Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Lesehore17.September-Robert

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17. September
Hl. Robert Bellarmin, Bischof, Kirchenlehrer


Robert Bellarmin (+ 1621)

Aus einem Traktat über den Aufstieg des Geistes zu Gott

Zu deinen Vorschriften neige mein Herz

„Herr, du bist gütig und reich an Gnade.“1 Wer sollte dir nicht von ganzem Herzen dienen, sobald er anfängt, auch nur ein wenig die Milde deiner väterlichen Herrschaft zu kosten? Herr, was gebietest du deinen Dienern? „Nehmt mein Joch auf euch“, sagst du. Was für ein Joch ist das? Du sagst: „Mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.“ Wer sollte nicht gern ein Joch tragen, das nicht niederdrückt, sondern aufrichtet und eine Last, die nicht beschwert, sondern tragen hilft? Mit Recht hast du also hinzugefügt: „So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.“2 Was ist dein Joch, das nicht ermüdet, sondern Ruhe bringt? Dies ist das erste und größte Gebot: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen.“3 Was ist leichter, angenehmer, erfreuender, als die Güte zu lieben, die Schönheit, die Liebe? Alles das bist du, Herr, mein Gott.
Versprichst du nicht auch Lohn einem jeden, der deine Gebote hält, sie, die kostbarer sind als Gold in Menge, süßer als Honig, als Honig aus Waben4? Du versprichst ganz allgemein Lohn, reichsten Lohn, wie der Apostel Jakobus sagt: „Den Kranz des Lebens hat der Herr denen bereitet, die ihn lieben.“5. Was ist der Kranz des Lebens? Er ist ein größeres Gut, als wir denken und begehren können. Denn so schreibt der heilige Paulus mit Jesaja: „Was kein Auge gesehen, und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: Das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“6.

Wahrhaftig, in der Beobachtung deiner Gebote liegt bereits reicher Lohn. Dabei ist nicht nur dieses erste und höchste Gebot gut für die Menschen, die ihm gehrochen – nicht für Gott, der es gegeben hat -, auch die übrigen Gebote machen die Menschen, die ihnen gehorchen, vollkommen, zieren und erleuchten sie, machen sie gut und zuletzt glücklich.

Wenn du es also begreifst, erkenne, dass du zur Ehre Gottes und zu deinem ewigen Heil erschaffen bist, dass dies dein Ziel ist, dies die Mitte deiner Seele, der Schatz deines Herzens. Wenn du an dieses Ziel gelangst, bist du selig, unglücklich aber, wenn du es verfehlst.

Darum halte alles für gut, was dich deinem Ziel näherbringt, für schlecht, was sich am Ziel vorbeiführt. Glück und Unglück, Reichtum und Armut, Gesundheit und Krankheit sind nach der Auffassung der Weisen an und für sich weder zu begehren noch zu fliehen. Vielmehr, wenn sie zur Ehre Gottes und zu deinem ewigen Glück beitragen, sind sie gut und zu begehren. Sind sie dem aber im Weg, dann sind sie schlecht, und wir sollen sie fliehen.

(1) Ps 86,5. (2) Mt 11,29.30. (3) Mt 22,37. (4) Vgl. Ps 19,11. (5) Vgl. Jak 1,12. (6) 1 Kor 2,9; vgl. Jes 64,3.


RESPONSORIUM
R. Inmitten der Kirche öffnete der Herr ihm den Mund. * Er hat ihn erfüllt mit dem Geist der Weisheit und des Verstandes.
V. Jubel und Freude ließ er ihn finden. * Er hat ihn erfüllt mit dem Geist der Weisheit und des Verstandes.


ORATION
Ewiger Gott, du hast uns im heiligen Robert Bellarmin einen Bischof und Gelehrten geschenkt, der durch seine Schriften den Glauben der Kirche gefestigt hat. Höre auf seine Fürsprache und hilf deinem Volk, diesen Glauben in seiner ganzen Fülle zu bewahren und weiterzugeben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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