Kategorie:Das goldene Buch:Geheimnis Mariae-3-2

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Wie ist dieser Baum des Lebens in uns zu pflegen?


1. Ist dieser Baum erst einmal in einem getreuen Herzen gepflanzt, so will er in freier Luft und ohne menschliche Stütze wachsen. Weil göttlichen Ursprungs, soll ihn kein Geschöpf hindern, sich zu Gott, seinem Ursprung, zu erheben. Nicht auf ihren eigenen Fleiß und ihre natürlichen Talente, auf ihr Ansehen oder auf die Autorität der Menschen soll sich die Seele stützen: zu Maria soll sie ihre Zuflucht nehmen und nur auf ihre Hilfe zählen.
2. Die Seele, in welcher dieser Baum gepflanzt ist, muss wie ein guter Gärtner unaufhörlich damit beschäftigt sein, ihn zu bewachen und im Auge zu haben. Denn dieser Baum, der Leben hat und Früchte des Lebens hervorbringen soll, will durch beständige und sorgfältige Pflege von Seiten der Seele großgezogen werden. Eine Seele, welche vollkommen werden will, muss oft an diese Aufgabe denken, ja ihre Hauptbeschäftigung daraus machen.
3. Dornen und Disteln muss man ausreißen und abschneiden, welche mit der Zeit diesen Baum ersticken oder daran hindern könnten, seine Frucht zu tragen, das heißt man muss sich befleißigen, durch Abtötung und Selbstüberwindung alle unnützen Vergnügungen und eitlen Beschäftigungen mit den Geschöpfen unnachsichtig zu vermeiden, oder mit andern Worten, man muss sein Fleisch kreuzigen, das Sillschweigen halten und seine Sinne abtöten.
4. Man muss sorgfältig darüber wachen, dass die Raupen diesem Baum keinen Schaden zufügen. Diese Raupen sind die Eigenliebe, die Liebe zur Bequemlichkeit, welche die grünen Blätter zernagen und die schönsten Früchte zerstören. Die Eigenliebe verträgt sich nie und nimmer mit der wahren Liebe zu Maria.
5. Böse und schädliche Tiere muss man sorgfältig fernhalten. Diese Tiere sind die Sünden, welche dem Baume des Lebens durch die bloße Berührung schon den Tod bringen können; nicht einmal ihr Hauchs soll sie anwehen, d.h. die lässlichen Sünden, welche stets sehr gefährlich sind, wenn man sie leichtsinnig begeht.
6. Man muss diesen göttlichen Baum häufig begießen, indem man seine Übungen der Frömmigkeit, seine Beichten, seine Kommunionen und andere öffentliche und private Gebetsübungen gut verrichtet; sonst würde der Baum aufhören, Früchte zu tragen.
7. Man soll sich keine Sorge machen, wenn dieser Baum vom Winde bewegt und geschüttelt wird. Es ist selbstverständlich, dass der Wind der Versuchungen weht, um ihn zum Falle zu bringen, und dass Schnee und Eis auf ihn fallen, um ihn zu verderben. Diese Andacht zur allerseligsten Jungfrau wird sicher viel angegriffen werden und Widerspruch erleiden; wenn man aber in der Pflege derselben beharrlich bleibt, ist nichts zu fürchten. Auserwählte Seele, wen du so den vom Heiligen Geiste in deine Seele neu gepflanzten Baum hegst und pflegst, so versichere ich dir, wird er in kurzer Zeit so hoch wachsen, dass die Vögel des Himmels darin wohnen können. Er wird so vollkommen werden, dass er zu seiner Zeit die Frucht der Ehre und der Gnade, d.h. den liebens- und anbetungswürdigen Jesus hervorbringen wird, der ja immer die einzige Frucht Mariä gewesen ist und sein wird. Glücklich eine Seele, in welcher Maria, der Baum des Lebens, gepflanzt ist; glücklicher jene, in welcher er wachsen und blühen kann; überaus glücklich jene, in welcher er seine Früchte bringt; am glücklichsten von allen aber jene, welche seine Frucht verkostet und bewahrt bis in den Tod und in alle Ewigkeit. Amen. Qui tenet, teneat. Wer besitzt, bewahre es!

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