Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Spr03

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Liber Proverbiorum.
Quem Hebræi Misle appellant. Caput III.

Die Sprüche Salomons. Kap. 3


b. (Drittes Lehrgedicht – V. 20) Wahre Weisheit, die in der vollen Unterwerfung unter Gottes Hand besteht, bringt alle Güter (V. 12) und ist so kostbarer als alles, was man sonst hochschätzt. (V. 20) c. (Viertes Lehrgedicht – V. 35) Der Weise genießt den Schutz Gottes (V. 26), denn Gott verabscheut die Sünder und liebt die Gerechten.

1. Fili mi, ne obliviscaris legis meæ, et præcepta mea cor tuum custodiat.

2. Longitudinem enim dierum, et annos vitæ, et pacem apponent tibi.
3. Misericordia, et veritas te non deserant, circumda eas gutturi tuo, et describe in tabulis cordis tui:

4. Et invenies gratiam, et disciplinam bonam coram Deo et hominibus.
5. Habe fiduciam in Domino ex toto corde tuo, et ne innitaris prudentiæ tuæ.
6. In omnibus viis tuis cogita illum, et ipse diriget gressus tuos.
7. Ne sis sapiens apud temetipsum: time Deum, et recede a malo:

8. Sanitas quippe erit umbilico tuo, et irrigatio ossium tuorum.
9. Honora Dominum de tua substantia, et de primitiis omnium frugum tuarum da ei:
10. Et implebuntur horrea tua saturitate, et vino torcularia tua redundabunt.
11. Disciplinam Domini, fili mi, ne abjicias: nec deficias cum ab eo corriperis:


12. Quem enim diligit Dominus, corripit: et quasi pater in filio complacet sibi.
13. Beatus homo, qui invenit sapientiam, et qui affluit prudentia:
14. Melior est acquisitio ejus negotiatione argenti, et auri primi et purissimi fructus ejus:

15. Pretiosior est cunctis opibus: et omnia, quæ desiderantur, huic non valent comparari.
16. Longitudo dierum in dextera ejus, et in sinistra illius divitiæ, et gloria.
17. Viæ ejus viæ pulchræ, et omnes semitæ illius pacificæ.
18. Lignum vitæ est his, qui apprehenderint eam: et qui tenuerit eam, beatus.
19. Dominus sapientia fundavit terram, stabilivit cœlos prudentia.

20. Sapientia illius eruperunt abyssi, et nubes rore concrescunt.

21. Fili mi, ne effluant hæc ab oculis tuis: Custodi legem atque consilium:

22. Et erit vita animæ tuæ, et gratia faucibus tuis.
23. Tunc ambulabis fiducialiter in via tua, et pes tuus non impinget:

24. Si dormieris, non timebis: quiesces, et suavis erit somnus tuus:

25. Ne paveas repentino terrore, et irruentes tibi potentias impiorum.

26. Dominus enim erit in latere tuo, et custodiet pedem tuum ne capiaris.

27. Noli prohibere benefacere eum, qui potest: si vales, et ipse benefac:
28. Ne dicas amico tuo: Vade et revertere: cras dabo tibi: cum statim possis dare.
29. Ne moliaris amico tuo malum, cum ille in te habeat fiduciam.

30. Ne contendas adversus hominem frustra, cum ipse tibi nihil mali fecerit.
31. Ne æmuleris hominem injustum, nec imiteris vias ejus:

32. Quia abominatio Domini est omnis illusor, et cum simplicibus sermocinatio ejus.
33. Egestas a Domino in domo impii: habitacula autem justorum benedicentur.
34. Ipse deludet illusores, et mansuetis dabit gratiam.
35. Gloriam sapientes possidebunt: stultorum exaltatio, ignominia.


1. Mein Sohn!1 vergiss meine Weisung nicht und dein Herz bewahre meine Gebote,
2. denn lange Lebensdauer und Jahre des Lebens2 und Frieden werden sie dir bringen.
3. Barmherzigkeit und Wahrheit3 mögen dich nicht verlassen.4 Lege sie dir um den Hals5 und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens,6
4. so wirst du Gnade und gute Lehren finden bei Gott und den Menschen.7
5. Vertraue auf den Herrn8 von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deine Klugheit.9
6. Auf allen deinen Wegen gedenke10 an ihn, so wird er deine Schritte recht leiten.
7. Sei nicht weise in deinen eigenen Augen, fürchte Gott11 und halte dich vom Bösen fern. [Roem 12,16]
8. Denn das wird deinem Leibe Heilung sein und deinen Gebeinen Erquickung.
9. Ehre den Herrn von deiner Habe12 und gib ihm von den Erstlingen aller deiner Früchte,
10. so werden deine Speicher sich mit Überfluss füllen und deine Keltern von Wein überströmen.
11. Die Zucht des Herrn, mein Sohn!13 weise nicht von dir und lass den Mut nicht sinken, wenn du von ihm gezüchtigt wirst; [Hebr 12,5]
12. denn wen der Herr liebt, züchtigt er und hat sein Wohlgefallen an ihm, wie ein Vater an dem Sohne.14
13. Glückselig der Mensch, der die Weisheit findet und Klugheit in Fülle besitzt!15
14. Denn wertvoller ist es, sie zu gewinnen als Silber zu erwerben, und ihre Früchte sind besser als das beste und feinste Gold.16
15. Kostbarer ist sie als alle Reichtümer, und alles, was man wünschen kann, vermag mit ihr nicht verglichen zu werden.17
16. Langes Leben ist in ihrer Rechten und in ihrer Linken18 Reichtum und Ehre.
17. Ihre Wege sind Wege der Wonne und alle ihre Pfade sind Frieden.
18. Sie ist ein Baum des Lebens19 für die, welche sie erfassen; und wer sie festhält, ist glückselig.
19. Der Herr hat die Erde in Weisheit20 gegründet und die Himmel in Klugheit festgestellt.21
20. Durch seine Weisheit brachen die Abgründe hervor22 und die Wolken rinnen aus Tau zusammen.23
21. Mein Sohn! lass dies24 nicht aus deinen Augen weichen, bewahre Gesetz und guten Rat,25
22. so werden sie deiner Seele das Leben sein und Anmut26 deinem Halse.
23. Dann wirst du auf deinem Wege sicher wandeln und dein Fuß wird nicht anstoßen.27
24. Wenn du dich niederlegst, hast du nicht zu bangen,28 und ruhst du, so wird dein Schlaf sanft sein.
25. nicht musst du beben vor plötzlichem Schrecknis noch vor dem Überfalle der Gewalt der Gottlosen,29
26. Denn der Herr wird dir zur Seite sein und deinen Fuß behüten, dass du nicht gefangen werdest.
27. Hindere niemand, Gutes zu tun, der es kann, und kannst du es, so tue selbst Gutes.30
28. Sage nicht zu deinem Nächsten: Gehe fort und komme wieder,31 morgen will ich dir geben! wenn du sogleich geben kannst.
29. Sinne nicht auf Böses wider deinen Nächsten, während er sein Vertrauen auf dich setzt.32
30. Zanke mit keinem Menschen ohne Ursache,33 wenn er dir kein Leid getan hat.
31. Sei nicht neidisch auf einen ungerechten Menschen und folge seinen Wegen nicht,34 [Ps 36,1]
32. denn jeder Spötter35 ist dem Herrn ein Greuel,36 aber mit den Rechtschaffenen verkehrt er vertraulich.
33. Die Armut kommt durch den Herrn auf das Haus des Gottlosen,37 aber die Wohnungen der Gerechten werden gesegnet.
34. Er spottet der Spötter,38 aber den Sanftmütigen39 gibt er Gnade.
35. Die Weisen werden Ehren erlangen, aber die Erhebung der Toren endet40 in Schande.41


Fußnote

Kap. 3 (1) Die Mahnreden [Spr 2] werden wieder aufgenommen, daher die dreimal wiederkehrende Anrede: Mein Sohn. - (2) Vergl. [2Mos 20,12, 5Mos 5,16]. - (3) Nach einigen: Allervollkommenste Übereinstimmung mit den Geboten (Wahrheit) in Gesinnung, Wort und Tat. - (4) Übe sie nicht einmal, zweimal… sondern allezeit. (Chrys.) - (5) Wie einen Schmuckgegenstand. [1Mos 38,18] Bildlich. - (6) Dieser Teil des Verses fehlt in der Septuag. und ist wohl aus [Spr 7,3] hierher versetzt. - (7) Ob Paulus diese Stelle nach der Septuag vor Augen hatte [2Kor 8,21]? - (8) Der einst lohnen wird und lass dich durch das scheinbare Glück der Sünder nicht verblenden. - (9) Schlauheit, die nach Art der Bösen auf selbstgewählten Wegen das Glück sucht. - (10) Hebr.: Erkenne. - (11) Vergl. [Roem 11,20]. Die Furcht Gottes wird verhüten, dass du wähnst, von Gottesfurcht frei heißt klüger sein. - (12) Mit Gaben, insbesondere den Zehnten. [1Mos 28,22, 3Mos 27,30ff] u.a. (Hier., Cyrill) - (13) Forderte V. 9,10 zur Dankbarkeit im Glücke auf, so mahnt V. 11, nicht zu murren im Unglück. - (14) Hebr.: und schlägt den Sohn, den er gern hat. Einen Sohn lässt man die Rute fühlen, soll er anders erzogen werden. Vergl. [Spr 19,18, Spr 23,13] und [5Mos 8,5, -Ps 118] u.a. So zieht Gott, die er liebt, von bösen Wegen ab, die Gottlosen aber lässt er dahingehen, bis das Maß ihrer Sünden voll ist, dann über sie Gericht haltend. – Vergl. [Job 5,17]. - (15) Erwirbt sie doch das Wohlgefallen Gottes und ewiges Heil. Vergl. [Job 28,15]. - (16) Hebr.: und wertvoller als Gold ihr Gewinn. - (17) Hebr.: kostbarer ist sie als Perlen, vergl. [Mt 13,45] und alle deine Kleinode kommen ihr nicht gleich. – Die Septuag. gibt V. 14, V. 15 umschreibend wieder. - (18) In ihrer Rechten, Linken: in ihrer Macht. Vergl. [1Koe 3,11ff]. Die Weisheit ist hier als Person gefasst. - (19) Anspielung auf [1Mos 2,9, 1Mos 3,22]. Der Baum, dem Adam nicht mehr nahen durfte nach dem Falle, ist den Kindern der Weisheit zugänglich und kein Cherub wehrt den Zutritt. Die Weisheit ist gleichsam das Tor zur Gottähnlichkeit, Unsterblichkeit und Seligkeit. (Aug., Hier., vergl. [Offenb 2,7]) - (20) Nicht nur unter Betätigung von Weisheit, sondern mittels der wesenhaften, persönlichen Weisheit. - (21) Höchster Lobpreis der Weisheit: sie war schon vor der Welt. Vergl. [Spr 8]. - (22) [1Mos 1,6ff]. - (23) Hebr.: die Wolkenhöhen lassen Tau herabträufeln. Der Tau kam nach alter Vorstellung vom Himmel. - (24) Diese Lehren. - (25) Nach dem Hebr. sind diese auch Subjekte der ersten Hälfte des Verses, also: bewahre vielmehr. Die Übersetzung der Septuag. stand dem heiligen Paulus wohl [Hebr 2,1] vor Augen. - (26) Ein anmutiger Schmuck. - (27) Das Leben ist ein Weg, das Unglück gleichsam ein Stein des Anstoßes auf demselben. - (28) Wie der Frevler. [Job 7,13ff] - (29) Hebr.: noch vor dem über die Gottlosen verhängten Unwetter, wenn es hereinbricht. - (30) Hebr.: Weigere dich nicht, dem Bedürftigen (so auch Septuag.) Gutes zu tun, wenn es in deiner Hände Macht steht, es zu tun. - (31) Hebr.: und: Morgen will ich dir geben. Die Septuag. hat hier einen Zusatz, der aus [Spr 27,1] hierher geraten ist. - (32) Hebr.: während er arglos bei dir wohnt. - (33) Durch solche Anklage, Prozess usw. - (34) Weitere Ausführung der Mahnung [Spr 2,12-15]. - (35) Hebr.: verkehrte (falsche). Es handelt sich um dieselben wie [Spr 2,12] und [Spr 1,10ff]. Also ist es Gott nicht eins, ob jemand gegen ihn frevelt oder fromm ist. Vergl. [JSir 8,11]. - (36) Würde Gott schon in diesem Leben alle Gottlosen sichtbar strafen, so würde niemand auf das künftige Leben hoffen, weil die Vergeltung hier stattfindet. (Chrys.) - (37) Der Fluch Jahves auf dem Hause der Gottlosen. - (38) Hebr.: Handelt es sich um Spötter (hochmütige Freigeister), so spottet er. - (39) Hebr.: Demütigen, denen, die sich nicht auf ihre Einsicht verlassen, sondern sich Gott unterordnen. - (40) Hebr.: hebt weg. (?) - (41) Auch bei den Menschen.

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