Kategorie:Ordenskatechismus:Anhang:A-V

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V. Besondere Andachtsübungen.


21. (Maria, die besondere Patronin.)
Um die Gnade zu erhalten, alle diese Vorsätze genau auszuführen, wähle ich zu meiner ganz besonderen (particolare et specialissima) Beschützerin die allerseligste Jungfrau Maria. Sie erwähle ich jetzt für immer zu meiner teuren Mutter, Herrin und Patronin. Ihr bringe ich diese heiligen Vorsätze dar, damit sie dieselben segne.
In dieser Absicht werde ich sie jede Stunde beim Schlag der Glocke durch ein Ave Maria anrufen. Wenn ich mich in Gegenwart anderer befinde, werde ich es im Herzen verrichten. Ich werde dabei einen Akt des Wohlgefallens an ihrer Größe erwecken und werde mich darüber freuen, dass sie die erhabene Mutter Gottes ist und unbefleckt und rein erschaffen wurde, und werde sie um Hilfe bitten für die Stunde meines Todes.

22. (Tägliche Erneuerung der Gelübde in die Hände Mariens.)
Dreimal im Tage werde ich zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria meine Gelübde der Armut, des Gehorsams und der Keuschheit erneuern, nämlich wenn morgens, mittags und abends das Zeichen zum „Engel des Herrn“ gegeben wird. Bei den Worten „Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft“ werde ich das Gelübde der Armut erneuern, bei den Worten „Siehe ich bin eine Magd des Herrn“ das Gelübde des Gehorsams, bei den Worten „Das Wort ist Fleisch geworden“ das Gelübde der Keuschheit. Diese Gebete werde ich kniend verrichten, um die heiligen Ablässe zu gewinnen. Bei den Worten „Das Wort ist Fleisch geworden“ werde ich mich tief verneigen zum Danke dafür, dass sich das ewige Wort so tief für uns erniedrigt hat.

23. (Fasten zu Ehren Mariens.)
An allen Vigilien ihrer Feste werde ich bei Wasser und Brot fasten, d.h. an all denjenigen, an welchen wir in unserem heiligen Ritiro (Ritiro ist ein Kloster, in dem eine besonders strenge und zurückgezogene Lebensweise eingehalten wird.) auf dem Boden essen, nämlich am Feste ihrer Unbefleckten Empfängnis, Geburt, Darstellung im Tempel, Vermählung, ´Verkündigung, Heimsuchung, Reinigung und Himmelfahrt. An diesen Tagen werde ich sowohl morgens wie auch abends nichts anderes nehmen als Brot Und Wasser.

24. (Rosenkranz.)
Jeden Tag werde ich zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria den Rosenkranz von sieben Gesetzchen beten, sowohl im Kloster als auch auf der Reise. Wenn ich dies zur Zeit der Mission wegen der vielen Arbeiten nicht tun kann, werde ich an Stelle des Rosenkranzes sieben Akte des Wohlgefallens an ihrer Größe und ähnliche Anmutungen erwecken.

25. (Vorbereitung auf die Feste Mariens.)
Zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria werde ich drei neuntägige Andachten halten, nämlich vor ihrer Unbefleckten Empfängnis, ihrer Geburt und Himmelfahrt. Vor den andern oben erwähnten Festen werde ich dreitägige Andachten halten. Sie sollen darin bestehen, dass ich durch all diese Tage mit größerer Gewissenhaftigkeit und Sammlung lebe, neunmal des Tages das Ave Maris Stella und das Magnificat bete und neun Kniebeugungen mache. Bei jeder Kniebeugung erwecke ich drei Akte: zuerst wende ich mich an die heiligste Dreifaltigkeit und danke ihr für die Gaben, Gnaden und Tugenden, die sie der Jungfrau Maria verliehen hat; dann verehre ich die allerseligste Jungfrau Maria und freue mich über ihre Größe; drittens erwecke ich Reue über meine Sünden und darüber, dass ich so wenig den Gnaden entsprochen habe, die mir von der erhabenen Jungfrau gewährt wurden.

26. (Verehrung der Vorzüge Mariens.)
Jeden Tag werde ich zwölf Kniebeugungen oder wenigstens zwölf tiefe Verneigungen machen, um diese erhabene Herrin zu verehren und mich mit ihr zu freuen über die zwölf Vorzüge, mit denen sie von der heiligsten Dreifaltigkeit ausgestattet wurde und die durch die zwölf Sterne versinnbildet werden. Besonders werde ich mich mit ihr freuen über ihre reine und unbefleckte Empfängnis.

27. (Häufige Bitte um ihren Segen.)
Jedes Mal wenn ich meine Zelle betrete oder verlasse, werde ich mich hinknien, tief verneigen, meine erhabene Herrin verehren und sie um ihren Segen bitten mit den Worten: "Mutter mit dem Kinde lieb, uns allen deinen Segen gib."

28. (Verbreitung der Verehrung Mariens.)
Ich nehme mir jetzt und für immer vor, die Verehrung der allerseligsten Jungfrau Maria zum Ziel all meiner Wünsche zu haben. Über alles will ich das hohe Geheimnis ihrer Unbefleckten Empfängnis verehren. Deshalb werde ich alle ermahnen, oft die heiligste Dreifaltigkeit zu bitten, ein so erhabenes Geheimnis als Glaubenssatz verkünden zu lassen. Besonders sollen sie morgens drei Vaterunser und Gegrüßet seist du, Maria, in dieser Meinung beten. Darum will ich auch in besonderer Weise beim Memento der heiligen Messe bitten und will alle Priester auffordern, dasselbe zu tun. Zu allen werde ich von der Süßigkeit dieses heiligen Geheimnisses sprechen. (Die Unbefleckte Empfängnis Mariens wurde 1854, etwa hundert Jahre nach dem Tode des Heiligen, zum Glaubenssatz erhoben.) Deshalb werde ich stets ein kleines Bild von ihr vor Augen haben, um es oft mit Wohlgefallen anzublicken, zu verehren und an mein Herz zu drücken. Wenn ich über die allerseligste Jungfrau Maria predige, will ich mir Mühe geben, es mit ganzer Begeisterung, Kraft und Wirksamkeit zu tun, damit alle von Liebe zu der so heiligen Herrin gerührt werden. Von ihr erhoffe ich alles Gute im Leben und im Sterben.
Zum Zeichen der Liebe, die ich zu ihr hege, nehme ich mir vor, nichts abzuschlagen, um was auch immer ich um der Liebe meiner erhabenen Herrin Maria willen gebeten werde, wenn es nur nicht gegen das Gesetz Gottes, unsere Regel, die Konstitutionen, Zeremonien und die Vorsätze verstößt.

29. (Die Verehrung des Leidens Jesu.)
In besonderer Weise werde ich die Andacht zum Leiden des Herrn pflegen. Deshalb werde ich oft dieses Stoßgebetchen im Munde haben: „Das Leiden unseres Herrn usw.“ Tag und Nacht werde ich die Geheimnisse des Leidens betrachten, besonders bei der Verrichtung des göttlichen Offiziums. Ich werde mich dabei an die Verteilung halten, wie ich sie für alle Horen vorgenommen habe, d.h. ich werde bei der ersten Notturn die Fußwaschung betrachten, bei der zweiten die Einsetzung des heiligsten Sakramentes, bei der dritten das Gebet im Garten, bei den Laudes die Gefangennahme und die Beschimpfungen vor den verschiedenen Gerichtshöfen, bei der Prim die Geißelung, bei der Terz die Dornenkrönung, bei der Sext die Kreuztragung, bei der Non den Todeskampf Jesu am Kreuz, bei der Vesper die fünf Wunden des schon entseelten und toten Jesus, bei der Komplet den leidvollen Gang zum Begräbnis. Auf diese Weise werde ich die Zeit des göttlichen Offiziums ohne Zerstreuung, in tiefster Sammlung zubringen. Ich muss dabei in mich selbst einkehren und diese heiligen Geheimnisse gerade so betrachten, als wenn sie in meinem Herzen vor sich gingen. Ja, ich will mir stets Jesus in der Mitte meines Herzens am Kreuz hängend vorstellen. Ihn erwähle ich jetzt und für immer zum Vorbild aller meiner Handlungen. Daher werde ich bei allen Leiden und Demütigungen: bei Krankheit, Unglücksfällen, Unannehmlichkeiten, Verfolgungen und Versuchungen sofort einen innern Blick auf den Gekreuzigten richten, um ihm, soviel ich kann, in der Demut, Geduld und Ergebung nachzuahmen.
Um ein äußeres örtliches Erinnerungszeichen zu haben, welches das innere Gedächtnis anregt und mich antreibt, jenen innern Blick auf das Kreuz zu richten, das ich geistigerweise in der Mitte meines Herzens aufgerichtet habe, werde ich beständig auf der Brust, auf bloßem Leib, ein Kreuz tragen, an dessen Rückseite sich fünf Spitzen befinden. Deren fünf Stiche will ich ertragen zu Ehren der fünf Wunden. Oft werde ich es nahe an das Herz rücken und dabei einen Akt der Liebe erwecken. Ich will es besonders bei den oben genannten Versuchungen oder sonstigen Prüfungen mit der Hand an die Brust drücken und dabei das gewohnte Stoßgebetchen verrichten: „Mein Jesus, Barmherzigkeit.“

30. (Fasten zu Ehren des Leidens Jesu.)
An allen Freitagen des März werde ich zu Ehren des Leidens des guten Jesus bei Wasser und Brot fasten, sowohl morgens wie auch abends.

31. (Kreuzweg.)
Wenn ich mich im Kloster befinde und nicht durch Geschäfte verhindert bin, werde ich jeden Tag den heiligen Kreuzweg mit einem Kreuz auf der Schulter gehen. Wenn viele Arbeiten drängen, werde ich diese Übung in kürzerer Weise auf der Zelle selbst vornehmen.
Ich werde mich bemühen, dass überall und in allen Pfarreien diese heilige Übung eingeführt werde, und werde das Volk ermahnen, den Kreuzweg oft zu gehen, wenn auch keine Ablässe damit verbunden sein sollten. (Heute ist es sicher, dass alle Gläubigen die Kreutzwegablässe gewinnen können. Siehe Katechismusfrage 137 f.) Ich werde die höchsten Beweggründe anführen, um es dazu zu bringen, oft die Schmerzen des guten Jesus zu betrachten.

32. (Verehrung des hl. Joseph.)
Ich erwähle unter allen übrigen Heiligen den glorreichen hl. Joseph zu meinem besondern geistlichen Beschützer und will mich bemühen, dass auch andere ihn verehren. Jedes Jahr werde ich vor seinem Feste eine Novene halten und jeden Tag vor der heiligen Messe ein Vaterunser und Ave Maria zu seiner Ehre beten mit der Bitte, mir die Gnade zu erlangen, mit aller Reinheit den heiligsten Leib des Herrn zu behandeln. Ja ich werde ihn zu jeder Stunde zugleich mit der allerseligsten Jungfrau Maria anrufen, damit er mir beistehen wolle in dem letzten Stündlein meines Todes.

33. (Verehrung der heiligen Schutzengel.)
Ich werde mich oft meinem heiligen Schutzengel empfehlen. Ich werde ihn mit einem innern Blick des Glaubens mir zur Seite weilen sehen, ihn oft grüßen und in Nöten zu ihm meine Zuflucht nehmen. Ich werde ihn mit dem gewohnten Gebete anrufen jeden Morgen, bevor ich aus der Zelle gehe, und jeden Abend, bevor ich mich zur Ruhe begebe. Ich werde auch die Schutzengel der Beichtleute grüßen, die ich beichthöre, und der Zuhörer, vor denen ich predige, damit sie ihre Herzen rühren und ihnen die Gnade einer wahren Reue und Bekehrung erlangen.
In besonders vertrauter Weise werde ich aber mit meinem heiligen Schutzengel zur Zeit des Gebetes verkehren und ihn bitten, mich zur wahren Vereinigung mit Gott zu führen.

34. (Die Verehrung der übrigen heiligen Patrone.)
Folgende Heiligen erwähle ich zu meinen Patronen und Beschützern: den heiligen Erzengel Michael, den heiligen Schutzengel und alle heiligen Engel, den glorreichen hl. Joseph, den hl. Joachim, die hl. Anna, den hl. Johannes den Täufer, den hl. Petrus, den hl. Paulus, den hl. Evangelisten Johannes, den heiligen Vater Franziskus, den hl. Antonius, den hl. Petrus von Alkantara, den hl. Paschalis, den hl. Ignatius, den hl. Franziskus Xaverius, den hl. Aloisius Gonzaga, den hl. Philipp Neri, die hl. Theresia, den hl. Franz von Sales, die heilige Büßerin Maria Magdalena, die hl. Katharina von Siena, die hl. Maria Magdalena von Pazzi, den hl. Leonhard und den seligen Salvator von Orta.
Alle diese werde ich jeden Abend in Form einer Litanei anrufen, wie es oben gesagt wurde. Auf ihre Feste werde ich mich vorbereiten durch eine dreitägige Andacht von neun Vaterunser und Ave Maria, neun Kniebeugungen und neun tiefen Verneigungen mit den gewohnten Akten, wie oben bei den Novenen der allerseligsten Jungfrau ausgeführt wurde.

35. (Die Liebe zu den Armen Seelen.)
Ich nehme mir vor, eine besondere Andacht zu den Seelen des Fegfeuers zu hegen. Ich mache jetzt und für immer die Meinung, den ganzen genugtuenden Wert der guten Werke, die ich verrichte, und alle Ablässe, die ich gewinne, ganz und gar jenen heiligen Seelen zuzuwenden. Zu diesem Zweck werde ich jeden Morgen nach dem Akt der Aufopferung diese Meinung in besonderer Weise erneuern.
Dreimal im Tag, nämlich morgens in der Frühe, mittags nach der besonderen Gewissenserforschung und abends nach der allgemeinen Gewissenserforschung, werde ich die sechs Vaterunser, Gegrüßet seist du, Maria und Ehre sei dem Vater mit ausgespannten Armen beten, um die Stationsablässe des heiligen Sakramentes für die heiligste und Gott wohlgefälligste Seele zu gewinnen, die sich in jenen Flammen befindet. Was übrig bleibt, soll für die Seelen unserer Wohltäter bestimmt sein und für jene, gegen die ich vielleicht eine Verpflichtung der Gerechtigkeit oder Liebe habe, so wie Gott es weiß und wie es der allerseligsten Jungfrau zum größeren Wohlgefallen gereicht. Auch mache ich die Meinung, ihnen alle Messen zuzuwenden, die ich außerhalb des Klosters zur Zeit der Missionen und auf Reisen lese. Für gewöhnlich werde ich sie den heiligsten und Gott wohlgefälligsten Seelen zukommen lassen und, was übrig bleibt, für die eifrigste Verehrerin der allerseligsten Jungfrau Maria.
Die gleiche Meinung mache ich bezüglich aller Messen, die für mich gelesen werden, oder des andern Guten, das für mich nach meinem Tode getan wird, sei es von Mitbrüdern, sei es von Weltleuten. Aus all dem mache ich schon jetzt ein Geschenk für jene heiligen Seelen. Ich erkenne zwar die Schuld meiner schweren Sünden, aber ich will der göttlichen Gerechtigkeit bis zum letzten Heller Genugtuung leisten. Ich entäußere mich gern von all dem aus Liebe zu jenen gebenedeiten Seelen.
Ferner nehme ich mir vor, auf allen Missionen, wenigstens auf denen, die viele Tage dauern, über das Fegfeuer zu predigen, um die Gläubigen zu bewegen, jenen Armen Seelen zu Hilfe zu kommen und die Andacht zu ihnen zu pflegen.

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