Kategorie:Vulgata:NT:Joh16

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Version vom 11. April 2012, 19:17 Uhr von Margret (Diskussion | Beiträge) (Ausblick und Abschied)
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Das Evangelium nach Johannes

Kapitel 16

1 Dies habe ich euch gesagt, damit ihr nicht Anstoß nehmt. 2 Aus den Synagogen werden sie euch ausstoßen; ja, es kommt die Stunde, da jeder, der euch tötet, einen Opferdienst vor Gott zu verrichten glaubt. 3 Und das werden sie euch tun, weil sie weder den Vater erkannten noch mich. 4 Doch ich habe euch dies gesagt, damit ihr, wenn die Stunde dafür kommt, euch erinnert, daß ich es euch gesagt habe. Dies habe ich euch nicht von Anfang an gesagt, weil ich bei euch war.

Vom Wirken des Heiligen Geistes

5 Nun aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? 6 Sondern weil ich dies euch sagte, hat die Trauer euer Herz erfüllt. 7 Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn gehe ich nicht hin, wird der Beistand nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn dieser kommt, wird er der Welt den Nachweis führen von Sünde, von Gerechtigkeit und von Gericht. 9 Von Sünde, da sie nicht an mich glaubten; 10 von Gerechtigkeit, da ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 11 von Gericht, da der Fürst dieser Welt gerichtet ist. 12 Noch vieles habe ich euch zu sagen, doch ihr könnt es jetzt nicht tragen; 13 wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch hinführen zur vollen Wahrheit; denn nicht von sich aus wird er reden, sondern was er hört, wird er reden, und das Kommende wird er euch künden. 14 Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch künden. 15 Alles, was der Vater hat, ist mein; deswegen sagte ich: Er wird von dem Meinen nehmen und es euch künden.

Von Trennung und Wiedersehen

16 Eine kleine Weile, und ihr seht mich nicht mehr, und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen [, denn ich gehe zum Vater].« 17 Da sagten einige von seinen Jüngern zueinander: »Was heißt das, was er zu uns sagt: Eine kleine Weile, und ihr seht mich nicht, und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen? Und: Ich gehe zum Vater?« 18 Sie sagten also: »Was ist das, was nennt er eine kleine Weile? Wir verstehen nicht, wovon er redet.« 
19 Jesus merkte, daß sie ihn fragen wollten, und sagte zu ihnen: »Darüber fragt ihr euch untereinander, weil ich gesagt habe: Eine kleine Weile, und ihr seht mich nicht, und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen? 20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, die Welt aber wird sich freuen. Ihr werdet trauern, doch eure Trauer wird zur Freude werden. 21 Wenn die Frau gebiert, hat sie Trauer, weil ihre Stunde gekommen ist; hat sie aber das Kind geboren, denkt sie nicht mehr an die Not, vor Freude, daß ein Mensch zur Welt geboren wurde. 22 So habt auch ihr jetzt Trauer; doch ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude wird niemand von euch nehmen. 23 Und an jenem Tage werdet ihr mich nach nichts mehr fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Um was ihr den Vater bitten werdet, das wird er euch geben in meinem Namen. 24 Bis jetzt habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen; bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen sei.

Ausblick und Abschied

25 Dies habe ich in Bildern zu euch gesprochen; es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Bildern zu euch reden werde, sondern offen vom Vater euch Kunde gebe. 26 An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater bitten werde für euch; 27 denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, daß ich von Gott ausgegangen bin. 28 lch bin ausgegangen vom Vater und in die Welt gekommen. Ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.« 29 Da sagten seine Jünger: »Siehe, jetzt sprichst du offen und redest nicht im Bild. 30 Jetzt wissen wir, daß du alles weißt und nicht nötig hast, daß dich jemand fragt. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist.« 31 Jesus antwortete ihnen: »Jetzt glaubt ihr? 32 Seht, es kommt die Stunde, und sie ist schon gekommen, da ihr zerstreut werdet, ein jeder an seinen Ort, und ihr mich allein lassen werdet; doch ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. 33 Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr Frieden habt in mir. In der Welt habt ihr Drangsal; doch seid getrost: Ich habe die Welt überwunden.«


Fußnote

16,5-15: Der Heilige Geist wird als Anwalt der Jünger Jesu der feindlichen Welt immer wieder beweisen, wo in der geistigen Auseinandersetzung Unrecht (»Sünde«) und Recht (»Gerechtigkeit«) liegen und wer das »Gericht« erfahren wird. • 16-24: Auch hinter diesen Sätzen steht die Verheißung des Heiligen Geistes, der die Apostel nach kurzer Verlassenheit zu freudiger Zuversicht führen wird, im Heiligen Geist bleiben die Christen mit Christus verbunden, und so befähigt er sie zu einem neuen Beten »in seinem Namen«, vgl. Roem 8,26f. Wenn wir rückblickend das Anliegen der Abschiedsreden Jesu nach Johannes überdenken, so spüren wir in ihnen das Heilsgeheimnis Jesu in seiner ganzen Tiefe: Jesu Sendung vom Vater, den Sinn seines Kommens und seiner Passion, die Verheißung des Lebens im Heiligen Geist und unsere Vollendung in Gott. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 |

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