Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Lesehore29.Juli

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29. Juli
HL. Augustinus (+ um 430)


Aus einer Predigt über Marta und Maria.

Selig, die Christus in ihr Heim aufnehmen dürfen

Die Worte des Herrn weisen uns darauf hin, dass es eines gibt, wonach wir streben müssen, solange wir uns in der Vielfalt dieser Welt abmühen. Nach diesem einen streben wir, die wir noch auf der Pilgerschaft sind, nicht an bleibender Stätte; noch auf dem Weg, nicht in der Heimat; noch in der Sehnsucht, nicht im Besitz. Und doch lasst uns streben, unverdrossen und unaufhörlich, damit wir eines Tages ans Ziel kommen können. Marta und Maria waren nicht nur Schwestern dem leibe nah, sondern auch durch den Glauben. Beide hingen am Herrn, beide dienten ihm einmütig, wenn er bei ihnen war. Marta nahm ihn auf, wie man Pilger aufnimmt. Sie empfing ihn wie eine Dienerin ihren Herrn, wie eine Kranke ihren Retter, wie ein Geschöpf seinen Schöpfer. Selber noch der Nahrung bedürftig im Geist, nahm sie den auf, der im Fleisch der Speise bedurfte. Denn der Herr wollte Sklavengestalt annehmen und als Knecht von Knechten gespeist werden, nicht aus Naturnotwendigkeit, sondern aus Güte. Denn es war Güte, dass er sich Speise reichen ließ. Er hatte einen Leib, in dem er hungern und dürsten konnte.
So wurde der Herr als Gast aufgenommen, er, der in sein Eigentum kam und den die Seinen nicht aufnahmen1. „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“2 Er machte die Knechte zu Söhnen und Brüdern. Er befreite die Gefangenen und machte sie zu Miterben. Doch niemand unter euch soll sagen: ´Selig, die Christus in ihr Heim aufnehmen durften!´ Trauere nicht, murre nicht, dass du in einer Zeit geboren wurdest, in der du den Herrn nicht mehr leiblich sehen kannst. Er hat dir diese Gnade nicht vorenthalten. Er spricht: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“3
Im Übrigen sage ich dir, Marta, für dein wohltätiges Dienen bist du mit Frieden gesegnet; der Lohn, den du für deine Arbeit suchst, ist die Ruhe. Noch bist du durch vielfältigen Dienst beschäftigt, du willst sterbliche Leiber erquicken, wenn es auch die der Heiligen sind. Wenn du aber in jene Heimat kommst, wirst du dort och einen Pilger finden, den du als Gast aufnehmen könntest? Wirst du einen Hungernden finden, ihm das Brot zu brechen; einen Durstigen, ihm den Becher zu reichen; einen Kranken, ihn zu besuchen; einen Streitenden, ihn zu versöhnen; einen Toten, ihn zu begraben?
All das gibt es dort nicht mehr. Aber was gibt es denn dort? Was Maria erwählt hat! Dort empfangen wir Speise und reichen sie nicht. Darum wird dort die Erfüllung und Vollendung in dem bestehen, was Maria hier erwählte, als sie von dem reichen Tisch des Wortes des Herrn Brosamen sammelte. Woher wollt ihr wissen, was es dort gibt? Der Herr selbst sagt es seinen Knechten: „Amen, ich sage euch: Er wird sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie bedienen.“4

(1) Vgl. Joh 1,11. (2) Joh 1,12. (3) Mt 25,40. (4) Lk 12,37.



RESPONSORIUM
R. Als Jesus den Lazarus erweckt hatte, bereitete ihm Marta ein Mahl. * Marta sorgte für den Tisch, Maria salbte die Füße Jesu mit Nardenöl.
V. Das ganze Haus wurde erfüllt vom Duft der kostbaren Salbe. * Marta sorgte für den Tisch, Maria salbte die Füße Jesu mit Nardenöl.


ORATION
Allmächtiger, ewiger Gott, die heilige Marta durfte deinen Sohn in ihr Haus aufnehmen und bewirten. Auf ihre Fürsprache hin mache uns bereit, in unseren Mitmenschen Christus zu dienen, damit wir einst bei dir Aufnahme finden. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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