Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Zeph02

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Prophetia Sophoniæ. Caput II.

Prophezeiung des Sophonias. Kap. 2


II. Mahnung zur inneren Einkehr. (Kap. 2 – Kap. 3,8) a. Mahnung zur Buße. (V. 3) b. Das Gericht über die Philister. (V. 7) c. Das Gericht über die Moabiter und Ammoniter. (V. 11) d. Das Gericht über die Äthiopier und Assyrier.

1. Convenite, congregamini gens non amabilis:
2. Priusquam pariat jussio quasi pulverem transeuntem diem, antequam veniat super vos ira furoris Domini, antequam veniat super vos dies indignationis Domini.
3. Quærite Dominum omnes mansueti terræ, qui judicium ejus estis operati: quærite justum, quærite mansuetum: si quomodo abscondamini in die furoris Domini.
4. Quia Gaza destructa erit, et Ascalon in desertum, Azotum in meridie ejicient, et Accaron eradicabitur.

5. Væ qui habitatis funiculum maris, gens perditorum: verbum Domini super vos Chanaan terra Philisthinorum, et disperdam te, ita ut non sit inhabitator.
6. Et erit funiculus maris requies pastorum, et caulæ pecorum:

7. Et erit funiculus ejus, qui remanserit de domo Juda: ibi pascentur, in domibus Ascalonis ad vesperam requiescent: quia visitabit eos Dominus Deus eorum, et avertet captivitatem eorum.

8. Audivi opprobrium Moab, et blasphemias filiorum Ammon: quæ exprobraverunt populo meo, et magnificati sunt super terminos eorum.
9. Propterea vivo ego, dicit Dominus exercituum Deus Israel, quia Moab ut Sodoma erit, et filii Ammon quasi Gomorrha, siccitas spinarum, et acervi salis, et desertum usque in æternum: reliquiæ populi mei diripient eos, et residui gentis meæ possidebunt illos.

10. Hoc eis eveniet pro superbia sua: quia blasphemaverunt, et magnificati sunt super populum Domini exercituum.

11. Horribilis Dominus super eos, et attenuabit omnes deos terræ: et adorabunt eum viri de loco suo, omnes insulæ gentium.

12. Sed et vos Æthiopes interfecti gladio meo eritis.
13. Et extendet manum suam super aquilonem, et perdet Assur: et ponet speciosam in solitudinem, et in invium, et quasi desertum.

14. Et accubabunt in medio ejus greges, omnes bestiæ gentium: et onocrotalus, et ericius in liminibus ejus morabuntur: vox cantantis in fenestra, corvus in superliminari, quoniam attenuabo robur ejus.

15. Hæc est civitas gloriosa habitans in confidentia: quæ dicebat in corde suo: Ego sum, et extra me non est alia amplius: quomodo facta est in desertum cubile bestiæ? Omnis, qui transit per eam, sibilabit, et movebit manum suam.



1. Scharet euch zusammen, scharet euch zusammen,1 Volk, unwürdig der Liebe!2
2. ehe der Beschluss3 den Tag plötzlich wie daherfahrenden Staub bringt,4 ehe über euch der grimmige Zorn des Herrn hereinbricht, ehe über euch der Tag des Zürnens des Herrn hereinbricht.
3. Suchet den Herrn, all ihr Sanftmütigen im Lande,5 die ihr nach seinen Geboten tut! strebet nach Gerechtigkeit, strebet nach Demut, ob ihr so vielleicht geborgen werdet am Zornestage des Herrn.6
4. Denn Gaza wird zerstört und Askalon zur Wüste werden, Azot, am hellen Mittage wird man es vertreiben und Akkaron wird von Grund aus zerstört werden.7
5. Wehe euch, ihr Bewohner des Landstriches8 am Meere, Volk des Verderbens!9 das Wort des Herrn ergeht wider euch, Kanaan, Land der Philister! ich werde dich vertilgen, so dass du ohne Bewohner bist.
6. Und der Landstrich am Meere wird zum Lager der Hirten, zur Hürde der Schafe werden
7. und der Landstrich soll dem Überreste des Hauses Juda zuteil werden, dass sie darauf weiden, in den Häusern Askalons10 werden sie am Abend lagern; denn der Herr, ihr Gott, wird sie heimsuchen und wird ihre Gefangenschaft wenden.11
8. Ich habe die Schmähung Moabs gehört und die Lästerworte der Söhne Ammons, mit denen sie mein Volk schmähten und Übermut übten wider dessen Gebiet.12
9. Darum, so wahr ich lebe!13 spricht der Herr der Heerscharen,14 der Gott Israels:15 Moab soll wie Sodoma werden16 und die Söhne Ammons wie Gomorrha, dürre Dornen, Salzhügel17 und auf ewig Wüstenei;18 der Überrest meines Volkes soll sie ausplündern und die von meinem Volke übrigen sie zu eigen nehmen.
10. Solches wird ihnen widerfahren für ihren Übermut, dass sie geschmäht und sich über das Volk des Herrn der Heerscharen19 erhoben haben.
11. Furchtbar wird sich der Herr wider sie erweisen, denn er wird alle Götter der Erde dahinschwinden lassen; alle werden ihn anbeten,20 ein jeder von seiner Stätte aus, alle Inseln der Völker.21
12. Aber auch ihr, Äthiopier! werdet durch mein Schwert erschlagen werden.22
13. Und er wird seine Hand gegen Mitternacht23 ausstrecken und wird Assur verderben und die anmutige Stadt24 zur Einöde machen, zum unwegsamen Land und der Wüste gleich.
14. Dann werden die Herden mitten darin lagern, die Tiere der umliegenden Völker; Nachteulen und Igel in ihren Häusern herbergen; horch, wie es singt in den Fenstern,25 Raben sitzen auf den Pfosten;26 denn ich werde ihre Macht dahinschwinden lassen.
15. Dies ist die herrliche27 Stadt, die so sicher wohnte, die in ihrem Herzen sprach: Ich bin und außer mir ist keine mehr!28 Wie ist sie zur Wüstenei geworden, eine Lagerstätte des Wildes! Alle, die an ihr vorüberziehen, werden zischen und die Hand schwingen.29


Fußnote

Kap. 2 (1) Um durch gemeinsames Flehen Gottes Zorn abzuwenden. - (2) Vielmehr des Hasses würdig. - (3) Der Beschluss Gottes, die Sünder zu strafen. - (4) Ehe jener Tag so leicht und schnell vom Herrn herbeigeführt wird, wie der Wind die Spreu zerstreut. Die Gewalt des Windes sinnbildet den Zorn Gottes. - (5) Die gegen den Nächsten sanftmütig, gegen Gott fromm sind, sollen den Herrn mit noch größerem Eifer suchen, ihre Sanftmut und Frömmigkeit insbesondere in der Widerwärtigkeit bewähren. - (6) Wenn der Prophet selbst an der Rettung der Frommen zweifelt, was haben da die Gottlosen zu erwarten? Die Frommen leiden freilich nicht ihrer selbst willen, sondern als Glieder des Volkes mit dem ganzen reiche. Doch damit sie sich desto mehr bemühen, durch ihr Gebet auch die zeitliche Heimsuchung abzuwenden, stellt der Prophet einige Beispiele des Gottesgerichtes an auswärtigen Völkern vor Augen. Wird der Herr die Philister und andere, die ihn nicht kannten, so hart strafen, wie könnt ihr, die ihr Gott so eng verbunden seid, hoffen, euch werden die Verbrechen, durch welche ihr ihn beleidigt, ungestraft hingehen? - (7) Dieselben vier Städte zählt Amos auf [Amos 1,6-8] mit Weglassung von Gaza. Bei dem ersten und letzten Namen ist im Hebr ein schönes Wortspiel. Am hellen Mittag: bei hellem Tage und übertragen: während es in der Fülle des Glückes schwelgt. - (8) Wörtlich: Strick, langgestreckt, doch nicht breit. Mit Strick und Messschnur maß man zudem Landteile zu. - (9) Die ihr Verderben gebracht, ihr werdet die gerechte Strafe leiden. Sept.: vom Kretervolk. Auch der hl. Hieronymus übersetzt das hebr. Wort oft mit Cerether. - (10) Die Überreste der Paläste sollen als Schafställe dienen. - (11) Das ist die Verheißung aller Propheten, dass das Volk Israel, nach der Züchtigung und der Gefangenschaft erneuert, sich an der den Feinden abgenommenen Beute bereichert. Die volle Erfüllung brachte erst die Himmelfahrt des Heilandes. (Theod.) - (12) Vom Osten wendet sich der Prophet nach Westen. Vorfälle, auf die hier angespielt wird, siehe [4Mos 22; Rich 3,12; Rich 10,7; 1Sam 11,1; 2Sam 10; 2Koe 1,1; 2Koe 3,5; 2Koe 13,20] Schmähungen gegen das Volk Gottes treffen Gott selbst. - (13) So wahr es sicher ist, dass ich lebe und allmächtig bin, dass ich der lebendige Gott bin, während die Götzenbilder tot sind. - (14) Der erfüllen kann, was er androht. - (15) Der in dem Volke selbst beleidigt wird. Schon Abraham hat der Herr zugeschworen: Ich will verfluchen, die dich verfluchen. - (16) Auf das vollständigste zerstört werden. Die Beispiele liegen umso näher, als Moab und Ammon am Toten Meere wohnten und deshalb das traurige Andenken an jene zerstörten Städte vor Augen hatten. - (17) Hebr.: Salzgrube. - (18) Sie sollen nie zu ihrer alten Macht zurückkehren, während das Volk Gottes sich wieder erhebt und ein neues theokratisches Reich gründet. Der Prophet weist auf die Zeit des Messias an, wie V. 11 zeigt, wo von einer geistigen Herrschaft die Rede ist. - (19) Und damit den Herrn selbst. - (20) Alle Gerichte Gottes haben als Ziel dass die Kenntnis und Verehrung des wahren Gottes über die ganze Erde verbreitet werde. - (21) Die Inseln der Völker sind die weit jenseits der Meere gelegenen Völker. Die Opfer, welche im Alten Bunde allein im Tempel von Jerusalem dargebracht werden durften, werden im Neuen Bunde allerorten dargebracht. Der Alte Bund wird also aufgehoben, der nur für ein Volk und ein Heiligtum bestimmt war, alle Völker werden an dem Neuen Bunde teilhaben und an der Stelle des einen Heiligtums werden so viele Tempel treten als Stätten des Gebetes erbaut werden. (Cyr., Theod., Hier., Theod. Gr.) Ähnlich hatte [Jes 19,18.19] gesprochen, das Gleiche verkündete Malachias voraus. - (22) Nach Süden und nach Norden wendet sich der Seher jetzt, um durch die Aufzählung zu zeigen, dass der Herr der Gott des Erdkreises ist, der nicht, wie die Götter der Heiden, auf ein Land beschränkt ist, sondern alles mit höchster Macht leitet. Deshalb erwähnt der Prophet zuerst das Volk, das nach der Meinung der Juden in tiefster Verborgenheit seinen Sitz hatte. Da vor Psammetich drei Könige von Äthiopien, deren hauptsächlichster Tharaka [2Koe 19,9; Jes 37,9], Ägypten beherrschten, sind wohl auch die Ägypter zugleich mit den Äthiopiern in demselben Namen einbegriffen. - (23) Da die Heere der Assyrer und Chaldäer von Norden in Judäa einbrachen, schaut der Prophet sie in dieser Himmelsrichtung. - (24) Ninive. - (25) In den Spalten nisten die Vögel. - (26) Besser: Verödung auf der Schwelle. - (27) Hebr.: die ausgelassene. - (28) Sie forderte göttliche Ehren, sie genügte sich allein und keine andere Stadt war würdig, mit ihr verglichen zu werden. - (29) In höhnischer Schadenfreude.

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