Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Lesehore29.Dezember

Aus Vulgata
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V. Die Hirten fanden das Kind. Halleluja.
R. Wie ihnen gesagt worden war. Halleluja.


Jahresreihe I:

ERSTE LESUNG ,
Aus dem Brief an die Kolosser. 1,1-14

Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu, und der Bruder Timotheus an die Heiligen und Gläubigen, die Brüder in Christus zu Kolossä. Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater [und dem Herrn Jesus Christus].
Wir danken dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus allezeit in unserem Beten für euch; denn wir hörten von eurem Glauben in Christus Jesus und von der Liebe, die ihr hegt zu allen Heiligen um der Hoffnung willen, die für euch hinterlegt ist im Himmel. Von ihr habt ihr schon vorher gehört im Wort der Wahrheit des Evangeliums, das bei euch Zugang fand und auch bei euch, wie in der ganzen Welt, Frucht trägt und heranwächst seit dem Tag, da ihr es vernommen und in Wahrheit die Gnade Gottes erkannt habt. Ihr lerntet sie kennen von Epaphras, unserem geliebten Mitknecht, der getreu an unsrer Statt ein Diener Christi ist. Er war es auch, der uns Kunde brachte von eurer Liebe im Geiste.
Und so hören auch wir seit dem Tage, da wir dies vernahmen, nicht auf, für euch zu beten und darum zu bitten, daß ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geisterfüllten Weisheit und Einsicht und so euer Wandel würdig sei des Herrn, ganz ihm zu Gefallen, und ihr Frucht bringt in jedem guten Werk und voranschreitet in der Erkenntnis Gottes. Gestärkt mit aller Kraft - gemäß seiner machtvollen Herrlichkeit - zu aller Ausdauer und Geduld, möget ihr in Freude Dank sagen dem Vater, der uns befähigt hat, Anteil zu erhalten am Erbe seiner Heiligen im Lichte.
Von der erhabenen Stellung Christi
Er entriss uns der Gewalt der Finsternis und versetzte uns in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben [durch sein Blut], die Vergebung der Sünden.

(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )



RESPONSORIUM

R. Dankt dem Vater in Freude! * Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und in das Reich seines geliebten Sohnes aufgenommen.
V. Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater der leuchtenden Gestirne. * Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und in das Reich seines geliebten Sohnes aufgenommen.



ZWEITE LESUNG
Bernhard von Clairvaux (+1153)

Aus einer Predigt an Erscheinung des Herrn.

Als die Fülle der Zeit kam, erschien auch die Fülle der Gottheit

„Erschienen ist die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Retters." (1) Dank sei Gott, daß wir auf dieser Pilgerschaft, in dieser Verbannung, in diesem Elend so reichen Trost haben!
Bevor die Menschenliebe (Gottes) erschien, war die Güte verborgen. Sie war ja schon immer da, wie auch die Barmherzigkeit Gottes von Ewigkeit ist. Aber woran hätte man ihre Größe erkennen können? Sie war verheißen, aber nicht erfahren; darum glaubten viele nicht an sie. „Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst... durch die Propheten gesprochen" (2), indem er sagte: „Das sind die Pläne, die ich für euch hege, Pläne des Heils und nicht des Unheils." (3) Aber was erwiderte der Mensch, da er das Unheil erlebte, das Heil aber nicht kannte? Wie lange noch sagt ihr: „Frieden! Frieden! Aber es ist kein Friede"(4)? Darum „weinten die Engel des Friedens bitter" (5) und riefen: „Wer hat unserer Kunde geglaubt?" (6) Aber jetzt mögen die Menschen wenigstens dem glauben, was sie sehen; denn „die Zeugnisse Gottes sind fest und verläßlich" (7). Auch dem getrübten Auge soll es nicht verborgen bleiben.
Siehe da: Friede ist nicht nur verheißen, sondern auch verwirklicht; nicht aufgeschoben, sondern mitgeteilt; nicht bloß vorhergesagt, sondern gegenwärtig. Denn als die Fülle der Zeit kam (8), erschien auch die Fülle der Gottheit. Sie kam im Fleisch; denn so sollte sie den irdischen Menschen gezeigt werden, und es sollte beim Erscheinen der Menschenliebe die Güte erkannt werden. Wo sich nämlich die Menschenliebe Gottes zu erkennen gibt, kann die Güte nicht verborgen bleiben. Wie hätte er sie auch eindrucksvoller zeigen können als dadurch, daß er mein Fleisch annahm?
Wo gibt es noch einmal so viel Liebe ? „Was ist der Mensch, daß du an ihn denkst" (9) „und daß du deinen Sinn auf ihn richtest" (10)? Hier soll der Mensch begreifen lernen, wie sehr sich Gott um ihn sorgt; hier soll er erfahren, was Gott von ihm denkt und was er fühlt. O Mensch, du sollst nicht danach fragen, was du leidest, sondern was er
gelitten hat. An dem, was er für dich getan hat, erkenne, wieviel du ihm wert bist. Dann wird seine Güte dir aus seiner Menschenliebe entgegenleuchten. Je tiefer er sich in seinem Menschsein erniedrigte, um so größer erwies er sich in seiner Güte. Je armseliger er für mich geworden ist, desto lieber ist er mir. „Erschienen ist die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Retters." (11)
1.Tit.3,4. 2.Hebr.1,1. 3.Jer.29,11. 4.Jer.6,14. 5.Jes.33,7. 6.Jes.53,1. 7.Ps.93,5. 8.Vgl. Gal.4,4. 9.Ps.8,5. 10.Ijob 7,17. 11.Tit.3.4.


RESPONSORIUM
V. Gott hat uns im voraus bestimmt, durch Jesus Christus seine Kinder zu werden, * nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen zum Lob seiner göttlichen Gnade.
R. Alle, die er im voraus erkannt hat, hat er auch dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben. * Nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen zum Lob seiner göttlichen Gnade.



Jahresreihe II:

ERSTE LESUNG
Aus dem Hohenlied. 1,1-8

Hoheslied von Salomo. »Mit den Küssen seines Mundes küsse er mich! Ja, deine Liebe ist köstlicher als Wein. An Duft sind lieblich deine Salben; dein Name ist glättendes Öl; darum haben die Mädchen dich lieb. Zieh mich dir nach! Wollen wir eilen! Der König bringt mich in seine Gemächer! Wir wollen jubeln und deiner uns freuen, mehr Liebe rühmen als den Wein! Mit Recht hat man dich so lieb!« 
Lied der Braut
»Gebräunt bin ich zwar, aber doch schön, ihr Töchter Jerusalems, wie die Gezelte von Kedar, wie die Zeltdecken von Salma. Schaut mich nicht darum an, dass ich gebräunt bin, da mich die Sonne verbrannt hat. Es zürnten mir die Söhne meiner Mutter, sie machten mich zur Weinbergwächterin; doch meinen Weinberg durfte ich nicht hüten.« 
Liebende suchen sich
»Tu mir kund, du Liebster meiner Seele: Wo weidest du, wo lässt du mittags deine Herde lagern? Warum denn soll ich sein wie eine, die herumirrt bei den Herden deiner Genossen?« »Kennst du dich nicht aus, du Schönste aller Frauen, so folge nur der Spur der Schafe, und weide deine Lämmer bei den Hütten der Hirten!« 

(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )



RESPONSORIUM
R. Ich habe dich erwählt auf ewig; * ich schließe meinen Bund mit dir in Güte und Erbarmen.
V. An die Zeit deiner Jugend will ich denken, an die Liebe deiner Brautzeit, wie du mir in die Wüste gefolgt bist. * Ich schließe meinen Bund mit dir in Güte und Erbarmen.



ZWEITE LESUNG

Gregor der Große (+604)

Aus einer Auslegung zum Hohenlied.

In Bild und Gleichnis spricht die Schrift von der Gottesliebe

Nachdem das Menschengeschlecht aus dem Paradies verstoßen und auf die Pilgerstraße dieses gegenwärtigen Lebens gekommen war, war das Herz für die Einsicht in geistliche Wirklichkeiten erblindet. Wenn eine menschliche Stimme diesem erblindeten Herzen sagte: „Geh auf den Wegen Gottes!" oder: „Liebe Gott mit ganzem Herzen!", wie es das Alte Testament tut, so könnte es, einmal verstoßen und in der Kälte des Unglaubens erstarrt, das, was es da hört, gar nicht begreifen. Darum spricht das Wort Gottes zu der erstarrten und kalten Seele in Bild und Rätselwort. Durch den Hinweis auf Dinge, mit denen sie vertraut ist, gibt es ihr insgeheim die Liebe ein, die sie nicht kennt.
Die Bildrede baut der Seele, die fern von Gott ist, gleichsam eine Leiter oder eine Stiege, damit sie sich auf dieser zu Gott begeben kann. Bildreden werden vorgeschoben, und so erkennt die Seele in den Worten etwas, was auf ihrer Ebene liegt, und erfaßt im tieferen Sinn der Worte etwas, was ihre Ebene übersteigt. Sie erkennt etwas, was sie nicht abschreckt, und versteht dadurch, was ihr unbekannt ist. Durch die irdischen Worte erhebt sie sich über das Irdische. In die uns bekannten Wirklichkeiten, aus denen die Bildreden genommen sind, kleiden sich die Offenbarungen Gottes; indem wir die äußeren Worte verstehen, gelangen wir zu innerer Erkenntnis.
Also werden in diesem Buch, das den Titel das „Hohelied" trägt, Worte einer leiblichen Liebe gebraucht, damit die Seele durch Worte, die ihr vertraut sind, aus der Erstarrung gelöst, wieder warm wird und durch die Worte über die irdische Liebe zur höheren Liebe gelangt. Um unser Herz in heiliger Liebe zu entzünden, gebraucht Gott sogar Worte, die von unserer irdischen Liebe sprechen. Aber wenn er sich in seiner Sprache so zu uns herabläßt, will er uns auf die höhere Ebene des Verstehens führen. Denn aus den Worten der irdischen Liebe lernen wir, zu welcher Glut göttlicher Liebe wir entbrennen sollen.


RESPONSORIUM
R. Du, den meine Seele liebt, * sage mir, wo du lagerst am Mittag.
V. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. * Sage mir, wo du lagerst am Mittag.


Te Deum


ORATION
Unsichtbarer Gott, dein Licht ist in die Welt gekommen und hat die Finsternis überwunden. Sieh gnädig auf uns und laß uns die Herrlichkeit der Geburt Christi mit würdigem Lob feiern, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.


29. DEZEMBER - HL. THOMAS BECKET, BISCHOF UND MÄRTYRER
Für die Kommemoration
LESEHORE LESUNG
Thomas Becket (t 1170) Aus einem Brief.


Wer an einem Wertkampf teilnimmt,
erhält den Siegeskranz nur, wenn er nach den Regeln kämpft

Wir werden Bischöfe und Hohepriester genannt. Wenn wir das wirklich sein wollen und die Bedeutung unseres Namens verstehen, müssen wir unablässig und voll Eifer den ewigen, von Gott bestellen Hohenpriester betrachten und seinen Spuren folgen. Er hat sich für uns dem Vater am Kreuz dargebracht und sieht von der hohen Warte des Himmels die Taten aller Menschen und ihre Absichten und wird am Ende einem jeden nach seinen Werken vergelten. Wir haben es übernommen, seine Stelle auf Erden zu vertreten. Wir haben den Ruhm seines Namens, Ehre und Würde erlangt und besitzen in dieser Zeit die Früchte geistlicher Tätigkeit. In derRangordnung der Kirche sind wir Nachfolger der Apostel und Apostelschüler. Durch unseren Dienst wird das Reich des Todes und der Sünde zerstört. Durch den Glauben und den Fortschritt im Guten wächst das Haus Christi zum heiligen Tempel im Herrn.
Groß ist die Zahl der Bischöfe, die bei der Weihe Eifer und Tatkraft im Lehr- und Hirtenamt versprechen, und wir versprechen es täglich wieder mit Worten. Gebe Gott, daß die Treue zum Gelobten durch das Zeugnis der Tat bestätigt wird! Die Ernte ist groß (1). Aber zum Binden der Garben und zum Einbringen in die Scheune sind einer oder wenige nicht genug.
Wer zweifelt daran, daß die römische Kirche das Haupt aller Kirchen und Quell der katholischen Lehre ist? Wer wüßte nicht, daß dem Petrus die Schlüssel des Himmelreiches übergeben wurden? (2) Erhebt sich nicht der ganze Bau der Kirche auf dem Glauben und auf der Lehre des Petrus, bis wir alle Christus in seiner Vollgestalt entgegengehen in der Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes? Denkt daran, wie unsere Väter gerettet wurden, wie und unter weichen Bedrängnissen die Kirche wuchs und sich verbreitete, welchen Stürmen das Schiff des Petrus entgangen ist, weil es Christus zum Steuermann hat (3), wie jene den Kranz erlangten, deren Glaube aus der Not um so heller erstrahlte.
Auf diesem Weg sind alle Heiligen vorangeschritten, und für immer gilt das Wort: „Wer an einem Wettkampf teilnimmt, erhält den Siegeskranz nur, wenn er nach den Regeln kämpft."(4)

1.Mt.3,37. 2.Mt.16.18.19. 3.Vgl. Mk.4,39 par. 4.2 Tim 2,5.



RESPONSORIUM
R. Der Herr hat dich mit dem Kranz der Gerechtigkeit bekränzt, * das Gewand der Herrlichkeit hat er dir angetan, Gott wohnt in dir, der Heilige Israels.
V. Du hast den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet. Jetzt liegt für dich der Kranz der Gerechtigkeit bereit.* Das Gewand der Herrlichkeit hat er dir angetan, Gott wohnt in dir, der Heilige Israels.

Te Deum


ORATION
Allmächtiger Gott, du hast dem heili-Thomas Becket Starkmut und Tapferkeit geschenkt, so daß er sein Leben für Recht und Gerechtigkeit hingab. Gib auch uns die Bereitschaft, unser Leben in dieser Welt um Christi willen zu verlieren, damit wir es wiederfinden im Himmel. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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