Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Mt09

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Sanctum Jesu Christi Evangelium secundum Mattæum

Das heilige Evangelium Jesu Christi nach Matthäus - Kap. 9

Barmherzigkeit Jesu gegen die Sünder. (V. 13) Jesus bekämpft falsche Meinungen der Juden. (V. 17) Andere Wundertaten des Herrn. (V. 34) 4. Jesus der Stifter des messianischen Reiches. (9,35-13) A: Berufung und Unterweisung der Apostel. (9,35-10) Berufung der Apostel. (K. 10 V. 4)

1. Et ascendens on naviculam, transfretavit, et venit in civitatem suam.
2. Et ecce offerebant ei paralyticum jacentem in lecto. Et videns Jesus fidem illorum, dixit paralytico: Confide fili, remittuntur tibi peccata tua.

3. Et ecce quidam de Scribis dixerunt intra se: Hic blasphemat.
4. Et cum vidisset Jesus cogitationes eorum, dixit: Ut quid cogitates mala in cordibus vestris?
5. Quid est facilius dicere: Dimittuntur tibi peccata tua: an dicere: Surge, et ambula?
6. Ut autem sciatis, quia Filius hominis habet potestatam in terra dimittendi peccata, tunc ait paralytico: Surge, tolle lectum tuum, et vade in domum tuam.
7. Et surrexit, et abiit in domum suam.
8. Videntes autem turbæ timuerunt, et glorivificaverunt Deum, qui dedit potestatem talem hominibus.
9. Et, cum transiret inde Jesus, vidit hominem sedentem in telonio, Matthæum nomine. Et ait illi: Sequere me. Et surgens, secutus est eum.

10. Et factum est discumbente eo in domo, ecce multi publicani, et peccatores venientes discumbebant cum Jesu, et discipulis ejus.
11. Et videntes Pharisæi, dicebant discipulis ejus: Quare cum publicanis, et peccatoribus manducat Magister vester?
12. At Jesus audiens, ait: Non est opus valentibus medicus, sed male habentibus.
13. Euntes autem discite quid est: Misericordiam volo, et non sacrificium. Non enim veni vocare justos, sed peccatores.

14. Tunc accesserunt ad eum discipuli Joannis, dicentes: Quare nos, et Pharisæi jejunamus frequenter: discipuli autem tui non jejunant?
15. Et ait illis Jesus: Numquid possunt filii sponsi lugere, quamdiu cum illis est sponsus? Venient autem dies eum auferetur ab eis sponsus: et tunc jejunabunt.

16. Nemo autem immittit commissuram panni rudis in vestimentum vetus: tollit enim plenitudinem ejus a vestimento, et pejor scissura fit.

17. Neque mittunt vinum novum in utres veteres, alioquin rumpuntur utres, et vinum effunditur, et utres pereunt. Sed vinum novum in utres novos mittunt, et ambo conservantur.

18. Hæc illo loquente ad eos, ecce princeps unus accessit, et adorabat eum, dicens: Domine, filia mea modo defuncta est: sed veni, impone manum tuam super eam, et vivet.

19. Et surgens Jesus sequebatur eum, et discipuli ejus.
20. Et ecce mulier, quæ sanguinis fluxum patiebatur duodecim annis, accessit retro, et tetigit fimbrian vestimenti ejus.
21. Dicebat enim intra se: Si tetigero tantum vestimentum ejus: salva ero.
22. At Jesus conversus, et videns eam, dixit: Confide filia, fides tua te salvam fecit. Et salva facta est mulier ex illa hora.
23. Et cum venisset Jesus in domum principis, et vidisset tibicines et turbam tumultuantem, dicebat:
24. Recidite: non est enim mortua puella, sed dormit. Et deridebant eum.
25. Et cum ejecta esset turba, intravit: et tenuit manum ejus. Et surrexit puella.
26. Et exiit fama hæc in universam terram illam.
27. Et transeunte inde Jesu, secuti sunt eum duo cæci, clamantes, et dicentes: Misere nostri, Fili David.

28. Cum autem venisset domum, accesserunt ad eum cæci. Et dicit eis Jesus: Creditis quia hoc possum facere vobis? Dicunt ei: Utique, Domine.

29. Tunc tetigit oculos eorum, dicens: Secundum fidem vestram fiat vobis.
30. Et aperti sunt oculi eorum: et comminatus est illis Jesus, dicens, Videte ne quis sciat.
31. Illi autem exeuntes diffamaverunt eum in tota terra illa.
32. Egressis autem illis, ecce obtulerunt ei hominem mutum, dæmonium habentem.

33. Et ejecto dæmonio, locutus est mutus, et miratæ sunt turbæ, dicentes: Numquam apparuit sic in Israel.

34. Pharisæi autem dicebant: In principe dæmoniorum ejicit dæmones.

35. Et circuibat Jesus omnes civitates, et castella, docens in synagogis eorum, et prædicans evangelium regni, et curans omnen languorem, et omnen infirmitatem.
36. Videns autem turbas, misertus est eis: quia erant vexati, et jacentes sicut oves non habentes pastorem.

37. Tunc dicit discipulis suis: Messis quidem multa, opererii autem pauci.

38. Rogate ergo Dominum messis, ut mittat operarios in messem suam.

1. Und er stieg in ein Schiff, fuhr über, und kam in seine Stadt.1
2. Und siehe, sie brachten zu ihm einen Gelähmten, der auf einem Bette lag. Da nun Jesus ihren Glauben sah,2 sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, Sohn!3 deine Sünden werden dir vergeben,4 [Mk 2,3, Lk 5,18].
3. Und siehe, einige von den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott!
4. Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er:5 Warum denkt ihr Böses in euren Herzen?6
5. Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden werden dir vergeben; oder zu sagen: Stehe auf, und wandle?7
6. Damit ihr aber wisset, dass der Menschensohn Gewalt hat auf Erden, die Sünder zu vergeben,8 sprach er dann zu dem Gelähmten: Stehe auf, nimm dein Bett, und geh in dein Haus!9
7. Und er stand auf und ging sofort in sein Haus.
8. Da aber das Volk dieses sah, fürchtete es sich, und pries Gott,10 der solche Macht den Menschen gegeben.
9. Als Jesus von da weiter ging,11 sah er einen Mann an der Zollstelle sitzen, Matthäus mit Namen.12 Und er sprach zu ihm: Folge mir!13 Da stand er auf, und folgte ihm. [Mk 2,14, Lk 5,27].
10. Und es geschah, als er im Hause zu Tische war, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder14 und setzten sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische.
11. Da die Pharisäer dies sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern:15 Warum isst euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?
12. Jesus aber hörte es, und sprach: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken.16
13. Gehet aber hin,17 und lernet, was es heißt: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer;18 denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen,19 sondern Sünder. [Hos 6,6, Mt 12,7].
14. Alsdann traten die Jünger des Johannes20 zu ihm, und sprachen:21 Warum fasten wir und die Pharisäer oft, deine Jünger aber fasten nicht? [Mk 2,18, Lk 5,33].
15. Jesus sprach zu ihnen: Können wohl die Freunde des Bräutigams trauern, so lange der Bräutigam bei ihnen ist?22 Es werden aber Tage kommen, da ihnen der Bräutigam genommen wird23 und alsdann werden sie fasten.24
16. Niemand aber setzt einen Fleck von einem neuen Tuch auf ein altes Kleid;25 denn der neue Fleck reißt vom Kleide ab, was er braucht zu seiner Ausfüllung, und der Riß wird ärger.26
17. Auch gießt man nicht neuen Wein in alte Schläuche, sonst bersten die Schläuche, und der Wein läuft aus, und die Schläuche gehen zu Grunde;27 man gießt neuen Wein in neue Schläuche, und so werden beide erhalten.28
18. Während er dieses zu ihnen redete,29 siehe, da trat ein Vorsteher30 herzu, betete ihn an,31 und sprach: Herr! meine Tochter ist so eben gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, und sie wird leben.32 [Mk 5,22, Lk 8,41].
19. Und Jesus stand auf, und folgte ihm mit seinen Jüngern.33
20. Und siehe, ein Weib, das seit zwölf Jahren am Blutflusse litt,34 trat von hinten hinzu,35 und berührte den Saum seines Kleides;36 [Mk 5,25, Lk 8,43].
21. denn sie sprach bei sich selbst: Wenn ich nur sein Kleid berühre, so wird mir geholfen sein.
22. Jesus aber wandte sich um, sah sie, und sprach:37 Sei getrost,38 Tochter! dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund von derselben Stunde an.
23. Als nun Jesus in das Haus des Vorstehers kam, und die Flötenspieler und die lärmende Menge sah,39 sprach er:
24. Weichet!40 denn das Mädchen ist nicht gestorben, sondern es schläft.41 Doch sie verlachten ihn.42
25. Nachdem aber das Volk hinausgeschafft war, ging er hinein, und nahm es bei der Hand.43 Und das Mädchen stand auf.
26. Und der Ruf davon ging aus in jene ganze Gegend.44
27. Als nun Jesus von dannen weiter ging, folgten ihm zwei Blinde,45 die riefen und sprachen: Erbarme dich unser,46 Sohn Davids!47
28. Als er aber nach Hause48 gekommen war, traten die Blinden zu ihm, und Jesus sprach zu ihnen:49 Glaubet ihr, dass ich euch dieses tun kann? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr!50
29. Da berührte er ihre Augen, und sprach: Mach eurem Glauben geschehe euch!
30. Und ihre Augen wurden aufgetan.51 Und Jesus gebot ihnen ernstlich, und sprach: Sehet zu, dass es niemand erfahre!52
31. Sie aber gingen hinaus, und verbreiteten seinen Ruf in jener ganzen Gegend.
32. Als nun diese hinweggegangen waren, siehe, brachte man einen Menschen zu ihm, der stumm und von einem bösen Geiste besessen war.53 [Mt 12,22, Lk 11,14].
33. Und als der böse Geist ausgetrieben war, redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich,54 und sprach: Niemals55 hat man solches in Israel gesehen!
34. Die Pharisäer aber sprachen: Durch den Obersten der bösen Geister treibt er die bösen Geister aus!56
35. Und Jesus zog umher durch alle Städte und Flecken, indem er in ihren Synagogen lehrte und das Evangelium vom Reiche predigte,57 und jegliche Krankheit und jegliches Siechtum heilte. [Mk 6,6].
36. Als er aber die Volksscharen sah, erbarmte es ihn derselben,58 denn sie waren geplagt und darniederliegend wie Schafe, die keinen Hirten haben.59
37. Da sprach er zu seinen Jüngern:60 Die Ernte ist zwar groß, der Arbeiter aber sind wenige.61
38. Bittet daher den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.62


Fußnote

Kap. 9 (1) Nach Kapharnaum. Der Evangelist erzählt nicht nach der zeitlichen Reihenfolge. - (2) Der Glaube ist hier die Überzeugung von der Macht Christi und seiner Güte, aus welcher dann Vertrauen entspringt. - (3) Welches innige Vertrauen muss diese Anrede erwecken! – (4) Der Gelähmte wollte doch aber gesund werden? Jesu Gegenwart und Heiligkeit hat in dem Kranken Schmerz über seine Sünden und Verachtung seiner selbst erweckt. Vergl. [1Mos 17,3, Jes 6,5, Dan 7,15] Darum entspricht Jesus zuerst dem Herzensbedürfnisse, über das jener sein leibliches Leiden fast vergißt. So wie hier Jesus hat noch nie ein Prophet gesprochen. Christus zeigt, dass die Zeit des Messias gekommen und dass er es ist, wie [Joh 1,29] gesagt. - (5) Gott allein kennt die Herzensgeheimnisse [Jer 17,10, Ps 7,10], also gibt der Herr seine Gottheit kund. - (6) Sie mussten ihn erkennen. - (7) Beides ist gleich schwer, doch erscheint das eine den Augen der Menschen, das andere bleibt verborgen. Beides erfordert göttliche, gleichsam schöpferische Macht. So tut denn Christus ein äußeres Werk, das innere zu beweisen. (Hier.) - (8) Der Messias übt sein Amt auf Erden in sichtbarer Weise, wie noch jetzt im heil. Bußsakrament. - (9) Die Betten sind im Morgenlande sehr leicht. Er soll das Bett nehmen als Zeichen, dass er wahrhaft gesund ist, und nach Hause gehen, damit auch die Abwesenden Kunde von der Heilung erlangen. - (10) Die Pharisäer schweigen. Die sich für gerecht hielten und der Vergebung nicht bedürftig, erweisen sich als ungeeignet für das Reich Gottes. Das Volk fühlt Gottes Hand. - (11) Von dem Orte, an dem er den Gelähmten geheilt. - (12) Jesus geht noch weiter, er beruft einen Sünder in seine Nachfolge. Matthäus (Theodor, Gottesgabe) wird von den anderen Evangelisten Levi genannt. Die Zollpächter, Zöllner genannt, waren verachtet, weil sie gleichsam Helfer der Römer waren, von denen sich die Juden gegen Gottes Gesetz bedrückt glaubten. Matthäus erzählt seine Geschichte im Anschluß an die Heilung, als ob auch er von Schwachheit und Unreinheit geheilt ward. - (13) Vergl. [Mt 4,19.21] Er hatte wohl schon viel von Jesus gehört und seiner Predigt beigewohnt, Wunder geschaut usw. Zudem trifft ihn ein Strahl der Gottheit, die durch die heil. Menschheit des Herrn hindurchleuchtet. - (14) Matthäus gibt ein Mahl, Christus nimmt die Einladung an und zieht durch seine Güte viele Sünder herbei. Sünder hießen bei den Pharisäern alle, welche die Riten und Gewohnheiten der Juden nicht genau beobachteten, z. B. mit Heiden verkehrten. Solche mieden die Schriftgelehrten wie Aussätzige. - (15) Bei den Jüngern hoffen sie auf leichteren Sieg. - (16) Es wäre zu tadeln, wollte der Arzt nur die Gesunden aufsuchen. Christus erklärt sich als Arzt der Menschheit, besonders der Leidenden. [Ez 34,16] - (17) Eine in rabbinischen Disputationen häufig wiederkehrende Redeweise. - (18) [Hos 6,6] - (19) Alle sind Sünder, also alle will ich rufen. Welche Sanftmut selbst gegen die böswilligen Pharisäer! - (20) Die Pharisäer greifen jetzt den Meister selbst an. Selbst die Wunder vermögen nicht sie zu überzeugen, dass Gott der Führer des Herrn ist. - (21) Sie haben sich die Hilfe der Jünger des heil. Johannes gesichert, da sie dessen Ansehen beim Volke kennen. Wie töricht sind diese Jünger, dass sie sich denen zugesellen, die ihr Meister verwirft! - (22) Christus antwortet mit den Worten des heil. Johannes. [Joh 3,29]. Wie das Bündnis am Sinai, so wird das messianische Reich oft einer Hochzeitsfeier verglichen. Da nun Gott der Bräutigam ist, offenbart der Herr seine Gottheit. Eine Hochzeit dauerte eine Woche und während dieser Zeit waren die Teilnehmer nach rabbinischer Vorschrift vom Fasten frei, selbst wenn der Versöhnungstag in dieselbe fiel. Die Teilnehmer sollten die Freude der Brautleute mehren helfen. - (23) Hier deutet der Heiland zum ersten Male seinen bitteren Tod an. - (24) Christus sagt voraus, was geschehen wird, aber ordnet es selbst an. Also ist das Fasten von der Kirche mit Recht vorgeschrieben. - (25) Die Jünger Johannes irrten in ihrer Voraussetzung, dass im Reiche des Herrn das alte Gesetz fortdauern werde. Christus hebt den Irrtum durch ein doppeltes Gleichnis. - (26) Wenn das Tuch naß wird, zieht sich der neue Fleck zusammen und reißt das alte Kleid entzwei. - (27) Der Wein wird im Morgenlande in ledernen Schläuchen, deren narbige Seite nach innen gekehrt ist, aufbewahrt und transportiert. [Joh 9,4] - (28) Der größere Schaden und was zu tun ist, wird im zweiten Gleichnis erklärt. Der Geist, welchen der Erlöser bringt, darf nicht unter das Joch des Gesetzes gebeugt werden. Der heil. Paulus erklärt den Gegensatz beider Testamente [Gal 4,1, Kol 2,17, Roem 8,15, Hebr 8,9]. Einige Ausleger, unter ihnen Hieron., beziehen die Worte „alte Schläuche“ auf die Pharisäer. - (29) Weitere Schilderung der Macht und Güte Christi, des wachsenden Glaubens im Volke, des zunehmenden Hasses der Pharisäer. Die weiteren Umstände siehe [Mk 5,22, Lk 8,41]. Die einleitenden Worte zeigen, dass der heil. Matthäus hier die Zeitfolge einhält, also fällt die ähnliche Erzählung bei Markus und Lukas nicht mit dieser zusammen. - (30) Jairua (Luk.) Vorsteher der Synagoge (Luk., Mark.). - (31) Fiel ihm zu Füßen. - (32) Der Vorsteher hatte wohl schon viele Heilungen gesehen. Seine Bitte ist nicht so vollkommen wie die des Hauptmanns [Mt 8,10] - (33) Anders als der Herr [Joh 4,48] handelt. Er will zugleich dem blutflüssigen Weibe Gelegenheit geben, ihm zu nahen. - (34) Um so größer das Wunder. - (35) Die Krankheit zog levitische Unreinheit nach sich [3Mos 15,25]. - (36) Die Hebräer mussten nach [4Mos 15,38] vier Quäschen an den vier Ecken des Oberkleides tragen, um immer an die Gebote Gottes erinnert zu werden. - (37) Aus der Heilung und dem Lobe Christi folgt das Recht der Verehrung aller Reliquien Christi, und aus ähnlichen Gründen auch der Heiligen. - (38) Lob und Güte. Vergl. [Mt 9,2]. Christus will ihren Glauben offenbar machen, damit andere ihn nachahmen, besonders der Vorsteher. Gleichzeitig offenbart sich der Herr als Kenner aller Herzensgeheimnisse wie [Mt 9,4]. - (39) Zwei Flötenbläser und eine Klagefrau erschienen bei dem Leichenbegräbnisse selbst des ärmsten. Die Verwandten sind gleichfalls zugegen. - (40) Die Klage darf nur denen gelten, welche tot bleiben. - (41) Weil sie aufzuerwecken ist. Ähnlich [Joh 11,11]. - (42) So wird einst ein großer Teil des Volkes den Erlöser von sich weisen. - (43) Über die äußere Berührung siehe [Mt 8,3]. Auch die Toten müssen die Stimme dessen hören, der Herr ist über Leben und Tod. [Joh 5,25]. - (44) Um so größer ist ihre Schuld, als [5Mos 18,19] deutlich zu ihnen sprach. - (45) Einige beginnen zu glauben, so die beiden Blinden. - (46) Sie zweifeln nicht an seiner Macht. - (47) Messias. Vergl. [Mt 22,42, Joh 7,42]. - (48) Wohl das Haus des heil. Petrus. - (49) Der Heiland prüft und mehrt ihren Glauben, dass er aus eigener Kraft helfen könne. - (50) Der Heiland lehrt uns alle Schaustellung fliehen und anhalten im Gebet. - (51) Die Augen der Blinden gelten als geschlossene. - (52) Christus will sich nicht der Gehässigkeit der Pharisäer und Schriftgelehrten aussetzen und verbietet ihnen zu verbreiten, dass er der Messias ist. (Vergl. [Lk 4,41, Mk 1,34]). Den Grund siehe [Mt 8,4]. Trotz alledem ward er später angeklagt, er wiegele das Volk auf. [Lk 23,5]. - (53) Der böse Geist machte ihn stumm. - (54) Die Menge, Größe und Leichtigkeit der Wunderwerke setzt das Volk in Erstaunen. - (55) Dass mit einem einzigen Worte die bösen Geister ausgetrieben werden. - (56) Er ist selbst ein Genosse der bösen Geister. Über Beelzebub siehe [Mt 10,25 und Mt 12,34]. Das Volk soll nicht allein von Christus abgewendet werden, es soll auch gegen ihn aufgereizt werden. Die Pharisäer sündigen gegen den heiligen Geist. Vielleicht sprechen sie so in Christi Abwesenheit, da erst [Mt 12,25] eine Antwort hierauf folgt. Wie töricht sind sie! Christus trieb ja nicht nur böse Geister aus, sondern heilte auch Aussätzige, erweckte Tote, beruhigte das Meer, ließ Sünden nach u. s. s. (Ehrns.) Die Pharisäer sind ein Vorbild aller, die sich der Pflicht zu glauben zu entziehen suchen. - (57) Ob Christus diese Reden zu gleicher Zeit hielt? Der Herr pflegt mit der Aufgabe der Gegenwart einen Ausblick in die Zukunft zu verbinden vergl. [Mt 24], wenn er auch die einzelnen Stücke bei geeigneter Gelegenheit wieder besonders einschärft. Überall entdeckt der Heiland gleiche Vernachlässigung durch die Schuld der Pharisäer und Schriftgelehrten. Auch in kleinen Flecken verkündet er die Lehre des Heils (Hier.) und offenbart seine Güte und Macht, um die, welche seine Predigt nicht gewonnen, durch Werke zu überzeugen. - (58) Griech.: Ward er von tiefstem Mitleid gerührt. - (59) Das Volk Gottes heißt oft im A. T. seine Herde. Geplagt: vergl. [Mic 3,2]. Gerade die Schafe bedürfen am meisten der Fürsorge. Vergleiche zu der Schilderung [Ez 34,3-6]. - (60) Die Jünger sollen von Mitleid erfüllt sich der Sorge für das Heil derselben weihen. - (61) Das Volk ist zum Zeichen Gottes berufen. - (62) Von seiten der Pharisäer droht Gefahr. Die Jünger sollen beten: Es ist Gottes gute Hirten zu geben und auch die Gläubigen können die Ausbreitung des Reiches Gottes durch ihr Gebet fördern. Der Herr der Ernte ist Gott der Vater. Vergl. [Joh 15,1]. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 |

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