Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Lesehore07Dienstag

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Dienstag 07. WOCHE IM JAHRESKREIS

JAHRESREIHE I:

ERSTE LESUNG


Aus dem ersten Brief an die Korinther (11,17-34)

Würdige Feier der Eucharistie
Bei folgender Anordnung weiß ich kein Lob für euch; denn eure Zusammenkünfte gereichen nicht zum Segen, sondern zum Schaden. Fürs erste nämlich höre ich, dass es Spaltungen unter euch gibt, wenn ihr bei der Versammlung der Gemeinde zusammenkommt, und ich glaube es zum Teil. Es muss ja Parteiungen unter euch geben, damit die Bewährten unter euch offenbar werden. Wenn ihr also gemeinsam zusammenkommt, so ist das nicht mehr ein Essen des Herrenmahls. Denn ein jeder nimmt beim Essen seine eigene Mahlzeit vorweg, und der eine hungert, indes der andere betrunken ist. Habt ihr denn nicht Häuser zum Essen und Trinken? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt jene, die nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich euch nicht.
Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch auch überliefert habe: Der Herr Jesus nahm in der Nacht, in der er verraten wurde, Brot, sagte Dank, brach es und sprach: »[Nehmt hin und esst], das ist mein Leib [, der] für euch [hingegeben wird]. Tut dies zu meinem Gedächtnis!« Ebenso nahm er nach dem Mahl auch den Kelch und sprach: »Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute; tut dies, sooft ihr davon trinkt, zu meinem Gedächtnis!«  Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Wer daher unwürdig dieses Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig am Leibe und Blute des Herrn. Es prüfe ein jeder sich selbst, und so esse er von dem Brot und trinke aus dem Kelch. Denn wer [unwürdig] isst und trinkt, der isst und trinkt sich das Gericht, da er den Leib [des Herrn] nicht unterscheidet. Darum sind unter euch viele Schwache und Kranke und sind so manche entschlafen. Gingen wir mit uns selbst ins Gericht, würden wir nicht gerichtet werden. Werden wir aber gerichtet vom Herrn, dann erfahren wir Züchtigung, damit wir nicht mit dieser Welt verdammt werden. Darum, meine Brüder: Wenn ihr euch versammelt zum Essen, so wartet aufeinander! Hat aber jemand Hunger, der esse zu Haus! damit ihr nicht zum Gericht zusammenkommt. Das übrige aber werde ich anordnen, sobald ich komme.

(Quelle: Vulgata nach Hamp Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Nehmt und esst: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. * Das tut zu meinem Gedächtnis.
V. Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. * Das tut zu meinem Gedächtnis.


Zweite Lesung

Aus einem Pauluskommentar des 4. Jh. („Ambrosiaster“)

Zum ersten Brief an die Korinther.

Unwürdig nennt er den, der das Mysterium anders feiert, als es überliefert ist

„Wer daher unwürdig dieses Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig am Leibe und Blute des Herrn.“1 Unwürdig des Herrn nennt er den, der das Mysterium des Herrn anders feiert, als es überliefert ist. Denn niemand kann fromm sein, der es anders nimmt, als es von seinem Urheber gegeben ist. Daher mahnt er den, der zur Eucharistie des Herrn kommt, sich im Geist der Ehrfurcht an die überlieferte Ordnung zu halten, weil es ein Gericht geben wird, bei dem jeder am Tag des Herrn Jesus Christus über die Art, wie er hinzutritt, Rechenschaft ablegen muss. Denn wer entgegen der Ordnung von Überlieferung und Lebensregel hinzutritt, macht sich an Leib und Blut des Herrn schuldig.
Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer unwürdig isst und trinkt, bedenkt nicht, dass es der Leib des Herrn ist; er richtet sich selbst, in dem er isst und trinkt2. Mit liebender Hingabe und mit Ehrfurcht muss man zur Kommunion hintreten, so lehrt der Apostel. Der Geist soll daran denken, dass er dem Ehrfurcht schuldet, dessen Leib zu genießen er herbeikommt. Denn das muss er sich sagen: Es ist der Herr, den ich im Mysterium trinke, es ist das Blut, das die Güte Gottes bezeugt. Wenn wir die Gabe zuchtvoll genießen, dann sind wir des Leibes und Blutes des Herrn nicht unwürdig; denn wir beweisen dem Erlöser unsere Dankbarkeit. (1) 1Kor 11,27. (2) vgl. 1Kor 11,28-29



RESPONSORIUM
R. Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach! * Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.
V. Der Genuss des Leibes bringe mir nicht Gericht und Verwerfung, sondern Segen und Heil. * Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.


ORATION
Barmherziger Gott, du hast durch deinen Sohn zu uns gesprochen. Lass uns immer wieder über dein Wort nachsinnen, damit wir reden und tun, was dir gefällt. Darum bitten wir durch Jesus Christus.



Jahreskreis II

ERSTE LESUNG

Aus dem zweiten Brief an die Korinther. (2,12-3,6)


Apostelgesinnung
Als ich zur Verkündigung des Evangeliums Christi nach Troas kam und sich mir eine Tür auftat im Herrn, hatte ich keine Ruhe im Geiste, weil ich meinen Bruder Titus nicht antraf. So nahm ich Abschied von ihnen und reiste weiter nach Mazedonien. Gott aber sei Dank, der uns allzeit zum Siege führt in Christus und den Duft seiner Erkenntnis ausströmen lässt durch uns an jedem Ort. Denn Christi Wohlgeruch sind wir vor Gott unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die zugrunde gehen; den einen ein Todesgeruch zum Tode, den anderen ein Lebensgeruch zum Leben. Und wer ist dafür geeignet? Wir treiben ja nicht, wie so manche, mit dem Gotteswort einen Handel, sondern aus lauterer Gesinnung, ja wie aus Gott heraus reden wir vor Gott in Christus.
Von der Erhabenheit des Aposteldienstes
Fangen wir wiederum an, uns selbst zu empfehlen? Oder brauchen wir, wie gewisse Leute, Empfehlungsbriefe an euch oder von euch? Unser Brief seid ihr, hineingeschrieben in unsere Herzen, anerkannt und gelesen von allen Menschen. Offen daliegend, seid ihr ein Brief Christi, besorgt von uns, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln von Stein, sondern auf Tafeln menschlicher Herzen.
So große Zuversicht haben wir durch Christus vor Gott, nicht weil wir von uns aus fähig wären, etwas als eigene Leistung uns anzurechnen, unsere Fähigkeit stammt vielmehr von Gott. Er hat uns auch befähigt zu Dienern des Neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe macht tot, der Geist aber lebendig.

(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Durch Christus haben wir großes Vertrauen auf Gott. * Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein.
V. Wir verkünden es aufrichtig und in Christus Jesus. * Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein.


ZWEITE LESUNG

Ignatius von Antiochien(† nach 107)

Aus dem Brief an die Magnesier.

Habt Christus in euch
Lasst uns gegenüber der Güte Christi nicht empfindungslos sein! Machte er es wie wir, dann wären wir bereits verloren. Darum wollen wir, nachdem wir seine Jünger geworden sind, auch als Christen leben. Wer sich nicht Christ nennen will, gehört nicht zu Gott. Schafft also den schlechten Sauerteig weg, der alt und bitter geworden ist, und lasst euch verwandeln in den neuen Sauerteig Jesu Christi. In ihm lasst euch salzen, damit keiner von euch verdirbt und der Geruch der Verderbnis euch überführt.
Es ist unsinnig, Jesus Christus im Mund zu führen und doch wie ein Jude zu leben. Denn das Christentum kann nicht zum Glauben an das Judentum, sondern das Judentum zum Glauben an das Christentum, das die an Gott Glaubenden aller Sprachen1 zusammengeführt hat.
Das schreibe ich, nicht als ob mir bekannt geworden wäre, dass sich jemand von euch so verhält. Ich bin geringer als ihr, möchte euch aber im voraus davor bewahren, in die Widerhaken falscher Lehren zu geraten. Ihr sollt vielmehr fest überzeugt sein von der Geburt, dem Leiden und der Auferstehung, die unter der Landpflegerschaft des Pontius Pilatus geschahen. Jesus Christus hat das wahrhaft und wirklich vollbracht, er, unsere Hoffnung, von der sich keiner von euch abwenden möge.
In allem und jedem möchte ich an euch Freude haben, wenn ich dessen wert bin. Wenn ich auch gefesselt bin, so bin ich doch nichts verglichen mit irgendeinem von euch, obwohl ihr keine Fesseln tragt. Ich weiß, dass ihr nicht aufgebläht seid, denn ihr tragt Jesus Christus in euch, mehr noch: wenn ich euch lobe, so weiß ich, dass ihr in euch geht nach dem Wort der Schrift: „Der Gerechte ist sein eigener Ankläger.“2 Bemüht euch, festzuhalten an den Weisungen Christi und der Apostel, damit alles, was ihr tut, gute Fortschritte macht dem Fleische und dem Geiste nach, im Glauben und in der Liebe, im Sohn und im Vater und im Geist, am Anfang und am Ende, in Einheit mit eurem vortrefflichen Bischof und dem schön geflochtenen geistlichen Kranz des Presbyteriums und den Gott gefallenden Diakonen. Ordnet euch dem Bischof unter und einer dem andern so wie Christus in seiner Fleischwerdung dem Vater, wie die Apostel Christus, dem Vater und dem Geist, damit Einheit herrsche im Fleische und im Geiste.
Ich weiß, dass ihr von Gott erfüllt seid. Darum habe ich euch nur in gedrängter Kürze zugeredet. Denkt an mich in euren Gebeten, damit es uns gelingt, Gottes und der Kirche von Syrien würdig zu sein, von der ich den Namen unverdienterweise trage. Ich brauche euer in Gott vereintes Gebet und eure Liebe, damit die Kirche in Syrien durch eure mit dem Tau der Gnade getränkt werde.

(1) Vgl. Phil 2,11. (2) Spr 18,17 (LXX).


RESPONSORIUM
R. Durch den Glauben wohne Christus in euren Herzen; * die ganze Fülle Gottes soll euch mehr und mehr erfüllen.
V. Lebt in ihm; auf ihn seid ihr gegründet; baut auf ihn und haltet am Glauben fest. * Die ganze Fülle Gottes soll euch mehr und mehr erfüllen.


ORATION
Barmherziger Gott, Du hast durch deinen Sohn zu uns gesprochen. Lass uns immer wieder über dein Wort nachsinnen, damit wir reden und tun, was dir gefällt. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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