Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Lesehore06.Juli

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06. Juli
HL. Pius XII. (+ 1958)


Aus einer Homilie bei der Heiligsprechung der heiligen Maria Goretti.

Ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir

Alle wissen, dass diese Jungfrau wehrlos einen bitteren Kampf zu bestehen hatte; urplötzlich brach der wilde Sturm gegen sie los und versuchte ihre engelgleiche Reinheit zu brechen. Doch in diesem harten Kampf konnte sie dem göttlichen Erlöser die Worte des goldenen Büchleins von der „Nachfolge Christi“ wiederholen: „Wenn ich von vielen Bedrängnissen versucht und gequält werde, fürchte ich kein Unheil; denn du bist bei mir1. Die Reinheit ist meine Stärke; sie bringt Rat und Hilfe, denn sie ist mächtiger als alle Feinde.“ So half ihr die Gnade des Himmels, und ihr Wille antwortete großmütig und tapfer. Sie vergoss ihr Blut und wahrte den Ruhm der Jungfräulichkeit.
Das Leben des demütigen Mädchens ist ein Schauspiel nicht nur für den Himmel. Es verdient auch, von unserer Zeit voll Bewunderung und Ehrfurcht betrachtet zu werden. Familienväter und –mütter mögen lernen, wie notwendig es ist, die ihnen von Gott geschenkten Kinder heilig und stark zu erziehen und sie nach den Geboten der katholischen Religion heranzubilden. Wenn dann ihre Tugend vor der Entscheidung gestellt wird, werden die Kinder mit Hilfe der göttlichen Gnade die Kraft haben, unbesiegt, unversehrt und unbefleckt zu bleiben.
Die frohe Kindheit und die lebhafte Jugend soll lernen, nicht zu den flüchtigen und nichtigen Vergnügungen und zu den Freuden verführerischer Laster abzugleiten, sondern vielmehr eifrig, wenn auch auf rauhen und harten Wegen, nach christlicher Vollendung des sittlichen Lebens zu streben. Wir alle können die Vollendung einmal erreichen, wenn wir mit der Gnade des Himmels den ernsten Willen dazu haben, uns angestrengt darum mühen und beten.
Gewiss sind wir nicht alle zum Martyrium berufen, wohl aber zu christlicher Tugend. Die Tugend erfordert Kraft. Wenn sie auch den großen Starkmut nicht erreicht, wie wir ihn bei der engelgleichen Jungfrau sehen, so verlangt die Tugend doch auch eine langanhaltende eifrige, niemals nachlassende Mühe von uns bis ans Ende des Lebens. Auch das kann ein langsames, fortgesetztes Martyrium genannt werden. Dieses durchzuhalten, mahnt unser göttlicher Lehrer Jesus Christus: „Dem Himmelreich wird Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich.“2 Danach wollen wir alle, auf die Gnade Gottes gestützt, streben. Dazu bewege uns die heilige Jungfrau und Märtyrin Maria Goretti. Das erflehe sie uns auf dem himmlischen Thron, wo sie sich der ewigen Seligkeit erfreut, vom göttlichen Erlöser, damit wir alle, ein jeder in seiner besonderen Lebenslage, ihren ruhmvollen Spuren im Wollen und im Handeln folgen.
(1) Vgl. Ps 23,4. (2) Mt 11,12.

RESPONSORIUM
R. Wie schön bist du, Jungfrau Christi; * du warst würdig, den Siegeskranz des Herrn zu empfangen.
V. Niemand konnte dir die Palme der Jungfräulichkeit entreißen, keiner dich trennen von der Liebe Christi. * Du warst würdig, den Siegeskranz des Herrn zu empfangen.


ORATION
Gott, du bist die Quelle der Unschuld und liebst den Adel der Keuschheit. Du hast die heilige Maria Goretti früh zur Vollendung geführt und ihren Kampf um die Reinheit mit dem Martyrium gekrönt. Hilf uns auf ihre Fürsprache, treu und fest zu deinen Geboten zu stehen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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