Kategorie:Ordenskatechismus:15.Kapitel:V-2-d-400

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400. Wozu ist die Tugend der Geduld?


Die Tugend der Geduld ist notwendig,

1. um die von Gott geschickten oder zugelassenen Leiden in der rechten Weise zu ertragen,
2. um Sünden abzubüßen und reiche Verdienste zu gewinnen,
3. um gute Werke zu tun und gediegene Tugenden zu erwerben,
4. um die endliche Beharrlichkeit zu erlangen.

Leiden sind oft besondere Beweise der Liebe Gottes gegen uns. Gott weiß das Böse zum Guten zu lenken.
„Ihr sannet Böses gegen mich, Gott aber wandte es zum Guten“, sprach der ägyptische Joseph zu seinen Brüdern (1Mos 50,20).
„Wen der Herr lieb hat, den züchtigt er“ (Spr 3,12).
Zu Tobias sprach der Engel: „Weil du angenehm vor Gott warst, musste die Prüfung dich bewähren“ (Tob 12,13).
„Geduld ist euch notwendig, damit ihr, den Willen Gottes ausübend, die Verheißung davon traget“ (Hebr 10,36).
„Wir müssen durch viele Drangsale in das Reich Gottes eingehen“ (Apg 14,21).
Hier auf Erden kann niemand ohne Kreuz sein: „Ordne und füge alles nach deinem Willen und deinem Augenmaß, und du wirst es nicht anders finden, als dass es überall etwas zu leiden gibt. Gelitten muss sein, mit Willen oder wider Willen. Und so wirst du überall das Kreuz finden.
Denn entweder hast du Schmerzen im Leib oder eine Plage im Geiste auszustehen“ (Nachfolge Christi II, 12, 3).
Jesus gibt uns auch in der Tugend der Geduld das schönste Beispiel. Er trug das schwerste Kreuz mit der größten Ergebung und Freude. Die Heiligen sind ihm darin gefolgt. Auch uns ruft Jesus zur Nachfolge auf: „Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert“ (Mt 10,38).

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