Kategorie:Vulgata:NT:Mt13

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Version vom 23. Dezember 2011, 19:18 Uhr von Sr.theresia (Diskussion | Beiträge) (Die Gleichnisreden Jesu über das Himmelreich)
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Das Evangelium nach Matthäus

Kapitel 13

Die Gleichnisreden Jesu über das Himmelreich

1 An jenem Tag ging Jesus aus dem Haus und setzte sich an den See. 2 Es sammelte sich viel Volk um ihn, so daß er ein Schiff bestieg und sich niederließ; das ganze Volk aber stand am Ufer. 3 Er redete viel zu ihnen in Gleichnissen und sprach: »Seht, ein Sämann ging aus zu säen. 4 Und als er säte, fiel einiges auf den Weg, und es kamen die Vögel [des Himmels] und fraßen es auf. 5 Anderes fiel auf steinigen Grund, wo es nicht viel Erdreich hatte, und ging sogleich auf, weil es ihm an Tiefe des Erdreiches fehlte. 6 Als die Sonne aufging, wurde es von der Hitze getroffen, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. 7 Anderes fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen auf und erstickten es. 8 Anderes jedoch fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, das eine hundertfältig, das andere sechzigfältig, das andere dreißigfältig. 9 Wer Ohren hat, der höre!« 10 Die Jünger traten hinzu und sagten zu ihm:  »Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?« 11 Er antwortete ihnen: »Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Himmelreiches zu verstehen, ihnen aber ist es nicht gegeben. 12 Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird in Überfluß haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen werden. 13 Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht hören noch verstehen. 14 Es wird an ihnen die Weissagung des Isaias erfüllt, die da sagt: ›Hinhören werdet ihr und doch nicht verstehen; hinblicken werdet ihr und doch nicht sehen. 15 Denn das Herz des Volkes ist verstockt, und sie hören schwer mit den Ohren und verschließen ihre Augen, damit sie nicht mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, daß ich sie heile‹ (Jes 6,9f).
16 Selig aber sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. 17 Denn wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte verlangten zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
18 So hört nun ihr das Gleichnis vom Sämann: 19 Bei jedem, der das Wort vom Reiche hört und es nicht versteht, kommt der Böse und raubt, was gesät wurde in seinem Herzen. Er ist es, bei dem auf den Weg gesät wurde. 20 Bei dem auf den steinigen Boden gesät wurde, ist jener, der das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt. 21 Er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist ein Mensch des Augenblicks; wenn um des Wortes willen Drangsal oder Verfolgung entstehen, wird es ihm sogleich zum Falle. 22 Bei dem unter die Dornen gesät wurde, ist jener, der das Wort hört; aber die Sorge der Welt und der trügerische Reichtum ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht. 23 Bei dem auf gutes Erdreich gesät wurde, ist jener, der das Wort hört und versteht, und dieser trägt Frucht, der eine hundertfältig, der andere sechzigfältig, der andere dreißigfältig.« 
24 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: »Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25 Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. 26 Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da erschien auch das Unkraut. 27 Da traten die Knechte des Hausherrn herzu und sagten zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? 28 Er sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat das getan. Die Knechte aber sagten zu ihm: Willst du, daß wir hingehen und es sammeln? 29 Er sprach: Nein; damit ihr nicht etwa, wenn ihr das Unkraut sammelt, mit ihm zugleich den Weizen herausreißt. 30 Laßt beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Büschel zum Verbrennen, den Weizen aber sammelt in meine Scheuer.« 
31 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: »Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das einer nahm und auf seinen Acker säte. 32 Es ist zwar das kleinste unter allen Samenkörnern, wächst es aber empor, ist es größer als die Kräuter und wird zu einem Baum, so daß ›die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen wohnen‹ (Ez 17,23; Ez 31,6).« 
33 Ein anderes Gleichnis erzählte er ihnen: »Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl mengte, bis alles durchsäuert war.« 34 Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zum Volke, und ohne Gleichnisse redete er nichts zu ihnen, 35 damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten: »Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und aussprechen, was seit Anbeginn der Welt verborgen war« (Ps 78,2).
36 Darauf entließ er das Volk und ging nach Hause; da traten seine Jünger zu ihm und sagten: »Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!« 37 Er antwortete: »Der den guten Samen aussät, ist der Menschensohn. 38 Der Acker ist die Welt; der gute Same, das sind die Söhne des Reiches, und das Unkraut, das sind die Söhne des Bösen. 39 Der Feind aber, der es säte, ist der Teufel. Die Ernte ist die Vollendung der Welt, und die Schnitter sind die Engel. 40 Wie man nun das Unkraut sammelt und im Feuer verbrennt, so wird es sein bei Vollendung der Welt. 41 Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden zusammenholen aus seinem Reiche ›alle Ärgernisse und alle, die das Böse tun‹ (Zeph 1,3), 42 und sie hineinwerfen in den Feuerofen; dort wird Heulen sein und Zähneknirschen. 43 ›Dann werden die Gerechten leuchten‹ (Dan 12,3) wie die Sonne im Reiche ihres Vaters. Wer Ohren hat, der höre!
44 Das Himmelreich ist gleich einem im Acker verborgenen Schatz, den einer fand und verborgen hielt. Voll Freude geht er hin, verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.
45 Ferner ist das Himmelreich gleich einem Kaufmann, der gute Perlen sucht. 46 Als er eine kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. 47 Ferner ist das Himmelreich gleich einem Netz, das ins Meer geworfen wurde und mancherlei einfing. 48 Als es gefüllt war, zog man es ans Ufer, setzte sich hin und sammelte das Gute in Gefäße, das Schlechte aber warf man weg. 49 So wird es sein am Ende der Welt. Die Engel werden ausziehen und die Bösen absondern von den Gerechten 50 und sie hineinwerfen in den Feuerofen; dort wird Heulen sein und Zähneknirschen. 51 Habt ihr das alles verstanden?« Sie erwiderten ihm: »Ja.« 52 Und er sprach zu ihnen: »Darum ist jeder Schriftgelehrte, der durch die Schule des Himmelreiches ging, einem Hausvater gleich, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.«

Das ungläubige Nazareth

53 Es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, zog er von da weiter, 54 und als er in seine Vaterstadt kam, lehrte er sie in ihrer Synagoge, so daß sie voll Verwunderung sagten: »Woher hat er diese Weisheit und die Wunder? 55 Ist er nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria? Und seine Brüder Jakobus, Joseph, Simon und Judas? 56 Und sind nicht alle seine Schwestern bei uns? Woher nun hat er dies alles?« Und sie nahmen Anstoß an ihm. 57 Jesus aber sprach zu ihnen: »Ein Prophet ist nirgends so wenig geachtet wie in seiner Vaterstadt und in seinem Hause.« 58 Und er wirkte dort nicht viele Wunder, ihres Unglaubens wegen.


Fußnote

13,11f: Das Verstehen des Gottesreiches braucht seelische Aufgeschlossenheit und inneres Mitwirken, nur so trägt es Frucht, während den Gleichgültigen auch die angebotene Gnade verlorengeht. • 31-35: Vgl. Mk 4,30-34; Lk 13,18-21. Beide Gleichnisse zeigen die innere Kraft des äußerlich unscheinbaren Gottesreiches. • 44-46: Für das Gottesreich soll kein Opfer zu groß sein. Denn es ist der einzig unvergängliche Wert. • 53-58: Vgl. Mk 6,1-6; Lk 4,16-30; Joh 4,44. • 55f: Vgl. zu 12,46. Auch die »Schwestern« sind als nahe Verwandte aufzufassen. - Weitere Kapitel: 01 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 |

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