Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Lesehore27Mittwoch

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Mittwoch 27. WOCHE IM JAHRESKREIS

JAHRESREIHE I:

ERSTE LESUNG


Aus dem zweiten Buch der Könige. (18,37-19,19.35-37)

Dann begaben sich der Palastvorsteher Eljakim, der Sohn Hilkias, der Staatsschreiber Sebna und der Kanzler Joach, der Sohn Asaphs, zu Hiskia. Sie hatten ihre Kleider zerrissen und berichteten ihm nun von den Reden des Obermundschenken.
Isaias tröstet den König
Als der König Hiskia das hörte, zerriss er seine Kleider, hüllte sich in das Trauergewand und begab sich in das Haus des Herrn. Dann sandte er den Palastvorsteher Eljakim, den Staatsschreiber Sebna und die Ältesten der Priester, in Trauergewänder gehüllt, zum Propheten Isaias, dem Sohn des Amoz. Sie sagten zu ihm: »So spricht Hiskia: Ein Tag der Drangsal, der Züchtigung und der Schmähung ist der heutige Tag; denn Kinder sind bis an den Muttermund gekommen, doch es fehlt die Kraft zum Gebären. Vielleicht vernahm der Herr, dein Gott, alle Hohnreden des Obermundschenken, den sein Herr, der König von Assur, geschickt hat, um den lebendigen Gott zu schmähen, und vielleicht bestraft er die Reden, die der Herr, dein Gott, gehört hat. Lege also Fürbitte ein für den Rest, der noch geblieben ist!« Darauf gingen die Knechte des Königs Hiska zu Isaias.Da sprach Isaias zu ihnen: »Sagt folgendes zu eurem Gebieter: So spricht der Herr: Fürchte dich nicht vor den Hohnreden, die du gehört hast, welche die Buben des Königs von Assur gegen mich ausgestoßen haben! Siehe, ich werde jenem einen Geist eingeben; er wird eine Kunde vernehmen und dann in sein Land zurückkehren. Ich werde ihn durch das Schwert fallen lassen in seinem eigenen Lande.« 
Sanheribs Schreiben
Der Obermundschenk kehrte zurück und traf den König von Assur im Kampf gegen Libna. Er hatte nämlich erfahren, dass dieser von Lachis abgezogen sei; denn er hörte, dass Tirhaka, der König von Kusch, gegen ihn zum Streit ausgerückt sei. Da schickte er nochmals Boten an Hiskia mit dem Auftrag: »So sollt ihr zu Hiskia, dem König von Juda, sprechen: Dein Gott, auf den du vertraust, soll dich nicht darüber hinwegtäuschen, dass Jerusalem in die Hand des Königs von Assur fallen wird! Du hörtest ja selbst, wie die Könige von Assur mit allen Ländern verfuhren. Sie haben an ihnen den Bann vollstreckt. Solltest du nun etwa gerettet werden? Haben denn die Götter der von meinen Vätern vernichteten Völker jene gerettet; nämlich Gosan, Charan, Rezeph und die Söhne von Eden in Telassar? Wo ist der König von Hamat, der von Arpad, der von der Stadt Sepharwajim, von Hena und von Iwwa?« Da nahm Hiskia das Schreiben aus der Hand der Boten und las es. Darauf begab er sich in den Tempel und breitete es vor dem Herrn aus.
Hiskia betete vor dem Herrn: »Herr, Gott Israels, der du auf den Kerubim thronst, du allein bist der Gott über alle Königreiche der Erde! Du hast den Himmel und die Erde erschaffen. Neige, Herr, dein Ohr und höre! Öffne, Herr, deine Augen und schau! Höre die Drohworte Sanheribs, die er übermittelt hat, den lebendigen Gott zu verhöhnen! Es ist wahr, o Herr, verwüstet haben die Könige von Assur die Völker und deren Länder. Sie haben ihre Götter ins Feuer geworfen; denn es waren ja überhaupt keine Götter, sondern Gebilde von Menschenhand, Holz und Stein, die man vernichten konnte. Nun aber, Herr, unser Gott, errette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen, dass du, Herr, allein Gott bist!« 
Sanheribs Niederlage und Ende
In jener Nacht zog der Engel des Herrn aus. Er schlug im assyrischen Lager 185000 Mann. Als man am Morgen aufstand, waren diese alle entseelte Leichen. Nun brach Sanherib, der König von Assur, auf, zog heimwärts und blieb in Ninive, Als er sich einmal im Tempel seines Gottes Nisroch zur Anbetung niederwarf, erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert. Sie flüchteten danach in das Land Ararat. Sein Sohn Asarhaddon folgte ihm in der Königsherrschaft.

(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Sie breiteten ihre Hände aus und erhoben sie zum Himmel, und der heilige Herr und Gott dachte nicht an ihre Sünden, * sondern reinigte sie durch den Propheten.
V. Er hörte ihre Stimme und übergab sie nicht ihren Feinden. * Sondern reinigte sie durch den Propheten.


Zweite Lesung

Augustinus († 430)

Aus einer Auslegung zu Psalm 48 (47).

Vom Hören und Schauen

„Wie wir´s gehört hatten, so erlebten wir´s jetzt.“1 Du selige Kirche! Es gab eine Zeit, da du hörtest, und eine Zeit, da du sahst. Du hörtest in den Verheißungen, und in der Verwirklichung schautest du. Du hörtest in der Weissagung und schautest im Evangelium; denn alles, was sich jetzt erfüllt, war schon vorausgesagt.
Heb also deine Augen, und lass sie durch die Welt schweifen! Sieh das Erbe bis an die Enden der Erde! Sieh, schon erfüllt sich, was gesagt wurde: „Alle Könige müssen ihm huldigen, alle Völker ihm dienen.“2 Siehe, schon ist das Wort erfüllt: „Erheb dich über die Himmel, o Gott! Deine Herrlichkeit erscheine über der ganzen Erde.“3 Schau auf ihn, den Gekreuzigten: Seine Hände und Füße sind festgenagelt, seine Gebeine hängen am Holz, und man kann sie zählen. Um sein Gewand werfen sie das Los4. Siehe, den sie da hängen sahen, der herrscht als König! Siehe, den sie verachteten, als er auf der Erde wandelte, er thront im Himmel. Sieh, den sie da hängen sahen, der herrscht als König! Siehe, den sie verachteten, als er auf der Erde wandelte, er thront im Himmel. Sieh, so wird das Wort erfüllt: „Alle Enden der Erde sollen daran denken und werden umkehren zum Herrn: Vor ihm werfen sich alle Stämme der Völker nieder.“5 Wenn du das alles siehst, dann rufe voll Freude: Wie wir´s gehört haben, so erleben wir´s jetzt. Mit Recht sagt man zur Kirche aus den Heidenvölkern: „Höre, Tochter, sieh her, vergiss dein Volk und dein Vaterhaus!“6 Dein Vater war der Norden. Komm zum Berg Zion! Höre und sieh! Nicht: Sieh und höre, sondern: Höre und sieh! Erst höre, dann sieh! Zuerst hörst du, was du nicht siehst; nachher wirst du sehen, was du gehört hast. „Stämme, die ich früher nicht kannte, sind mir nun untertan. Sobald sie mich nur hören, gehorchen sie mir.“7
Sie haben also noch nicht geschaut. Und was ist das, wovon es heißt: „Was man ihnen noch nie erzählt hat, das sehen sie nun; was sie niemals hörten, das erfahren sie jetzt“8? Ale, zu denen die Propheten nicht gesandt wurden, sie hören zuerst und verstehen dann die Propheten. Sie, die zuerst nicht hörten, hörten nachher und staunten. Jene aber, zu denen die Propheten gesandt wurden, hielten die heiligen Bücher in Händen, erkannten aber die Wahrheit nicht; sie besaßen die Tafeln des Bundes, erhielten aber das Erbe nicht. Wir aber, „wie wir´s gehört hatten, so erlebten wir´s jetzt in der Stadt des Herrn der Heere, in der Stadt unseres Gottes“9. Dort hörten wir, und dort erlebten und sahen wir auch. Wer außerhalb dieser Stadt ist, der hört nicht und sieht nicht; wer aber drinnen ist, der ist weder taub noch blind.
´Wie wir´s gehört, so sehen wir´s nun.´ Und wo hörst du, und wo siehst du? ´In der Stadt des Herrn der Heere, in der Stadt unseres Gottes. Gott lässt sie bestehen auf ewig.´

(1) Ps 48,9. (2) Ps 72,11. (3) Ps 108,6. (4) Vgl. Ps 22,18.19. (5) Ps 22,28. (6) Ps 45,11. (7) Ps 18,44.45. (8) Jes 52,15. (9) Ps 48,9.


RESPONSORIUM
R. Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen; * die Mächte des Todes werden sie nicht überwältigen.
V. Der Vater der Herrlichkeit hat unsern Herrn Jesus Christus als Haupt über die Kirche gesetzt. * Die Mächte des Todes werden sie nicht überwältigen.


ORATION
Allmächtiger Gott, du gibst uns in deiner Güte mehr, als wir verdienen, und Größeres, als wir erbitten. Nimm weg, was unser Gewissen belastet, und schenke uns jenen Frieden, den nur deine Barmherzigkeit geben kann. Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Jahreskreis II

ERSTE LESUNG

Aus dem Buch Jesus Sirach. (3,17-4,10)

Mein Sohn, wenn du auch reich bist, wandle doch in Demut; dann wirst du mehr geliebt, als wer Geschenke gibt! Halte dich für zu gering dem Großen gegenüber, so wirst du auch vor Gott Erbarmen finden! Denn groß ist das Erbarmen Gottes, und sein Geheimnis offenbart er Kleinen. Was für dich zu wunderbar ist, das erforsche nicht, und was vor dir verhüllt ist, untersuche nicht! Nur was dir zusteht, suche zu erklären, und um Verborgenes bemüh dich nicht! Was deine Kräfte übersteigt, darüber streite nicht; denn das, was dir gezeigt wird, ist schon zu viel für dich. Gar mannigfach ist ja der Menschen Denken, und böse Phantasiegebilde führen in die Irre.
Gut und Böse
Ein trotzig Herz nimmt einst ein schlimmes Ende, wer aber Gutes liebt, wird dadurch recht geleitet. Ein trotzig Herz muß vielen Kummer leiden, und Frevler häufen Sünde über Sünde. Wo das Auge mangelt, fehlt das Licht, und wo die Einsicht mangelt, fehlt die Weisheit. Für eines Prahlers Wunde gibt es keine Heilung; denn von schlimmer Art ist sein Gewächs. Ein weises Herz versteht der Weisen Sprüche; ein Ohr, das auf die Weisheit merkt, erfreut. Feuerflammen löscht das Wasser aus, und Sünden sühnt Mildtätigkeit. Wer Wohltat spendet, dem begegnet sie auf seinen Wegen, und eine Stütze wird er finden, wenn er wankt.
Wohltätigkeit
Mein Sohn, verspotte nicht die Lebensart des Armen, und lass die Augen des Betrübten nicht verschmachten! Wer Mangel leidet, den enttäusche nicht; verbirg dich nicht vor dem Zermürbten! Bring ein zerschlagenes Gemüt nicht in Erregung, und einem Dürftigen versage nicht die Gabe! Verachte nicht die Bitten eines Elenden und gib ihm keinen Anlass, dir zu fluchen! Wenn der Betrübte schreit in seinem Seelenschmerz, so hört sein »Fels« auf dessen Rufen. Mach dich beliebt in der Gemeinde und beuge vor dem Herrn der Stadt dein Haupt! Neige dem Bedürftigen dein Ohr, und gib ihm freundlich Antwort auf den Gruß! Vor den Bedrängern rette den Bedrängten, und recht zu richten sei dir nicht zuwider! Sei wie ein Vater für die Waisenkinder, vertritt des Gatten Stelle bei den Witwen! Dann wird dich Gott als seinen Sohn bezeichnen, dir gnädig sein und dich erretten vor der Grube.


(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Bei all deinem Tun bleibe bescheiden, * dann wirst du Gnade finden bei Gott.
V. Je größer du bist, um so mehr bescheide dich. * Dann wirst du Gnade finden bei Gott.


ZWEITE LESUNG

Angelus Silesius. († 1677)

Aus dem Buch „Cherubinischer Wandersmann“.

Gott in der Seele

In Christus

Der wahre Gottessohn ist Christus nur allein,
doch muss ein jeder Christ derselbe Christus sein.

Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren,
und nicht in dir: du bleibst noch ewiglich verloren.

Der Himmel ist in dir und auch der Höllen Qual:
Was du erkiest und willst, das hast du überall.

Mensch, wird das Paradies in dir nicht erstlich sein,
so glaube mir gewiss, du kommest nimmer drein!

Durch Hingabe

Gott gibt sich ohne Maß. Je mehr man ihn begehrt,
je mehr und mehr er sich entbietet und gewährt.

Ein wesentlicher Mensch ist wie die Ewigkeit,
die unverändert bleibt von aller Äußerheit.

Der wesentlichste Dank, den Gott liebt wie sein Leben,
ist, wenn du dich bereitst, dass er sich selbst kann geben.


RESPONSORIUM
R. Allen, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, * die an seinen Namen glauben, die aus Gott geboren sind.
V. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. * Die an seinen Namen glauben, die aus Gott geboren sind.


ORATION
Allmächtiger Gott, du gibst uns in deiner Güte mehr, als wir verdienen, und Größeres, als wir erbitten. Nimm weg, was unser Gewissen belastet, und schenke uns jenen Frieden, den nur deine Barmherzigkeit geben kann. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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