Kategorie:Nachfolge Christi:3-33

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(33) Von der Unbeständigkeit des Herzens und von der Richtung desselben auf Gott als das letzte Ziel.


1. Mein Sohn! Vertraue nicht auf die Empfindung, welche du jetzt hast, sie wird bald sich ändern. Solange du lebst, bist du auch wider deinen Willen der Veränderlichkeit unterworfen, so zwar, dass du bald freudig, bald traurig, bald in Ruhe, bald in Unruhe, bald andächtig, bald ohne Andacht, bald emsig, bald träge, bald ernsthaft, bald leichtsinnig sein wirst. Aber der Weise und in dem geistlichen Leben wohl Unterrichtete ist über diese Veränderlichkeiten erhaben. Er gibt nicht acht, was er in sich empfindet, oder von welcher Seite der Wind der Unbeständigkeit weht, sondern er ist nur bedacht, dass die Richtung seines ganzen Gemütes zu dem gehörigen und besten Ziele führe. Denn nur so kann er sich selbst gleich und unerschüttert bleiben, indem er bei so vielen verschiedenen Zufällen mit reinem Auge der Absicht ohne Unterlass auf Mich blickt.
2. Je reiner aber dieses Auge der Absicht ist, desto beständiger wird man auch durch die widrigen Stürme fortwandeln. Allein bei vielen ist dieses Auge der reinen Absicht dunkel und sieht bald wieder auf das Angenehme hin, das ihm begegnet. Denn nur selten ist jemand von dem Fehler der Selbstsucht ganz frei. So kamen einst die Juden nach Bethanien zu Martha und Maria, nicht allein wegen Jesus, sondern auch, damit sie den Lazarus sähen. Man muss also die Absicht reinigen, damit sie einfältig und aufrichtig sein möge, sie muss auf Mich gerichtet werden und nicht bei anderen Gegenständen weilen.

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