Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Lesehore29Freitag

Aus Vulgata
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Freitag, 29. WOCHE IM JAHRESKREIS

JAHRESREIHE I:

ERSTE LESUNG


Aus dem Buch Jeremia. (22,10-30)

Weinet nicht um den Toten, haltet um ihn keine Trauer! Bitter weinet um den, der fortzieht; denn nimmer kehrt er zurück und sieht nie wieder sein Heimatland! Denn so spricht der Herr über Sallum, den Sohn Josias, den König von Juda, der seinem Vater Josia in der Königsherrschaft folgte: »Der fortzog von dieser Stätte, kehrt nie mehr dahin zurück; er stirbt vielmehr an dem Ort, wohin man ihn wegführte, und dieses Land sieht er nicht wieder.« 
Gegen Jojakim
»Weh dem, der sein Haus mit Unrecht baut, seine Obergemächer mit Rechtlosigkeit, der seinen Nächsten umsonst sich mühen lässt und ihm seinen Lohn vorenthält, der spricht: ›Ich baue mir ein geräumiges Haus und weiter Obergemächer‹, der daran Fenster ausbricht, es mit Zedernholz täfelt und rot bemalt. Bist du König geworden, um dich eifrig mit Zedernbauten zu beschäftigen? Hat dein Vater nicht auch gegessen und getrunken? Und doch übte er Recht und Gerechtigkeit; da ging es ihm gut. Er vertrat des Armen und Elenden Recht; da war es gut. Heißt nicht dies mich wirklich erkennen?« - Spruch des Herrn. »Dagegen richten sich deine Augen und dein Herz ausschließlich auf deinen Gewinn und auf der Unschuldigen Blut, das du vergießest, auf Gewalt und Bedrückung, die du verübst.« So spricht denn der Herr über Jojakim, den Sohn des Josia, den König von Juda. »Totenklage hält man ihm nicht: ›Ach, mein Bruder, ach, Schwester!‹, nein, um ihn klagt man nicht: ›Ach, der Gebieter, ach, seine Majestät!› Ein Eselsbegräbnis wird er erhalten; man schleift ihn hinweg und wirft ihn hin außerhalb der Tore Jerusalems.« 
Jerusalems Sturz
Auf den Libanon steige und schreie, in Basan erhebe deinen Ruf! Schreie von den Abarimbergen herab, dass all deine Freunde zerschmettert sind! Ich redete dir zu, als du noch sorglos warst; du hast erwidert: »Ich höre nicht!« Dies war dein Benehmen von Jugend auf, daß du nicht hörtest auf meine Stimme. All deine Hirten weidet der Wind, und deine Freunde müssen in die Verbannung. Dann kommst du in Schmach und Schande ob all deiner Bosheit. Die du auf dem Libanon thronst, auf den Zedern dein Nest hast, wie wirst du stöhnen, wenn dich Wehen befallen, Krämpfe wie bei einer Gebärenden!
Über Jojachin
»So wahr ich lebe« - Spruch des Herrn -, »wenn auch Konjahu (Jojachin), der Sohn Jojakims, der König von Juda, ein Siegelring wäre an meiner Rechten, ich risse dich von da hinweg! Ich gebe dich in die Gewalt derer, die dir nach dem Leben trachten, und in die Gewalt derer, vor denen dir bangt: in die Hand des Königs Nebukadnezar von Babel und in die Hand der Kaldäer. Ich schleudere dich und deine Mutter, die dich geboren, fort in ein fremdes Land, das nicht eure Heimat ist, und daselbst müsst ihr sterben. Aber in das Land, wohin sie sehnlichst heimkehren möchten, dorthin kehren sie niemals zurück. Ist denn dieser Mann Konjahu ein verachtetes, zerschlagenes Gefäß oder ein Gerät, das niemand mag? Warum wird er weggeschleudert und hingeworfen in ein Land, das ihm unbekannt ist?« Land! Land! Land! Höre das Wort des Herrn! So spricht der Herr: »Diesen Mann schreibt als kinderlos ein, als Mann, der im Leben ohne Erfolg war! Denn keinem seiner Nachkommen wird es gelingen, auf dem Throne Davids zu sitzen und in Juda wieder zu herrschen!« 


(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Ihr Könige, schafft Recht und Gerechtigkeit, rettet den Ausgeplünderten aus der Hand des Gewalttäters! * Bedrängt nicht Fremde, Waisen und Witwen!
V. Wer unter euch der erste sein möchte, der sei euer Knecht. * Bedrängt nicht Fremde, Waisen und Witwen!


Zweite Lesung

Thomas von Kempen († 1471)

Aus dem Buch „Nachfolge Christi“.'

Das Kreuz ist immer bereit

Alles ruht auf dem Kreuz und alles liegt am Sterben. Es gibt keinen anderen Weg zum wahren inneren Frieden als den Weg des heiligen Kreuzes und des täglichen Sterbens. Geh, wohin du willst, und suche, was immer du willst; du wirst keinen höheren Weg oben und keinen besseren unten finden als den Weg des Kreuzes. Regle und ordne alles nach deinem Wissen und Willen; du wirst erfahren, dass wir immer leiden müssen, ob wir wollen oder nicht. Immer wirst du das Kreuz antreffen. Entweder wirst du körperliche Schmerzen haben, oder du leidest geistige Not. Zuweilen wirst du von Gott verlassen, zuweilen von deinem Nächsten geplagt. Und was ärger ist: oft bist du dir selber zur Last, und nichts kann dich trösten und dir Erleichterung verschaffen: Du wirst ertragen müssen, solange es Gott gefällt. Gott will aber, dass du Not ertragen lernst ohne Trost, dass du dich ihm ganz unterwirfst und dass aus der Not Demut hervorgeht. Niemand empfindet das Leiden Christi so tief, als wer Ähnliches erdulden musste. Das Kreuz ist also immer bereit und erwartet dich überall. Wohin du auch gehst, nimmst du dich selber mit und findest dich selber vor. Wende dich nach oben oder unten, nach außen oder nach innen, überall wirst du dem Kreuz begegnen. Darum musst du Geduld haben, wenn du inneren Frieden und die ewige Krone erlangen willst. Trägst du das Kreuz gern, so trägt es dich und führt dich zu dem ersehnten Ziel, dahin, wo das Leiden ein Ende haben wird.


RESPONSORIUM
R. Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, * er nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
V. Selig, wer um meinetwillen geschmäht und verfolgt wird. * Er nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.


ORATION
Allmächtiger Gott, du bist unser Herr und Gebieter. Mach unseren Willen bereit, deinen Weisungen zu folgen, und gib uns ein Herz, das dir aufrichtig dient. Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Jahreskreis II

ERSTE LESUNG

Aus dem Buch Jesus Sirach. (42,15-25; 43,29-33)

Der Werke Gottes will ich nun gedenken und will erzählen, was ich wahrgenommen! Durch Gottes Wort entstanden seine Werke, und er vollbringt, was ihm gefällt, durch seinen Auftrag. Der Sonne Strahl ergießt sich über alles und Gottes Herrlichkeit auf alle seine Werke. Selbst Gottes Heilige genügen nicht, um seine Wunderwerke aufzuzählen. Gott gibt selbst seinen Heeresscharen Kraft, dass sie vor seiner Herrlichkeit bestehen können. Die Meerestiefe und das Herz erforscht er, und alle ihre klugen Pläne kennt er. Denn alles Wissen ist dem Herrn zu eigen, er schaut das Kommende bis in die fernste Zeit. Vergangenheit und Zukunft tut er kund, enthüllt die tiefen Rätsel des Verborgenen. Es fehlt ihm keine Kenntnis, und nichts kann ihm entgehen. Die Größe seiner Weisheit hat er fest gegründet; nur er ist einzig und allein von Ewigkeit. Man braucht nichts anzufügen und nichts wegzunehmen, und er hat niemand nötig, der ihn lehrte. Wie wonnevoll sind alle seine Werke, wie herrlich anzuschauen sind sie alle! Er lebt und hat Bestand für ewig, und alles fügt sich ein, wo immer es gebraucht wird. Sie alle sind verschieden voneinander, und keines hat er so gemacht, dass es entbehrlich wäre. Das eine wechselt mit dem andern ab an Wert, und wer wird satt, die Schönheit anzuschauen?
Ehrwürdig ist der Herr gar sehr, gar sehr, und wunderbar sind seine Machterweise. Die ihr den Herrn lobpreist, erhebt die Stimme, so laut ihr könnt, denn es wird nie genügen! Wenn ihr erhebt die Stimme, schöpfet neue Kraft, ermüdet nicht, denn ihr kommt nie ans Ende! Wer sah ihn je und kann davon erzählen, und wer kann ihn so preisen, wie er ist? Die Menge des Verhüllten übertrifft all dieses, nur wenig habe ich gesehn von seinen Werken. Der Herr hat jegliches gemacht, und Weisheit hat den Frommen er verliehen.

(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Ehrfurchtgebietend ist der Herr, * unbegreiflich ist seine Stärke.
V. Ihr, die ihr den Herrn lobt, singt laut. * Unbegreiflich ist seine Stärke.


ZWEITE LESUNG

Athanasius († vor 373)

Aus dem Buch „Gegen die Heiden“.

Das Wort Gottes stattet das All aus, ordnet es und umfängt es

Der allheilige und über alle Geschöpfe erhabene Vater Christi gleicht einem vortrefflichen Steuermann. Mit seiner eigenen Weisheit und seinem eigenen Wort, mit unserem Herrn und Heiland Christus, lenkt er überall alles zum Heil und ordnet und wirkt alles, wie er es für recht erkennt. Recht aber ist, dass alles so ist, wie es geschehen ist und wie es vor unseren Augen geschieht, weil er es so will, was gewiss keiner bestreiten wird. Denn wenn die Bewegung der Geschöpfe ohne vernünftige Ordnung abliefe und die Welt sich einfach so dahinbewegte, brauchte man mit Fug und Recht dem Gesagten keinen Glauben zu schenken. Wenn die Welt aber in vernünftiger Ordnung mit Weisheit und Einsicht geschaffen und wohl ausgestattet ist, dann kann nur das Wort Gottes ihr Urheber und Ordner sein.
Ich meine das lebendige und schöpferische Wort an sich, das Wort des Guten, des Gottes aller Dinge, das Wort, das selber Gott ist, das verschieden ist von allem Geschöpflichen, das allein im eigentlichen Sinn Wort des guten Vaters ist und das durch seine Vorsehung die ganze Welt geordnet hat und erleuchtet. Denn als das gute Wort des guten Vaters hat es die Ordnung aller Dinge verfügt. Es hat Gegensätze miteinander verbunden und zwischen ihnen ein einträchtiges Zusammenklingen geschaffen. Es ist der eine und einziggeborene Gott, der aus dem Vater hervorgeht gleichsam als der Gute aus der guten Quelle, der alles ordnet und zusammenhält.
Gott, der durch sein ewiges Wort alles gemacht und den geschaffenen Dingen das Dasein gegeben hat, ließ nicht zu, dass die Schöpfung – ihrer eigenen Natur überlassen und von ihr fortgerissen – wieder ins Nichts zurücksinke. Weil er vielmehr gut ist, lenkt und erhält er die ganze Natur durch sein Wort, das selbst Gott ist. Er erleuchtet sie durch Vorsehung, Führung und Walten des Wortes und gibt ihr so die Kraft fest im Dasein zu verharren. Die Natur soll ja teilhaben am Wort des Vaters, das wahrhaft seiend ist, und sie soll von ihm im Dasein erhalten werden, damit sie nicht aufhört zu sein. Sie würde nämlich vernichtet, wenn sie nicht durch das Wort erhalten würde, das selbst „Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung“; denn durch ihn und in ihm hat alles Bestand, alles Sichtbare und Unsichtbare. Er ist das Haupt der Kirche, wie die Diener der Wahrheit in den heiligen Schriften lehren1. Dieses allmächtige und heilige Wort des Vaters durchwaltet alle Dinge, entfaltet seine Kräfte überall und erleuchtet alles Sichtbare und Unsichtbare. Es fasst alles in sich zusammen und hält es fest. Nichts entlässt es aus seiner Macht. Jedem für sich und allgemein allen zugleich schenkt er vielmehr alles durch das All hin Leben und Bestand.

(1) Vgl. Kol 1,15-18.


RESPONSORIUM
R. Der Herr hat mich geschaffen vor allem Anfang, ehe er die Quellen schuf. * Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren.
V. Als er den Himmel baute, war ich dabei, als er die Fundamente der Erde abmaß, da war ich als geliebtes Kind bei ihm. * Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren.


ORATION
Allmächtiger Gott, du bist unser Herr und Gebieter. Mach unseren Willen bereit, deinen Weisungen zu folgen, und gib uns ein Herz, das dir aufrichtig dient. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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