Kategorie:Das goldene Buch:Rundschreiben-13

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13. Das Kreuz ist das größte Geschenk Gottes


Freuet euch deshalb und frohlocket, wenn Gott euch irgend ein gutes Kreuz zu teil werden lässt, denn das größte Gut, das es im Himmel und in Gott selber gibt, ist euch damit zugefallen, ohne dass ihr es bemerktet. Welch großes Geschenk Gottes ist doch das Kreuz! Wenn ihr das fassen könntet, würdet ihr Messen lesen lassen, neuntägige Andachten auf den Gräbern der Heiligen halten und lange Wallfahrten unternehmen, wie die Heiligen es getan, um dieses göttliche Geschenk vom Himmel zu erflehen. – Die Welt nennt das Kreuz eine Torheit, eine Schmach, eine Dummheit, eine Unbesonnenheit, eine Unklugheit. Lasset sie reden, diese Blinden! Ihre Blindheit, in der sie als irdisch gesinnte Menschen des Kreuzes Freuden nicht erkennen, verschafft uns neuen Ruhm, wenn sie uns durch ihre Verachtung oder Verfolgung irgend ein neues Kreuz zu bereiten trachten; sie geben uns Edelsteine, sie setzen uns auf den Thron, sie krönen uns mit Lorbeeren. Was sage ich? Alle Reichtümer, alle Ehren, Zepter, und glänzenden Kronen der Machthaber und Kaiser sind nichts im Vergleich zur Herrlichkeit des Kreuzes; es übertrifft, wie der hl. Johannes Chrysostomus sagt, selbst die Glorie der Apostel und Evangelisten. „Gern würde ich den Himmel verlassen, wenn es mir anheim gestellt würde“, sagt vom Heiligen Geiste erleuchtet derselbe Heilige, „um für den Gott des Himmels etwas leiden zu können. Die Kerker und Gefängnisse würde ich den Thronen des Himmelreiches vorziehen; nach der Glorie der Seraphim würde ich mich nicht so sehr sehnen als nach den größten Kreuzen. Die Gabe der Wunder, womit man den Teufeln gebietet, die Elemente erschüttert, die Sonne aufhält, und den Toten das Leben gibt, halte ich für nicht so hoch, als die Ehre der Leiden. Die hhl. Apostel Petrus und Paulus sind im Kerker mit ihren Fußketten glorreicher, als wenn sie sich in den dritten Himmel erheben oder die Schlüssel des Paradieses erhalten.“ In der Tat, ist es nicht das Kreuz, das dem Erlöser einen Namen gegeben hat, der über alle Namen ist, dass „im Namen Jesu alle Knie sich beugen müssen im Himmel, auf Erden und unter der Erde“? Der Ruhm eines Menschen, der in der rechten Weise leidet, ist so groß dass der Himmel die Engel, die Heiligen und selbst der dreieinige Gott ihn mit Freuden als das herrlichste Schauspiel betrachten, und wenn die Heiligen einen Wunsch hätten, so wäre es dieser, auf die Erde zurückzukehren und das Kreuz zu tragen.

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