Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Phil04

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Epistola beati Pauli Apostoli ad Philippenses.

Der Brief des heiligen Apostels Paulus an die Philipper Kap. 4


f. Schluss: Mahnung zur Beharrlichkeit. (V. 1) 2. Besondere Mahnungen (V. 2 – 7): a. Mahnung an zwei Frauen und einen Mitarbeiter. (V. 3) b. Mahnungen an alle betreffs verschiedener Tugenden und Friedenswunsch. (V. 7) Schluss (Kap. 4, V. 8 – 23): 1. Allgemeine Ermunterung zu allen Tugenden. (V. 9) 2. Danksagung für die durch Epaphroditus gespendeten Almosen. (V. 18) 3. Segenswünsche, Grüße, Segen des Apostels.

1. Itaque fratres mei carissimi, et desideratissimi, gaudium meum, et corona mea: sic state in Domino, carissimi:
2. Evodiam rogo, et Syntychen deprecor idipsum sapere in Domino.

3. Etiam rogo et te germane compar, adjuva illas, quæ mecum laboraverunt in Evangelio cum Clemente, et ceteris adjutoribus meis, quorum nomina sunt in libro vitæ.

4. Gaudete in Domino semper: iterum dico gaudete.
5. Modestia vestra nota sit omnibus hominibus: Dominus prope est.
6. Nihil solliciti sitis: sed in omni oratione, et obsecratione, cum gratiarum actione petitiones vestræ innotescant apud Deum.
7. Et pax Dei, quæ exsuperat omnem sensum, custodiat corda vestra, et intelligentias vestras in Christo Jesu.
8. De cetero fratres, quæcumque sunt vera, quæcumque pudica, quæcumque justa, quæcumque sancta, quæcumque amabilia, quæcumque bonæ famæ, si qua virtus, si qua laus disciplinæ, hæc cogitate.
9. Quæ et didicistis, et accepistis, et audistis, et vidistis in me, hæc agite: et Deus pacis erit vobiscum.
10. Gavisus sum autem in Domino vehementer, quoniam tandem aliquando refloruistis pro me sentire, sicut et sentiebatis: occupati autem eratis.

11. Non quasi propter penuriam dico: ego enim didici, in quibus sum, sufficiens esse.
12. Scio et humiliari, scio et abundare: (ubique et in omnibus institutus sum) et satiari, et esurire, et abundare, et penuriam pati:


13. Omnia possum in eo, qui me confortat.
14. Verumtamen bene fecistis, communicantes tribulationi meæ.

15. Scitis autem et vos Philippenses, quod in principio Evangelii, quando profectus sum a Macedonia, nulla mihi Ecclesia communicavit in ratione dati et accepti, nisi vos soli:

16. Quia et Thessalonicam semel et bis in usum mihi misistis.

17. Non quia quæro datum, sed requiro fructum abundantem in ratione vestra.
18. Habeo autem omnia, et abundo: repletus sum, acceptis ab Epaphrodito quæ misistis odorem suavitatis, hostiam acceptam, placentem Deo.

19. Deus autem meus impleat omne desiderium vestrum secundum divitias suas in gloria in Christo Jesu.
20. Deo autem et Patri nostro gloria in sæcula sæculorum: Amen.
21. Salutate omnem sanctum in Christo Jesu.
22. Salutant vos, qui mecum sunt, fratres. Salutant vos omnes sancti, maxime autem qui de Cæsaris domo sunt.
23. Gratia Domini nostri Jesu Christi cum spiritu vestro. Amen.

1. Demnach,1 meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freude2 und meine Krone!3 stehet also fest im Herrn, Geliebte!
2. Die Evodia4 ermahne ich, und die Syntyche5 bitte ich,6 eines Sinnes zu sein im Herrn.7
3. Ja, ich bitte auch dich, treuer Genosse!8 nimm dich ihrer an, die mit mir für das Evangelium gearbeitet haben, in Gemeinschaft mit Clemens9 und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buche des Lebens stehen.10
4. Freuet euch im Herrn allezeit; abermals sage ich, freuet euch!11
5. Euer freundliches Wesen12 werde allen Menschen kund; der Herr ist nahe!13
6. Um nichts seid in Sorgen, sondern in allen Dingen mögen durch das Gebet und das Flehen nebst Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.14 [Mt 6,25]
7. Und der Friede Gottes, der allen Begriff übersteigt, bewahre eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus.
8. Im übrigen, Brüder! was immer15 wahr ist, was ehrbar, was gerecht, was heilig, was liebenswürdig, was rühmlich, wenn etwas eine Tugend, wenn etwas eine löbliche Zucht16 ist, darauf seid bedacht.

9. Was ihr auch gelernt, empfangen, gehört und an mir gesehen habt, das tuet; und der Gott des Friedens17 wird mit euch sein.
10. Höchlich habe ich mich im Herrn gefreut, dass ihr endlich einmal wieder aufgeblüht seid, für mich besorgt zu sein, wie ihr ja auch besorgt waret; doch ihr waret durch die Umstände behindert.18
11. Nicht als ob ich dies des Mangels wegen sagte; denn ich habe gelernt, mich mit dem, was ich habe, zu begnügen.
12. Ich weiß mich in kümmerlicher Lage zu finden, ich weiß auch im Überfluss mich zu schicken (ich bin in allen Lagen und in allen Verhältnissen geübt), satt zu werden wie zu Hunger, Überfluss zu haben, wie Mangel zu leiden.19
13. Alles vermag ich in dem, der mich stark macht.20
14. Gleichwohl habt ihr wohl daran getan, dass ihr an meiner Bedrängnis Teil nahmet.21
15. Es ist euch aber auch selbst bekannt, Philipper, dass im Anfange des Evangeliums,22 als ich aus Mazedonien auszog, keine Gemeinde mit mir in Hinsicht auf Geben und Empfangen in Gemeinschaft trat,23 als ihr allein.
16. Denn auch nach Thessalonich habt ihr einmal und ein zweites Mal24 gesendet, was ich bedurfte.
17. Nicht als suchte ich die Gabe, sondern ich suche den Gewinn, der sich für eure Rechnung mehrt.
18. Ich habe aber alles, und habe reichlich; mir ist die Fülle geworden, seitdem ich von Epaphroditus das erhalten habe, was ihr gesandt habt, einen lieblichen Wohlgeruch, ein angenehmes Gott wohlgefälliges Opfer.25
19. Mein Gott26 aber erfülle all euer Verlangen27 nach seinem Reichtume in Herrlichkeit in Christus Jesus.
20. Unserem Gott und28 Vater aber sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.29
21. Grüßet einen jeden Heiligen30 in Christus Jesus.31
22. Es grüßen euch die Brüder, welche bei mir sind.32 Es grüßen euch alle Heiligen, besonders aber die von des Kaisers Hause.33
23. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit eurem Geiste! Amen.34

Fußnote

Kap. 4 (1) Nach dem [Phil 3,20] Gesagten. - (2) Durch eure Festigkeit im Glauben. - (3) Paulus sah seine Krone, den Kranz seines Sieges, bereits errungen, und so erübrigte ihm nur die Bitte um Feststehen, um Ausdauer im dem errungenen. - (4) Evodia und Syntyche waren für die Sache des Evangeliums tätig, werden indes sonst nicht weiter genannt. - (5) Der bewährte Eifer der beiden Frauen (V. 3) erregte in beiden wohl eine Versuchung zur Eifersucht. - (6) Das doppelte Mahnwort gibt der Aufforderung größeren Nachdruck. Der Zusatz: Im Herrn, der das gleiche Verhältnis zu Christus in Erinnerung bringt, bietet zugleich das Mittel zur Wiedergewinnung des Friedens. - (7) In den Gemeinden von Mazedonien waren die Frauen von großer Bedeutung. Vergl. [Apg 16,13, Apg 17,4.12]. - (8) Aufrichtiger Genosse meiner Predigt (Thom.). Das Bild ist im Griech. vom Joche hergenommen (Theodor.) und die christliche Gemeinde als Acker Gottes betrachtet. Die Anrede gilt wohl dem Vorsteher der Gemeinde. - (9) Clemens Romanus. (Hier., Eus., Epiphan) Auch die Kirche billigt diese Meinung, indem sie in der Messe des heil. Clemens diesen Text lesen lässt. - (10) Ich will die Namen nicht alle aufzählen, da ich zuversichtlich hoffe, dass sie an anderer Stelle, im Buche des Lebens, besser verzeichnet sind. Das Buch des Lebens als Bild der göttlichen Vorherbestimmung findet sich häufig in der heil. Schrift. [Ps 68,29, Lk 10,20, Offenb 20,15] u. a. - (11) Bereits [Phil 3,1] hat er die Philipper zur Freude ermuntert: Im Herrn, nicht in der Welt (Aug.), im Glauben an Christus, in Bewahrung seiner Gebote und in der Erwartung ewigen Lohnes. Schön wiederholt der Apostel die Mahnung: „Freuet euch“ zwei Mal, denn da die Lage eher Trauer erzeugte, wies er durch die Wiederholung kräftig darauf hin, dass man sich auf alle Weise freuen soll (Chrys.). - (12) So nach dem Griech. - (13) Begründung des Vorausgehenden, insbesondere aber der Mahnung zur Freude. Vergl. [1Kor 16,22]. - (14) Nur der ist ängstlich besorgt, der nicht alle Verhältnisse seines Lebens in der Abhängigkeit von Gott zu betrachten gewöhnt ist. Gott liebt uns, darum ist das beste Mittel gegen die Sorgen, seine Anliegen Gott kundzugeben und gleichsam in seine Hand zu legen. Doch noch bleibt die Frage, ob Gott die Bitte auch erhört? Die volle Überwindung der Sorge wird erst statthaben, wenn wir unsere Angelegenheiten mit Danksagung darlegen. Hat uns Gott bisher so gut geleitet, so wird er auch Gegenwart und Zukunft so ordnen, dass wir ihm danken müssen. Werfen wir alle Sorgen auf ihn, ob kleine, ob große, und statt der Sorge wird uns jener Friede zu Teil, der mehr leistet, als der höchste Verstand vermag. - (15) Das sechsmal wiederholte „was immer“ und zweimalige „wenn etwas“ macht die Mahnung besonders dringlich und zeigt den weiten Umfang, in dem sie gemeint ist. – Alle Lüge und Heuchelei, alles leichtfertige Wesen, alle Ungerechtigkeit gegen Mitmenschen, alles Unheilige (griech. Unreine), alles Rohe, alles, was den guten Namen in Gefahr bringt, sei fern! - (16) Keine sittliche Tüchtigkeit in Gesinnung und Handlung sei den Christen fern! - (17) Der Urheber und die Quelle des inneren Friedens. - (18) Eine Zeit lang habt ihr mir keine Hilfe senden können, da über euch selbst drückende Umstände hereingebrochen waren, doch nun ist euer Wohlstand wieder ausgesprosst, so dass eure Liebe sich wieder betätigen kann. Nicht eure Nachlässigkeit war die Ursache eurer Unterlassung, sondern eure Not. Da das Bild einen stillschweigenden Vorwurf zu enthalten scheint, beseitigt Paulus jeden Argwohn eines Tadels durch den Zusatz: wie (griech.: worin) ihr auch besorgt waret. Wohl waret ihr auch damals um mich besorgt, doch war es euch unmöglich, mich zu unterstützen (Chrys., Theoph.). - (19) Ich habe gelernt (griech.: bin eingeweiht), in jeder Lebenslage auf mir selbst zu stehen. Nicht also meiner Not wegen habe ich mich gefreut, dass ihr wieder für mich besorgt seid (Ambr.). Not leiden kann jeder, doch wer versteht die Not zu ertragen? Wer vermag nicht im Überflusse zu leben? Doch wer ist es, dem der Überfluss nicht Schaden tun kann? (Aug.) - (20) Durch diesen Zusatz hält Paulus allen Schein, als vertraue er auf seine Kraft, fern. Die gleiche Zuversicht darf jeder Christ im Herrn hegen. - (21) So haben wir also vielleicht nicht wohl getan, wenn wir dir zu Hilfe kamen? Konnten die Philipper fragen. Nein, ihre Gabe war ein Ausdruck der Gemeinschaft der Liebe; jeder von beiden hat Teil an dem, was der andere hat oder erduldet. Wie die Philipper durch die Hilfe gleichsam einen Teil seiner Drangsale übernommen haben, so werden sie auch am Verdienste seines Leidens Teil haben und so sich selbst nützen. - (22) Über den Aufenthalt des Apostels in Philippi siehe [Apg 16], über seine Reise von da durch Mazedonien [Apg 17,14.15]. - (23) Diese Ausdrücke sind aus dem Kaufmannsleben genommen. Wie der Kaufmann mit denen, mit welchen er Handelsgeschäfte anknüpft, in Berechnung über Einnahmen und Ausgaben tritt, und wie seine Rechnung dann richtig ist, wenn diese sich decken, so sind auch die Philipper mit dem, was das Evangelium verkündet, in das Verhältnis von Geben und Nehmen getreten. Ein ähnliches Bild [1Kor 9,11]. - (24) Auf der zweiten Missionsreise, als der Apostel schon in Mazedonien war. Ihr habt gleichsam ein Kapital bei mir angelegt, das Zinsen trägt, die ewige Seligkeit. Diese hat der Apostel vor allem im Auge. - (25) Das Bild ist von den alten Opfern hergenommen. Was sie in Liebe gegeben, haben sie zuletzt Gott dargebracht. - (26) Mein Gott: Da Paulus der Empfänger einer Gabe gewesen ist, welche die Philipper Gott als Opfer dargebracht haben. - (27) All euer Verlangen nach irdischen oder himmlischen Gütern wird er erfüllen, in Fülle übernatürlicher Güter und auf überweltliche Art. Dieser Segen wird durch Christus zu Teil. - (28) Und: der unser Vater ist. - (29) Es sei, wie ich wünsche. Vergl. [Roem 16,27]. - (30) Jedem Gläubigen insbesondere. - (31) Ihm alles Heil wünschend, das Christus erworben hat. - (32) Die mir beistehen in der Gefangenschaft und in der Verkündigung des Evangeliums. - (33) Es sind wohl Angehörige der Dienerschaft gemeint. Welch große Liebe muss zwischen den Christen damals geherrscht haben, wenn die römischen die zu Philippi so grüßen! (Chrys.) - (34) Möchten auch wir diesen Segen erlangen durch die Fürsprache dessen, der diesen Brief geschrieben und durch die Gnade unseres Herrn! (Theod.)

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