Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Jer10

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Prophetia Jeremiæ. Caput X.

Die Prophezeiung des Jeremias Kap. 10


6. Mahnungen an die Weggeführten. (Kap. 10) a. Was sind die Götzenbilder, was Gott? (V. 10) b. Was sollen die Israeliten die Heiden lehren? (V. 16) c. Mit welcher Gesinnung sollen die Frommen die Wegführung ertragen?

1. Audite verbum, quod locutus est Dominus super vos domus Israel.
2. Hæc dicit Dominus: Juxta vias gentium nolite discere: et a signis cœli nolite metuere, quæ timent gentes:

3. Quia leges populorum vanæ sunt: quia lignum de saltu præcidit opus manus artificis in ascia.

4. Argento, et auro decoravit illud: clavis et malleis compegit, ut non dissolvatur.
5. In similitudinem palmæ fabricata sunt, et non loquentur: portata tollentur, quia incedere non valent: nolite ergo timere ea, quia nec male possunt facere, nec bene.

6. Non est similis tui Domine: magnus es tu, et magnum nomen tuum in fortitudine.
7. Quis non timebit te o rex gentium? tuum est enim decus: inter cunctos sapientes gentium, et in universis regnis eorum nullus est similis tui.

8. Pariter insipientes et fatui probabuntur: doctrina vanitatis eorum lignum est.
9. Argentum involutum de Tharsis affertur, et aurum de Ophaz: opus artificis, et manus ærarii: hyacinthus et purpura indumentum eorum: opus artificum universa hæc.

10. Dominus autem Deus verus est: ipse Deus vivens, et rex sempiternus: ab indignatione ejus commovebitur terra: et non sustinebunt gentes comminationem ejus.
11. Sic ergo dicetis eis: Dii, qui cœlos et terram non fecerunt, pereant de terra, et de his, quæ sub cœlo sunt.

12. Qui facit terram in fortitudine sua, præparat orbem in sapientia sua, et prudentia sua extendit cœlos.


13. Ad vocem suam dat multitudinem aquarum in cœlo, et elevat nebulas ab extremitatibus terræ: fulgura in pluviam facit, et educit ventum de thesauris suis.

14. Stultus factus est omnis homo a scientia, confusus est artifex omnis in sculptili: quoniam falsum est quod conflavit, et non est spiritus in eis.
15. Vana sunt, et opus risu dignum: in tempore visitationis suæ peribunt.

16. Non est his similis pars Jacob: qui enim formavit omnia, ipse est: et Israel virga hereditatis ejus: Dominus exercituum nomen illi.

17. Congrega de terra confusionem tuam, quæ habitas in obsidione.

18. Quia hæc dicit Dominus: Ecce ego longe projiciam habitatores terræ in hac vice: et tribulabo eos ita ut inveniantur.
19. Væ mihi super contritione mea, pessima plaga mea. Ego autem dixi: Plane hæc infirmitas mea est, et portabo illam.
20. Tabernaculum meum vastatum est, omnes funiculi mei dirupti sunt, filii mei exierunt a me, et non subsistunt: non est qui extendat ultra tentorium meum, et erigat pelles meas.
21. Quia stulte egerunt pastores, et Dominum non quæsierunt: propterea non intellexerunt, et omnis grex eorum dispersus est.
22. Vox auditionis ecce venit, et commotio magna de terra aquilonis: ut ponat civitates Juda solitudinem, et habitaculum draconum.
23. Scio Domine quia non est hominis via ejus: nec viri est ut ambulet, et dirigat gressus suos.
24. Corripe me Domine, verumtamen in judicio: et non in furore tuo, ne forte ad nihilum redigas me.
25. Effunde indignationem tuam super gentes, quæ non cognoverunt te, et super provincias, quæ nomen tuum non invocaverunt: quia comederunt Jacob, et devoraverunt eum, et consumpserunt illum, et decus ejus dissipaverunt.



1. Höret das Wort, welches der Herr über euch geredet hat, Haus Israel!1
2. So spricht der Herr: Gewöhnet euch nicht an die Weise2 der Völker und erschrecket nicht vor den Zeichen des Himmels, vor denen die Völker sich fürchten!3
3. Denn die Satzungen der Völker4 sind nichtig,5 man behaut einen Baum aus dem Walde und des Künstlers Hand richtet ein Werk daraus her mit der Axt.6
4. Mit Silber und Gold verziert7 er es und festigt es mit Nagel und Hammer, damit es nicht aus den Fugen gehe.8
5. Gedrechselt steht es da wie ein Palmenstamm9 und kann nicht reden; es muss getragen werden, denn es kann nicht gehen.10 Darum fürchtet euch nicht vor ihnen, denn sie vermögen weder zu schaden noch zu nützen.11
6. Herr!12 deinesgleichen ist nicht,13 du bist groß14 und groß ist dein Name15 in Macht!16 [Mic 7,18]
7. Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker?17 Denn dein ist die Herrlichkeit,18 unter allen Weisen der Völker und in allen ihren Reichen ist nicht deinesgleichen. [Offenb 15,4]
8. Sie erweisen sich allzumal19 als einfältig und töricht, denn die Unterweisung ihrer Nichtigkeit ist Holz.20
9. Man bringt Silberblech aus Tharsis21 und Gold aus Ophaz,22 von den Künstlern gefertigt, von der Hand des Goldschmieds bereitet;23 blauer und roter Purpur ist ihr Gewand und all das ist der Kunstverständigen Werk.
10. Aber der Herr ist der wahre24 Gott, er ist der lebendige Gott,25 der ewige König;26 vor seinem Zorne erbebt die Erde und sein Dräuen vermögen die Völker nicht zu ertragen.
11. Darum saget also zu ihnen: Die Götter, welche Himmel und Erde nicht gemacht haben, mögen27 vertilgt werden von der Erde und unter dem Himmel.28
12. Der die Erde erschaffen durch seine Kraft, den Erdkreis durch seine Weisheit gegründet und die Himmel durch seine Einsicht ausgespannt hat,29 [1Mos 1,1; Jer 51,15]
13. er lässt seine Stimme30 erschallen und es sammelt sich des Wassers Menge unter dem Himmel: er lässt Wolken aufsteigen vom Ende der Erde her, schafft Blitze zum Regen31 und führt den Wind aus seinen Vorratskammern hervor. [Jer 51,16]
14. Toren ohne Einsicht32 sind alle Menschen und alle Künstler werden zuschanden werden an ihren Bildern; denn Trug ist, was sie gießen,33 und es ist kein Odem darin.
15. Eitel sind sie und Werke, des Verlachens würdig; zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie untergehen.
16. Nicht wie diese ist der, welcher Jakobs Anteil ist; denn er ist es, der alles geschaffen hat, und Israel ist der Stamm seines Erbes;34 Herr der Heerscharen ist sein Name.35
17. Raffe von der Erde deinen Kram zusammen,36 du, die du von Belagerung umgeben wirst!
18. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich werde die Einwohner des Landes dieses Mal37 weit fortschleudern und sie so bedrängen, dass keiner entrinnen kann.
19. Wehe mir ob meiner Verwundung, unheilbar ist die Wunde, die mir geschlagen ward. Doch ich sprach: Das ist ja mein Leiden,38 so will ich es denn tragen!
20. Mein Gezelt39 ist zerstört, alle meine Seile40 sind zerrissen; meine Söhne sind von mir weggezogen und sind nicht mehr; niemand ist, der mein Gezelt wieder aufschlage und meine Decken aufspanne.41
21. Denn die Hirten42 handelten töricht und suchten den Herrn nicht, darum hatten sie keine Einsicht43 und ihre ganze Herde wurde zerstreut.
22. Horch! ein Ruf erschallt und ein Sturmesbrausen naht aus dem Lande gegen Norden, um die Städte Judas zur Einöde zu machen, zur Wohnung der Drachen.44
23. Ich weiß, Herr! dass des Menschen Weg nicht in seiner Gewalt steht und dass es in niemandes Macht ist, wie er wandle und seine Schritte lenke.45
24. Züchtige mich also, o Herr!46 nur nach Recht und nicht nach deinem Grimme,47 auf dass du mich nicht etwa vernichtest.48 [Ps 6,2]
25. Gieße deinen Zorn über die Völker aus, welche dich nicht kennen, und über die Länder, welche deinen Namen nicht anrufen; denn sie haben Jakob verzehrt und ihn verschlungen, sie haben ihn vernichtet und seine Herrlichkeit verwüstet.49 [Ps 78,6]


Fußnote

Kap. 10 (1) Der ehrenvolle Name Israel ruft Glaube, Gehorsam und Sehnsucht nach dem Segen des Patriarchen ins Gedächtnis zurück. - (2) Die Religion und Gottesverehrung. - (3) Dies passt insbesondere auf die Babylonier. Hebr.: Vor den Zeichen des Himmels erschrecket nicht, weil die Heiden vor jenen erschrecken. – Die Furcht ist die Grundstimmung alles Aberglaubens. Die Israeliten aber wissen, dass Gott, wie er alles geschaffen, so auch alles leitet. - (4) Der Sterndienst fußte auf Rechnungen und Gesetzen. Mit dem Worte Nichtigkeit bezeichnet der Prophet gewöhnlich die Götzen, die er also hierbei insbesondere im Auge hat. - (5) Es ist also lächerlich, sie zu fürchten. - (6) Siehe da Ursprung, Material, Gestalt der vermeintlichen Götter! Axt: vielleicht besser: ein minderes Schneidwerkzeug. - (7) Das Holz, aus dem die Götzen gefertigt waren, wurde mit Gold- und Silberplatten überzogen. - (8) Hebr.: wackle. Damit der arme Götze nicht hinfällt, muss er mit Nagel und Hammer festgenagelt werden. - (9) Hebr.: wie eine gedrechselte Säule sind jene Götzen – unbeweglich und jeder Möglichkeit entbehrend, sich zu bewegen und zu handeln. - (10) Hebr.: sogar getragen müssen sie werden, denn sie können nicht gehen. - (11) Hebr.: Fürchtet euch nicht vor ihnen, denn sie tun kein Leides; auch wohlzutun steht nicht bei ihnen. - (12) Den eitlen Götzen wird die Majestät, Macht, Stärke und Weisheit Gottes gegenübergestellt, die der Herr von sich offenbart. (Name) - (13) Hebr.: Gar niemand ist wie du, Jahve. Wo wäre ein Mensch, ein Engel zu finden, die dir vollkommen ähnlich wären? Alles, was der Mensch kennt oder denken kann, übertriffst du, unaussprechlich und unbegreiflich. - (14) Was Gott in sich ist. (Thom.) - (15) Das, was du von dir offenbarst, ist groß in Stärke und Macht. - (16) Höchster Gegensatz gegen die Götzen. - (17) Schon die Natur leitet alle dazu an. - (18) Hebr.: denn dir gebührt es. - (19) Indem sie einen solchen Gott nicht verehren. - (20) Hebr.: Lehre der Eitelkeiten, Holz ist dies! – alles, was von der Hilfe der Götzen gesagt oder erhofft wird, ist zu nichts nütze; da die Götzen nur Holzblöcke sind, ist auch ihre Lehre nichts. Vielleicht hat der Prophet hier [5Mos 11,2] vor Augen. Im Folgenden beschreibt der Prophet die einzelnen Bestandteile der Götzenbilder. - (21) Siehe [Jonas 1,3]. - (22) Vielleicht: Ophir. (Syr. Chald.) - (23) Hebr.: Erzeugnis des Werkmeisters ist es und der Hände des Schmelzers. - (24) Oder: wahrhaft Gott. - (25) Nicht tot, wie die Götzenbilder. (V. 5, V. 8) - (26) Dem niemand in Ewigkeit auch nur das geringste Teilchen seiner Herrschaft rauben kann. - (27) Besser: werden. - (28) So sollen die Israeliten die Heiden mahnen, nachdem sie auf die Ohnmacht der Götzen hingewiesen. Schon vor Jeremias sind Tausende weggeführt, er hat eine erneute Wegführung vorausgesagt und die Gottesverehrer gemahnt, sich von den religiösen Übungen der Heiden fernzuhalten, jetzt zeigt er jenen, was sie antworten sollen, wenn die Heiden sie zur Verehrung der Götzen auffordern. Der Satz ist in aramäischer Sprache eingefügt, deren sich die Assyrier in ihrem Handelsverkehr mit den westlichen Völkerschaften bedienten. - (29) Diese drei Glieder des Verses bilden einen Gegensatz zu V. 11. Gottes Weisheit und Macht bei dem Werke der Schöpfung und der Gründung der Welt wird gepriesen. Doch wie Gott der Schöpfer, so ist er auch der Erhalter aller Dinge. (V. 13) - (30) Den Donner. - (31) Die Blitze zerreißen die Wolken und lassen so den Regen herabströmen. Vorratskammern hat Gott für den Wind wie [Job 38,22] für Schnee und Hagel: Sie stehen ihm reichlich zu Gebote. - (32) Verdummt, dem Tiere ähnlich. - (33) Einen solchen Gott bilden sie sich, der ganz aus Trug und Lüge besteht, da er nur durch den Irrtum der Menschen und ihre Sünde Dasein hat und Ursache der Sünden ist. Er ist eine Lüge, weil er seiner Gestalt nach eine Gottheit darstellen soll und doch keine Kraft und kein Leben in sich hat, also nichtig und verächtlich und des Unterganges würdig ist. - (34) Der lebendige Gott, der Schöpfer aller Dinge ist der Anteil Israels. Israel ist das Volk, das er sich als sein besonders Erbe erwählt hat. – Stamm hebr.: Volk. Dieser Gott ist der Herr Himmels und der Erde. - (35) Mit diesem Namen schließt dieser Teil passend wie mit einem Bestätigungssiegel der göttlichen Majestät und dem Unterpfande der Würde und Hoffnung des Volkes. - (36) Angeredet ist die Bevölkerung von Juda: Jerusalem. - (37) Nicht allein die gewöhnlichen Heimsuchungen des Krieges werden dich treffen, sondern du wirst selbst fortgeführt werden. So tröste dich denn nicht mit dem Sprichworte: Es wird noch lange währen. [Ez 12,22] - (38) Das mir für meine Sünden gebührte. So werden die Israeliten durch die Wegführung gebessert sprechen. - (39) Die Staatsordnung. - (40) Die Seile, welche das Zelt festhalten: alle meine Stützen. - (41) Nur Gott vermag das Gottesreich, das er einst gestiftet, wieder aufzurichten. - (42) Die Fürsten. - (43) Und folgten nicht den Vorschriften, welche er im Gesetze gegeben. Diese zu verstehen und zu schätzen, wird Glaube und Frömmigkeit gefordert, doch sie haben wie Tiere dahingelebt. - (44) Hebr.: Horch, was man hört: Siehe, da kommt es! und großes Getöse vom Lande gegen Norden her die Städte Judas wüste zu machen, zur Behausung der Schakale. - (45) Wie ist diese Vernichtung zu tragen? Die Frommen mögen sich gänzlich Gott überlassen, in dessen Hand ihr Schicksal ruht. Nicht dem Manne, der da wandelt, steht es zu, dass er geradrichte seinen Schritt (hebr.), d.i., dass er nie schwanke, nie abweiche vom rechten Wege. Ohne Gottes Willen und Hilfe vermag der Mensch nichts zum glücklichen Ausgang zu führen, wenn er auch noch so sehr seine Einsicht anwendet und von seinen Kräften Gebrauch macht. Die Anwendung dieses Satzes auf die Israeliten gilt für Vergangenheit und Zukunft. Vergeblich haben sie versucht, den Untergang von ihrem Reiche abzuwenden, vergeblich versuchen sie dies wiederherzustellen; Gott allein kann helfen. - (46) Da die Frommen es der göttlichen Vorsehung überlassen, wann und wie das Heil ihnen kommen soll, an dasselbe nach den Verheißungen der Propheten fest glauben, bitten sie den Herrn nur um eines: dass er nach seiner Barmherzigkeit Zorngericht und Strafe mildere. - (47) Nach der Richtschnur des Wahren und Rechten, so dass du unsere Besserung bewirkst, nicht so strafest, wie unsere Sünden es verdienen und nur, um gerechte Rache zu nehmen. - (48) Als Volk. Hebr.: gering machest. - (49) Gott wird sein Volk wiederherstellen. Doch dazu wird gefordert, dass er zugleich über die Völker Gericht halte: Sie verehren Gott nicht und suchen das Volk Gottes, dessen Land sie verwüstet haben, zu vernichten.

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