Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Jes13

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Prophetia Isaiiæ. Caput XIII.

Prophezeiung des Isaias Kap. 13


3. Dritte Reihe der Prophezeiungen. Prophezeiungen gegen die Heiden. (Kap. 13 – 27) A. Prophezeiung über Babel. (13,1 – 14,27) a. Gott ruft seine Streiter zusammen. (V. 5) b. Der Tag Gottes voll des Schreckens. (V. 13) c. Der Sturz Babylons. (V. 22)

1. Onus Babylonis, quod vidit Isaias filius Amos.
2. Super montem caliginosum levate signum, exaltate vocem, levate manum, et ingrediantur portas duces.

3. Ego mandavi sanctificatis meis, et vocavi fortis meos in ira mea, exsultantes in gloria mea.

4. Vox multitudinis in montibus, quasi populorum frequentium: vox sonitus regum, gentium congregatarum: Dominus exercituum præcepit militiæ belli,

5. Venientibus de terra procul a summitate cœli: Dominus, et vasa furoris ejus, ut disperdat omnem terram.

6. Ululate, quia prope est dies Domini: quasi vastitas a Domino veniet.

7. Propter hoc, omnes manus dissolventur, et omne cor hominis contabescet,
8. Et conteretur. Torsiones et dolores tenebunt, quasi parturiens, dolebunt: unusquisque ad proximum suum stupebit, facies combustæ vultus eorum.

9. Ecce dies Domini veniet, crudelis, et indignationis plenus, et iræ, furorisque ad ponendam terram in solitudinem, et peccatores ejus conterendos de ea.

10. Quoniam stellæ cœli, et splendor earum non expandent lumen suum: obtenebratus est sol in ortu suo, et luna non splendebit in lumine suo.


11. Et visitabo super orbis mala, et contra impios iniquitatem eorum, et quiescere faciam superbiam infidelium, et arrogantiam fortium humiliabo.

12. Pretiosior erit vir auro, et homo mundo obrizo.

13. Super hoc cœlum turbabo: et movebitur terra de loco suo propter indignationem Domini exercituum, et propter diem iræ furoris ejus.
14. Et erit quasi damula fugiens, et quasi ovis: et non erit qui congreget: unusquisque ad populum suum convertetur, et singuli ad terram suam fugient.

15. Omnis, qui inventus fuerit, occidetur: et omnis, qui supervenerit, cadet in gladio.
16. Infantes eorum allidentur in oculis eorum: diripientur domus eorum, et uxores eorum violabuntur.
17. Ecce ego suscitabo super eos Medos, qui argentum non quærant, nec aurum velint:
18. Sed sagittis parvulos interficient, et lactantibus uteris non miserebuntur, et super filios non parcet oculus eorum.
19. Et erit Babylon illa gloriosa in regnis, inclyta superbia Chaldæorum: sicut subvertit Dominus Sodomam et Gomorrham.

20. Non habitabitur usque in finem, et non fundabitur usque ad generationem et generationem: nec ponet ibi tentoria Arabs, nec pastores requiescent ibi.

21. Sed requiescent ibi bestiæ, et replebuntur domus eorum draconibus: et habitabunt ibi struthiones, et pilosi saltabunt ibi:
22. Et respondebunt ibi ululæ in ædibus ejus, et sirenes in delubris voluptatis.


1. Last über Babylon,1 welche Isaias, der Sohn des Amos, schaute.
2. Auf dunkelm Berge pflanzet ein Zeichen auf, erhebet eure Stimmen, schwinget die Hand, und einziehen sollen durch die Tore die Fürsten!2
3. Ich habe meine Geweihten3 entboten und meine Tapferen in meinem Zorne gerufen, die frohlocken durch meine Herrlichkeit.
4. Geschrei einer Menge auf den Bergen4 wie von vielen Völkern, Schall des Getümmels von Königen, von versammelten Völkern;5 der Herr der Heerscharen hat der Kriegsmacht Befehl erteilt,
5. denen, die aus fernen Landen kommen,6 vom äußersten Orte unter dem Himmel; der Herr ist es und die Werkzeuge seines Grimmes, um die ganze Erde zu verderben.
6. Heulet, denn nahe ist der Tag des Herrn! als eine Verheerung von dem Herrn wird er kommen.7
7. Darum werden alle Hände laß und jedes Menschenherz wird verzagt
8. und zermalmt werden. Krämpfe und Wehen ergreifen sie, wie eine Gebärende leiden sie Schmerz,8 mit Entsetzen starrt einer den andern an,9 angstglühend sind ihre Gesichter.
9. Siehe, der Tag des Herrn kommt, der schreckliche, voll von Unwillen und Zorn und Grimm, um die Erde in eine Wüste zu verwandeln und ihre Sünder von ihr hinwegzutilgen.10
10. Denn die Sterne des Himmels und ihr Glanz11 werden ihr Licht nicht ausstrahlen, die Sonne wird verdunkelt bei ihrem Aufgange und der Mond wird sein Licht nicht glänzen lassen.12 [Ez 32,7; Joe 2,10; Joe 3,15; Mt24,29; Mk 13,24; Lk 21,25]
11. Und ich werde die Bosheit des Erdbodens heimsuchen und an den Frevlern ihre Gottlosigkeit und werde dem Stolze der Ungläubigen ein Ende machen und den Übermut der Gewaltigen niederwerfen.13
12. Kostbarer als Gold14 wird ein Mann sein und der Mensch mehr als das reinste Feingold.
13. Dazu will ich den Himmel erschüttern15 und die Erde von ihrer Stätte verrücken, weil der Herr der Heerscharen grollt und der Tag seines grimmen Zornes gekommen ist.
14. Und es wird geschehen, gleich einem flüchtigen Reh und gleich einem Schafe; und es ist niemand, der sammelt, ein jeder wird zu seinem Volke sich wenden und alle werden in ihr Land fliehen.16
15. Jeder, auf den man trifft, wird getötet und jeder, der hinzukommt, wird durch das Schwert fallen.
16. Ihre Kinder werden vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen entehrt.17 [Ps 136,9]
17. Siehe,18 ich werde über sie die Meder anreizen, die auf Silber nicht achten und nach Gold nicht begierig sind,19
18. sondern mit Pfeilen die Kinder töten; die der säugenden Mütter sich nicht erbarmen und deren Auge der Kinder nicht schont.20
19. Und Babylon, das glorreiche unter den Königreichen, der Ruhmesstolz der Chaldäer,21 wird sein wie Sodoma und Gomorrha,22 die der Herr von Grund aus zerstört hat. [1Mos 19,24]
20. Nicht soll es hinfort bewohnt werden bis ans Ende und nicht mehr aufgebaut werden von Geschlecht zu Geschlecht, nicht wird der Araber dort seine Zelte aufschlagen noch werden die Hirten sich daselbst lagern,23
21. sondern wilde Tiere werden dort ihr Lager haben und ihre Häuser werden von Drachen24 angefüllt sein, Strauße werden dort hausen und Zottige25 dort hüpfen
22. und Eulen werden sich da antworten in ihren Palästen und Sirenen in den Hallen der Wollust.26


Fußnote

Kap. 13 (1) Achaz will sich an die Weltmacht anschließen. Dem gegenüber verkündet der Seher, dass alle gottwidrige Weltmacht vernichtet werden soll und Größe und Heil einzig bei Jahve und seinem Gesalbten ist. Vergl. [Dan 2,44]. Demnach ist Babel nicht so fast individuelle Weltmacht als weit mehr Inbegriff und Typus der gesamten gottwidrigen Macht mit ihrem diabolischen Untergrunde. Babylon ist gewählt, weil Nimrod es als gottfeindliches Weltreich gegründet [1Mos 10,10] und es sich als solches gegen das Volk, besonders durch Zerstörung der Stadt und des Tempels gezeigt hat. – Last: Gewöhnlich vom richterlichen Gottesspruch gebraucht. - (2) Nach der latein. Übersetzung ist an ein zur Nachtzeit weithin sichtbares Signalfeuer zu denken, das die Scharen zum Kampfe zusammenrufen soll. Alsdann soll ihnen mit lauthallendem Rufe und dringlichen Gesten der Angriff befohlen werden, und zwar, weil man des Erfolges sicher sein soll, gleich als ein Einziehen in die Tore. Hebr.: Auf kahlem (entwaldetem) Berge erhebet Panier. Es ist Zeit, an Babel Rache zu üben. - (3) Meinen hierzu besonders auserlesenen und berufenen und somit geweihten Kriegern. Die dreifache Charakteristik besagt: sie sind unwiderstehlich. - (4) Von den Gebirgen im Nordosten Babyloniens, besonders vom Zagrus her, dringt schon ein dumpfes, mehr und mehr anschwellendes Völkergebrause heran. Die Wiederholungen und Steigerungen sollen das Furchtbare und Erdrückende des feindlichen Anstürmens zeichnen. - (5) Hebr.: Horch, Gedröhn von Königreichen versammelter Völker. - (6) Das Ferne und Unbekannte steigert den Eindruck des Schreckens, daher noch „von der Grenze des Himmels“, den entlegensten und höchsten Bergen, auf denen die Himmelswölbung aufzuliegen scheint. - (7) Ein Aufschrei der Angst und des Entsetzens. Dies ist das naturgemäße Echo jenes Getümmels. Der Gerichtstag naht als „Zerstörungsgewalt vom Allgewaltigen.“ - (8) Die Schmerzen der Gebärerin brechen oft plötzlich herein und sind die schärfsten und durchdringendsten. - (9) Ratlos. - (10) Diese Einleitung zu der V. 14 folgenden speziellen Schilderung bekundet durch die Allgemeinheit ihres Charakters und den Umfang der bezeichneten Wirkungen, dass der Seher das spezielle Gericht als einen Teil des allgemeinen Weltgerichtes auffasst und daher im Rahmen des letzteren das erstere einführt. - (11) Hebr.: Ihre Orione, Sternbilder. - (12) Alle Himmelsleuchten sind ausgelöscht, daher umschattet tiefe Finsternis die Welt. Wie Licht das Bild des Glückes, so ist Dunkel das Bild des Unglückes. Wenn der Herr das Licht seiner Huld verbirgt, verschwindet billig auch das geschöpfliche Licht, der Abglanz des göttlichen. - (13) Gegenstand des Gerichtes ist die Sünde und zwar in der besonderen Form der stolzen Erhebung gegen Gott und Menschen. Das Gericht bringt ja den Ausgleich, daher muss Stolz und Übermut, der Missbrauch der Macht, am schärfsten getroffen werden. - (14) Hebr.: Seltener als das seltenste Feingold aus Ophir. - (15) Während Gott so Frevel und Übermut heimsucht, bekunden Himmel und Erde die Furchtbarkeit seines Gerichtes, indem der Zorn des Weltenrichters mit dem Menschen auch die Natur trifft. - (16) Wie eine hirtenlose Herde werden alle Bewunderer Babylons auseinander stieben. Die Vergleiche geben das Eilige und Angstvolle in der Flucht. - (17) Kein Alter, kein Geschlecht wird verschont, überall Mord und zwar in seiner grässlichsten Form. - (18) Die Verse 17-20 entwickeln das Bild des Mordens und der Verwüstung weiter. - (19) So können also die Babylonier nicht hoffen, durch Hingabe ihrer Reichtümer sich und den Ihrigen das Leben zu retten. - (20) Hebr.: Und Bogen schmettern Jünglinge dahin und über Leibesfrucht haben sie kein Erbarmen. – Meder stürzten mit den Persern vereint das Babylonische Reich. - (21) Hebr.: Die Zierde von Königreichen, die Pracht des Stolzes der Chaldäer. - (22) Sodoma und Gomorrha sind der Inbegriff der furchtbar zerstörenden Strafgerechtigkeit Gottes. Statt alles Prunkes ein stinkender Schwefelpfuhl. - (23) Der Fluch steigert sich dadurch, dass die Stadt niemals mehr, weder bleibend noch vorübergehend, bewohnt werden soll. - (24) Hebr.: Von Heulenden d.i. Eulen. - (25) Hebr.: Böcke, griech.: Waldteufel. - (26) Hebr.: Und Schakale heulen in ihren Schlössern und Goldhunde in den Palästen der Wollust. – Der Ort wird ein Tummelplatz der Teufel und verschiedener Spukgestalten. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40 | 41 | 42 | 43 | 44 | 45 | 46 | 47 | 48 | 49 | 50 | 51 | 52 | 53 | 54 | 55 | 56 | 57 | 58 | 59 | 60 | 61 | 62 | 63 | 64 | 65 | 66 |

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