Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Spr16

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Liber Proverbiorum.
Quem Hebræi Misle appellant. Caput XVI.

Die Sprüche Salomons. Kap. 16


g. Gottes Vorsehung und weise Herrschaft. (V. 15) h. Ruhm der Weisheit.

1.Hominis est animam præparare: et Domini gubernare linguam.

2. Omnes viæ hominis patent oculis ejus: spirituum ponderator est Dominus.

3. Revela Domino opera tua, et dirigentur cogitations tuæ.
4. Universa propter semetipsum operates est Dominus: impium quoque ad diem malum.
5. Abominatio Domini est omnis arrogans: etiam si manus ad manum fuerit, non est innocens.
Initium viæbonæ, facere justitiam: accepta est autem apud Deum magis, quam immolare hostias.
6. Misericordia et veritate redimitur iniquitas: et in timore Domini declinatur a malo.
7. Cum placuerint Domino viæ hominis, inimicos quoque ejus convertet ad pacem.
8. Melius est parum cum justitia, quam multi fructus cum iniquitate.
9. Cor hominis disponit viam suam: sed Domini est dirigere gressus ejus.

10. Divinatio in labiis regis, in judicio non errabit os ejus.

11. Pondus et statera judicia Domini snt: et opera ejus omnes lapides sacculi.
12. Abominabiles regi qui agunt impie: quoniam justitia firmatur solium.

13. Voluntas regum labia justa: qui recta loquitur, diligetur:

14. Indignatio regis, nuntii mortis: et vir sapiens placabit eam.

15. In hilaritate vultus regis, vita: et clementia ejus quasi imber serotinus.

16. Poside sapientiam, quia auro melior est: et cquire prudentiam, quia protiosior est argento.
17. Semita justorum declinat mala: custos animæ suæ servat viam suam.

18. Contritionem præcedit superbia: et ante ruinam exaltatur spiritus.
19. Melius est humilari cum mitibus, quam dividere spolia cum superbis.

20. Eruditus in verbo reperiet bona: et qui sperat in Domino, beatus est.

21. Qui sapiens est corde, appellabitur prudens: et qui dulcis eloquio, majora percipiet.
22. Fons vitæ erudition possidentis: doctrina stultorum, fatuitas.

23. Cor sapientis erudite os ejus: et labiis ejus addet gratiam.

24. Favus mellis composite verba: dulcedo animæ, sanitas ossium.

25. Est via quæ videtur homini recta: et novissima ejus ducunt ad mortem.

26. Anima laborantis laborat sibi, quia compulit eum os suum:

27. Vir impius fodit malum, et in labiis ejus ignis ardescit.
28. Homo perversus suscitat lites: et verbosus separate principes.
29. Vir iniquus lactat amicum suum: et ducit eum vir viam non bonam.

30. Qui attonitis oculis cogitate prava, mordens labia sua perficit malum.
31. Corona dignitatis senectus, quæ in viis justitiæ reperietur.

32. Melior est patiens viro forti: et qui dominator animo suo, expugnatore urbium.
33. Sortes mittuntur i sinum, sed a Domino temperantur.


1.Der Mensch mag wohl im Herzen planen, aber des Herrn ist es, die Zunge zu lenken.1 (vergl. V. 9)
2. Alle Wege des Menschen liegen vor seinen Augen offen da,2 aber der Herr wägt die Geister.3 [Spr 20,24]
3. Offenbare4 dem Herrn dein Tun, so wird dein Vorhaben gelingen.
4. Alles hat der Herr um seinetwillen5 gemacht, so auch den Gottlosen für den Tag des Unglücks.6
5. Ein Greuel ist für den Herrn jeder Hochmütige,7 liegt auch Hand an Hand, er bleibt nicht ungestraft.8
Der Anfang eines guten Wandels ist Gerechtigkeit üben,9 sie ist bei Gott angenehmer als Schlachtopfer darbringen.
6. Durch Barmherzigkeit und Treue10 wird Schuld gesühnt und durch die Furcht des Herrn meidet man das Böse.11 [Spr 15,27]
7. Wenn der Wandel eines Menschen dem Herrn wohlgefällt, so wird er auch seine Feinde zum Frieden mit ihm bringen.
8. Besser ist weniges mit Recht als viel Einkünfte mit Unrecht.12
9. Des Menschen Herz denkt sich seinen Weg aus, aber der Herr lenkt seine Schritte. (vergl. Vers 1)
10. Weisheitsspruch13 ist auf den Lippen des Königs, sein Mund wird im Gerichte nicht irren.
11. Gewicht und Waage unterliegen dem Gerichte des Herrn,14 und alle Gewichtsteine im Beutel sind sein Werk.15
12. Ein Greuel sind dem Könige alle, die gottlos handeln. Denn durch Gerechtigkeit hat der Thron Festigkeit.
13. Der Könige Wohlgefallen sind gerechte16 Lippen; wer redet, was recht ist, wird geliebt.
14. Der Zorn des Königs gleicht den Todesboten,17 doch ein weiser Mann besänftigt ihn.
15. Im freundlichen Blicke des Königs ist leben und sein Wohlwollen gleicht dem Spätregen.18
16. Erwirb dir Weisheit, denn sie ist besser als Gold; und verschaffe dir Klugheit, denn sie ist kostbarer als Silber.19
17. Der Weg20 der Gerechten meidet21 das Böse; wer seine Seele hütet, hat acht auf seinen Wandel.22
18. Stolz geht dem Sturze vorher und Hochmut dem Falle.
19. Besser ist es, mit den Sanftmütigen gedemütigt zu werden23 als mit den Stolzen Beute zu teilen.24
20. Wer geschickt ist in einer Sache,25 wird Glück finden; und wer auf den Herrn hofft, ist glückselig.
21. Wer ein weises Herz hat, wird ein Verständiger genannt,26 und wer annehmlich reden kann, gewinnt noch mehr.27
22. Ein Quell des Lebens28 ist die Klugheit für den, der sie besitzt; des Toren Lehre ist Torheit.29
23. Das Herz des Weisen macht seinen Mund einsichtig und mehrt die Anmut seiner Lippen.30
24. Honigseim31 sind wohlgeordnete Worte, süß für die Seele, Heilung dem Gebeine.32 [Spr 15,13, Spr 17,22]
25. Mancher Weg dünkt dem Menschen der rechte, aber das Ende davon führt zum Tode. [Spr 14,12]
26. Das Verlangen des Arbeiters lässt es ihm sauer werden, den sein Mund drängt ihn.33
27. Ein böser Mensch gräbt Unheil34 und auf seinen Lippen brennt Feuer.35
28. Ein falscher Mensch richtet Hader an und ein Ohrenbläser entzweit Fürsten.36
29. Ein ungerechter Mensch37 lockt seinen Nächsten38 und führt ihn auf einen Weg, der nicht gut ist.
30. Wer starren Auges denkt, beißt seine Lippen zusammen und führt das Böse aus.39
31. Eine Krone der Ehre ist das Greisenalter,40 die auf dem Wege der Gerechtigkeit erlangt wird.
32. Besser ist ein Langmütiger als ein Starker, und wer sein Herz beherrscht besser als ein Städte-Eroberer.
33. Die Lose werden in den Schoß geworfen, aber der Herr lenkt sie.41


Fußnote

Kap. 16 (1) Hebr.: Der Zunge Antwort (rechte Antwort). Wie die Flöte ohne Hauch keinen Ton gibt, so bringt das Herz nichts Gutes hervor ohne göttliche Eingebung. (Beda) - (2) Hebr.: Sind rein in seinen Augen. - (3) Gegensatz: Wege (äußere Taten) – Geister (innere Gesinnung). Das Werk ist nur gut, wenn die äußere Reinheit nicht durch das Innere, das Gott sieht, verleugnet wird. Der heutige Text der Septuag ist teils Übersetzung, teils Glosse. - (4) Hebr.: Wälze auf, befiehl. Vergl. [Phil 4]. Wer sein Vorhaben selbst vollbringen will, scheitert damit; wer es auf Gottes Schultern legt, dem gelingt es. - (5) Hebr.: Zu seinem Zwecke. Das letzte Ziel aller Geschöpfe gibt die Vulg. an. - (6) Der Tag der Vergeltung, sei es in diesem, sei es in jenem Leben. Gott ist gerecht. - (7) Der Gott die Ehre raubt. - (8) Wenn er auch viele Genossen hat, vermag er sich doch Gottes Hand nicht zu entziehen. – Das Folgende fehlt im Hebr. - (9) Die Gebote Gottes halten. Vergl. [Lk 10,28]. - (10) Gegen Menschen, insofern sie Zeichen der Herzensgesinnung sind. - (11) Steigerung: fällt man überhaupt nicht in schwere Sünde. - (12) Vergl. [Spr 13,23]. - (13) Hebr.: Gottesurteil. - (14) Hebr.: gehören dem Herrn (dasselbe vom Ackerbau [JSir 7,16]) - (15) Von Gott hat alles, was zur Ordnung des menschlichen Lebens gehört, seinen ersten Ursprung. Die als Gewicht dienenden Steine trug der Kaufmann im Beutel. - (16) Aufrichtige. - (17) Hebr.: der Zorn des Königs – Todesboten. Vergl. [Spr 19,12]. Wenn ein König zürnt, hat er die Macht, entsprechend zu handeln. - (18) Dieser war in Palästina besonders notwendig. [Job 29,23] Wen der König freundlich anblickt, dem gibt er auch Beweise seiner Huld. - (19) Hebr.: Wie viel besser ist Erwerben von Weisheit als von Gold! Und das Erwerben von Einsicht ist vorzuziehen dem von Silber. - (20) Der gebahnte Weg. (Hebr.) - (21) Hebr.: ist: meiden. - (22) Im Hebr. umgekehrt: Seine Seele behütet, wer auf seinen Weg acht hat. - (23) Hebr.: besser ist es, demütig zu sein mit den Geringen. - (24) Wer sich ihnen zugesellt, wird ihr endliches Schicksal teilen. - (25) Hebr.: Wer auf das (göttliche) Wort merkt. - (26) Und deshalb wollen viele von ihm lernen. - (27) Hebr.: fördert die Lehre, schafft ihr leicht Eingang. - (28) Vergl. [Spr 11,30] den Baum des Lebens. - (29) Hebr.: Die Züchtigung der Toren ist Torheit. Hiernach Vulg.: die Torheit wir des Toren Erziehung und Lehrschule, indem sie ihn durch ihre bitteren Folgen bisweilen für das Gute umstimmt. - (30) Vergl. V. 21. - (31) Der Honig ist wohlschmeckend und stärkend. - (32) Erquicklich für Seele und Leib. - (33) Wir schreiben dieses. Drängen dem Magen, der Hebräer dem Munde zu. - (34) Schaufelt es gleichsam für sich aus der Grube, die er anderen bereitet, sie zu verderben. - (35) Glühend und verderbend. - (36) Hebr.: trennt den Freund ab (trennt vertraute Freunde). - (37) Hebr.: der Mann der Gewalttat. - (38) Mit ihm gemeinsame Sache zu machen. Vergl. [Spr 1,11ff]. - (39) Hebr.: Wer die Augen zudrückt, tut es, um Verkehrtheit zu ersinnen, wer die Lippen höhnisch verzieht, hat das Böse schon vollbracht. - (40) Langes Leben ist Lohn für die Erfüllung der Gebote. - (41) In Fällen, in denen sonst kein Ausweg zu finden. Vergl. [Jos 7,18, Apg 1,26].

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