Epheserbrief

Aus Vulgata
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DER BRIEF AN DIE EPHESER

Paulus hatte bereits im Beginne seiner zweiten Missionsreise der Stadt Ephesus das Evangelium verkünden wollen, war aber vom Heiligen Geiste nach Mazedonien und Achaja geführt worden. So kann er erst am Ende dieser Reise nach Ephesus, als er sich mit Aquila und Priscilla nach Jerusalem begab. [Apg 18,1.19] Gebeten, in Ephesus länger zu bleiben, weigerte er sich dessen zwar damals, versprach aber bald wiederzukommen, und ließ unterdes seine eben genannten Begleiter in der Stadt zurück. Auf seiner dritten Reise kam der Apostel im Jahre 55 n. Chr. In der Tat wieder dorthin. [Apg 19,1] Jetzt gründete er die christlichen Gemeinden in und um Ephesus und lehrte daselbst über zwei Jahre (bis 58) Juden und Heiden, bis er durch den Aufruhr des Demetrius [Apg 19] genötigt ward, nach Mazedonien zu fliehen. Als er dann im nächsten Jahre über Korinth nach Jerusalem reiste, um der dortigen Gemeinde Almosen zu überbringen, zog der Apostel zwar an Ephesus vorüber, besuchte indes die Stadt nicht, sondern berief die Vorsteher der Gemeinde zu sich nach Milet. [Apg 20,15-38] Von Jerusalem nach Cäsarea und von da nach Rom in die Gefangenschaft abgeführt, erhielt Paulus Nachrichten über die kleinasiatischen Gemeinden. Wohl lautete das, was Paulus über Ephesus erfuhr, im Allgemeinen gut [Eph 1,15ff], indes zeigte sich doch, das über einige Punkte ernste Mahnungen wohl angebracht sein würden. Da der Apostel die unter so vielen Schwierigkeiten gegründete Gemeinde der Epheser nicht ohne ein Zeichen seiner Liebe und Besorgnis lassen wollte, schrieb er in Eile noch diesen Brief (zu dem an die Kolosser und dem an Philemon gerichteten). Das Schreiben ging gegen Ende des Jahres 63 an die Adressaten ab. Es ist ein herrliches Denkmal der Seelengröße des heil. Paulus, der, selbst in Banden, nur auf das eine bedacht ist, alle Menschen dem Heilande zu gewinnen. Er tröste die aus den Heiden Bekehrten, welche sich seitens der Judenchristen nachgesetzt und geringgeschätzt fühlten, ermahnt sie aber auch, nicht etwa durch Rückfall in die heidnischen Sitten selbst Anlass zur Zurücksetzung zu geben. Doch auch gegen falsche Lehren judaisierender Christen muss der Apostel sich wenden. Die Sorge für die Gemeinde, über welche der heil. Paulus den Timotheus mit einigen Presbytern gesetzt hatte, übernahm der Jünger des Herrn, Johannes, als er sich Ephesus als Wohnsitz wählte. Vergl. [Offenb 2,1-7].