Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Lesehore6OsterwocheDienstag

Aus Vulgata
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DIENSTAG

LESEHORE

V. Christus ist erstanden und stirbt nicht mehr. Halleluja.
R. Der Tod hat über ihn keine Macht mehr. Halleluja.


ERSTE JAHRESREIHE

ERSTE LESUNG

Warnung vor der sündigen Welt
Ich schreibe euch, Kindlein, denn vergeben sind euch die Sünden um seines Namens willen. Ich schreibe euch, Väter, denn ihr habt ihn erkannt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, junge Männer, denn ihr habt den Bösen besiegt. Ich schrieb euch, Knaben, denn ihr habt den Vater erkannt. Ich schrieb euch, Väter, denn ihr habt ihn erkannt, der von Anfang an ist. Ich schrieb euch, junge Männer, denn ihr seid stark, und das Wort Gottes bleibt in euch, und ihr habt den Bösen besiegt. Liebt nicht die Welt und nicht, was in der Welt ist! Liebt eines die Welt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und die Hoffart des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Doch die Welt vergeht mitsamt ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.

(Quelle: Vulgata nach Hamp Stenzel und Kürzinger )



RESPONSORIUM
R Die Welt und ihre Herrlichkeit vergeht. * Wer den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit. Halleluja.
V. Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist. * Wer den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit. Halleluja.


ZWEITE LESUNG

Cyrill von Alexandrien (+ 444)

Zum Johannesevangelium

Christus ist das Band der Einheit

Die Vereinigung mit Christus in seinem mystischen Leib gewinnen wir durch die Teilnahme an seinem heiligen Fleisch, nämlich der Eucharistie. Das bezeugt der heilige Paulus, wenn er vom Mysterium der Frömmigkeit sagt: „Den Menschen früherer Generationen war es nicht bekannt; jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden: daß nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheißung in Christus Jesus teilhaben durch das Evangelium.“ (1) Wenn wir aber miteinander in Christus zu demselben Leib gehören, und nicht nur miteinander, sondern offenbar auch mit Christus eins sind, da er durch sein eigenes Fleisch in uns ist — warum sind wir dann nicht auch alle in der sichtbaren Ordnung miteinander und in Christus eins? Denn Christus ist doch das Band der Einheit, er, der Gott und Mensch zugleich ist (1) Im Hinblick auf die Einheit im Heiligen Geist aber durchlaufen wir gleichsam noch einmal den gleichen Weg und sagen, daß wir alle den einen und gleichen Heiligen Geist empfangen haben und miteinander und mit Gott gewissermaßen vermischt sind.
Der eine, unteilbare Geist Gottes führt alle durch sein Einwohnen zur Einheit des Heiligen Geistes zusammen. Darum drängt uns wieder der heilige Paulus: „Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. Ein Leib und ein Geist, wie euch auch durch eure Berufung eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, e i n Glaube, eine Taufe, e i n Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.“ (2) Indem nämlich der eine Geist in uns wohnt, ist auch der eine Gott und Vater da und hält durch den Sohn alle, die im Geist sind, in der Einheit zusammen, in der Einheit untereinander und mit ihm.
Daß wir mit dem Geist durch Teilnahme eins sind, wird daran offenbar: Wenn wir das wirkliche Leben hinter uns lassen und ein für allemal den Gesetzen des Geistes Raum geben, dann ist für alle unbezweifelbar: wir haben auf das eigene Leben verzichtet und durch die Vereinigung mit dem Heiligen Geist eine überirdische Verwandlung erfahren. Sind wir dann nicht in andere Wesen verwandelt, nicht mehr bloß Menschen, sondern Söhne Gottes? Heißen wir dann nicht Menschen des Himmels, da wir offenbar der göttlichen Natur teilhaft geworden sind? (3) Wir sind also eins im Vater und im Sohn und im Heiligen Geist, eins, sage ich, in der Gleichheit des Zustands, eins in der Form der Gottesliebe, in der Gemeinschaft mit dem heiligen Fleisch Christi und in der Einheit des einen und heiligen Geistes.

1. Eph.3,5-6. 2. Eph.4,3-6. 3. Vgl. 2.Petr.1,4.


RESPONSORIUM
R. Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; * alle haben teil an dem einen Brot und dem einen Kelch. Halleluja.
V. In deiner Güte, o Gott, versorgst du den Armen. * Alle haben teil an dem einen Brot und dem einen Kelch. Halleluja.


ZWEITE JAHRESREIHE

ERSTE LESUNG

Aus der Apostelgeschichte. 21,27-39

Gefangennahme des Apostels
Als die sieben Tage ihrem Ende zugingen, erblickten ihn die Juden aus Asia im Tempel, wiegelten das ganze Volk auf und legten Hand an ihn, indem sie schrien: »Männer aus Israel, kommt zu Hilfe! Das ist der Mensch, der im Widerspruch gegen das Volk und das Gesetz und diese Stätte allen und überall seine Lehre verkündet, und jetzt hat er sogar Hellenen in den Tempel geführt und diese heilige Stätte entweiht.« Sie hatten nämlich kurz zuvor Trophimus aus Ephesus in der Stadt bei ihm gesehen und meinten, Paulus habe ihn in den Tempel geführt. Da geriet die ganze Stadt in Bewegung, und es kam zu einem Zusammenströmen des Volkes; sie ergriffen Paulus und schleppten ihn aus dem Tempel, und sogleich wurden die Tore geschlossen.
Verhaftung: Ich bin Jude aus Tarsus
Schon wollten sie ihn töten, da drang die Kunde zum Oberst der Kohorte, ganz Jerusalem sei in Aufruhr. Der nahm sofort Soldaten und Hauptleute, eilte hinab zu ihnen, und als sie den Oberst und die Soldaten erblickten, ließen sie davon ab, Paulus zu schlagen. Der Oberst trat hinzu, nahm ihn fest, ließ ihn mit zwei Ketten fesseln und erkundigte sich, wer er sei und was er getan habe. Da schrie in der Menge ein jeder etwas anderes; weil er wegen des Tumultes nichts Sicheres erfahren konnte, befahl er, ihn in die Kaserne zu bringen. Als man an die Treppe gelangte, kam es so weit, dass er von den Soldaten getragen werden musste wegen des Zudranges des Volkes; denn die Volksmenge drängte nach und schrie: »Hinweg mit ihm!« Als Paulus in die Kaserne geführt werden sollte, sagte er zum Oberst: »Darf ich mir erlauben, ein Wort an dich zu richten?« Der entgegnete: »Du verstehst Griechisch? Bist du denn nicht der Ägypter, der vor einiger Zeit einen Aufstand machte und viertausend Mann von den Sikariern in die Wüste führte?« Paulus sagte: »Ich bin ein Jude aus Tarsus, Bürger einer nicht unbedeutenden Stadt Ciliciens; ich bitte dich, erlaube mir, zum Volk zu reden.« 

(Quelle: Vulgata nach Hamp Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R Obgleich wir leben, werden wir um Jesu willen dem Tod ausgeliefert, * damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird. Halleluja.
V. Um deinetwillen werden wir getötet Tag für Tag, behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat. * Damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird. Halleluja.


ZWEITE LESUNG

Sigismund von Storchenau (+ 1798)

Aus den „Geistlichen Reden auf alle Sonntage des Jahres".

Beten im Namen Jesu

„Wenn ihr etwas den Vater in meinem Namen bitten werdet“ (1). Im Namen Jesu Christi bitten heißt: unser Gebet mit dem seinen vereinigen und durch seine Hände Gott darbringen; heißt: den Vater durch die Verdienste seines Sohnes bitten; heißt: dem Vater das Gebet, die Peinen und Schmerzen, das Blut und den Tod des Sohnes aufopfern und ihn dadurch zum Erbarmen bewegen wollen; was alles die Kirche mit den Worten tut: „Durch unserm Herrn Jesus Christus, deinen Sohn“. Und damit bekennen wir, was wir nach den Grundsätzen unsres Glaubens bekennen müssen, daß Jesus Christus unser einziger Mittler bei dem Vater ist. „Wir haben einen Fürsprecher bei dem Vater: Jesus Christus.“ (2) Daß unser Gebet nur durch das seinige kräftig wird, als dem einzigen unter den Menschenkindern, der um seiner Würde willen ist erhört worden: „Er ist um seiner Würdigkeit willen erhört worden.“ (3) Mit diesen Gesinnungen nun will Jesus, daß wir zum Vater gehen: in seinem Namen.
Man sieht klar, daß darin das höchste Vertrauen zugleich und die höchste Demut enthalten sind. Jenes gründet sich auf die unendlichen Verdienste des Sohnes, denen der Vater nichts abschlagen kann, dieses auf unsere Dürftigkeit, unser Unvermögen und unser Nichts. Was soll ich nicht hoffen, wenn ich mit dem Psalmisten zu Gott spreche: „Schau auf das Angesicht deines Gesalbten“! (4) Sieh, Vater, dein Gesalbter, an welchem du dein Wohlgefallen hast, bittet mit mir und für mich. Wie armselig muß ich mich fühlen, wenn ich mich armseliges Geschöpf gegen die Majestät des Schöpfers halte! Wenn ich bedenke, wie gar nichts ich aus mir selbst vermöge, als zu sündigen! Glücklich, wer mit dieser Erkenntnis seines Nichts und der daraus folgenden, innerlichen und äußerlichen Verdemütigung sein Gebet verrichtet. Es wird sogleich in den Himmel eindringen, und der Vater wird es annehmen. „Das Gebet desjenigen, der sich demütigt, wird die Wolken durchdringen“, sagt der Weise (5). Und David: „Er hat auf das Gebet der Demütigen gesehen und ihr Flehen nicht verworfen.“ (6) So wurde in dem Evangelium der demütige Zöllner gerechtfertigt und der stolze Pharisäer verstoßen.

1. Joh.16,23 (Vg.). 2. Vgl. Joh.2,1. 3. Vgl. Hebr.5,7. 4. Ps.84,10. 5. Vgl. Sir.35,21. 6. Vgl. Ps.102,18.


RESPONSORIUM
R. Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein. * Halleluja, halleluja.
V. Wir haben einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten. * Halleluja, halleluja.


ORATION
Allmächtiger Gott, laß die österliche Freude in uns fortdauern, denn du hast deiner Kirche neue Lebenskraft geschenkt und die Würde unserer Gotteskindschaft in neuem Glanz erstrahlen lassen. Gib, daß wir den Tag der Auferstehung voll Zuversicht erwarten als einen Tag des Jubels und des Dankes. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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