiland setzt die heil. Eucharistie nach dem Paschamahl ein, um seinen letzten Liebeserweis den Herzen der Jünger tiefer einzuprägen. (Aug.) Es hat dem heil. Geiste gefallen, dass, um ein so großes Sakrament zu ehren, keine andere Speise vor dem Leibe des Herrn in den Mund der Christen eintrete, denn aus diesem Grunde wird eine solche Sitte auf dem ganzen Erdboden beobachtet (Aug.). - (24) Was dies ist, zeigt der Heiland selbst [Lk 22,29.30]. Christus sagt dies nicht erst bei der Einsetzung der heil. Eucharistie (die er nach der Meinung zahlreicher Erklärer auch selbst nahm). - (25) Sie sollen nicht meinen, dass er sie deshalb verstößt. - (26) Dem widerspricht nicht [Lk 24,36] oder [Joh 20,19], da der Heiland weder sagt, er werde sich nach der Auferstehung sofort nach Galiläa begeben, noch, er werde sich dort zuerst seinen Jüngern offenbaren. - (27) So sehr auch die Liebe ihn erfüllt, er ist nicht frei von zu großem Selbstvertrauen. Er hätte aus früheren Ereignissen [Mt 14,30] lernen und den Voraussagungen der Propheten, sowie den wiederholten Versicherungen des Heilandes glauben sollen. Es kommt ihm auch nicht in den Sinn, den Heiland um Abwendung der Gefahr zu bitten. - (28) Damit Petrus nicht glaubte, der Heiland spreche nur eine Vermutung aus. - (29) Der Tag beginnt mit dem Abend, also nach unserer Redeweise: vor Tagesanbruch, ehe der Hahn zwei Mal kräht (V. 68, V. 72). Der heil. Petrus fühlt sich angetrieben, noch Größeres zu versprechen. - (30) Bald lernen sie alle, nicht auf sich zu vertrauen, sondern bei Gott Hilfe zu suchen. Christus nimmt die Bezeugungen ihrer Liebe gütig auf. - (31) Vor jeder wichtigen Angelegenheit pflegt der Heiland zu beten. - (32) Bevor der Heiland seinen heiligsten Leib den Peinigern überliefert, will er in seiner Seele die härtesten Schmerzen erdulden. - (33) Der Tod träte ein, wenn der Herr ihn nicht durch ein Wunder fern hielte. - (34) Bald kniend [Lk 22,41], bald niedergeworfen. - (35) Was in der Stunde geschehen sollte. - (36) Nicht eintrete. - (37) Der heilige Markus gibt wohl für die Römer die Übersetzung bei. - (38) Du kannst gestatten, dass die Erlösung auf eine andere Weise vollbracht werde. [Lk 22,42]: Wenn du willst. - (39) Von dem [Joh 18,11]. Dass Christus alle dem Kreuzestode vorangehenden und die denselben begleitenden Qualen gefürchtet habe, bezeugen Joh. Damascen., Vikt., Thom. Aquin u. a. Zu den Ursachen seiner Traurigkeit gehört auch das Vorherwissen, dass für viele sein Leiden umsonst ist, und sein Abscheu vor den Sünden der Menschen. Aus alle dem folgt, dass Christus wahrer Mensch war (Just., Hil., Orig., Hier.). - (40) Die V. 33 genannten drei. - (41) Ihr hattet doch versprochen mit mir zu sterben, und ihr könnt nicht einmal dem Schlafe widerstehen? Der heil. Petrus schweigt beschämt. - (42) Der Heiland wiederholt seine frühere Mahnung, die Aufforderung zu beten hinzufügend. Gebet und Wachsamkeit können die Gefahr des Falles abwenden. - (43) Das Gute zu wählen; damit aber das Fleisch ihn nicht besiege, wenn die Gefahr naht; ist Gottes Hilfe notwendig Um diese also bittet! Der Heiland zeigt so zugleich, dass es nicht Verachtung seines Gebotes war, wenn sie einschliefen, sondern Schwäche des Fleisches. - (44) Der Heiland gibt uns das Vorbild der Beharrlichkeit im Gebete, zeigt uns, von wo allein uns in den Versuchungen Hilfe kommen kann und lehrt uns unseren Willen dem göttlichen zu unterwerfen. (Joh. Dam.) - (45) Hier redet offenbar einer der drei. - (46) Er gestattet ihnen, etwas zu ruhen, bis der Verräter kommt. - (47) Der Heiden. Diese werden vorzugsweise Sünder genannt, weil sie von Gott und seinem Bunde fern sind. – Wie anders erscheint der Herr nach dem Gebete als zuvor, um uns zu zeigen, was auch uns das Gebet gewähren kann! - (48) Wie Christus gesagt. - (49) Sie schicken rohe gottfremde Menschen, welche den Heiland nicht einmal kennen. - (50) Judas wusste, dass der Herr schon mehrfach den Händen der Juden entronnen war, und will alle Schuld von sich fern halten, wenn dies wieder geschehen sollte. - (51) In den Garten. - (52) Petrus [Joh 18,10] - (53) Sie sollen erfahren, dass sie nicht sowohl ihre als Gottes Pläne ausführen, die in der heil. Schrift offenbart sind. - (54) Wo sind jetzt die herrlichen Versprechungen, die sie zuvor gegeben? - (55) Er ist wohl durch den Tumult aus dem Schlafe aufgestört worden, wohnte also in der Nähe des Gartens. Euthymius u. a. vermuten, es sei der Evangelist Markus selbst gewesen, welcher zwar noch nicht Jünger des Herrn, ihm aber zugetan war. Ähnlich tut ja auch [Mt 9,9] seines ersten Zusammentreffens mit dem Heilande Erwähnung. Der Jüngling hatte außer den Beinkleidern nur den leichten Linnenüberwurf ohne das Oberkleid, so floh er also nackt am Oberleibe. - (56) Kaiphas. - (57) Furchtsam macht ihn die menschliche Natur, seine Liebe lässt ihn folgen, Bestürzung führt ihn zur Verleugnung, der Glaube zur Reue. (Ambros.) - (58) Sie wollen den äußeren Schein eines Gerichtes wahren. - (59) Die Wahrheit? Nein, falsches Zeugnis. - (60) Die Ursachen hätten vielleicht zur Fällung eines Todesurteils ausgereicht, indes die Bezeugung nicht. - (61) Wie schwer eine Anklage auf Verachtung des Tempels war, siehe [Jer 26,9] und [Apg 6,13]. - (62) Griech.: Auch so nicht. - (63) Dass der Richter aufsteht und zu dem Herrn hintritt, ist ein Zeichen seiner Verlegenheit. Gott hat es so gelenkt, damit der Heiland von dem geistlichen wie von dem weltlichen Richter nur seiner erhabenen Würde wegen verurteilt wurde. - (64) Durch die Zeit der falschen Anklagen. - (65) Auf die Frage des Hohenpriesters. - (66) Er beweist es durch ein bald eintretendes und durch ein fern liegendes Ereignis. - (67) Teilnehmend an der Allmacht [Ps 109,1]. Ob auch nicht wollend, werden sie es sehen müssen, was [Dan 7,13] vorausgesagt. - (68) Kaiphas tut in seiner Heuchelei, als ob der Eifer für Gott ihn fortrisse. - (69) Die vornehmen Leute trugen außer dem Mantel zwei Kleider. Seine Worte verraten freilich Triumph, nicht Schmerz. Vergl. [Mt 26,Anm.117]. - (70) Vom hohen Rate. - (71) Weil das Volk ihn als Propheten begrüßt hatte [Mt 21,11]. - (72) Griech.: Empfingen ihn mit Backenstreichen, nämlich als er ihnen zur Bewachung bis zum Morgen übergeben wurde. - (73) Fortsetzung zu V. 54. - (74) Bei Matthäus: draußen. Das Verhörzimmer lag also höher. - (75) Griech.: Schaute ihn scharf an. - (76) Er denkt nur an die ihm drohende Gefahr. - (77) In die Vorhalle. Das Krähen des Hahnes ruft ihm die Worte des Heilandes nicht in´s Gedächtnis zurück, derart ist er in Angst. Dennoch will er das Ende sehen und bleibt. Vergl. [Mt 26,58]. - (78) Eine andere als die zuvor genannte. - (79) Er hat also mit jenen ein Gespräch angeknüpft. - (80) Wie eitel sind die besten Vorsätze, wenn jemand auf sich vertraut und Gott nicht um seinen Beistand anfleht. - (81) Der Heiland sah ihn an [Lk 22,61]. Petrus lernte Demut und Mitleid mit den Schwachen und ward uns eine Mahnung zur Demut und Buße. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 15 | 16 |

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