Kategorie:BIBLIA SACRA:NT:Offenb20

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Apocalypsis beati Joannis Apostoli.

Die Offenbarung des heiligen Johannes. Kap. 20


2) Sechstes Gesicht (Kap. 20,1 – 21,8): Ein Engel schließt das Tier auf tausend Jahre in den Abgrund, nach Verlauf deren es auf kurze Zeit gelöst werden soll. (V. 3) Die Heiligen erstehen auf und herrschen mit Christus tausend Jahre. (V. 6) Nach Verlauf der tausend Jahre wird Satan aus seinem Gefängnisse freigelassen und beginnt von neuem den Krieg gegen die Heiligen, doch wird er besiegt und mit den Seinigen zu ewiger Pein in die Hölle gestürzt. (V. 10) Hierauf findet das Gericht über die Toten und über diejenigen statt, deren Namen nicht im Buche des Lebens geschrieben sind, und sie werden in den Feuerpfuhl gestürzt, mit dem zweiten Tode gestraft.

1. Et vidi Angelum descendentem de cœlo, habentem clavem abyssi, et catenam magnam in manu sua.
2. Et apprehendit draconem, serpentem antiquum, qui est diabolus, et satanas, et ligavit eum per annos mille:
3. Et misit eum in abyssum, et clausit, et signavit super illum ut non seducat amplius gentes, donec consummentur mille anni: et post hæc oportet illum solvi modico tempore.
4. Et vidi sedes, et sederunt super eas, et judicium datum est illis: et animas decollatorum propter testimonium Jesu, et propter verbum Dei, et qui non adoraverunt bestiam, neque imaginem ejus, nec acceperunt characterem ejus in frontibus, aut in manibus suis, et vixerunt, et regnaverunt cum Christo mille annis.


5. Ceteri mortuorum non vixerunt, donec consummentur mille anni: Hæc est resurrectio prima.
6. Beatus, et sanctus, qui habet partem in resurrectione prima: in his secunda mors non habet potestatem: sed erunt sacerdotes Dei et Christi, et regnabunt cum illo mille annis.
7. Et cum consummati fuerint mille anni, solvetur satanas de carcere suo, et exibit, et seducet gentes, quæ sunt super quatuor angulos terræ, Gog, et Magog, et congregabit eos in prœlium, quorum numerus est sicut arena maris.

8. Et ascenderunt super latitudinem terræ, et circuierunt castra sanctorum, et civitatem dilectam.
9. Et descendit ignis a Deo de cœlo, et devoravit eos: et diabolus, qui seducebat eos, missus est in stagnum ignis, et sulphuris, ubi et bestia,
10. Et pseudopropheta cruciabuntur die ac nocte in sæcula sæculorum.
11. Et vidi thronum magnum candidum, et sedentem super eum, a cujus conspectu fugit terra, et cœlum, et locus non est inventus eis.

12. Et vidi mortuos magnos, et pusillos stantes in conspectu throni, et libri aperti sunt: et alius Liber apertus est, qui est vitæ: et judicati sunt mortui ex his, quæ scripta erant in libris secundum opera ipsorum.

13. Et dedit mare mortuos, qui in eo erant: et mors, et infernus dederunt mortuos suos, qui in ipsis erant: et judicatum est de singulis secundum opera ipsorum.
14. Et infernus, et mors missi sunt in stagnum ignis. Hæc est mors secunda.

15. Et qui non inventus est in Libro vitæ scriptus, missus est in stagnum ignis.

1. Und ich sah einen Engel1 vom Himmel herabsteigen, der hatte den Schlüssel des Abgrundes und eine große Kette in seiner Hand.2
2. Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche der Teufel und Satan ist,3 und band ihn auf tausend Jahre,4
3. und warf ihn in den Abgrund,5 und verschloss und versiegelte diesen über ihm,6 dass er die Völker nicht mehr verführe, bis die tausend Jahre7 vollendet sind, nach diesen soll er auf kurze Zeit gelöst werden.8
4. Und9 ich sah Throne,10 und sie11 setzten sich darauf, und es wurde ihnen verliehen, Gericht zu halten; und ich sah die Seelen derjenigen,12 welche wegen des Zeugnisses Jesu und wegen des Wortes Gottes enthauptet waren, und die das Tier und sein Bild nicht angebetet, noch dessen Malzeichen an ihrer Stirne oder an ihrer Hand angenommen hatten,13 und sie wurden lebendig und herrschten mit Christus tausend Jahre.14
5. Die übrigen Toten wurden nicht lebendig, bis15 die tausend Jahre vollendet sein werden. Dies ist die erste Auferstehung.16
6. Selig und heilig, wer Teil hat an der ersten Auferstehung; über diese hat der zweite Tod keine Gewalt, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm tausend Jahre herrschen.
7. Und wenn17 die tausend Jahre vollendet sein werden, wird der Satan18 aus seinem Gefängnisse losgelassen, und wird ausgehen und die Völker verführen, die an den vier Enden der Erde sind, Gog und Magog,19 und wird sie zum Kampfe versammeln, deren Zahl ist wie der Sand des Meeres.
8. Und sie zogen herauf20 über die Breite der Erde,21 und umringten das Heerlager der Heiligen22 und die geliebte Stadt.23
9. Da fiel Feuer von Gott aus dem Himmel und verzehrte sie.24 Und der Teufel,25 der sie verführt, ward in den Feuer- und Schwefelpfuhl geworfen, wo auch das Tier
10. und der falsche Prophet gepeinigt werden Tag und Nacht in alle Ewigkeit.26
11. Und ich sah einen großen, weißen Thron,27 und den, der darauf saß;28 vor seinem Angesicht floh29 die Erde und der Himmel, und es ward für sie keine Stätte gefunden.
12. Und ich sah die Toten, Groß und Klein, vor dem Throne stehend.30 Und Bücher wurden aufgetan, und ein anderes Buch ward geöffnet, das Buch des Lebens;31 und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, gemäß ihren Werken.
13. Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, heraus, und der Tod und das Totenreich gaben ihre Toten, die in ihnen waren;32 und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken.
14. Und das Totenreich und der Tod wurden in den Feuerpfuhl geworfen.33 Dies ist der zweite Tod.34
15. Und wer nicht in dem Buche des Lebens aufgezeichnet erfunden ward, wurde in dem Feuerpfuhl geworfen.35

Fußnote

Kap. 20 (1) Wenn auch der Heiland nach [Offenb 1,18] der Herr über Tod und Unterwelt ist, ist es doch nicht unbedingt notwendig anzunehmen, dass er selbst erscheint (Thom.), sondern er konnte den Schlüssel in einem einzelnen Falle einem Engel behufs Ausrichtung eines Auftrages übergeben. Vergl. [Offenb 9,1.2]. - (2) Eigentlich über der Hand, so dass die Kette zu beiden Seiten herunterhängt. - (3) Als Drache war Satan [Offenb 16,13] auf die Erde geworfen; so war er [Offenb 12,18] an den Rand des Völkermeeres getreten, die Völker zur antichristlichen Weltmacht zu gestalten, so hatte er [Offenb 16,13] die Könige und Völker der Erde zum letzten Wettkampfe aufgestachelt, in dem sie [Offenb 19,17] ihr Armagedon finden sollte. Nun endlich kommt die Reihe an ihn. Er wird als Drache gebunden, als Hintergrund aller Zusammenrottung feindlicher Weltmächte, als alte Schlange, vergl. [Offenb 12,9], die seit [1Mos 3] Urheber der Sünde und des Todes ist, als Teufel d. i. als Verführer, und als Satan, Ankläger der Menschen. Er hat zuvor sein ganzes Wesen herausgekehrt. - (4) Unter dem Namen Teufel ist nicht notwendig jede teuflische Kraft, sind nicht notwendig alle bösen Geister zu verstehen, sondern es kann auf das Haupt beschränkt sein. (Thom.) Die Bindung des Teufels hatte bei der ersten Ankunft und dem Tode Christi statt: der Teufel ward hinausgeworfen [Joh 12,31], seine Herrschaft beschränkt und den Menschen Macht gegeben, ihn im Namen Christi zu vertreiben. [Mt 8,29, Mt 12,28] Diese Bindung besteht darin, dass er nicht seine ganze Kraft üben darf zur Verführung der Menschen. (Aug.) Unter den tausend Jahren verstehen sie meisten Erklärer die Zeit zwischen der Menschwerdung Christi und der Verführung des Antichrist (V. 7), oder der Auferstehung (V. 13), weil durch die Zahl der Vollkommenheit die Fülle der Zeiten bezeichnet wird. (Aug., Viktorin., Hier., Cassiodor., Primas., Thomas) In V. 7 ist die Zeit abgelaufen. Da die tausend Jahre nur in der Vision sind, können sie selbstverständlich nicht wörtlich in das Gegenbild übertragen werden. - (5) Der Abgrund ist wohl der Ort, von wo [Offenb 9,1-3] dem Heuschreckenheere die dämonische Anregung und [Offenb 9,11] dem Könige derselben seine dämonische Sendung kam, und von wo [Offenb 11,7] und [Offenb 17,8] das Tier hervorstieg. Nach V. 9 ist der Abgrund nur interimistischer Verwahrungsort für den Satan, aus dem er nach V. 7 noch wieder loskommen kann. - (6) Dies verstärkt wie [Dan 6,17, Mt 27,66] den Begriff des Verschließens. - (7) Die Zeiten der Erquickung [Apg 3,21] beginnen. - (8) Nach Gottes Ratschluss soll das Böse zum Gerichte reisen. - (9) Vers 1 – 3 bietet die eine Hälfte des Gesichtes, V. 4 – 6 die andere Seite desselben. V. 7 knüpft dann wieder an V. 3 an, und V. 4 – 6 bilden also eine Parallelvision zu V. 1 – 3. - (10) Diese Vision entspricht nicht der Daniels [Dan 7,9.22]. Die Offenbarung bietet zwei Gerichte über den Satan, das erste [Offenb 19,17-21], das andere [Offenb 20,11ff], die Throne sind Richterstühle. - (11) Wer? Wird nicht gesagt, jedenfalls sind es andere als die später im Gesicht erscheinenden Enthaupteten. Am nächsten liegt es, an die 24 Ältesten zu denken, denn da diese die Vertretung der Kirche sind [Offenb 5,8] und die selige Hoffnung derselben öfter bezeugen [Offenb 5,9, Offenb 7,13ff, Offenb 11,16ff] geziemt es sich für sie besonders, den Siegern den Lohn zuzusprechen. - (12) Nicht allein derjenigen, deren Seele schon [Offenb 6,9] nach Rache riefen, sondern auch der nachher hinzugekommenen, [Offenb 6,11] u. a. Enthauptet werden ist metonymisch für jede Art des Getötetwerdens gesetzt. Nach den Märtyrern werden alle genannt, welche dem Tiere nicht gehuldigt: die wahrhaft Gläubigen aller Zeiten. - (13) Wie [Offenb 14,13] bereits gesagt, wird das ewige Los sofort nach dem Tode entschieden. Ähnlich also wie [Offenb 6,11] der Seher schaut, dass den Märtyrern das weiße Kleid gegeben wird, das sie doch schon hatten, wird ihnen hier die Verleihung des Lebens zugeschrieben, dessen sie sich doch bereits erfreuten. - (14) Aus dieser Stelle haben einige die Folgerung hergeleitet, dass zwischen dem gegenwärtigen Zustande der streitenden Kirche und den Beginn des vollkommenen Triumphes in der Ewigkeit eine etwa tausend Jahre dauernde glorreiche Herrschaft Christi auf Erden treten werde. Während die einen Anhänger dieser Meinung indes dies Reich ganz sinnlich und irdisch fassten, wie Cerinth, die Ebioniten, Apollinaris, die Mormonen und Irvingianer, verstanden andere dasselbe mehr geistig, wie einige Väter, Papias, Irenäus, Justinus, Tertullian, Laktantius u. a. Ihre Meinung können wir nicht annehmen, sagt der heil. Hieronymus von den letzteren, und der heil. Augustin erklärt sie nur dann für erträglich, wenn alle Seligkeit, welche den Heiligen in jener Zeit zugesprochen wird, als von der Gegenwart des Herrn ausgehend angenommen wird. Indes selbst eine solche Meinung lässt sich nicht wohl verteidigen, wenn man [Mt 16,27] mit derselben vergleicht: dann (bei seiner glorreichen Ankunft zum Gerichte) wird er jedem vergelten nach seinen Werken. Dies Gericht aber wird nur eines sein nach [Mt 25,32], verglichen mit [Mt 5,27ff]. Hiernach ist das Leben, von dem hier die Rede ist, die Seligkeit der Seele, deren Verleihung weiterhin die erste Auferstehung genannt wird. Wäre hier von der Auferstehung des Leibes die Rede, so würde es nicht heißen, dass die Seelen der Enthaupteten leben. - (15) „Bis“ bezeichnet den Zeitpunkt, vor dessen Eintreten sie das selige leben nicht genossen, nicht aber, dass sie es nachher erlangten. Vergl. [Mt 1,Anm.24]. - (16) Diese erste Auferstehung ist keineswegs gleicher Art wie die des Leibes, welche V. 13 erwähnt wird. Die Auferstehung des Leibes heißt dort nicht einmal Auferstehung, geschweige denn zweite Auferstehung. In V. 5 wird der Leib nicht erwähnt, sondern nur Leben und Reich, welche den Seelen gleicherweise zukommen können. Nun besteht aber zwischen der Auferstehung des Leibes und der Zuteilung der Seligkeit an die Seele eine Analogie, weshalb auch Christus [Joh 5,24ff] beide Auferstehungen erwähnt: die der Seele nach erfolgende V. 24, die andere, nach Leib und Seele V. 28. Wenn ferner in V. 14 die Verdammung nach Leib und Seele zweiter Tod heißt, so kann sehr wohl die Aufnahme der Seele in die Seligkeit eine erste Auferstehung heißen, während die zweite die Verleihung der Seligkeit an Leib und Seele ist. Wie zwei Wiedergeburten sind, sagt der heil. Augustin, die eine nach dem Glauben durch die Taufe, die andere nach dem Fleische in der Unsterblichkeit und Unverweslichkeit desselben bei dem allgemeinen Gerichte, so sind auch zwei Auferstehungen, die erste, welche schon jetzt statthat, der Selen, die nicht dem zweiten Tode anheimfallen lässt; die zweite, welche jetzt noch nicht statthat, sondern am Ende der Zeiten ihre Erfüllung findet, ist nicht die der Seelen, sondern der Leiber, welche durch das Endgericht die einen dem zweiten Tode, die anderen jenem Leben zugeteilt werden, das keinen Tod hat. - (17) Da die tausend Jahre nur in einer Vision vorhanden sind, sind sie für ihr Gegenbild als symbolische Zahl aufzufassen. Indes, wie die nun beginnende Redeweise zeigt, wo die Weissagung an die Stelle der visionären Darstellung tritt, bezeichnet der Apostel eine bestimmte Periode. - (18) Während die Fesselung vier Momente umfasste, wird der böse Feind jetzt auf Befehl Gottes (vergl. V. 3) als Satan losgelassen. Nur die Macht, die Menschen aus Sünde in Sünde zu verführen und zu verklagen, erhält er für eine kleine Zeit (V. 3) zurück, doch nicht mehr die Macht, im Leben der Völker Gesamtgestaltungen der Sünde hervorzurufen. Wozu nun die Satansmacht dem Teufel nach Gottes Rat für eine Zeit zurückgegeben wird, zeigt sein Vorgehen V. 8, V. 9. - (19) Die Völker sind an den vier Ecken der Erde, Ost, Süd, West und Nord. Deshalb steigen sie V. 9 von ihren Wohnsitzen auf die Breiten der Erde herauf. Diese Völker standen in keiner Beziehung zu dem Tiere, weshalb Satan selbst (vergl. dagegen [Offenb 16,4ff]) sie zum Kampfe gegen die Heiligen verführt. Gog (historisch die Skythen) ist typisch, ebenso wie Magog, als Repräsentant der fernsten, ungebildetsten Heidenwelt gefasst, welche nach Unterwerfung der übrigen Feinde des Gottesreiches einen letzten Angriff auf dasselbe machen werden. [Ez 38,14] Schon [Offenb 19,17] war auf die Szene, welche hier dem Seher vor Augen steht, hingewiesen worden. Darum wird durch den Artikel: „zum Kampfe“ auf einen bekannterweise zu erwartenden Kampf hingewiesen. Vergl. [Offenb 16,14]. - (20) Dieser Ausdruck ist zwar bei Heereszügen gewöhnlich, indes hier um so passender, weil der Zug der Heiden wider Jerusalem hinauf geht. Vergl. [Lk 18,31]. - (21) Vergl. [Hab 1,6]. - (22) Das Heerlager ist außerhalb der Stadt, zwecks der Verteidigung desselben errichtet. Es wird nur erwähnt, um anzuzeigen, dass die Heiligen nicht ohne Schutz und Wehr sind. - (23) Jerusalem. Soll Johannes die heiligen von Völkern angegriffen sehen, so muss er sie an einem Orte sehen, und dazu passt keiner besser als Jerusalem. An dem Orte, von welchem die Gemeinde ausging in die Welt, versammelt sie sich zuletzt siegreich wieder. Auf Zion schaute deshalb Johannes [Offenb 14,1] die Endgemeinde mit dem Lamme in ihrer Mitte, zum Zeichen, dass sie alle Erdenstürme überdauern werde, hier also muss er sie nun nach den anderen Stürmen wieder erblicken. Vor Jerusalem hatte der Seher ferner [Offenb 14,20] die Endschlacht geschaut, hier muss dieselbe also geschildert werden, da [Offenb 20,7ff] nur das 14, V. 1 – 5 und V. 14 – 20 Geweissagte beschreibt. - (24) Das Feuer ist das furchtbarste Werkzeug des göttlichen Zorngerichtes. Vergl. [1Mos 19,24, 3Mos 10,2, 4Mos 16,35, Lk 9,54]. - (25) Das Verführen war allezeit das Bestreben Satans. Hört die sündige Menschheit auf Erden auf, so ist auch die Wirksamkeit Satans zu Ende. Nun wird er nicht nur gebunden und für eine spätere Rolle aufbewahrt, sondern empfängt sein Gericht. Und da er vor das letzte Gericht der Menschheit nicht gehört, empfängt er das seine im Anschlusse an die Niederlage seiner letzten Werkzeuge sofort. - (26) Vergl. [Mt 25,41]. - (27) Die Größe wie die weise, welche der Herrlichkeit und Heiligkeit des darauf sitzenden Richters entspricht, zeichnet diesen Thron vor den V. 4 geschauten aus. - (28) Nach der Lehre des N. T. [Mt 25,31, 2Kor 5,10] u. a. Christus, denn anders als bei den früheren Schilderungen von Gerichtsakten z. B. [Offenb 14,14ff, Offenb 19,5] handelt es sich hier um das Endgericht. - (29) So dass sie keine Stätte mehr hatten. Ist dies ein visionäres Bild, so hat die Frage: Wo haben die folgenden Visionen ihren Schauplatz? Keine Wichtigkeit. - (30) Um ihren Richterspruch zu empfangen. - (31) In diesen Büchern sind die Werke aufgezeichnet, nach welchen die Menschen gerichtet werden. Das Buch des Lebens ist nur eines: Es enthält die Namen aller derjenigen, welche des ewigen seligen Lebens in dem neuen Jerusalem teilhaftig werden. Je nach den Werken finden sich also die Namen der Menschen, welche in den Büchern stehen, in dem Buche des Lebens, oder finden sich nicht. - (32) Wie die Toten nach ihren persönlichen Verhältnissen V. 1 geschildert waren, so werden hier erschöpfend alle Orte genannt, an denen Tote sich finden. Wen indes nur das Schicksal der verdammten V. 15 ausdrücklich beschrieben wird, so geschieht dies zur Abschließung des Gerichtes über diese, damit alsdann die ewige Herrlichkeit der Gläubigen desto ausführlicher zum Troste und zur Ermutigung der letzteren gegeben werden könne. Das Wort Auferstehung wird betreffs der Bösen sorgfältig vermieden. - (33) In der Vision schaut der Apostel wohl den Tod und das Totenreich personifiziert als dämonische Gestalten. Da dieser Weltlauf zu Ende ist und keine Menschen mehr geboren werden und in Sünde fallen, also auch nicht mehr sterben, sind diese Mächte fortan unnütz, und da sie nur infolge der Sünde da waren, können sie nur dorthin verwiesen werden, wohin alles Sündliche getan wird, in den Feuersee. - (34) Im Griech.: dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Nach der Vulg.: dieser Tod ist der zweite. - (35) Alle Menschen, deren Namen beim Gerichte V. 12 nicht im Buche des Lebens gefunden wurden, werden dem zweiten Tode übergeben. So ist nun alles, was Gott widerstrebte, der Antichrist und der falsche Prophet [Offenb 19,20], der Satan [Offenb 20,10], die gottlosen Menschen [Offenb 20,15], der Tod und das Totenreich selber [Offenb 20,14] in den Feuersee gestürzt. Doch während jene alle lebendig dorthin gekommen sind, sind die Menschen zuerst gestorben und dem Tode anheimgefallen. Streng genommen passt der Ausdruck zweiter Tod nur auf die Menschen.

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