Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Sach08

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Prophetia Zachariæ. Caput VIII.

Prophezeiung des Zacharias Kap. 8


C. Gott verheißt Sion Gnade und Glück. (V. 8) D. So mögen die Israeliten also Mut fassen, gewiss des Segens Gottes. (V. 17) E. Verheißung großer Freude und der Bekehrung der Heiden.

1. Et factum est verbum Domini exercituum, dicens:
2. Hæc dicit Dominus exercituum: Zelatus sum Sion zelo magno, et indignatione magna zelatus sum eam.
3. Hæc dicit Dominus exercituum: Reversus sum ad Sion, et habitabo in medio Jerusalem: et vocabitur Jerusalem Civitas veritatis, et Mons Domini exercituum mons sanctificatus.

4. Hæc dicit Dominus exercituum: Adhuc habitabunt senes, et anus in plateis Jerusalem: et viri baculus in manu ejus præ multitudine dierum.

5. Et plateæ civitatis complebuntur infantibus, et puellis ludentibus in plateis ejus.
6. Hæc dicit Dominus exercituum: Si videbitur difficile in oculis reliquiarum populi hujus in diebus illis, numquid in oculis meis difficile erit, dicit Dominus exercituum?
7. Hæc dicit Dominus exercituum: Ecce ego salvabo populum meum de terra orientis, et de terra occasus solis.

8. Et adducam eos, et habitabunt in medio Jerusalem: et erunt mihi in populum, et ego ero eis in Deum in veritate, et in justitia.
9. Hæc dicit Dominus exercituum: Confortentur manus vestræ, qui auditis in his diebus sermones istos per os prophetarum in die, qua fundata est domus Domini exercituum, ut templum ædificaretur.

10. Siquidem ante dies illos merces hominum non erat, nec merces jumentorum erat, neque introeunti, neque exeunti erat pax præ tribulatione: et dimisi omnes homines, unumquemque contra proximum suum.
11. Nunc autem non juxta dies priores ego faciam reliquiis populi hujus, dicit Dominus exercituum.

12. Sed semen pacis erit: vinea dabit fructum suum, et terra dabit germen suum, et cœli dabunt rorem suum: et possidere faciam reliquias populi hujus universa hæc.

13. Et erit: sicut eratis maledictio in gentibus, domus Juda, et domus Israel: sic salvabo vos, et eritis benedictio: nolite timere, confortentur manus vestræ.

14. Quia hæc dicit Dominus exercituum: Sicut cogitavi ut affligerem vos, cum ad iracundiam provocassent patres vestri me, dicit Dominus,
15. Et non sum misertus: sic conversus cogitavi in diebus istis ut benefaciam domui Juda, et Jerusalem: nolite timere.
16. Hæc sunt ergo verba, quæ facietis: Loquimini veritatem, unusquisque cum proximo suo: veritatem, et judicium pacis judicate in portis vestris.
17. Et unusquisque malum contra amicum suum ne cogitetis in cordibus vestris: et juramentum mendax ne diligatis: omnia enim hæc sunt, quæ odi, dicit Dominus.
18. Et factum est verbum Domini exercituum ad me, dicens:
19. Hæc dicit Dominus exercituum: Jejunium quarti, et jejunium quinti, et jejunium Septimi, et jejunium decimi erit domui Juda in gaudium, et lætitiam, et in solemnitates præclaras: veritatem tantum, et pacem diligite.

20. Hæc dicit Dominus exercituum: Usquequo veniant populi, et habitent in civitatibus multis,
21. Et vadant habitatores, unus ad alterum, dicentes: Eamus, et deprecemur faciem Domini, et quæramus Dominum exercituum: vadam etiam ego.

22. Et venient populi multi, et gentes robustæ ad quærendum Dominum exercituum in Jerusalem, et deprecandam faciem Domini.
23. Hæc dicit Dominus exercituum: In diebus illis, in quibus apprehendent decem homines ex omnibus linguis gentium, et apprehendent fimbriam viri Judæi, dicentes: Ibimus vobiscum: audivimus enim quoniam Deus vobiscum est.



1. Wieder erging das Wort des Herrn der Heerscharen, also lautend:1
2. So spricht der Herr der Heerscharen: Ich bin voll großen Eifers für Sion und eifre mit großem Zorne für dasselbe.2
3. So spricht der Herr der Heerscharen: Ich kehre wieder nach Sion zurück3 und werde inmitten Jerusalems wohnen und Jerusalem wird die Stadt der Treue heißen und der Berg des Herrn der Heerscharen, heiliger Berg.4
4. So spricht der Herr der Heerscharen: Noch werden greise Männer und betagte Frauen5 in den Straßen Jerusalems wohnen und ein jeder mit seinem Stabe in der Hand vor hohem Lebensalter.
5. Und die Straßen der Stadt werden sich mit Knaben und Mädchen erfüllen, welche auf ihren Straßen spielen.6
6. So spricht der Herr der Heerscharen: Wenn es in den Augen des Überrestes dieses Volkes in jenen Tagen schwer scheint, wird es denn in meinen Augen schwer sein? spricht der Herr der Heerscharen.
7. So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ich werde mein Volk aus dem Lande des Sonnenaufgangs und aus dem Lande des Niedergangs der Sonne7 erretten.
8. Und ich werde sie herbeiführen, dass sie inmitten Jerusalems wohnen,8 sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein in Wahrheit und Gerechtigkeit.
9. So spricht der Herr der Heerscharen:9 Eure Hände sollen erstarken, die ihr in diesen Tagen diese Worte aus dem Munde der Propheten10 vernehmt, zur Zeit, da der Grund zum Hause des Herrn der Heerscharen gelegt ward, damit der Tempel erbaut werde.11
10. Freilich war von jenen Tagen kein Lohn für Menschen und von dem Vieh kein Ertrag;12 wer ein- und auszog, war nicht sicher vor Bedrängnis13 und ich ließ zu, dass alle Menschen wider einander waren;
11. nun aber werde ich an dem Überreste dieses Volkes nicht tun wie in den vergangenen Tagen, spricht der Herr der Heerscharen,
12. sondern es soll eine Saat des Friedens sein;14 der Weinstock wird seine Frucht geben, die Erde ihren Ertrag liefern und der Himmel seinen Tau spenden und ich will die Überreste dieses Volkes dies alles in Besitz nehmen lassen.15
13. Und es wird geschehen: wie ihr, Haus Juda und Haus Israel! unter den Völkern ein Fluch waret, so werde ich euch Heil gewähren und ihr sollt ein Segen sein;16 fürchtet euch nicht, lasset eure Hände erstarken!
14. Denn so spricht der Herr der Heerscharen:17 Wie ich beschlossen,18 euch zu züchtigen, als eure Väter mich zum Zorne reizten, spricht der Herr,
15. und ich kein Mitleid hatte, so habe ich hingegen in diesen Tagen beschlossen, dem Hause Juda und Jerusalem Gutes zu erweisen; fürchtet euch nicht!19
16. Dies ist es nun, was ihr zu tun habt: Redet die Wahrheit, ein jeder gegen seinen Nächsten; nach Wahrheit und Gericht des Friedens20 richtet in euren Toren.21
17. Keiner sinne Böses wider seinen Nächsten in seinem Herzen und liebet nicht falsche Eide zu schwören;22 denn solches alles hasse ich, spricht der Herr.23

18. Und es erging das Wort des Herrn der Heerscharen an mich also:
19. So spricht der Herr der Heerscharen: Das Fasten des vierten Monats, das Fasten des fünften, das Fasten des siebenten und das Fasten des zehnten soll dem Hause Juda zur Freude, zur Wonne und zu herrlichen Festzeiten werden; nur liebet Wahrheit und Frieden!24
20. So spricht der Herr der Heerscharen: Noch wird es geschehen, dass Völker kommen und viele Städte bewohnen,25
21. und ihre Bewohner werden sich aufmachen und einer zu dem andern sprechen: Lasset uns hinziehen und das Angesicht des Herrn anflehen und den Herrn der Heerscharen suchen, auch ich will mitziehen!
22. Und viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, den Herrn der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und das Angesicht des Herrn anzuflehen.
23. So spricht der Herr der Heerscharen: In jenen Tagen werden zehn Menschen aus allen Sprachen der Völker die Hand ausstrecken26 und den Saum eines jüdischen Mannes ergreifen27 und sagen: Wir wollen mit euch ziehen; denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.


Fußnote

Kap. 8 (1) Nach der Heimsuchung folgt die Wiederherstellung. Wie der Seher durch die Erinnerung an den früheren Ungehorsam und Gottes Strafen Schrecken eingeflößt, so versucht er jetzt durch die Schilderung der Liebe Gottes und des Glückes der Wiederherstellung zu wahrer Frömmigkeit und zum Gehorsam zu bewegen. Darum legt er die zehn Worte Gottes, welche dies enthalten, mit besonderem Nachdrucke vor. - (2) Gesamtinhalt der Offenbarung und Beweggrund der Großtaten Gottes. Die Bestrafung der Feinde zeigt Gottes Eifer für die Seinen. - (3) Als Gott die Stadt den Feinden überließ, hatte er gleichsam Sion und seine heilige Wohnung verlassen. Vergl. [Ez 10,18; Ez 11,23] und [Ez 43,2]. - (4) Wiederholung der [Sach 2,5] im Gesichte gemachten Verheißung. Doch die Worte weisen in ihrer Allgemeinheit auf die wahre und vollkommene Theokratie, welche der Messias begründen soll und von der die frühere Vorbild und Vorbereitung war. - (5) Nach dem Charakter des Alten Testamentes galt frühzeitiger als Strafe für die Sünde. - (6) Die unter den Augen der Greise die Chorreigen spielenden Knaben und Mädchen sind gleichsam Herolde der Freude und ein Zeugnis des göttlichen Segens, der sich auch in zahlreicher Nachkommenschaft offenbart. Die reiche Mehrung des Volkes Gottes ist ein beständiges Anzeichen der messianischen Zeit, wie auch langes Lebensalter bei [Jes 65,20] von der Zeit des Messias verheißen wird. - (7) Zwei Himmelsgegenden werden an Stelle aller genannt. Vergl. [Jes 43,5.6]. Die hier verheißene Rückkehr ist ein Vorbild der Sammlung der zerstreuten Söhne Gottes. Vergl. [Joh 11,52]. - (8) Die volle Erfüllung findet die Verheißung erst, wenn ganz Israel gerettet wird. Vergl. [Roem 11,26]. - (9) Folgerung für die Gegenwart. - (10) Aggäus und Zacharias. - (11) Hebr.: der Tempel, um gebaut zu werden. - (12) Vergl. [Apg 2,17.18]. - (13) Siehe [Esr 4,1-5;24]. - (14) Hebr.: Sondern Saat des Friedens, d.i. die Saat bleibt wohlbehalten. - (15) Vergl. [Apg 2,19.20]. - (16) Im Sprichwort angeführter Segen. Vergl. [Apg 2,19.20]. - (17) Dem siebten Worte fügt Gott die Ursache bei, worauf sie so große Hoffnung schöpfen sollen (V. 14, V. 15), und bezeichnet die Bedingungen, welche sie erfüllen müssen. (V. 16, V. 17) - (18) Der Vergleich soll ihre Zuversicht stärken. (Theod. Gr.) - (19) Wie nichts mich hindern konnte, meine Drohungen auszuführen, so wird mich auch nichts daran hindern, meinen Segen reichlich zu spenden. - (20) Ein Gericht, das Frieden schafft, die Streitenden versöhnt, dem Streit ein Ende macht. - (21) In den Toren wurde Gericht gehalten, weil dies ebenso den Landleuten wie den Städtern zugänglich sein sollte. - (22) Dasselbe hatte Gott von ihren Vätern verlangt, vergl. [Sach 7,9]. Es werden besonders Tugenden genannt, welche das Fundament des sozialen Lebens sind, Wahrheit und Gerechtigkeit, also nichts Außerordentliches. - (23) Da Gott die Bedingungen so sorgfältig aufzählt, sind die Verheißungen von Segen und Glück nicht absolut gegeben, sondern werden in ihrer Erfüllung von den Tugenden und der Frömmigkeit des Volkes bedingt. Auch im Reiche des Messias hängt die größere und geringere Fülle der Güter wie die Ausbreitung des Reiches von der Mitwirkung der Menschen ab. - (24) Die Wiederherstellung der Theokratie soll so glorreich und so beseligend sein, dass selbst die Erinnerung an die alte Trauer Freude verursachen soll, insofern jene der Weg zum Glück, gleichsam die Schmerzen der Geburt desselben waren: wenn sie nur Tugend üben. Am 17. Des vierten Monats (Juli) sollen die Juden gefastet haben, weil Moses an diesem Tage von dem Berge herabsteigend, die Gesetzestafeln zerbrach und die Mauern der Stadt den ersten Riss erhielten. Im fünften Monate fasteten sie wegen des Aufstandes, der nach der Rückkehr der Kundschafter in der Wüste statthatte und die vierzigjährige Wanderung nach sich zog; in diesem Monate soll auch der Tempel von Nabuchodonosor und viele Jahrhunderte später von Titus in Brand gesteckt worden sein u.a.m. Im zehnten Monate hörte Ezechiel und das gesamte Volk der Gefangenschaft, dass der Tempel zerstört sei. (Hier., Mischna) - (25) Hebr.: Noch wird es geschehen, dass ganze Völker und die Bewohner vieler Städte herbeikommen. Ihre Bewohner werden zueinander gehen und sagen: Auf! lasset uns hinziehen usw. – Sie werden wetteifern miteinander in der Verehrung Gottes. Ein Anfang davon zeigte sich bereits zur Zeit Zorobabels. Vergl. [Est 8,17]. - (26) Hebr.: In jenen Tagen wird es geschehen, dass zehn Männer…. Ergreifen. Die Zahl zehn steht öfter für die Mehrzahl. – Da alle Sprachen der Völker zu dem Gottesreiche gehören, greift dieses über die Grenzen der Völker hinaus, sind alle vereinigt in einem Schafstalle. - (27) Gleichsam sich an denselben haltend, um gegen Irrtum gesichert zu sein. Die wahren Juden sind, wie das Neue Testament zeigt, die, welche Gott mit wahrer Frömmigkeit dienen. Die wahre Theokratie ist ein Ölbaum [Roem 11,17-21], die wahren Juden alle, die zu demselben gehören, an ihm gewachsen oder eingepfropft. Daher beziehen die Verfasser der Bücher des Neuen Testamentes die den Juden gegebenen Verheißungen auf die aus den verschiedenen Völkern gesammelten Christen. Vergl. [Gal 3,7.29], denen die Worte des heiligen Johannes, des Vorläufers des Herrn, gelten: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams erwecken. [Mt 3,9] Die, welche nur durch leibliche Abstammung Abrahams Kinder sind, nicht aber seinen Glauben und seine Frömmigkeit nachahmen, haben den Tempel zum Vater. [Joh 8,39; Roem 4,12]

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