Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Lesehore17Freitag

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Freitag 17. WOCHE IM JAHRESKREIS

JAHRESREIHE I:

ERSTE LESUNG


Aus dem ersten Buch der Könige. (16,29-17,16)

Achab, der Sohn Omris, ward König von Israel im achtunddreißigsten Jahre des Königs Asa von Juda und regierte in Samaria zweiundzwanzig Jahre über Israel. Achab, der Sohn Omris, tat, was dem Herrn missfiel, noch schlimmer als alle seine Vorgänger. Es war ihm noch nicht genug, daß er in den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, wandelte; er nahm Isebel, die Tochter des Sidonierkönigs Etbaal, zur Frau. Er ging hin, verehrte den Baal und warf sich vor ihm nieder. Er errichtete dem Baal einen Altar im Baalstempel, den er in Samaria erbaut hatte. Auch ließ Achab ein Bild der Aschera anfertigen und tat darüber hinaus noch anderes, wodurch er den Herrn, den Gott Israels, mehr erzürnte als alle Könige Israels, die vor ihm waren.
Wiederauftau Jerichos
In seinen Tagen war es auch, dass Chiel aus Betel Jericho wieder aufbaute. Um den Preis seines Erstgeborenen Abiram legte er das Fundament, und um den Preis seines jüngsten Sohnes Segub errichtete er die Stadttore gemäß dem Wort, das der Herr durch Josua, den Sohn Nuns, gesprochen hatte.
Elias´ Prophezeiung: Nur auf mein Wort hin wird Regen fallen
Der Tisbiter Elias aus Tisbe in Gilead verkündete dem Achab: »So wahr der Herr, der Gott Israels, lebt, in dessen Dienst ich stehe, in diesen Jahren soll weder Tau noch Regen fallen, es sei denn auf mein Wort hin.« Danach erging das Wort des Herrn an ihn: »Geh fort von hier; wende dich gegen Osten und verstecke dich im Bachtal des Kerit östlich vom Jordan! Aus dem Bach kannst du trinken, und den Raben habe ich befohlen, dich dort zu versorgen.« Er ging hin und tat, wie der Herr geboten hatte. Er machte sich auf und blieb am Bach Kerit östlich vom Jordan. Die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und am Abend. Aus dem Bach trank er. Einige Zeit später vertrocknete der Bach, weil im Land kein Regen mehr fiel.
Die Witwe von Zarephta
Damals erging das Wort des Herrn an Elias: »Mache dich auf den Weg nach Zarephta im Sidonierland und bleibe dort! Ich habe daselbst einer Witwe geboten, dich zu versorgen.« Er machte sich auf und ging nach Zarephta. Als er an das Stadttor kam, war dort eine Witwe, die Holz sammelte. Er rief ihr zu und sprach: »Hole mir im Krug ein wenig Wasser zum Trinken!« Als sie hinging, es zu holen, rief er ihr nach: »Bringe mir auch einen Bissen Brot mit!« Doch sie erwiderte: »So wahr der Herr, dein Gott, lebt, ich habe nichts mehr vorrätig außer einer Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Eben lese ich hier ein paar Stücke Holz auf und gehe dann heim, um mir und meinem Sohne eine Speise zu bereiten. Wir wollen essen und dann sterben!« Elias sprach zu ihr: »Sei ohne Sorgen! Geh und tue, wie du gesagt hast! Doch zuvor mach mir ein kleines Backwerk und bringe es mir heraus! Dir aber und deinem Sohne bereite hernach etwas zu! Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Der Mehltopf wird nicht leer, und das Ölgefäß wird nicht trocken, bis der Tag kommt, da der Herr wieder Regen auf den Ackerboden sendet.« Sie ging hin und tat, wie Elias gesagt hatte. So hatten sie lange Zeit hindurch zu essen, er und sie und ihr Sohn. Der Mehltopf ward nicht leer und das Ölgefäß nicht trocken nach der Verheißung, die der Herr durch Elias gegeben hatte.


(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Elija betete inständig, es solle nicht regnen, und es regnete nicht. * Und er betete wieder, da gab der Himmel Regen.
V. Es erhob sich ein Prophet wie Feuer, und sein Wort war wie ein brennender Ofen. * Und er betete wieder, da gab der Himmel Regen.


Zweite Lesung

Ambrosius († 397)

Aus dem Buch über die Mysterien.
Katechese über die Riten vor der Taufe

Über das sittliche Leben habe ich jeden Tag gesprochen, wenn die Geschichte der Urväter oder die Vorschriften der Weisheitsworte gelesen wurden. Ich wollte euch belehren und unterrichten, um euch daran zu gewöhnen, die Wege der Alten zu gehen, zu leben wie sie und dem Wort Gottes zu gehorchen. So solltet ihr, durch die Taufe erneuert, die Lebensform pflegen, die sich für die Getauften ziemt.
Nun mahnt mich die Zeit, über die Mysterien zu sprechen und den Sinn der heiligen Handlungen zu erklären. Hätte ich das schon vor der Taufe, als ihr noch nicht eingeweiht wart, vortragen wollen, wäre es mir eher als Preisgabe denn als Erklärung vorgekommen. Außerdem dürfte sich das Licht der heiligen Zeichen leichter durch Überraschung Eingang verschaffen, als wenn ihnen eine Predigt voraufgegangen ist.
Öffnet also die Ohren, atmet den Wohlgeruch des ewigen Lebens ein, nehmt ihn auf durch die heiligen Zeichen. Ich habe euch das angedeutet, als ich bei der ´Öffnung der Ohren´ sagte: „Effata, das heißt: Öffne dich“1, damit ein jeder, der zur Gnade der Taufe kommt, versteht, wonach er gefragt wird, und sich erinnert, was er zu antworte hat. So tat es Jesus im Evangelium, bei der Heilung des Taubstummen2.
Hierauf wurde dir das Allerheiligste geöffnet, und du tratest in das Heiligtum der Wiedergeburt ein. Erinnere dich, was du gefragt wurdest, und vergegenwärtige dir, was du erwidert hast. Du hast dem Teufel und seinen Werken abgesagt, der Welt mit ihrer Zügellosigkeit und Lust. Dein Wort wird aufbewahrt nicht im Grab der Toten, sondern im Buch des Lebens3.
Du hast dort den Diakon gesehen, den Priester und en Bischof. Achte nicht auf die leibliche Gestalt, sondern auf die Gnadengabe des Dienstes. In Gegenwart der Engel hast du gesprochen, wie in der Schrift steht: „Die Lippen des Priesters bewahren Erkenntnis, und aus seinem Mund erwartet man Belehrung; denn er ist ein Bote des Herrn der Heere.4 Da gibt es weder Täuschung noch Lüge: Er ist der Bote, der das Reich Gottes, das ewige Leben verkündet. Urteile nicht nach der Gestalt, sondern nach der Aufgabe. Bedenke, was er dir gegeben hat, erwäge sein Tun und erkenne seine Würde an.
Du bist eingetreten, um dem Feind zu begegnen und ihm ins Angesicht abzusagen. Dann wandtest du dich nach Osten, denn wer dem Teufel absagt, wendet sich Christus zu und richtet seinen Blick unmittelbar auf ihn.

(1) Mk 7,34. (2) Vgl. Mk 7,32.37. (3) Vgl. Ps 69,29; Jes 4,3; Phil 4,3. (4) Mal 2,7.




RESPONSORIUM
R. Auch wir waren früher unverständig und ungehorsam, wir gingen in die Irre, lebten in Bosheit und Neid, waren verhasst und hassten einander. * Aber Gott hat uns aus Gnade gerettet durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist.
V. Wir alle lebten einst beherrscht von den Begierden des Fleisches und waren Kinder des Zornes. * Aber Gott hat uns aus Gnade gerettet durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist.


ORATION
Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig. Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg und hilf uns, die vergänglichen Güter so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren. Darum bitten wir durch Jesus Christus.



Jahreskreis II

ERSTE LESUNG

Aus dem Buch Ijob. (40,6-24; 42,1-6)

Gott und Job
Da antwortete der Herr dem Job aus dem Wettersturm und sprach: »Umgürte deine Hüften wie ein Held, so frag' ich dich, und kläre du mich auf! Willst du wirklich mein Recht zunichte machen, ins Unrecht mich setzen, damit du recht behältst? Hast du etwa einen Arm wie Gott, und kannst du mit einer Stimme gleich der seinigen donnern? Schmücke dich mit Hoheit und Erhabenheit, gewande dich in Prunk und Pracht! Lass du die Fluten deines Zornes sich ergießen, schau jeden Stolzen und demütige ihn! Schau jeden Stolzen und zwinge ihn nieder, wirf die Frevler zu Boden! Verbirg sie insgesamt im Staub, schließe sie leibhaftig im Erdinnern ein! Dann werde auch ich dich lobpreisen, dass deine Rechte den Sieg dir verschaffte!
Das Nilpferd
Sieh doch das Nilpferd, welches ich erschuf wie dich, es nährt sich von Gras gleich einem Rind! Sieh seine Stärke in seinen Lenden, seine Kraft in den Muskeln des Leibes! Seinen Schweif lässt es hängen wie eine Zeder, seiner Schenkel Sehnen sind straff verflochten. Seine Knochen sind wie eherne Röhren und seine Gebeine wie Eisenbarren. Es ist ein Meisterstück der Schöpfungswerke Gottes. Hat ihm gar sein Schöpfer das Schwert abgefordert? Denn das Wild der Berge vergisst seiner, und alle Tiere des Feldes spielen dort. Unter Kreuzdorngebüsch lagert es, im Schutz von Schilfrohr und Sumpf. Kreuzdorngebüsch deckt es schattend zu, die Pappeln am Flusse umgeben es. Schwillt auch der Fluss, es regt sich nicht auf, bleibt ruhig, auch wenn ihm der Strom bis ins Maul steigt. Kann man an seinen Augen es fassen, mit Fanggeräten die Nase durchbohren?
Job unterwirft sich
Da antwortete Job dem Herrn und sprach: »Ich habe erkannt, dass du alles vermagst und dass kein Vorhaben dir unmöglich ist! ›Wer ist es, der den Weltenplan verschleiert bar der Einsicht?‹ So habe ich also töricht Dinge vorgebracht, die allzu wunderbar für mich sind und die ich nicht begreife! ›Hör zu, und ich will sprechen; ich frage dich, und kläre du mich auf!‹ Nur nach dem Hörensagen hatte ich von dir gehört, nun aber hat mein Auge dich geschaut. Deswegen widerrufe und bereue ich in Staub und Asche.« 

(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Vom Hörensagen nur hatte ich von dir vernommen; jetzt aber hat mein Auge dich geschaut. * Jetzt habe ich erkannt, dass du alles vermagst.
V. Im Unverstand hatte ich geredet. * Jetzt habe ich erkannt, dass du alles vermagst.


ZWEITE LESUNG

Balduin von Canterbury († 1190)

Aus einem Traktat über die Gabe der Unterscheidung der Geister.

Gott durchschaut die Gedanken und Regungen des Herzens

Gott kennt die Gedanken und Regungen unseres Herzens1. Ohne Zweifel erkennt er sie für sich alle, für uns aber nur jene, die er uns in der Gnade der Unterscheidung so durchschauen lässt, wie sie sind. Der Geist aber, der im Menschen ist, erkennt nicht das Ganze, was im Menschen ist2, und seine Gedanken, die er mit oder ohne Zustimmung hegt, beurteilt er nicht immer richtig. Was er geistig vor Augen hat, durchschaut er nicht mit letzter Tiefe, weil sein Augenlicht getrübt ist.
Oft nämlich gibt ihm sein eigenes Denken, ein anderer Mensch oder der Versucher unter dem Schein der Frömmigkeit etwas ein, was vor den Augen Gottes keineswegs den Preis der Tugend verdient. Es gibt ja Erscheinungen, die der echten Tugend oder auch dem Bösen ähnlich sind. Sie spotten der Sehfähigkeit des Herzens und stumpfen die Schärfe des Geistes derart mit gewissen Gaukeleien ab, dass an einer Sache, die nicht gut ist, manchmal der Schein des Guten sichtbar wird und ebenso der Schein des Bösen an einer Sache, die nicht böse ist. Das ist ein Teil unserer Armseligkeit und Unwissenheit. Er ist sehr zu bedauern und zu fürchten.
Die Heilige Schrift sagt: „Manch einem scheint sein Weg der rechte, aber am Ende sind es Wege des Todes.“3 Zur Abwendung dieser Gefahr mahnt der heilige Johannes: „Prüft die Geister, ob sie aus Gott sind.“4 Wer kann aber prüfen, ob die Geister aus Gott sind, wenn ihm Gott nicht die Gabe der Unterscheidung verleiht5, damit er die geistlichen Gedanken, Gemütsbewegungen und Absichten eingehend und mit richtigem Urteil untersuchen kann? Die Unterscheidung ist die Mutter aller Tugenden. Jeder einzelne braucht sie, um das Leben anderer Menschen leiten oder das eigene ordnen oder zurechtrücken zu können. Recht ist das Denken, wenn es dem Wink Gottes folgt, fromm ist die Absicht, die sich lauter auf ihn ausrichtet. Dann wird der Leib unsres ganzen Lebens und jede einzelne unserer Taten licht sein, wenn unser Auge lauter ist6. Das lautere Auge ist lauter, weil es durch das rechte Denken sieht, was zu tun ist, und in der frommen Absicht ganz einfach das tut, was nicht zwiespältig getan werden darf. Das rechte Denken lässt keinen Irrtum zu; die fromme Absicht schließt die Hinterhältigkeit aus. Das ist die wahre Gabe der Unterscheidung und ihre Betätigung: die Verbindung von rechtem Denken und lauterer Absicht.
Alles Handeln muss also im Licht der Gabe der Unterscheidung stehen, gleichsam in Gott und vor Gott.

(1) Vgl. Hebr 4,12. (2) Vgl. Joh 2,25. (3) Spr 16,25. (4) 1Joh 4,1. (5) Vgl. 1Kor 12,10. (6) Vgl. Mt 6,22.


RESPONSORIUM
R. Der Herr mehrte den Besitz des Ijob auf das Doppelte. * Er segnete die spätere Lebenszeit des Ijob mehr als die frühere. .
V. Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr versucht werdet über eure Kraft. * Er segnete die spätere Lebenszeit des Ijob mehr als die frühere.


ORATION
Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig. Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg und hilf uns, die vergänglichen Güter so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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