Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Ps02

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Liber Psalmorum. Psalmus II.

Das Buch der Psalmen. Psalm 2


a. Empörung der Völker gegen Gott und seinen Gesalbten. (V. 3) b. Gott verlacht die Anschläge der Gottlosen, da er den König auf Sion aufgestellt hat. (V. 6) c. Der Messias verkündet, dass ihm vom Vater die Herrschaft über alles Erschaffene verliehen sei und ihm das Recht zustehe, die Empörer zu strafen. (V. 9) d. Der Psalmist mahnt die Empörer, sich dem Herrn zu unterwerfen und seinen Sohn zu verehren, um dem Verderben zu entgehen. Die auf den Messias hoffen, werden selig.

1. Quare fremuerunt gentes, et populi meditati sunt inania?
2. Astiterunt reges terræ, et principes convenerunt in unum adversus Dominum, et adversus Christum ejus.
3. Dirumpamus vincula eorum: et projiciamus a nobis jugum ipsorum.
4. Qui habitat in cœlis irridebit eos: et Dominus subsannabit eos.
5. Tunc loquetur ad eos in ira sua, et in furore suo conturbabit eos.
6. Ego autem constitutus sum rex ab eo super Sion montem sanctum ejus, prædicans præceptum ejus.
7. Dominus dixit ad me: Filius meus es tu, ego hodie genui te.
8. Postula a me, et dabo tibi gentes hereditatem tuam, et possessionem tuam terminos terræ.
9. Reges eos in virga ferrea, et tamquam vas figuli confringes eos.

10. Et nunc reges intelligite: erudimini qui judicatis terram.

11. Servite Domino in timore: et exsultate ei cum tremore.
12. Apprehendite disciplinam nequando irascatur Dominus, et pereatis de via justa.
13. Cum exarserit in brevi ira ejus, beati omnes, qui confidunt in eo.


1. Warum toben die Heiden1 und sinnen die Völker Eitles?2
2. Es treten3 die Könige der Erde4 auf und die Fürsten kommen zusammen wider den Herrn und wider seinen Gesalbten.5
3. Lasset uns ihre Fesseln zerreißen und von uns werfen ihr Joch!6
4. Der im Himmel7 thront, lacht ihrer und der Herr spottet8 ihrer.
5. Dann9 redet10 er zu ihnen11 in seinem Zorne und schreckt12 sie in seinem Grimme.
6. Ich aber13 bin14 von ihm zum König über Sion eingesetzt, seinen heiligen Berg,15 sein Gesetz zu verkünden.
7. Der Herr16 sprach zu mir:17 Du bist mein Sohn, ich habe dich heute gezeugt.18
8. Begehre von mir,19 so will ich dir die Völker zu deinem Erbe geben20 und zu deinem Besitztume die Grenzen der Erde.
9. Mit eisernem Zepter wirst du sie beherrschen21 und wie Töpfergeschirr22 sie zertrümmern.
10. Nun denn, ihr Könige! kommet zur Einsicht;23 lasset euch weisen, ihr Richter der Erde!24
11. Dienet den Herrn in Furcht und jauchzet ihm zu mit Zittern!
12. Nehmet die Mahnung an,25 auf dass der Herr nicht etwa zürne und ihr zugrunde gehet, fernab vom rechten Wege.26
13. Wenn in Bälde sein Zorn entbrennt,27 glückselig alle, die auf ihn28 vertrauen!29


Fußnote

Psalm. 2 (1) Der Verfasser des Psalms ist David. [Apg 4,25] Der Psalm ist messianisch und im Literalsinne von Christus und seinem geistigen Reiche zu verstehen, wie die älteren Juden, [Apg 4] und [Apg 13] und [Offenb 2] und [Offenb 19] zeigen. Vielleicht dichtete ihn David zur Zeit heftiger Befehdung seines eigenen Königtums, indem er sich bei seiner Gefährdung mit der messianischen Verheißung [2Sam 7,8ff] getröstete. Die Form ist eine dramatische, nacheinander reden der Dichter, der Aufrührer, der Messias, Gott und wiederum der Dichter. - (2) Vergl. [Apg 4,25-28]. - (3) Hebr.: lehnen sich auf. - (4) Die ersten waren Herodes und Pilatus. [Apg 4,27] Der Erde: Gegensatz V. 4. - (5) Die Namen Messias (Christus) und Sohn Gottes [Joh 1,50, Mt 26,63] u.a. gehen auf diese Stelle und [Dan 9,25] zurück. Die Salbung war die Mitteilung des göttlichen Geistes, den der Heiland ohne Maß empfing. [Joh 3,34] - (6) Hebr.: Bande (das Zeichen der Unterwerfung). Sie sind Untertanen Jahves und seines Gesalbten, nicht nur weil die ganze Welt Gott zugehört, sondern auch, weil er seinem gesalbten die Herrschaft über sie verliehen hat. Diese wollen sie abschütteln. - (7) In unnahbarer Erhabenheit und unvergänglicher Herrlichkeit. - (8) Anthropopathische Bilder. - (9) Wenn seine Langmut zu Ende ist und die Versündigungen der Feinde die Wirksamkeit seines Zorne fordern. - (10) In Taten, durch Strafen. - (11) Gegen sie. - (12) Mit ihrer Bosheit wächst nach dem Hebr. die Strenge der Züchtigung. - (13) Die Welt will den Messias nur als Menschen anerkennen, doch Gott erklärt, dass er dessen Thron gegründet. Schon in V. 2 ist das Reich Gottes und das des Messias als eines bezeichnet. - (14) Hebr.: und doch habe ich eingesetzt meinen König (mein: durch ewige Zeugung und durch Sendung) … meinen heiligen Berg. Wie also vermeint ihr das Reich des Messias vernichten zu können? - (15) Die Davidsstadt, einschließlich des Moria, ist Sinnbild der Kirche. Ihre Erhabenheit beruht auf Gottes Gegenwart in ihr. – Die folgenden Worte gehören zu V. 7: Kunde geben will ich von einem Ratschluss. Nach dem Hebr, gehört V. 6 noch zu den Worten Jahves. - (16) Gott der Vater. - (17) Bezeugung Gottes für den König, die gegen die Empörer gerichtet ist. - (18) Diese Worte können nur auf Christus bezogen werden, da nur ihm Allherrschaft und göttliche Verehrung zugeschrieben werden. Auch bei den Juden verstand man die Stelle vom Messias, sonst hätte der Apostel nicht in der Synagoge [Apg 13,33] dieselbe auf Christus bezogen und Paulus Beweisführung [Hebr 1,5] wäre wirkungslos. Heute: ohne Anfang und ohne Aufhören: ewige Geburt. (Aug.) Theod. Euthym. und der Introitus der ersten Messe am Weihnachtsfest beziehen die Worte auf die Menschwerdung. Nach [Apg 13,33] machte Gott die ewige Sohnschaft des Heilandes durch dessen Auferstehung offenbar. (Hil., Euseb., Ambros., Chrys.), als der Sieg über Tod und Hölle dem Erlöser das volle Königserbe erschloss. - (19) Christus ist als Mensch geringer als der Vater, als Mensch bittet er. - (20) Vergl. [Hebr 1,2]. Durch Glaube und Anerkennung der Völker [Ps 21,28], auf die der Segen [Ps 71,17] der göttlichen Herrschaft herabsteigt. [Ps 46,9] Als Gott hatte Christus diese Herrschaft stets, als Mensch erwarb er sie durch sein leiden. [Mt 28,18] - (21) Weiden. Hebr.: Zerschmettern. Es wird nicht so gesagt, was Christus tun wird, als wozu er Macht und Gewalt hat. Den Segen der Herrschaft des Messias Frevlern gegenüber zu erwähnen, war kein Grund. - (22) Wie leicht wird dies zerbrochen! - (23) Erkennet diesen König an. Die Könige sind die in V. 1 genannten. - (24) Dieselben wie die Könige. - (25) Die auch in diesem Psalm gegeben wird. Hebr. das Folgende: Küsset (huldiget vergl. [1Sam 10,1]) den Sohn, dass er nicht zürne. - (26) Hebr.: und ihr verloren gehet hinsichtlich des Weges. - (27) Hebr.: denn entbrennen könnte leicht. - (28) Den Sohn. - (29) Zu ihm ihre Zuflucht nehmen. – Am schlimmsten wütete der Kampf der Feinde (Sünde, Teufel, Tod), als der Heiland am Kreuze litt. Nach der Himmelfahrt des Heilandes setzt sich der Kampf fort gegen seine Kirche. - Weitere Kapitel: 01 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40 | 41 | 42 | 43 | 44 | 45 | 46 | 47 | 48 | 49 | 50 |

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