Kategorie:Stundenbuch:Lesung/Lesehore03.Woche-Freitag: Unterschied zwischen den Versionen

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Der erwählte Rest Israels wird gerettet<br/>
Nicht ganz Israel ist verstoßen<br/>
 
Ich frage nun: Hat etwa Gott sein Volk verworfen? Keineswegs! Denn auch ich bin ein Israelit, aus dem Geschlechte Abrahams, vom Stamme Benjamin. »Nicht verworfen hat Gott sein Volk« (Ps 94,14), das er vorher erkannt hat. Oder wisst ihr nicht, was die Schrift sagt bei Elias, da er Klage führt vor Gott gegen Israel: »Herr, deine Propheten haben sie getötet, deine Altäre zerstört. Ich allein bin übriggeblieben, und sie streben mir nach dem Leben« (1Koe 19,10.14). Was aber sagt ihm der Gottesspruch? »Ich habe mir übrigbehalten siebentausend Mann, die ihr Knie nicht beugten vor Baal« (1Koe 19,18). So ist auch in dieser Zeit ein Rest vorhanden nach Auswahl der Gnade. Wenn aber durch Gnade, dann nicht aufgrund von Werken; sonst wäre Gnade nicht mehr Gnade. <br/>
Ich frage also: Hat Gott sein Volk verstoßen? Keineswegs! Denn auch ich bin ein Israelit, ein Nachkomme Abrahams, aus dem Stamm Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er einst erwählt hat. Oder wißt ihr nicht, was die Schrift von Elija berichtet? Elija führte Klage gegen Israel und sagte: Herr, sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre zerstört. Ich allein bin übriggeblieben, und nun trachten sie auch mir nach dem Leben. Gott aber antwortete ihm: Ich habe siebentausend Männer für mich übrigbehalten, die ihr Knie nicht vor Baal gebeugt haben. Ebenso gibt es auch in der gegenwärtigen Zeit einen Rest, der aus Gnade erwählt ist - aus Gnade, nicht mehr aufgrund von Werken; sonst wäre die Gnade nicht mehr Gnade. Das bedeutet: Was Israel erstrebt, hat nicht das ganze Volk, sondern nur der erwählte Rest erlangt; die übrigen wurden verstockt, wie in der Schrift steht: Gott gab ihnen einen Geist der Betäubung, Augen, die nicht sehen, und Ohren, die nicht hören, bis zum heutigen Tag. Und David sagt: Ihr Opfertisch werde für sie zur Schlinge und zur Falle, zur Ursache des Sturzes und der Bestrafung. Ihre Augen sollen erblinden, so daß sie nichts mehr sehen; ihren Rücken beuge für immer! Nun frage ich: Sind sie etwa gestrauchelt, damit sie zu Fall kommen? Keineswegs! Vielmehr kam durch ihr Versagen das Heil zu den Heiden, um sie selbst eifersüchtig zu machen. Wenn aber schon durch ihr Versagen die Welt und durch ihr Verschulden die Heiden reich werden, dann wird das erst recht geschehen, wenn ganz Israel zum Glauben kommt.<br/>
Was also? Was Israel anstrebt, das hat es nicht erreicht; nur die Auswahl erreichte es, die übrigen aber wurden verstockt, wie geschrieben steht: »Gott gab ihnen einen Geist der Betäubung; Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören, bis zum heutigen Tag« (Jes 29,10). Und David sagt: »Ihr Tisch werde ihnen zum Fangnetz und zur Falle, zum Anstoß und zur Vergeltung. Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen, ihre Rücken sollst du krümmen für immer« (Ps 69,23). <br/>
Der heilsgeschichtliche Sinn jüdischen Unglaubens<br/>
Ich frage nun: Sind sie etwa gestrauchelt, um zu Fall zu kommen? Das sei ferne! Vielmehr kam durch ihr Versagen das Heil zu den Heiden, um sie eifersüchtig zu machen. Bedeutet aber schon ihr Versagen Reichtum für die Welt und ihr Fehlen Reichtum für die Heiden, um wieviel mehr ihre Vollzahl? <br/>


(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger ) <br/>




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'''Aus dem Buch Genesis.  24,32-41.49-67'''<br/>
'''Aus dem Buch Genesis.  24,32-41.49-67'''<br/>


Brautwerbung für Isaak<br/>
Der Mann begab sich in das Haus, und man schirrte die Kamele ab und brachte Stroh und Futter für sie, auch Wasser zum Waschen der Füße für ihn und seine Begleiter. Dann wurde ihm zu essen vorgesetzt. Er aber sprach: »Ich esse nicht, ehe ich meine Angelegenheit vorgebracht habe.« Da sagten sie: »Erzähle!« <br/>
 
Brautwerbung<br/>
Der Knecht Abrahams ging mit Laban ins Haus. Man schirrte die Kamele ab und gab ihnen Stroh und Futter. Für ihn und die Männer in seiner Begleitung brachte man Wasser zum Füßewaschen. <br/>
Er begann: »Ich bin ein Knecht Abrahams. Der Herr hat meinen Gebieter mit reichlichem Segen bedacht und ihn wohlhabend gemacht. Er gab ihm Kleinvieh und Großvieh, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel. Seine Frau Sara gebar noch in ihrem hohen Alter meinem Herrn einen Sohn. Ihm übergab er all sein Eigentum. Er hat mich einen Eid schwören lassen: >Du sollst für meinen Sohn keine Frau aus den Töchtern der Kanaaniter nehmen, in deren Land ich wohne! Vielmehr ziehe in mein Vaterhaus und zu meiner Sippe und hole dort eine Frau für meinen Sohn!< Ich sagte zu meinem Herrn: Vielleicht wird die Frau mir nicht folgen.< Er aber antwortete mir: >Der Herr, vor dessen Angesicht ich wandle, wird seinen Engel mit dir senden; er wird deinen Weg glücken lassen. Du wirst für meinen Sohn eine Frau gewinnen aus meiner Sippe und aus meinem Vaterhaus. Nur dann aber bist du von meinem Eide befreit, wenn du zu meiner Sippe kommst und man dir die Frau nicht gibt. Dann also bist du von meinem Eide frei.< <br/>
Als man ihm zu essen vorsetzte, sagte der Knecht Abrahams: Ich esse nicht, bevor ich nicht mein Anliegen vorgebracht habe. Sie antworteten: Rede! Da berichtete er: Ein Knecht Abrahams bin ich. Der Herr hat meinen Herrn reichlich gesegnet, so daß er zu großem Vermögen gekommen ist. Er hat ihm Schafe und Rinder, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel gegeben. Sara, die Frau meines Herrn, hat meinem Herrn noch in ihrem Alter einen Sohn geboren. Ihm vermacht er alles, was ihm gehört. Mein Herr hat mir den Eid abgenommen: Du darfst für meinen Sohn keine Frau von den Töchtern der Kanaaniter nehmen, in deren Land ich wohne. Reise vielmehr zum Haus meines Vaters und zu meiner Verwandtschaft, und hol eine Frau für meinen Sohn! Ich entgegnete meinem Herrn: Vielleicht will aber die Frau nicht mitkommen. Darauf antwortete er mir: Der Herr, vor dem ich meinen Weg gegangen bin, wird dir seinen Engel mitschicken und deine Reise gelingen lassen. Du wirst schon eine Frau für meinen Sohn mitbringen aus meiner Verwandtschaft, aus dem Haus meines Vaters. Von dem Eid, den du mir geleistet hast, sollst du dann entbunden sein, wenn du zu meinen Verwandten kommst und sie dir keine Frau geben. In diesem Fall bist du von dem Eid, den du mir geleistet hast, entbunden. - Jetzt aber sagt mir, ob ihr geneigt seid, meinem Herrn Wohlwollen und Vertrauen zu schenken. Wenn nicht, so gebt mir ebenfalls Bescheid, damit ich mich dann anderswohin wende.<br/>
Wollt ihr jetzt meinem Herrn Liebe und Treue erweisen, so sagt es mir; wenn nicht, dann sagt es mir auch! Ich will dann nach rechts oder nach links weiterziehen!«  <br/>
Daraufhin antworteten Laban und Betuel: Die Sache ist vom Herrn ausgegangen. Wir können dir weder ja noch nein sagen. Da, Rebekka steht vor dir. Nimm sie und geh! Sie soll die Frau des Sohnes deines Herrn werden, wie der Herr es gefügt hat. Als der Knecht Abrahams ihre Antwort hörte, warf er sich vor dem Herrn zur Erde nieder. Dann holte der Knecht silbernen und goldenen Schmuck und Kleider hervor und schenkte sie Rebekka. Auch ihrem Bruder und ihrer Mutter überreichte er kostbare Geschenke. Er und die Männer seiner Begleitung aßen und tranken und gingen dann schlafen. Als sie am Morgen aufstanden, sagte der Knecht: Entlaßt mich jetzt zu meinem Herrn. Der Bruder Rebekkas und ihre Mutter antworteten: Das Mädchen soll noch eine Zeitlang bei uns bleiben, etwa zehn Tage, dann mag sie sich auf die Reise begeben. Haltet mich nicht auf, antwortete er ihnen, der Herr hat meine Reise gelingen lassen. Laßt mich also zu meinem Herrn zurückkehren! Sie entgegneten: Wir wollen das Mädchen rufen und es selbst fragen. Sie riefen Rebekka und fragten sie: Willst du mit diesem Mann reisen? Ja, antwortete sie. Da ließen sie ihre Schwester Rebekka und ihre Amme mit dem Knecht Abrahams und seinen Leuten ziehen. Sie segneten Rebekka und sagten zu ihr: Du, unsere Schwester,
Zustimmung<br/>
werde Mutter von tausendmal Zehntausend! Deine Nachkommen sollen besetzen das Tor ihrer Feinde.<br/>
Laban und Betuel antworteten und sprachen: »Vom Herrn ist diese Angelegenheit ausgegangen. Wir können weder in gutem noch in bösem Sinne etwas dazu sagen. Rebekka steht vor dir. Nimm sie und ziehe hin! Sie sei die Frau des Sohnes deines Herrn, wie der Herr gesagt hat!« Der Knecht Abrahams hörte ihre Worte. Da warf er sich vor dem Herrn zur Erde nieder. Dann holte er silberne und goldene Geräte und Kleider hervor. Er schenkte sie der Rebekka. Ihrem Bruder und ihrer Mutter gab er ebenfalls kostbare Sachen. Er und seine Begleitmänner aßen und tranken und legten sich schlafen. Früh am Morgen standen sie auf, und er sagte: »Lasst mich wieder zurück zu meinem Herrn!« <br/>
Rebekka brach mit ihren Mägden auf. Sie bestiegen die Kamele und folgten dem Mann. Der Knecht nahm Rebekka mit und trat die Rückreise an.<br/>
Abschied<br/>
Isaak war in die Gegend des Brunnens von Lahai-Roi gekommen und hatte sich im Negeb niedergelassen. Eines Tages ging Isaak gegen Abend hinaus, um sich auf dem Feld zu beschäftigen. Als er aufblickte, sah er: Kamele kamen daher. Auch Rebekka blickte auf und sah Isaak. Sie ließ sich vom Kamel herunter und fragte den Knecht: Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht erwiderte: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich.<br/>
Da erwiderten ihre Mutter und ihr Bruder: »Das Mädchen möge noch einige Tage, etwa zehn, hierbleiben, dann mag es abreisen!« Er aber sagte ihnen: »Haltet mich doch nicht auf! Der Herr hat meine Reise gelingen lassen. Lasst mich fort, ich will zu meinem Herrn zurück!« Sie antworteten: »Wir wollen das Mädchen rufen und es selbst fragenSie riefen also Rebekka und fragten sie: »Willst du mit diesem Manne ziehen?« Sie antwortete: »Ja!« Da gaben sie ihrer Schwester Rebekka, ihrer Amme und dem Knechte Abrahams mit seinen Leuten das Geleit. Sie beglückwünschten Rebekka mit den Worten: »O unsere Schwester, werde du zu Tausenden, ja Unzähligen, deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Widersacher in Besitz nehmen!« Rebekka brach mit ihren Mägden auf. Sie ritten auf Kamelen und folgten dem Manne. Der Knecht nahm Rebekka entgegen und reiste ab. <br/>
Der Knecht erzählte Isaak alles, was er ausgerichtet hatte. Isaak führte Rebekka in das Zelt seiner Mutter Sara. Er nahm sie zu sich, und sie wurde seine Frau. Isaak gewann sie lieb und tröstete sich so über den Verlust seiner Mutter.<br/>
Heimkehr und Heirat<br/>
 
Isaak aber kam vom »Brunnen des Lebendigen, der mich schaut« (Lachaj-Roi). Er war nämlich im Südland ansässig. Isaak war sinnend um die Abendzeit aufs Feld hinausgegangen. Er hob seine Augen und erblickte die ankommenden Kamele. Auch Rebekka erhob ihre Augen und sah den Isaak. Sie ließ sich vom Kamel herab. Sie fragte den Knecht: »Wer ist jener Mann dort, der uns auf dem Felde entgegenkommt?«  Der Knecht antwortete: »Das ist mein Herr.« Da griff sie zum Schleier und verhüllte sich. Der Knecht erzählte dem Isaak alles, was er ausgerichtet hatte. Isaak brachte sie ins Zelt seiner Mutter Sara. Er nahm dann die Rebekka, und sie wurde seine Frau. Er gewann sie lieb und tröstete sich über das Ableben seiner Mutter. <br/>


(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger ) <br/>





Aktuelle Version vom 23. Juni 2016, 11:14 Uhr

JAHRESREIHE I:

ERSTE LESUNG

Aus dem Brief an die Römer. 11,1-12


Nicht ganz Israel ist verstoßen
Ich frage nun: Hat etwa Gott sein Volk verworfen? Keineswegs! Denn auch ich bin ein Israelit, aus dem Geschlechte Abrahams, vom Stamme Benjamin. »Nicht verworfen hat Gott sein Volk« (Ps 94,14), das er vorher erkannt hat. Oder wisst ihr nicht, was die Schrift sagt bei Elias, da er Klage führt vor Gott gegen Israel: »Herr, deine Propheten haben sie getötet, deine Altäre zerstört. Ich allein bin übriggeblieben, und sie streben mir nach dem Leben« (1Koe 19,10.14). Was aber sagt ihm der Gottesspruch? »Ich habe mir übrigbehalten siebentausend Mann, die ihr Knie nicht beugten vor Baal« (1Koe 19,18). So ist auch in dieser Zeit ein Rest vorhanden nach Auswahl der Gnade. Wenn aber durch Gnade, dann nicht aufgrund von Werken; sonst wäre Gnade nicht mehr Gnade.
Was also? Was Israel anstrebt, das hat es nicht erreicht; nur die Auswahl erreichte es, die übrigen aber wurden verstockt, wie geschrieben steht: »Gott gab ihnen einen Geist der Betäubung; Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören, bis zum heutigen Tag« (Jes 29,10). Und David sagt: »Ihr Tisch werde ihnen zum Fangnetz und zur Falle, zum Anstoß und zur Vergeltung. Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen, ihre Rücken sollst du krümmen für immer« (Ps 69,23).
Der heilsgeschichtliche Sinn jüdischen Unglaubens
Ich frage nun: Sind sie etwa gestrauchelt, um zu Fall zu kommen? Das sei ferne! Vielmehr kam durch ihr Versagen das Heil zu den Heiden, um sie eifersüchtig zu machen. Bedeutet aber schon ihr Versagen Reichtum für die Welt und ihr Fehlen Reichtum für die Heiden, um wieviel mehr ihre Vollzahl?

(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Gott sprach: Ich habe siebentausend Männer für mich übrigbehalten, * die ihre Knie nicht vor Baal beugen.
V. So gibt es auch in dieser Zeit einen Rest: Männer, die aus Gnacje erwählt sind. * Die ihre Knie nicht vor Baal beugen.



ZWEITE LESUNG

Johann Michael Sailer (+ 1832)

Aus der Schrift „Die Lehre vom Heil des Menschen".

Ohne die Liebe keine Seligkeit

„Jeder, der den Namen des Herrn anruft, der wird selig werden“ (1). Dies ist die Verheißung aller Verheißungen, weil sie keinen ausschließt, der den Namen des Herrn anruft, und jedem das höchste Gut verheißt. Diese Verheißung schließt keinen aus: wer den Namen des Herrn anruft, der wird selig. Diese Verheißung läßt uns nicht etwa eine geringe Gabe, sondern das höchste Gut erwarten: wer den Namen des Herrn anruft, der wird selig. Seligkeit, das höchste Gut des Menschen, kommt von dem Herrn, der reich ist für alle.
Wenn der eine Herr, der reich ist für alle, geben soll, so müssen die Dürftigen wohl annehmen, was ihnen dargereicht wird. Wer nun seine Sünden, sein Elend, seine Armut nicht erkennt oder dem Namen des Herrn nicht die Ehre geben und lassen will, durch ihn reich zu werden, der ruft den Herrn nicht als seinen Herrn an; er verschmäht also die Gabe seiner Hände, bleibt arm und elend, bleibt ein Sünder und behält den Fluch der Sünde, bleibt ohne Liebe und ohne Seligkeit. Dagegen wer seine Sünde und seine Armut an Liebe und Seligkeit erkennt, wer in Christus seinen Herrn, der reich ist für alle, erkennt, der spricht wohl auch zu ihm: Der du reich bist für alle, sei es auch für mich! Lehre mich lieben, wie du geliebt hast. Sei auch mein Heil und mache mich in Liebe selig! Er spricht's und empfängt eine Gabe nach der andern, kann seinen Herrn lieben und liebend in ihm selig sein.

1. Röm.10,13.



RESPONSORIUM
R. Mit ewiger Liebe hat Gott uns geliebt. * Voll Erbarmen hat er uns an sich gezogen.
V. In seiner großen Liebe hat Gott uns in Christus zum Leben auferweckt. * Voll Erbarmen hat er uns an sich gezogen.



JAHRESREIHE II:

ERSTE LESUNG

Aus dem Buch Genesis. 24,32-41.49-67

Der Mann begab sich in das Haus, und man schirrte die Kamele ab und brachte Stroh und Futter für sie, auch Wasser zum Waschen der Füße für ihn und seine Begleiter. Dann wurde ihm zu essen vorgesetzt. Er aber sprach: »Ich esse nicht, ehe ich meine Angelegenheit vorgebracht habe.« Da sagten sie: »Erzähle!« 
Brautwerbung
Er begann: »Ich bin ein Knecht Abrahams. Der Herr hat meinen Gebieter mit reichlichem Segen bedacht und ihn wohlhabend gemacht. Er gab ihm Kleinvieh und Großvieh, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel. Seine Frau Sara gebar noch in ihrem hohen Alter meinem Herrn einen Sohn. Ihm übergab er all sein Eigentum. Er hat mich einen Eid schwören lassen: >Du sollst für meinen Sohn keine Frau aus den Töchtern der Kanaaniter nehmen, in deren Land ich wohne! Vielmehr ziehe in mein Vaterhaus und zu meiner Sippe und hole dort eine Frau für meinen Sohn!< Ich sagte zu meinem Herrn: Vielleicht wird die Frau mir nicht folgen.< Er aber antwortete mir: >Der Herr, vor dessen Angesicht ich wandle, wird seinen Engel mit dir senden; er wird deinen Weg glücken lassen. Du wirst für meinen Sohn eine Frau gewinnen aus meiner Sippe und aus meinem Vaterhaus. Nur dann aber bist du von meinem Eide befreit, wenn du zu meiner Sippe kommst und man dir die Frau nicht gibt. Dann also bist du von meinem Eide frei.<
Wollt ihr jetzt meinem Herrn Liebe und Treue erweisen, so sagt es mir; wenn nicht, dann sagt es mir auch! Ich will dann nach rechts oder nach links weiterziehen!« 
Zustimmung
Laban und Betuel antworteten und sprachen: »Vom Herrn ist diese Angelegenheit ausgegangen. Wir können weder in gutem noch in bösem Sinne etwas dazu sagen. Rebekka steht vor dir. Nimm sie und ziehe hin! Sie sei die Frau des Sohnes deines Herrn, wie der Herr gesagt hat!« Der Knecht Abrahams hörte ihre Worte. Da warf er sich vor dem Herrn zur Erde nieder. Dann holte er silberne und goldene Geräte und Kleider hervor. Er schenkte sie der Rebekka. Ihrem Bruder und ihrer Mutter gab er ebenfalls kostbare Sachen. Er und seine Begleitmänner aßen und tranken und legten sich schlafen. Früh am Morgen standen sie auf, und er sagte: »Lasst mich wieder zurück zu meinem Herrn!« 
Abschied
Da erwiderten ihre Mutter und ihr Bruder: »Das Mädchen möge noch einige Tage, etwa zehn, hierbleiben, dann mag es abreisen!« Er aber sagte ihnen: »Haltet mich doch nicht auf! Der Herr hat meine Reise gelingen lassen. Lasst mich fort, ich will zu meinem Herrn zurück!« Sie antworteten: »Wir wollen das Mädchen rufen und es selbst fragen!« Sie riefen also Rebekka und fragten sie: »Willst du mit diesem Manne ziehen?« Sie antwortete: »Ja!« Da gaben sie ihrer Schwester Rebekka, ihrer Amme und dem Knechte Abrahams mit seinen Leuten das Geleit. Sie beglückwünschten Rebekka mit den Worten: »O unsere Schwester, werde du zu Tausenden, ja Unzähligen, deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Widersacher in Besitz nehmen!« Rebekka brach mit ihren Mägden auf. Sie ritten auf Kamelen und folgten dem Manne. Der Knecht nahm Rebekka entgegen und reiste ab.
Heimkehr und Heirat
Isaak aber kam vom »Brunnen des Lebendigen, der mich schaut« (Lachaj-Roi). Er war nämlich im Südland ansässig. Isaak war sinnend um die Abendzeit aufs Feld hinausgegangen. Er hob seine Augen und erblickte die ankommenden Kamele. Auch Rebekka erhob ihre Augen und sah den Isaak. Sie ließ sich vom Kamel herab. Sie fragte den Knecht: »Wer ist jener Mann dort, der uns auf dem Felde entgegenkommt?«  Der Knecht antwortete: »Das ist mein Herr.« Da griff sie zum Schleier und verhüllte sich. Der Knecht erzählte dem Isaak alles, was er ausgerichtet hatte. Isaak brachte sie ins Zelt seiner Mutter Sara. Er nahm dann die Rebekka, und sie wurde seine Frau. Er gewann sie lieb und tröstete sich über das Ableben seiner Mutter.

(Quelle: Vulgata nach Hamp, Stenzel und Kürzinger )


RESPONSORIUM
R. Isaak führte Rebekka in das Zelt seiner Mutter. * Er nahm Rebekka zu sich, und sie wurde seine Frau.
V. Isaak gewann sie lieb und tröstete sich so über den Verlust seiner Mutter. * Er nahm Rebekka zu sich, und sie wurde seine Frau.



ZWEITE LESUNG

Augustinus (+ 430)

Aus einer Predigt über die Prüfung Abrahams.

Was über Abraham geschrieben ist, ist zugleich Ereignis und Prophetie

Alle Geheimnisse der Heiligen Schrift sind groß und göttlich. Es gibt aber solche, die besonders ausgezeichnet sind, die hervorragen und unsere Aufmerksamkeit am meisten fordern, die mehr als andere die Gefallenen aufrichten, die Hungernden sättigen. - Wen sollte es nicht bewegen, daß er, der die Verheißung gegeben hat, befiehlt, den einzigen Sohn zu opfern? Die Vorgänge, von denen wir gehört haben, lenken unser Denken auf diesen Befehl und heißen uns nach einer Erklärung des Geheimnisses suchen.
Abraham, unser Vater, war in jener Zeit ein gläubiger Mensch. Er glaubte Gott und wurde wegen des Glaubens gerecht gemacht, wie die Heilige Schrift sagt, die alte und die neue (1). Er bekam einen Sohn von seiner Frau Sara, als sie beide schon im Greisenalter standen. Er erhielt ihn nach einer langen Hoffnungslosigkeit auf Menschenart. Was aber dürfen wir von Gott nicht erhoffen, da ihm doch nichts unmöglich ist? Der Großes vollbringt, als wäre es klein, der Tote erweckt, wie er auch Lebende schafft. Welches Werk wäre schwer für den, der es mit dem (bloßen) Wort vollbringt? Ist es denn erstaunlich, daß er, dem es denkbar leicht war, alles aus dem Nichts zu erschaffen, den greisen Eltern einen Sohn schenkte? Alles, was über Abraham geschrieben ist, ist zugleich Ereignis und Prophetie, wie der Apostel einmal gesagt hat: „In der Schrift wird gesagt, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Sklavin, den andern von der Freien. Darin liegt ein tieferer Sinn: Diese Frauen bedeuten die beiden Testamente“ (2).

1. Vgl. Gen.15,6; Rom 4,3; Gal 3,6. 2. Gal 4,22.24.



RESPONSORIUM
R. Herr, du erforschest mich und kennst mich. * Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir.
V. Auch Finsternis wäre für dich nicht finster, Nacht würde leuchten wie der Tag, Finsternis wäre wie Licht. * Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir.



ORATION
Allmächtiger, ewiger Gott, lenke unser Tun nach deinem Willen und gib, daß wir im Namen deines geliebten Sohnes reich werden an guten Werken. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

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