Kategorie:Das goldene Buch:Rundschreiben-9

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9. Nur durch das Kreuz gelangen wir zur Vollkommenheit


Ihr wisset wohl, meine Freunde, dass ihr lebendige Tempel des Heiligen Geistes seid, und dass ihr einst als lebendige Steine von diesem Gott der Liebe zum Baue des himmlischen Jerusalem verwendet werden sollet. Machet euch deswegen darauf gefasst, mit dem Hammer des Kreuzes behauen und gemeißelt zu werden, sonst würdet ihr rohe Steine bleiben, die man nicht gebrauchen kann, die man bei Seite wirft und verachtet. Hütet euch, gegen den Hammer auszuschlagen, der euch zurechtschlägt; gebet acht auf den Meißel, der vielleicht, und die Hand, die euch dreht. Vielleicht will dieser gewandte und liebevolle Baumeister aus euch einen der ersten Steine an seinem ewigen Baue, eine der schönsten Figuren seines himmlischen Königreiches machen. Lasset ihn gewähren, er liebt euch, er weiß, was er tut, er hat Erfahrung; alle seine Schläge treffen sicher und sind mit Liebe gegeben; er tut keinen Fehlschlag, wenn man ihn nicht durch Ungeduld nutzlos macht. Der Heilige Geist vergleicht das Kreuz bald mit einem Siebe, in dem der gute Weizen von Stroh und Unrat gereinigt wird. Lasset euch ohne Widerstreben wie den Weizen im Siebe hin- und herwerfen; ihr seid ja im Siebe des Familienvaters, bald werdet ihr in seiner Scheune sein. Bald vergleicht er es mit einem Feuer, das durch die Glut seiner Flamme den Rost des Eisens verzehrt. Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer, das durch Kreuz und Leid in einer Seele bleibt, um sie zu reinigen, ohne sie zu verzehren, wie einst im brennenden Dornbusch. Schließlich vergleicht der Hl. Geist das Kreuz mit einem Feuerofen, in welchem das gute Gold geläutert wird, indem es geduldig die Feuerprobe besteht, das falsche Gold sich aber gegen die Flammen zu wehren sucht und in Rauch vergeht. Im Feuerofen der Trübsal und in der Versuchung reinigen sich die wahren Freunde des Kreuzes durch ihre Geduld, während seine Feinde durch ihre Ungeduld und ihr Murren im Rauch zu Grunde gehen.

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