Lukasevangelium

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Das Evangelium nach Lukas

Lukas, eigentlich Lukanus, wird im Neuen Testamente drei Mal erwähnt [Kol 4,14, 2Tim 4,11, Philo 1,24]. An letztgenanntem Orte nennt ihn der heil. Paulus seinen Mitarbeiter, also war er wohl schon Priester. [Kol 4,14] heißt er der „beliebte Arzt“. Er schloss sich dem heil. Paulus um das Jahr 52 auf dessen zweiter Missionsreise an [Apg 16,10] und begleitete ihn von da ab. Im Mittelalter war vielfach die Meinung verbreitet, der heil. Lukas sei auch Maler gewesen. Von heidnischer Herkunft und in Antiochia geboren, sah er den Heiland nicht auf dieser Erde. Wann er sich zum Christentum bekehrte, steht nicht fest. Er soll auch in verschiedenen Gegenden des Morgen- und Abendlandes gewirkt und 74 Jahre alt geworden sein. Die Kirche feiert sein Fest als das eines Märtyrers am 18. Oktober.
Lukas legte das vom heil. Paulus gepredigte Evangelium in einem Buche nieder. (Iren., Orig., Tert.) Deshalb tritt auch in diesem Evangelium die Lehre, dass das Evangelium für Juden und Heiden bestimmt sein und das ganze Menschengeschlecht erneuern und zur Seligkeit führen soll, am klarsten hervor.
Das Evangelium wurde von dem heil. Lukas sicher vor der Zerstörung Jerusalems, wahrscheinlich während der ersten römischen Gefangenschaft des heil. Paulus verfasst. Der Evangelist kannte, wie er selbst andeutet, die bereits früher verfassten Evangelien, indes schienen ihm die ersten beiden Evangelien wohl minder geeignet, einen gebildeten Heidenchristen in der Lehre des heil. Paulus in ihren Grundlagen zu befestigen. Er zog also über alle Einzelheiten der Erlösungsgeschichte von ihren frühesten Anfängen an genaue Erkundigungen ein. Die Verbindung des heil. Paulus mit den übrigen Aposteln, welchen die heil. Jungfrau sicher alle Geheimnisse mitgeteilt, wie [Mt 1,18-25] zeigt, setzte ihn dazu vortrefflich in Stand. Das Evangelium gibt besonders ausführliche Nachrichten über den heil. Johannes den Täufer, die allerseligste Jungfrau und die Kindheit Jesu, und bietet aus der späteren Wirksamkeit des Heilandes als einzige Quelle folgende Einzelheiten: Den reichen Fischfang der Jünger, die Auferweckung des Jünglings von Naim, die Salbung Jesu durch Magdalena, die Heilung der zehn Aussätzigen, die Einkehr Jesu bei Zachäus, ferner die Gleichnisse von dem barmherzigen Samariter, von dem ungerechten Haushalter, von dem reichen Manne und dem armen Lazarus, vom verlorenen Sohn, vom Pharisäer und Zöllner im Tempel, endlich das Verhör Jesu bei Herodes und die Einzelheiten über die Erscheinung des Herrn in Emmaus.


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