Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Lesehore19Samstag

Aus Vulgata
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Samstag 19. WOCHE IM JAHRESKREIS

JAHRESREIHE I:

ERSTE LESUNG


Aus dem zweiten Buch der Könige. (13,10-25)

Joas von Israel (799-784)
Im siebenunddreißigsten Jahre des Königs Joas von Juda wurde Joas, der Sohn des Joachas, König von Israel. Er herrschte in Samaria sechzehn Jahre. Er tat, was dem Herrn missfiel, und ließ nicht ab von all der Sünde, zu der Jerobeam, der Sohn Nebats, Israel verführt hatte, sondern wandelte in ihr. Die übrigen Taten des Joas, all seine Wirksamkeit und seine kriegerischen Leistungen, wie er gegen König Amazja von Juda kämpfte, sind aufgeschrieben in der Chronik der Könige von Israel. Joas entschlief zu seinen Vätern, und Jerobeam bestieg seinen Thron. Man begrub Joas in Samaria bei den Königen von Israel.
Die Krankheit des Elisäus - seine letzten Prophezeiungen
Elisäus war auf den Tod erkrankt. Da kam Joas, der König von Israel, zu ihm, weinte vor ihm und rief aus: »Mein Vater, mein Vater, Israels Wagen und sein Lenker!« Elisäus sprach zu ihm: »Nimm einen Bogen und Pfeile!« Er holte sich Bogen und Pfeile. Darauf befahl Elisäus dem König von Israel: »Fahre mit deiner Hand über den Bogen!« Er fuhr mit der Hand darüber, und Elisäus legte seine Hände auf des Königs Hände. Dann gebot er: »Öffne das Fenster gegen Osten!« Er öffnete es, und Elisäus sprach: »Schieße!« Während er abschoss, rief Elisäus: »Ein Pfeil des Sieges wider Aram! Du wirst Aram bei Aphek vernichtend schlagen.« Dann redete er weiter: »Nimm die Pfeile!« Als der König von Israel sie genommen hatte, befahl ihm Elisäus: »Schlage auf den Boden!« Er schlug dreimal und hielt dann inne. Da wurde der Gottesmann über ihn unwillig und sprach: »Fünf- oder sechsmal hättest du schlagen sollen, dann hättest du Aram bis zur Vernichtung geschlagen. Jetzt aber wirst du es nur dreimal schlagen.« 
Der Prophet ist tot
Elisäus starb und wurde begraben. Moabitische Räuberscharen fielen in jenem Jahr in das Land ein. Man begrub gerade einen Toten, als man die Horde ankommen sah. Darauf warf man den Toten in das Grab des Elisäus und eilte von dannen. Als der Tote die Gebeine des Elisäus berührte, wurde er wieder lebendig und richtete sich auf.
Erfolge gegen Aram
Der Aramäerkönig Hasael bedrängte Israel, solange Joachas lebte. Doch der Herr war ihnen gnädig und erbarmte sich ihrer. Wegen seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob neigte er sich ihnen wieder zu; denn er beabsichtigte nicht, sie zu verderben, und hatte sie bis dahin von seinem Angesicht nicht verstoßen. Als daher der Aramäerkönig Hasael starb und sein Sohn Benhadad ihm in der Königsherrschaft folgte, entriss Joas, der Sohn des Joachas, dem Benhadad, dem Sohn Hasaels, die Städte wieder, die dieser seinem Vater Joachas im Krieg abgenommen hatte. Dreimal schlug ihn Joas und gewann die Städte Israels zurück.

(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Der Herr ist seinem Volke gnädig und erbarmt sich seiner. * Wegen des Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob wendet er sich ihm wieder zu.
V. Der Herr verbirgt sein Antlitz nicht vor ihm, er hört auf sein Schreien. * Wegen des Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob wendet er sich ihm wieder zu.


Zweite Lesung


Brief der Gemeinde von Smyrna über das Martyrium des heiligen Polykarp (2. Jh.).

Polykarp, ein bewundernswerter Märtyrer, ein Auserwählter, ein apostolischer und prophetischer Lehre in unseren Tagen, war Bischof der katholischen Kirche in Smyrna. Jedes Wort aus seinem Mund hat sich erfüllt und wird sich erfüllen.

Aber der eifersüchtige, neidische und boshafte Widersacher der Gerechten sah die Größe des Zeugnisses, das Polykarp abgelegt hatte sein untadeliges Leben von Jugend an; sah, wie er nun mit dem Kranz der Unsterblichkeit gekrönt war und den unbestreitbaren Siegespreis davongetragen hatte Da suchte er uns zu hindern, die Reliquien des Märtyrers an uns zu nehmen, weil wir an seinem heiligen Leib Anteil haben wollten,

Der Widersacher gab also dem Niketas, dem Vater des Herodes, dem Bruder der Alke, ein, den Archonten zu veranlassen, dass er den Leib des Märtyrers nicht für die Beerdigung freigebe. Er sagte: „Sonst verlassen sie noch den Gekreuzigten und fangen an, Polykarp zu verehren.“ Das sagten sei auf Veranlassung und Drängen der Juden, die bemerkt hatten, dass wir ihn aus dem Feuer herausziehen wollten. Sie begreifen nicht, dass wir Christus niemals verlassen können, ihn, der für das Heil aller aus der ganzen Welt Geretteten gelitten hat, der Unschuldige für die Schuldigen, und dass wir auch keinen anderen anbeten können Ihn beten wir an, weil er der Sohn Gottes ist. Den Märtyrern schenken wir als Jüngern und Nachahmern des Herrn gebührende Liebe wegen ihrer unübertrefflichen Zuneigung zu ihrem König und Meister. Wenn doch auch wir ihre Freunde und Mitjünger würden!

Als der Hauptmann von der Streiterei der Juden hörte, ließ er den Leib des Heiligen mitten ins Feuer legen und verbrennen. So konnten wir hinterher seine Gebeine holen und würdiger Stelle beisetzen. Sie sind und wertvoller als kostbare Steine und unschätzbarer als Gold.

Dort werden wir uns mit der Gnade Gottes nach Möglichkeit in Jubel und Freude versammeln und den Jahrestag seines Zeugentodes begehen, zum Gedächtnis derer, die den Kampf schon bestanden haben uns zur Vorbereitung und Schulung für alle, denen der Kampf noch bevorsteht.



RESPONSORIUM
R. Sie warfen den Toten in das Grab des Elischa und flohen. * Sobald der Tote die Gebeine des Elischa berührte, wurde er wieder lebendig.
V. Gott gab ihn nicht der Unterwelt preis und ließ ihn nicht die Verwesung schauen. * Sobald der Tote die Gebeine des Elischa berührte, wurde er wieder lebendig.


ORATION
Allmächtiger Gott, wir dürfen dich Vater nennen, denn du hast uns an Kindes Statt angenommen und uns den Geist deines Sohnes gesandt. Gib, dass wir in diesem Geist wachsen und einst das verheißene Erbe empfangen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.



Jahreskreis II

ERSTE LESUNG

Aus dem Buch Sacharja. (14,1-21)

Endgericht und Endsieg
Siehe, ein Tag kommt für den Herrn, da wird die Beute an dir in deiner Mitte verteilt. Ich versammle alle Völker zum Kampf wider Jerusalem. Die Stadt wird eingenommen, die Häuser werden geplündert, die Frauen geschändet. Die Hälfte der Stadt muss fort in die Verbannung; doch der Rest der Bevölkerung wird aus der Stadt nicht weggetilgt. Dann wird der Herr ausziehen und gegen diese Völker kämpfen, wie er kämpfte am Tage der Schlacht. Seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der östlich gegenüber Jerusalem liegt. Der Ölberg spaltet sich von der Mitte aus nach Osten und Westen, so dass ein sehr großes Tal entsteht. Die eine Hälfte des Berges weicht nach Norden, die andere nach Süden aus. Dabei wird das Hinnomtal versperrt; denn das Hinnomtal reicht bis an seine Flanke heran. Es wird versperrt, wie es versperrt wurde durch das Erdbeben zur Zeit des Königs Ussia von Juda. Dann wird der Herr, dein Gott, einziehen und alle Heiligen mit ihm. An jenem Tage wird es nicht mehr Kälte und Frost geben. Da wird ein einziger Tag sein - dem Herrn ist er bekannt -, nicht mehr Tag und Nacht, und um die Abendzeit wird es wieder hell. An jenem Tage wird es geschehen, da geht frisches Quellwasser von Jerusalem aus; die eine Hälfte fließt zum Ostmeer, die andere zum Westmeer; sowohl im Sommer als auch im Winter ist es vorhanden. Dann wird der Herr über die ganze Erde König sein. An jenem Tage wird der Herr der einzige sein und sein Name der einzige. Das ganze Land von Geba bis Rimmon im Südland wird sich in eine Ebene verwandeln gleich der Jordansenke. Doch Jerusalem ragt empor und bleibt an seiner Stätte vom Benjaminstor bis zur Stelle des früheren Tores, bis zum Ecktor, und vom Turm Chananel bis zu den Königskeltern. Man wird darin wohnen, und einen Bann wird es nicht mehr geben, so dass Jerusalem in Sicherheit geborgen ist.
Ende des Heidentums
Das wird das Strafgericht sein, das der Herr an allen Völkern vollzieht, die gegen Jerusalem zu Felde zogen: Es vermodert ihr Fleisch, während sie noch auf ihren Füßen stehen; ihre Augen verfaulen in ihren Höhlen, und ihre Zungen verwesen in ihrem Mund. An jenem Tage wird es geschehen: Eine große, vom Herrn gesandte Verwirrung entsteht unter ihnen, so dass einer die Hand des anderen ergreift und einer gegen den anderen die Hand erhebt. Auch Juda wird in Jerusalem kämpfen. Der Besitz aller Völker ringsum wird eingebracht, Gold, Silber und Kleider in großer Menge. Dasselbe Strafgericht wie dieses trifft die Rosse, Maultiere, Kamele, Esel und alles Vieh, das sich in ihren Lagern befindet. Dann wird es geschehen: Der gesamte Rest von all den Völkern, die gegen Jerusalem zogen, wird Jahr für Jahr hinaufpilgem, um den König, den Herrn der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern. Wer aber von den Völkerstämmen der Erde nicht hinaufzieht nach Jerusalem, um den König, den Herrn der Heerscharen, anzubeten, über diese wird kein Regen kommen. Wenn aber der Volksstamm Ägyptens nicht hinaufzieht und nicht erscheint, so wird über ihn das Strafgericht kommen, das der Herr an den Völkern vollzieht [, die nicht hinaufpilgern, um das Laubhüttenfest zu feiern]. Das also wird die Strafe für Ägypten und die Strafe für alle Völker sein, die nicht hinaufpilgern, um das Laubhüttenfest zu feiern.
Alles ist heilig
An jenem Tag wird auf den Schellen der Pferde stehen: »Heilig dem Herrn« und die Kochtöpfe im Hause des Herrn werden wie die Opferschalen vor dem Altar sein. Jeder Topf in Jerusalem und in Juda wird für den Herrn der Heerscharen heilig sein. Alle Opfernden kommen und nehmen davon, um damit zu kochen. Und es wird im Hause des Herrn der Heerscharen keine Kaufleute mehr geben an jenem Tag.


(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )

RESPONSORIUM
R. An jenem Tag wird für das Haus Davids und die Bewohner Jerusalems eine Quelle fließen * zur Reinigung ihrer Sünde.
V. Ein Soldat stieß die Lanze ins eine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. * Zur Reinigung ihrer Sünde.



ZWEITE LESUNG

Thomas von Aquin († 1274)

Aus der Schrift über das Glaubensbekenntnis.

Ich will mich satt sehen an deiner Herrlichkeit


Mit Recht steht im Bekenntnis am Schluss aller Glaubensartikel das Ziel unserer Sehnsucht: „Das ewige Leben. Amen.“

Das erste im ewigen Leben ist, dass der Mensch mit Gott verbunden ist. Denn Gott selbst ist der Lohn und das Ziel all unserer Arbeit. „Ich selbst bin dein Beschützer und dein sehr großer Lohn.“1 Diese Vereinigung besteht in vollkommener Schau. „Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.“2

Das ewige Leben besteht auch im höchsten Lobpreis, wie der Prophet sagt: „Frohlocken und Jubel wird in Zion herrschen, Danksagung und Lobgesang.“3

Das ewige Leben besteht in voll gestillter Sehnsucht; denn dort besitzt jeder Selige mehr, als er sich ersehnte und erhoffte. Das kommt daher, dass niemand im irdischen Leben seine Sehnsucht stillen kann und dass etwas Geschaffenes niemals das Verlangen des Menschen erfüllt. Gott allein stillt es, und er allein übertrifft es unendlich So erklärt es sich, dass die Sehnsucht niemals zur Ruhe kommt außer in Gott, wie Augustinus sagt: „Du hast uns, Herr, für dich geschaffen, und unser Herz ist unruhig, bis es in dir ruht.“4
Weil die Heiligen im Vaterland Gott vollkommen besitzen, ist es klar, dass ihr Verlangen gestillt wird und dass die Herrlichkeit noch darüber hinausgeht. Darum sagt der Herr: „Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn.“5. Die volle Freude dringt nicht in die Glücklichen ein, sondern die Glücklichen treten ganz in die Freude ein „Ich will mich satt sehen an deiner Herrlichkeit, wenn sie erscheint“6, und wiederum: „Deine Sehnsucht erfüllt er mit Gütern.“7 Was immer Freude bereitet, das alles gibt es dort in Überfülle. Wenn jemand nach Freuden strebt: Dort ist die größte und vollkommenste Freunde, weil sie von Gott, dem höchsten Gut, kommt. es heißt: „Zu deiner Rechten ist Wonne für alle Zeit.“8
Das ewige Leben besteht auch in der frohen Gemeinschaft aller Seligen. Sie ist eine überglückliche Gemeinschaft, denn jeder liebt alles Gute mit allen seligen gemeinsam. Jeder liebt den andern wie sich selbst. Darum freut er sich über das Glück der andern wie über das eigene. Daher kommt es, dass Freude und Glück des einen mit dem Glück der andern wächst.

(1) Gen 15,1, (Vg). (2) 1 Kor 13,22. (3) vgl. Jes 51,3. (4) Augustinus, Confessiones 1.1. (5) Mt 25,21. (6) Ps 17,15 Vg.(7) Ps 103,5 (Vg). (8) vgl. Ps 16,11.

RESPONSORIUM
R. Ich will dein Antlitz in Gerechtigkeit schauen, Herr; * ich will mich satt sehen an deiner Gestalt beim Erwachen.
V. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann werde ich ganz erkennen, so wie auch ich erkannt bin. * Ich will mich satt sehen an deiner Gestalt beim Erwachen.


ORATION
Allmächtiger Gott, wir dürfen dich Vater nennen, denn du hast uns an Kindes Statt angenommen und uns den Geist deines Sohnes gesandt. Gib, dass wir in diesem Geist wachsen und einst das verheißene Erbe empfangen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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