Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Est05

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Liber Esther. Caput V.

Das Buch Esther Kap. 5

III. Die Nachstellungen Amans gegen die Juden fallen auf ihren Urheber zurück. (Kap. 5, V. 1 – Kap. 8, V. 12) [Est 15,4-19] (8,13 – 10,3) 1. Esther verlangt von dem Könige die Verurteilung Amans zum Tode. (5,1 – 8,2) [Est 15,4-19] A. Am dritten Tage des Fastens begibt sich Esther zum Könige. Zuerst erschrocken, fasst sie Mut (V. 2) und bittet den König auf seine Frage nach ihrem Begehren, mit Aman bei ihr zu speisen. (V. 5) Nach Beendigung des Mahles ersucht sie um dieselbe Gunst für den folgenden Tag. (V. 8) B. Fröhlich geht Aman davon, doch da er Mardochäus erblickt, gerät er in Zorn und befiehlt, einen hohen Balken aufzurichten, um ihn daran zu hängen.

1. Die autem tertio induta est Esther regalibus vestimentis, et stetit in atrio domus regiæ, quod erat interius, contra basilicam regis: at ille sedebat super solium suum in consistorio palatii contra ostium domus.

2. Cumque vidisset Esther reginam stantem, placuit oculis ejus, et extendit contra eam virgam auream, quam tenebat manu. Quæ accedens, osculata est summitatem virgæ ejus.
3. Dixitque ad eam rex: Quid vis Esther regina? quæ est petitio tua? etiam si dimidiam partem regni petieris, dabitur tibi.
4. At illa respondit: Si regi placet, obsecro ut venias ad me hodie, et Aman tecum ad convivium, quod paravi.

5. Statimque rex, Vocate, inquit, cito Aman ut Esther obediat voluntati. Venerunt itaque Rex et Aman ad convivium, quod eis regina paraverat.

6. Dixitque ei rex, postquam vinum biberat abundanter: Quid petis ut detur tibi: et pro qua re postulas: etiam si dimidiam partem regni mei petieris, impetrabis.
7. Cui respondit Esther: Petitio mea, et preces sunt istæ:
8. Si inveni in conspectu regis gratiam, et si regi placet, ut det mihi quod postulo, et meam impleat petitionem: veniat rex et Aman ad convivium quod paravi eis, et cras aperiam regi voluntatem meam.


9. Egressus est itaque illo die Aman lætus et alacer. Cumque vidisset Mardochæum sedentem ante fores palatii, et non solum non assurrexisse sibi, sed nec motum quidem de loco sessionis suæ, indignatus est valde:

10. Et dissimulata ira, reversus in domum suam, convocavit ad se amicos suos, et Zares uxorem suam:

11. Et exposuit illis magnitudinem divitiarum suarum, filiorumque turbam, et quanta eum gloria super omnes principes et servos suos rex elevasset.
12. Et post hæc ait: Regina quoque Esther nullum alium vocavit ad convivium cum rege, præter me: apud quam etiam cras cum rege pransurus sum.

13. Et cum hæc omnia habeam, nihil me habere puto, quamdiu videro Mardochæum Judæum sedentem ante fores regias.
14. Responderuntque ei Zares uxor ejus, et ceteri amici: Jube parari excelsam trabem, habentem altitudinis quinquaginta cubitos, et dic mane regi ut appendatur super eam Mardochæus, et sic ibis cum rege lætus ad convivium. Placuit ei consilium, et jussit excelsam parari crucem.


1. Am dritten Tage aber legte Esther ihre königlichen Gewänder an und trat in den inneren Vorhof des königlichen Hauses, der Halle des Königs gegenüber. Dieser saß auf seinem Throne im Versammlungsorte des Palastes, dem Eingange des Hauses1 gegenüber.
2. Als er nun die Königin Esther stehen sah,2 gefiel sie seinen Augen und er streckte das goldene Zepter, das er in der Hand hielt, gegen sie aus. Da trat Esther hinzu und küsste die Spitze seines Zepters.
3. Dann sprach der König zu ihr: Was willst du, Königin Esther? Was ist dein Begehren? Auch wenn du die Hälfte des Reiches begehrst, soll sie dir gegeben werden!3
4. Sie antwortete: Wenn es dem Könige gefällt, so bitte ich, du wollest heute mit Aman4 zu mir zu dem Mahle kommen, das ich bereitet habe.
5. Sogleich sprach der König: Rufet eilends Aman, dass er Esthers Willen Folge leiste. So kamen der König und Aman also zum Gastmahle, das die Königin ihnen bereitet hatte.
6. Da sprach der König zu ihr, nachdem er Wein in Fülle getrunken: Was willst du, dass dir zuteil werde, und was begehrst du? Auch wenn du die Hälfte meines Reiches begehrst, sollst du sie erhalten.
7. Esther antwortete ihm: Meine Bitte und mein Begehren ist dies:
8. Wenn ich Gnade vor dem Antlitze des Königs gefunden habe und wenn es dem Könige gefällt, mir zu gewähren, was ich begehre, und meine Bitte zu erfüllen, so möge der König mit Aman zu dem Mahle kommen, was ich ihnen bereitet habe, und morgen werde ich dem Könige meinen Wunsch eröffnen.5
9. Aman also ging an jenem Tage fröhlich und heiter von dannen. Als er aber Mardochäus vor dem Tore des Palastes sitzen sah, wie er nicht allein nicht vor ihm aufstand, sondern sich auch nicht einmal von der Stelle bewegte, auf der er saß, ward er sehr zornig.,
10. doch verbarg er seinen Zorn. Als er aber nach Hause zurückgekehrt war, ließ er seine Freunde und Zares, sein Weib, zu sich rufen
11. und sprach vor ihnen über die Größe seiner Reichtümer und die Menge seiner Söhne,6 und wie hoch ihn der König über alle seine Fürsten und Diener erhoben habe.
12. Darnach fügte er hinzu: Auch die Königin Esther hat keinen andern zum Mahle mit dem Könige eingeladen als mich, bei ihr werde ich auch morgen mit dem Könige speisen.
13. Aber wenn ich gleich dies alles habe, so glaube ich doch nichts zu haben, solange ich Mardochäus, den Juden, vor der Pforte des Königs sitzen sehe.
14. Da antworteten ihm seine Gemahlin Zares und alle seine Freunde: Lass einen hohen Balken aufrichten, fünfzig Ellen hoch, und sage morgen dem Könige, dass man Mardochäus daran aufhängen solle, so wirst du mit dem Könige fröhlich zum Gastmahle gehen. Dieser Rat gefiel ihm und er ließ ein hohes Kreuz aufrichten.7

Fußnote

Kap. 5 (1) Der Königshalle. - (2) Nach [Est 15,10] war sie zuerst in großer Aufregung. - (3) Der König schloss wohl daraus, dass sie ungerufen kam, sie müsse ein wichtiges Anliegen haben. - (4) Aman soll sicher gemacht werden. - (5) Noch bringt sie ihr eigentliches Anliegen nicht vor, auch noch nicht bei dem Mahle. (V. 7) Sie will sich erst in der Gunst des Königs festsetzen. Doch dieser fühlt, dass sie noch anderes wünscht, und fragt später selbst darnach. - (6) Nach [Est 9,7-10] hatte Aman zehn Söhne. Viel Söhne zu haben, galt als ein besonderer Segen Gottes. - (7) Das recht über Leben und Tod steht zwar allein bei dem Könige, aber hat dieser das ganze Volk dem Untergange preisgegeben, sollte es da nicht leicht sein, gegen einen einzelnen Juden ein Todesurteil zu erlangen? Die Höhe des Galgens (Baumstammes) soll die Schmach vergrößern. - Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 |

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