Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Lesehore1Ostern-Donnerstag

Aus Vulgata
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DONNERSTAG DER OSTEROKTAV

LESEHORE

V. In deiner Auferstehung, Christus. Halleluja.
R. Freuen sich Himmel und Erde. Halleluja.


ERSTE JAHRESREIHE

ERSTE LESUNG


Aus dem ersten Petrusbrief 3,1-17

Für Ehegatten
Desgleichen sollt ihr Frauen untertan sein euren Männern, damit euch jene, die dem Worte sich nicht unterwerfen, durch den Wandel der Frauen ohne Worte gewonnen werden, wenn sie euren lauteren, gottesfürchtigen Wandel sehen. Euer Schmuck bestehe nicht im Äußern, im Haargeflecht, im Anlegen von Gold oder im Tragen von Kleidern, vielmehr ist es der verborgene Herzensmensch in der Unwandelbarkeit eines bescheidenen und ruhigen Geistes, der kostbar ist vor Gott. Denn so schmückten sich einst auch die heiligen Frauen, die auf Gott ihre Hoffnungen setzten und ihren Ehemännern untertan waren. So gehorchte Sara dem Abraham, da sie »Herr« zu ihm sagt (1Mos 18,12). Deren Kinder seid ihr geworden, wenn ihr das Gute tut und euch von keinerlei Furcht beunruhigen lasst (Spr 3,25). Desgleichen sollt ihr Männer verstehend zusammenleben mit dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren; erweist ihnen Ehre als den Miterben der Gnade des Lebens, damit euer Beten nicht vereitelt werde.
Mahnungen an alle
Ihr alle endlich, seid einmütig, mitfühlend, brüderlich, barmherzig, bescheiden! Vergeltet nicht Böses mit Bösem, nicht Schmähung mit Schmähung; segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, Segen zu erben. Denn »wer das Leben liebt und gute Tage sehen will, bewahre seine Zunge vor Bösem und seine Lippen vor hinterlistiger Rede. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und strebe ihm nach. Denn die Augen des Herrn wenden sich nach Gerechten, und seine Ohren zu ihrem Flehen, das Antlitz des Herrn aber gegen solche, die Böses tun« (Ps 34,13ff).
Wer kann euch schaden, wenn ihr nach dem Guten trachtet? Ja, auch wenn ihr leiden müsstet um der Gerechtigkeit willen, sollt ihr selig sein! »Fürchtet euch nicht in der Furcht vor ihnen und lasst euch nicht in Unruhe bringen« (Jes 8,12)!
Christus aber, den Herrn, haltet heilig in euren Herzen, allzeit bereit zur Verantwortung gegenüber einem jeden, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die ihr in euch tragt. Tut es aber mit Sanftmut und Ehrfurcht, und bewahrt ein gutes Gewissen, damit sie, die euren guten Wandel in Christus schmähen, gerade in dem beschämt werden, worin ihr verleumdet werdet. Denn es ist besser, dass ihr, wenn Gott es so will, für gute Taten leidet als für schlechte.

(Quelle: Vulgata nach Hamp Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Habt Mitgefühl und brüderliche Liebe. * Halleluja, halleluja.
V. Haltet Christus, den Herrn, in euren Herzen heilig! * Halleluja, halleluja.



ZWEITE LESUNG

Cyrill von Jerusalem (386)

Aus einer mystagogischen Katechese.

Die Taufe als Abbild des Todes und der Auferstehung Christi

Ihr wurdet zum Bad der heiligen Taufe geführt, wie Christus vom Kreuz zum bereitstehenden Grab. Jeder wurde gefragt, ob er an den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes glaubt. Ihr habt das heilbringende Bekenntnis abgelegt und wurdet dreimal im Wasser untergetaucht. Dreimal seid ihr wieder aufgetaucht. Dabei habt ihr im Sinnbild die dreitägige Grabesruhe Christi dargestellt.
Denn wie unser Heiland drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde war (1), so habt auch ihr beim ersten Auftauchen den ersten Tag Christi in der Erde nachgeahmt und im Untertauchen die Nacht. Wer in der Nacht ist, sieht nicht mehr; wer am Tag ist, lebt im Licht. So saht auch ihr beim Untertauchen nichts, wie in der Nacht. Doch beim Auftauchen wart ihr wie am Tag. In dem nämlichen Vorgang seid ihr gestorben und wiedergeboren. Das heilbringende Wasser wurde euch Grab und Mutter.
Vortrefflich paßt auf euch, was Salomo in anderem Zusammenhang sagt: „Es gibt eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben." (2) Bei euch ist es umgekehrt: Die Zeit des Sterbens war euch die Zeit des Geborenwerdens. Eine Zeit wirkte beides, und eure Geburt fiel mit dem Tod zusammen.
Welch seltsame, nie gehörte Sache! Wir starben nicht wirklich und wurden nicht wirklich begraben, wir wurden nicht wirklich gekreuzigt und sind nicht wirklich auferstanden. Es geschah nur im Bild als Nachahmung; Wirklichkeit aber ist die Erlösung. Christus ist wirklich gestorben, wurde wirklich begraben und ist in Wahrheit auferstanden. Das alles wird uns durch die Gnade geschenkt. In der bildhaften Handlung sollen wir an seinem Tod teilhaben und in der Wirklichkeit das Heil gewinnen. Welche überfließende Liebe zu den Menschen! Christus wurde an seinen unbefleckten Händen und Füßen angenagelt und mußte Schmerzen erdulden. Mir aber schenkt er durch Teilnahme an seinen Schmerzen das Heil, ohne daß ich Leiden und Mühsal zu ertragen brauche. Niemand glaube, die Taufe gewähre nur die Gnade der Sündenvergebung und der Gotteskindschaft, wie die Taufe des Johannes nur Verzeihung der Sünden gewährte. Wir wissen es genau: wie die Taufe von Sünden reinigt und das Geschenk des Heiligen Geistes vermittelt, so ist sie auch Abbild des Leidens Christi, wie Paulus schreibt: „Wißt ihr denn nicht, daß wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft worden sind, auf seinen Tod getauft wurden? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod." (3)

1. Vgl. Mt.12,40. 2. Koh.3,2. 3. Röm.6,3.4.


RESPONSORIUM
R Die wir auf Christus getauft sind, wurden auf seinen Tod getauft. * Das heilbringende Wasser wurde uns Grab und Mutter. Halleluja.
V. Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe. * Das heilbringende Wasser wurde uns Grab und Mutter. Halleluja.



ZWEITE JAHRESREIHE

ERSTE LESUNG

Aus der Apostelgeschichte. 2,42 – 3,10

Leben der ersten Christen
Sie verharrten in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und in den Gebeten. Jedermann wurde von Furcht ergriffen, viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel. Alle, die zum Glauben fanden, hielten zusammen und hatten alles gemeinsam, sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen zu, je nachdem einer bedürftig war. Beharrlich kamen sie Tag für Tag einmütig im Tempel zusammen, brachen zu Hause das Brot und nahmen die Speise in Freud und Lauterkeit des Herzens, sie lobten Gott und standen in Ansehen beim ganzen Volk. Der Herr aber mehrte von Tag zu Tag die Zahl derer, die zum Heile fanden.
Die Heilung des Lahmgeborenen
Petrus und Johannes gingen um die neunte Stunde, zur Zeit des Gebetes, hinauf in den Tempel. Da wurde ein Mann herbeigetragen, der gelähmt war vom Schoß seiner Mutter an; den setzten sie täglich an die sogenannte Schöne Pforte, dass er Almosen erbettle von den Besuchern des Tempels. Als er Petrus und Johannes sah, wie sie gerade in den Tempel hineingehen wollten, bat er sie um ein Almosen. Petrus blickte zusammen mit Johannes ihn an und sprach: »Sieh uns an!« Er richtete den Blick auf sie und hoffte, etwas von ihnen zu erhalten. Petrus aber sprach: »Silber und Gold habe ich nicht, doch was ich habe, das gebe ich dir. Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, [steh auf und] geh umher!« Und er fasste ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf; da kam plötzlich Kraft in seine Füße und Knöchel, er sprang auf und konnte stehen und gehen, ging mit ihnen in den Tempel hinein, lief und sprang dabei umher und lobte Gott. Alles Volk sah ihn umhergehen und Gott loben, und als sie ihn als den erkannten, der des Almosens wegen an der Schönen Pforte des Tempels gesessen hatte, erfasste sie staunende Erregung über das, was mit ihm geschehen war.

(Quelle: Vulgata nach Hamp Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Petrus faßte den Gelähmten an der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke. * Halleluja, halleluja.
V. Er ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott.* Halleluja, halleluja.



ZWEITE LESUNG

Augustinus (430)

Aus einer Osterpredigt.

Christus Wort, Geist, Leib: Gott und Mensch

Im Evangelium nach Lukas haben wir gehört, der Herr sei inmitten seiner Jünger erschienen, als sie, statt zu glauben, über seine Auferstehung stritten. So unerwartet war sie ihnen, und so unglaublich erschien sie ihnen, daß sie nicht einmal sahen, als sie «sahen. Sie sahen den lebend, den sie als Toten beklagt hatten, sie sahen den in ihrer Mitte stehen, den sie betrauert hatten, als er am Kreuz hing. Sie sahen also. Weil sie aber nicht glaubten, daß ihre Augen die Wirklichkeit sahen, meinten sie sich zu täuschen. Denn wie ihr gehört habt, „meinten sie, einen Geist zu sehen" (1). Was später die schlimmsten Irrlehrer von Christus meinten, das meinten von ihm schon früher die wankenden Jünger.
Es gibt auch heute welche, die nicht glauben, daß Christus einen Leib gehabt hat. Sie verneinen die Geburt aus der Jungfrau und wollen nicht glauben, daß er „von einer Frau geboren wurde" (2). ,Das Wort ist Fleisch geworden." (3) Diesen Satz verdrängen sie völlig aus ihrem Glauben - richtiger: aus ihrem Unglauben. Da sagt nun das Evangelium: Jesus stand mitten unter seinen Jüngern, die noch nicht glaubten, daß er auferstanden war. Sie sahen ihn und meinten einen Geist zu sehen. Die Verabscheuungswerten, die das Fleisch verachten, aber nach dem Fleisch leben, sagen zuweilen, um uns zu täuschen: Wer denkt besser von Christus, jene, die behaupten, er habe einen Leib gehabt, oder wir, die wir sagen: Er war Gott, er war Geist, und den Augen der Menschen erschien nicht ein Leib, sondern Gott? Was ist besser, das Fleisch oder der Geist? Was können wir anders erwidern als: Der Geist ist besser als das Fleisch?
Wenn du also, sagt einer, zugibst, daß der Geist besser ist als das Fleisch, dann denke ich besser von Christus, der ich doch sage, er sei Geist gewesen und nicht Fleisch. Welch ein unglückseliger Irrtum! Warum? Sage ich denn, Christus sei nur Fleisch gewesen? Du behauptest, er sei Geist gewesen, ich dagegen: Er war Geist und Fleisch. Du sagst nichts Besseres, sondern du sagst weniger. Höre also das Ganze, was ich sage, nämlich das, was der katholische Glaube sagt, was die tiefe und frohe Wahrheit spricht. Du sagst: Nur menschlicher Geist. Ich sage: Wort, Geist, Leib, Gott und Mensch. Wenn ich es vermeiden will, zweierlei, nämlich zweierlei Wirklichkeiten auszusagen, dann gebrauche ich den zusammenfassenden Ausdruck: Gott-Mensch: Wahrer Gott und wahrer Mensch, nichts Falsches in der Menschheit, nichts Falsches in der Gottheit. Fragst du mich aber, was der Mensch ist, so sage ich ein Zweifaches, nämlich: menschliche Seele und menschlicher Leib. Du bist Mensch, weil du Leib und Seele bist; er ist Christus, weil er Gott und Mensch ist. Das ist es, was ich behaupte.

1. Lk.24,37. 2. Gal.3,4. 3. Joh.1,14.


RESPONSORIUM
R. Nach seiner Auferstehung kam unser Herr Jesus Christus, trat in die Mitte seiner Jünger und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! * Halleluja, halleluja.
V. Die Jünger freuten sich, als sie den Herrn sahen. * Halleluja, halleluja.


Te Deum


ORATION
Gott und Vater, du hast die vielen Völker im Bekenntnis deines Namens geeint. Gib, daß alle, die aus dem Wasser der Taufe wiedergeboren sind, eins werden im Glauben und in Werken der Liebe. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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