Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Fastenzeit03Dienstag

Aus Vulgata
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V. Jetzt ist sie da, die rechte Zeit.
R. Jetzt ist er da, der Tag des Heils.

JAHRESREIHE I:

ERSTE LESUNG

Aus dem Brief an die Hebräer. 3,1-19

Höher als Moses
Darum, heilige Brüder, teilhaft geworden der himmlischen Berufung, schaut auf Jesus, den Gesandten und Hohenpriester unseres Bekenntnisses: Er war getreu vor dem, der ihn bestellt hat, wie es auch »Moses war in seinem ganzen Hause« (4Mos 12,7). Denn er wurde größerer Herrlichkeit für würdig erachtet als Moses; größere Ehre als das Haus erfährt ja sein Erbauer. Denn jedes Haus wird von jemand erbaut; der Erbauer von allem aber ist Gott. »Moses war getreu in seinem ganzen Haus als ein Diener« (4Mos 12,7), zur Bezeugung dessen, was geoffenbart werden sollte. Christus aber steht als Sohn über seinem Hause. Sein Haus sind wir, wenn wir die Zuversicht und frohgestimmte Hoffnung [bis ans Ende unwandelbar] festhalten.
Warnung vor Glaubensabfall
Darum - wie der Heilige Geist sagt -: »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht wie bei der Erbitterung am Tage der Versuchung in der Wüste, wo mich eure Väter versuchten und auf die Probe stellten, obwohl sie meine Werke sahen vierzig Jahre hindurch. Darum war ich unwillig über dieses Geschlecht und sprach: Allezeit irren sie mit ihrem Herzen, und meine Wege erkannten sie nicht. So schwor ich denn in meinem Zorn: Sie sollen nicht eingehen in meine Ruhe« (Ps 95,7ff). Seht zu, Brüder, dass in keinem von euch ein böses, ungläubiges Herz sich finde, um abzufallen vom lebendigen Gott. Ermahnt vielmehr einander an jedem Tag, solange man das »Heute« ruft, damit keiner von euch »verhärtet« werde durch den Trug der Sünde. Denn wir sind ja zur Teilhabe an Christus erwählt worden, wenn wir nur den Anfangsgrund bis ans Ende sicher bewahren. Wenn es heißt: »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht wie bei der Erbitterung«, wer waren denn jene, die »hörten« und ihn »erbitterten«? Waren es denn nicht alle, die aus Ägypten auszogen unter Moses? Über wen war er »unwillig vierzig Jahre hindurch«? Waren es nicht jene, die gesündigt hatten, deren »Leiber in der Wüste dahinsanken« (4Mos 14,29)? Wem anders »schwor« er, dass sie »nicht eingehen sollten in seine Ruhe«, als denen, die ungehorsam waren? So sehen wir denn, dass sie nicht eingehen konnten wegen ihres Unglaubens.

(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Christus ist der getreue Sohn, der über das Haus Gottes gestellt ist, * das Haus Gottes sind wir.
V. Durch Christus wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. * Das Haus Gottes sind wir.



ZWEITE LESUNG

Augustinus (+ 430)
Zu Psalm 95 (94).

„Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet euer Herz nicht"

„Heute, wenn ihr seine Stimme hört" (1). O mein Volk, Volk Gottes! Gott spricht zu seinem Volk, zu seinem ganzen Volk, nicht bloß zu dem, das er nicht verworfen hat. Er spricht in Richtung auf die beiden Wände (2), gleichsam zwischen ihnen stehend, das heißt: in Christus spricht der Prophet sowohl zum Volk der Juden als auch zum Volk der Heiden: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet euer Herz nicht!" Einst hörtet ihr seine Worte durch Mose, und damals habt ihr euer Herz verhärtet. Durch seine Verkünder hatte er gesprochen, als euer Herz verhärtet war. Jetzt spricht er selbst: Laßt euer Herz erweichen! Der seine Herolde vor sich her schickte, ist jetzt in Gnaden selbst gekommen. Durch seinen eigenen Mund spricht er hier, der einst durch den Mund der Propheten redete: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet euer Herz nicht!"
Warum hast du gesagt: „Verhärtet euer Herz nicht"? Ihr erinnert euch, was eure Väter zu tun pflegten: „Verhärtet euer Herz nicht wie bei jener Verbitterung am Tag der Versuchung in der Wüste." (3) ... Sie waren eure Väter. Doch wenn ihr sie nicht nachahmt, sind sie eure Väter nicht ...
Wenn die Heiden ihre Götzenbilder verlassen und zum Gott Israels kommen, darf dann Israel seinen Gott verlassen, wenn sogar die Heiden den Weg zum nahen Gott finden? „Vierzig Jahre war ich diesem Geschlecht nahe." (4) Was heißt: „Ich war nahe"? Ich war gegenwärtig in meinen Zeichen und Machterweisen, nicht an einem Tag und nicht an zweien. Vielmehr „vierzig Jahre war ich diesem Geschlecht nahe. Aber ich sage: Immer geht ihr Herz in die Irre."
Die vierzig Jahre bedeuten .immer'. Denn diese Zahl Vierzig bezeichnet die Gesamtheit aller Zeiten, als ob es nicht mehr als vierzig gäbe. Darum hat der Herr vierzig Tage gefastet, wurde vierzig Tage in der Wüste versucht (5) und war nach der Auferstehung vierzig Tage mit seinen Jüngern beisammen (6). Mit den ersten vierzig Tagen wies er auf die Versuchungen hin, mit den andern vierzig Tagen auf den Trost. Denn wenn wir versucht werden, erhalten wir auch ohne Zweifel Trost. Unvermeidlich muß sein Leib, die Kirche, Versuchungen erleiden in dieser Weltzeit. Aber ihr fehlt auch der Tröster nicht, der sagt: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (7) „Aber ich sage: Immer geht ihr Herz in die Irre." Deswegen war ich ihnen vierzig Jahre nahe, um so auf die Menschen hinzuweisen, die immerfort bis zur Vollendung der Zeiten meinen Zorn erregen! Durch die vierzig Jahre wollte er die gesamte Zeit andeuten.
1. Ps.95,7 (Vg.). 2. Eph.2,14. 3. Ps.95,8 (Vg.). 4. Ps.95,10 (Vg.). 5. Mt.4,1-11. 6. Apg.1,3. 7. Mt.28,20.


RESPONSORIUM
R. Seht zu, Brüder, daß keiner von euch vom lebendigen Gott abfällt. * Ermahnt einander jeden Tag, solange es noch heißt: Heute. V. Wenn die Heiden ihre Götzenbilder verlassen, um zum Gott Israels zu kommen, wie können dann wir unsern Gott verlassen? * Ermahnt einander jeden Tag, solange es noch heißt: Heute.



JAHRESREIHE II:
ERSTE LESUNG

Aus dem Buch Exodus. 32,1-20


Das Goldene Kalb
Das Volk sah, dass Moses seine Rückkehr vom Berge hinausschob. Da sammelte sich das Volk um Aaron und sprach zu ihm: »Wohlan, mach uns Götter, die vor uns herziehen! Denn was aus Moses geworden ist, dem Mann, der uns aus dem Lande Ägypten herausgeführt hat, wissen wir nicht.« Da antwortete ihnen Aaron: »Nehmt die goldenen Ringe von den Ohren eurer Frauen, Söhne und Töchter ab und bringt sie her zu mir!« So nahmen denn alle Leute die goldenen Ringe, die sie an den Ohren trugen, von sich ab und brachten sie zu Aaron. Er nahm sie aus ihren Händen, sammelte (das Gold) in einen Beutel und goss dann daraus ein Kalb als Gußbild. Sie riefen: »Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten geführt hat.« Aaron vernahm es und baute vor dem Kalb einen Altar. Er ließ laut ausrufen: »Morgen soll ein Fest sein für den Herrn!« In der Frühe des nächsten Morgens opferten sie Brandopfer und brachten Friedopfer dar. Dann setzten sich die Leute zum Essen und Trinken nieder und erhoben sich, um dem Vergnügen nachzugehen.
Der Zorn des Herrn
Der Herr sprach zu Moses: »Geh, steig hinab; denn verbrecherisch handeln deine Leute, die du aus dem Land der Ägypter herausgeführt hast. Gar schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen gewiesen habe. Sie haben sich ein Kalb gegossen, sich vor ihm niedergeworfen, ihm geopfert und gerufen: »Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten geführt hat.« Sodann sprach der Herr zu Moses: »Ich sehe, dass diese Leute ein halsstarriges Volk sind. Darum lass mich, dass mein Zorn wider sie entbrenne und sie verzehre! Dich aber will ich zu einem großen Volk machen!« Doch Moses versuchte, den Herrn, seinen Gott, zu versöhnen, und sprach: »Warum, Herr, soll dein Zorn wider dein Volk entbrennen, das du aus Ägypten mit großer Kraft und starkem Arm geführt hast? Warum sollen denn die Ägypter sagen dürfen: >Zum Verderben hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und sie vom Erdboden zu vertilgen<? Lass ab von deiner Zornesglut und lasse dich des Unheils gereuen, das du deinem Volke angedroht hast! Gedenke deiner Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du doch bei dir selbst eidlich versprochen hast: >Ich will eure Nachkommen vermehren wie die Sterne des Himmels und will dies ganze Land nach meiner Verheißung euren Nachkommen geben; sie sollen es für immer besitzen!«! Da ließ sich der Herr des Unheils gereuen, mit dem er sein Volk bedroht hatte. Moses wandte sich um und stieg vom Berge, die beiden Gesetzestafeln in seiner Hand; die Tafeln waren auf beiden Seiten beschrieben, vorn und hinten beschriftet. Sie waren ein Werk Gottes; die Schrift war eine Gottesschrift, auf die Tafeln eingegraben.
Zerstörung der Tafeln und des Kalbes
Josua hörte des Volkes Lärmen und Jauchzen und sagte zu Moses: »Kriegslärm ist im Lager!« Da sprach er: »Das ist nicht Lärm, wie man ihn beim Sieg anhebt, es ist nicht Geschrei der Niederlage, lautes Singen vernehme ich!« Er näherte sich nunmehr dem Lager und sah das Kalb und die Reigentänze; da entbrannte der Zorn des Moses, und er schleuderte die Tafeln aus seiner Hand und zertrümmerte sie am Fuße des Berges. Dann nahm er das Kalb, das sie verfertigt hatten, ließ es im Feuer verbrennen, zermalmte es zu feinem Staube, den er ins Wasser schütten ließ, und gab den Israeliten davon zu trinken.

(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Die Herrlichkeit Gottes tauschten sie ein gegen das Bild eines Stieres, der Gras frißt, * Sie vergaßen Gott, ihren Retter, der in Ägypten Großes vollbrachte und machtvolle Taten am Schilfmeer.
V. Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die Vergängliches darstellen. * Sie vergaßen Gott, ihren Retter, der in Ägypten Großes vollbrachte und machtvolle Taten am Schilfmeer.



ZWEITE LESUNG

Petrus Chrysologus (+ um 450)

Aus einer Predigt über Gebet, Fasten und Werke der Barmherzigkeit.


Das Gebet klopft an, das Fasten erfleht, die Barmherzigkeit empfängt

Drei Dinge sind es, die dem Glauben Festigkeit geben, durch welche die Frömmigkeit Bestand hat und die Tugend bleibt: Gebet, Fasten und Werke der Barmherzigkeit. Was das Gebet erbittet, das wird dem Fasten gewährt, und die Barmherzigkeit nimmt es in Empfang. Gebet, Barmherzigkeit und Fasten, die drei Dinge sind eins, und sie verleihen sich gegenseitig Leben. Die Seele des Gebetes ist das Fasten, das Leben des Fastens ist die Barmherzigkeit. Niemand reiße die drei auseinander, sie vertragen keine Trennung. Wer nur eines von ihnen besitzt und nicht alle zugleich, der hat nichts. Wer also betet, der faste auch; wer fastet, übe auch Barmherzigkeit; wer selbst gehört werden will, der höre auf den Bittenden; wer sein Ohr dem Bittenden nicht verschließt, der findet Gehör bei Gott.
Wer fastet, soll verstehen, was fasten heißt: Damit sein Hunger von Gott bemerkt werde, bemerke auch er, wenn ein anderer hungert. Wer auf Erbarmen hofft, der erbarme sich (1). Wer Liebe sucht, der übe sie. Wer eine Gabe erlangen will, der gewähre sie selbst. Ein dreister Beter ist jeder, der dem andern versagt, was er selber verlangt.
O Mensch, wärst du doch von der Barmherzigkeit ganz geformt! So wie du es willst, so sei auch dein Erbarmen mit den andern; so groß sei es, wie du es dir selber wünschst; so schnell erbarme dich, wie du dir das Erbarmen herbeisehnst. So seien Gebet, Fasten und tätige Barmherzigkeit ein einziger Schutz für uns bei Gott, eine einzige Anwaltschaft, ein einziges dreifaches Gebet für uns.
Wir können Gott kein vorzüglicheres Opfer darbringen. Der Prophet verbürgt sich dafür, wenn er sagt: „Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen." (2)
Opfere Gott deine Seele, o Mensch, bringe das Opfer des Fastens dar! Es soll eine reine Gabe sein, ein heiliges Opfer, ein lebendiges Opfer, das du Gott gibst und das dir doch verbleibt. Wer Gott das nicht gibt, hat keine Ausrede. Damit aber das Opfer angenommen wird, muß die Barmherzigkeit dazukommen. Das Fasten ist wie das Ackerfeld, es ergrünt nicht, wenn es nicht von den Werken der Barmherzigkeit wie vom Regen getränkt wird. Wenn die Barmherzigkeit austrocknet, dann verdorrt auch das Fasten. Was der Regen für die Erde, das ist die Barmherzigkeit für das Fasten. Mag der Fastende noch so sehr sein Herz üben, sein Fleisch kasteien, die Sünde ausrotten und die Tugend säen: läßt er die Barmherzigkeit nicht strömen, dann erntet er keine Frucht.
Wer immer du fastest: wenn die Barmherzigkeit fastet, fastet dein Acker. Wer immer du fastest: was du in Barmherzigkeit hergibst, das kommt in deine Scheune zurück. Sammle also, indem du ausgibst, damit du nicht durch Festhalten verlierst. 0 Mensch, gib dem Armen und damit dir selbst; denn was du nicht dem andern überläßt, das besitzest du nicht!

1. Vgl. Mt. 5,7; 18,23-25; Lk.6,36. 2. Ps.51,19.


RESPONSORIUM
R. Es ist gut, zu beten und zu fasten;* Barmherzigkeit reinigt von jeder Sünde.
V. Wer barmherzig und gerecht ist, wird lange leben.* Barmherzigkeit reinigt von jeder Sünde.


ORATION
Herr, unser Gott, verlaß uns nicht in diesen Tagen der Buße. Steh uns mit deiner Gnade bei, damit wir mit ganzer Bereitschaft den Dienst vollziehen, den du uns aufgetragen hast. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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