Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ez35

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Prophetia Ezechielis. Caput XXXV.

Prophezeiung des Ezechiel. Kap. 35


C. Zwei Unterpfänder der Wiederherstellung. (Kap. 35,1 – Kap. 37,28) a. Weissagung gegen Edom.

1. Et factus est sermo Domini ad me, dicens:
2. Fili hominis pone faciem tuam adversum montem Seir, et prophetabis de eo, et dices illi:
3. Hæc dicit Dominus Deus: Ecce ego ad te mons Seir, et extendam manum meam super te, et dabo te desolatum atque desertum.
4. Urbes tuas demoliar, et tu desertus eris: et scies quia ego Dominus.

5. Eo quod fueris inimicus sempiternus, et concluseris filios Israel in manus gladii in tempore afflictionis eorum, in tempore iniquitatis extremæ.

6. Propterea vivo ego, dicit Dominus Deus: quoniam sanguini tradam te, et sanguis te persequetur: et cum sanguinem oderis, sanguis persequetur te.

7. Et dabo montem Seir desolatum atque desertum: et auferam de eo euntem, et redeuntem.

8. Et implebo montes ejus occisorum suorum: in collibus tuis, et in vallibus tuis, atque in torrentibus interfecti gladio cadent.
9. In solitudines sempiternas tradam te, et civitates tuæ non habitabuntur: et scietis quia ego Dominus Deus.

10. Eo quod dixeris: Duæ gentes, et duæ terræ meæ erunt, et hereditate possidebo eas: cum Dominus esset ibi:

11. Propterea vivo ego, dicit Dominus Deus, quia faciam juxta iram tuam, et secundum zelum tuum, quem fecisti odio habens eos: et notus efficiar per eos cum te judicavero.

12. Et scies quia ego Dominus audivi universa opprobria tua, quæ locutus es de montibus Israel, dicens: Deserti, nobis ad devorandum dati sunt.

13. Et insurrexistis super me ore vestro, et derogastis adversum me verba vestra: ego audivi.

14. Hæc dicit Dominus Deus: Lætante universa terra, in solitudinem te redigam.
15. Sicuti gavisus es super hereditatem domus Israel, eo quod fuerit dissipata, sic faciam tibi: dissipatus eris mons Seir, et Idumæa omnis: et scient quia ego Dominus.



1. Und es erging das Wort des Herrn an mich also:1
2. Menschensohn! richte dein Angesicht gegen das Gebirge Seir2 und weissage über dasselbe und sprich zu ihm:
3. Also spricht der Herr, Gott! Siehe, ich will an dich, Gebirge Seir! Ich werde meine Hand wider dich ausstrecken3 und werde dich zur Wüstenei und Einöde machen.
4. Deine Städte werde ich zerstören und du sollst wüste werden4 und erkennen, dass ich der Herr bin.
5. Weil du beständig Feindschaft übtest5 und die Söhne Israels dem Arme des Schwertes überliefertest zur Zeit ihrer Bedrängnis, zur Zeit, da ihre Verschuldung aufs äußerste gestiegen war.6
6. Darum will ich, so wahr ich lebe! spricht der Herr, Gott, dich dem Blutvergießen überliefern und Blut soll dich verfolgen; ja, da du das Blut gehasst, soll das Blut7 dich verfolgen.
7. Ich werde das Gebirge Seir zur Wüstenei machen und daraus hinwegschaffen den Hinkommenden und Wegziehenden.
8. Ich werde seine Berge mit seinen Erschlagenen bedecken und auf deinen Hügeln, in deinen Tälern und an den Bächen sollen durch das Schwert Erschlagene fallen.
9. Zu ewiger Einöde werde ich dich machen und deine Städte sollen nicht mehr bewohnt werden und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr, Gott bin.8
10. Dafür, dass du gesagt hast: Die beiden Völker und die beiden Länder sollen mein sein und ich will sie als Erbteil in Besitz nehmen, obwohl doch der Herr daselbst war,9
11. darum, so wahr ich lebe! spricht der Herr, Gott, werde ich dir nach deinem Zorn und nach dem Maße deiner Eifersucht tun, die du ausübtest in deinem Grimme gegen sie,10 und ich werde mich durch sie kundgeben, wenn ich dich richte.11
12. Und du sollst erkennen, dass ich, der Herr, alle deine Lästerungen gehört habe, die du wider die Berge Israels ausgesprochen, da du sagtest: Verwüstet sind sie und uns zum Verschlingen hingegeben!12
13. Auch habt ihr euch wider mich mit euerm Mund aufgelehnt und habt verächtlich wider mich gesprochen,13 ich habe es vernommen.14
14. So spricht der Herr, Gott: Zur Freude der ganzen Erde werde ich aus dir eine Wüste machen.15
15. Wie du dich freutest über das Erbe des Hauses Israel, weil es verödet war, so werde auch ich dir tun;16 du wirst verödet werden, Gebirge Seir und du ganz Idumäa! Und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin.


Fußnote

Kap. 35 (1) Als Vorspiel und Anfang der Wiederherstellung gilt bei den Propheten die Rückkehr nach Palästina. Ein Hindernis für diese lag darin, dass ein Teil des Landes von fremden Völkern besetzt war, dieses also muss beseitigt werden, sollen die Herzen sich der Verheißung mit aller Zuversicht zuwenden. Die Weissagung über Edom soll dem Volke Trost bringen und zugleich ihm einen Beweis geben, wie ernstlich die Verheißung der Rückkehr von Gott gemeint ist. - (2) Das Gebirge Seir ist zunächst die gebirgige Gegend zwischen dem toten Meer und dem älanitischen Meerbusen, dann allgemein das Gebiet von Edom. - (3) Die Hand wider Jemanden ausstrecken ist: schweres Gericht über jemanden halten, wie solches Gottes Allmacht vermag. Hier ist es von der Vernichtung gesagt. - (4) Sie sollen nicht allein das verlieren, was sie ungerechterweise besetzt, sondern in der Verwüstung ihres eigenen Landes Gott als Rächer erkennen. - (5) Schon zur Zeit Moses [4Mos 20,21; Rich 11,17]. Vergl. [Amos 1,11]. - (6) Diesem Hass hatten sie insbesondere bei der Zerstörung Jerusalems Ausdruck gegeben, die hier deshalb die Zeit der höchsten Verschuldung heißt. Die Edomiter hatten die flüchtigen, ihnen blutsverwandten Juden getötet. - (7) Die Wiederholung Dam, Blut, spielt auf den Namen Edom an. - (8) Sie wollten den Herrn nicht als Beschützer seines Volkes und seines Landes anerkennen und seine und seines Volkes Rechte nicht beachten, deshalb sollen sie ihn als Rächer erkennen. - (9) Wenn auch Gott daselbst, wenn auch das Land Gott geweiht ist und der Herr seinen Sitz im Tempel aufgeschlagen hat, wir werden die Länder Israel und Juda dennoch einnehmen. - (10) Nach dem Maße des Hasses, den sie gegen das Volk Gottes gezeigt, wird Gott ihnen vergelten. - (11) So wird Gottes Ehre auch unter den ihnen Anhängenden gemehrt, da sie seine Macht gegen seine Feinde und sein Wohlwollen gegen seine Freunde durch dieses Gericht so herrlich offenbart sehen. - (12) Nach der Meinung der Heiden war die Macht des Gottes, der ein Volk verehrte, aufs innigste mit dem Schicksal des letzteren verbunden. Ist das Land Israel verwüstet, so hat Jahve nach Edoms Meinung es nicht schützen können. - (13) Hebr.: Auch habt ihr wider mich großgetan mit eurem Maul und wider mich einen Schwall von Worten geführt. - (14) Gott sieht und weiß zwar alles; wird diese Tatsache aber besonders erwähnt, so geschieht es, um anzudeuten, dass Gott auf ganz besondere Weise jemanden belohnen und bestrafen will. - (15) Wie du dich über das Unglück anderer gefreut, so soll die ganze Erde über deinen Untergang, des Sitzes der größten Ruchlosigkeit, sich freuen. Niemand wird mit dir Mitleid haben. - (16) Strafe der Wiedervergeltung.

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