Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Hos12

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Prophetia Osee. Caput XII.

Prophezeiung des Osee Kap. 12


3. Dritte Verkündigung. (12,1 – 13,15) a. Sie sind abgewichen von Jakobs Vorbild. (V. 6) b. Sie rühmen sich ihrer Bosheit. (V. 9) c. Wohltaten vergelten sie mit Sünden.

1. Ephraim pascit ventum, et sequitur æstum: tota die mendacium, et vastitatem multiplicat: et fœdus cum Assyriis iniit, et oleum in Ægyptum ferebat.
2. Judicium ergo Domini cum Juda, et visitatio super Jacob: juxta vias ejus, et juxta adinventiones ejus reddet ei.
3. In utero supplantavit fratrem suum: et in fortitudine sua directus est cum Angelo.
4. Et invaluit ad Angelum, et confortatus est: flevit, et rogavit eum: in Bethel invenit eum, et ibi locutus est nobiscum.
5. Et Dominus Deus exercituum, Dominus memoriale ejus.
6. Et tu ad Deum tuum converteris: misericordiam et judicium custodi, et spera in Deo tuo semper.
7. Chanaan, in manu ejus statera dolosa, calumniam dilexit.
8. Et dixit Ephraim: Verumtamen dives effectus sum, inveni idolum mihi: omnes labores mei non invenient mihi iniquitatem, quam peccavi.

9. Et ego Dominus Deus tuus ex terra Ægypti, adhuc sedere te faciam in tabernaculis, sicut in diebus festivitatis.

10. Et locutus sum super prophetas, et ego visionem multiplicavi, et in manu prophetarum assimilatus sum.

11. Si Galaad idolum, ergo frustra erant in Galgal bobus immolantes: nam et altaria eorum quasi acervi super sulcos agri:
12. Fugit Jacob in regionem Syriæ, et servivit Israel in uxorem, et in uxorem servavit.
13. In propheta autem eduxit Dominus Israel de Ægypto: et in propheta servatus est.

14. Ad iracundiam me provocavit Ephraim in amaritudinibus suis, et sanguis ejus super eum veniet, et opprobrium ejus restituet ei Dominus suus.



1. Ephraim weidet Sturmwind und jagt dem Glutwinde nach,1 den ganzen Tag2 häuft es Lüge3 und Verheerung,4 mit den Assyriern schließt es ein Bündnis und nach Ägypten führt es Öl.5
2. Darum geht der Herr ins Gericht mit Juda, sucht Jakob heim,6 nach seinem Wandel7 und nach seinem Tun wird er ihm vergelten.
3. Im Mutterleibe überlistete Jakob seinen Bruder8 und in seiner Stärke rang9 er mit dem Engel.
4. Ja, er obsiegte10 über den Engel und war überlegen,11 er weinte und flehte zu ihm,12 in Bethel13 fand er ihn und daselbst sprach er mit uns.14
5. Der Herr, der Gott der Heerscharen, der Herr ist sein Ruhmesname.15
6. So wende dich auch zu deinem Gott,16 bewahre17 Barmherzigkeit und Recht und18 hoffe auf deinen Gott allezeit!
7. Kanaan,19 in seiner Hand ist betrügerische Waage, er liebt Bedrückung.
8. Und Ephraim sprach:20 Bin ich doch reich geworden, habe einen Götzen für mich gefunden,21 in allem, was ich mir erworben, kann man mir kein Unrecht nachweisen, das ich begangen.22
9. Ich aber bin der Herr, dein Gott,23 vom Lande Ägypten her;24 ich will dich auch ferner in Hütten wohnen lassen, wie zur Festzeit.25
10. Ich habe zu den Propheten gesprochen,26 ich habe ihnen zahlreiche Gesichte gegeben und habe durch die Propheten in Gleichnissen27 geredet.
11. War zu Galaad ein Götze, so opferten jene in Galgal umsonst dem Kalbe;28 denn auch ihre Altäre sind gleich Steinhaufen an den Ackerfurchen.29
12. Geflohen ist Jakob in Syriens Land und Israel diente um ein Weib,30 um ein Weib hütete er.
13. Doch durch einen Propheten hat der Herr Israel aus Ägypten geführt und durch einen Propheten ward es behütet.31 [2Mos 14,21.22]
14. Ephraim hat mich zum Zorne gereizt durch seine bitteren Kränkungen; darum wird seine Blutschuld über ihn kommen32 und seine Schande wird ihm sein Herr vergelten.33


Fußnote

Kap. 12 (1) Der Prophet legt drei Dinge vor: die Beschäftigung mit unnützen Dingen (in einem Bild), die Erklärung des Bildes und das Gericht. – Sturmwind weiden sprichwörtlich für: Unnützes tun, wie wenn jemand den Wind wie ein Schaf weiden wollte. Der Glutwind ist Menschen, Tieren und Pflanzen sehr schädlich, ja tödlich. - (2) Durch die ganze Zeit, in der das Reich bestand. - (3) Götzendienst. - (4) Es führt alles Unglück, welches das Reich verheert, herbei. - (5) Palästina ist reicher an Öl als Ägypten. Das Öl steht statt Geschenke im Allgemeinen, durch die sie sich Hilfe verschaffen wollen. - (6) Weil Juda an den Verfehlungen teilgenommen. Jakob ist im Gegensatz zu Juda das Reich Israel. Der Name erinnert an den Gegensatz zwischen dem Patriarchen und seinen Nachkommen. - (7) Hebr.: will er mit Jakob abrechnen. - (8) Hebr.: hielt er seines Bruders Ferse. So nämlich stritt er um die Erstgeburt, die Gott ihm verleihen wollte. [1Mos 25,23] Jakob wollte mit Gottes Erwählung mitwirken. Doch vor allem soll Gottes Erbarmen gegen Jakob erscheinen, der diese symbolische Handlung wirkte. - (9) Rang er glücklich. Hebr.: In seiner Manneskraft rang er mit Gott. Dieser Kampf bedeutete, dass das Reich Gottes Gewalt und Anstrengung erheischt. - (10) Hebr.: Er rang mit dem Engel. - (11) Wie? sagen die folgenden Worte. - (12) Wie gegen seinen Willen gab dieser ihm seinen Segen. - (13) [1Mos 35,7] - (14) Bestätigte er Jakob als Patriarchen und gab ihm jenen messianischen Segen, den er Abraham und Isaak verliehen, versprach seinen Nachkommen die königliche theokratische Würde und verhieß feierlich den Besitz des Landes als Unterpfand seiner Gunst. Jakob verdiente sich also gleichsam durch seine Frömmigkeit die Würde, zu der er von Gott voraus erwählt war. Auch die Bestätigung der Verheißung ward Jakob in Bethel zuteil. [1Mos 28,12-19] Doch diese galten nicht nur ihm, sondern seinem ganzen Geschlechte und verbanden also auch dieses zu Treue und Dankbarkeit. - (15) Das Unterpfand der Verheißungen ist im Namen Gottes Jahve enthalten: der, der ist; diesen hat er als ihm eigen zu ewigem Gedächtnis und zur Offenbarung seiner Wahrhaftigkeit und Bürgschaft seiner Treue feierlich offenbart. Gott der Heerscharen: Gott, dem alle himmlischen und irdischen Kräfte zu Diensten sind. - (16) Zu einem solchen Gott. - (17) Erneuere in dir die frühere Liebe und bringe an dir die Richtschnur des Wahren und Rechten, das Gesetz, zum Ausdruck. - (18) Alsdann darfst du auf Gott hoffen. Hebr.: Und harre auf deinen Gott beständig. Denn unser ist es nicht, ihm Zeit und Augenblick zu bestimmen; deshalb harre in jeder Lebenslage. Vergl. [Hos 11; Hos 13]. - (19) Doch das Volk hat diese Vorbilder verlassen, es ist vielmehr eine Nachkommenschaft Kanaans. Sie sind den Völkern ähnlich geworden, welche sie ihrer Laster wegen aus dem Lande vertreiben sollten. Nicht Israel: der über Gott obsiegt hat, sind sie, sondern Feinde der Barmherzigkeit und des Rechtes. - (20) Beweis, wie sehr sie verhärtet sind. Ohne Scham entgegnen sie auf den Tadel: Was haben unsere Verbrechen und geschadet? Was die Drohungen? Vergl. [Jer 44,17]. Die [3Mos 25; 5Mos 28] der Frömmigkeit gegebenen Verheißungen hat der Götzendienst mir erfüllt. - (21) Unter seinem Schutze fürchte ich nichts. Gegensatz zu Vers 4. Jakob hat Gott gefunden. - (22) Solche reden sind Zeichen von Verstockung. - (23) Doch Gott verwirft das auserwählte Volk nicht ganz. - (24) Durch seine große Taten. Dort hat er das Volk erworben; diese erste Befreiung soll das Unterpfand einer anderen sein. - (25) Nach der Gefangenschaft. Dass du, wie [3Mos 23,43], wieder ein Laubhüttenfest feierst für die Rückkehr aus der Gefangenschaft, wie einst nach der Befreiung aus Ägypten. - (26) Und so war ihr Wort mein Wort. - (27) Der in Symbolen gezeigt, wer ich bin und was ich von dir fordere. - (28) Wenn Galaad Gottlosigkeit (ganz der Gottlosigkeit ergeben) so sind sie haltlos, werden untergehen, und Galaad wird ihnen nichts anderes bringen. – Wie sehr sie dies Los verdienen, wird im Hebr. beigegeben: sie bringen in Galgal den Kälbern Opfer. - (29) Hebr.: Auch ihre Altäre wie Steinhaufen auf den Furchen des Gefildes. - (30) Hebr.: Geflohen ist Jakob nach der Trift Arams und hat Herden gehütet. – Der Prophet beschreibt des Erzvaters Jakob Frömmigkeit, harte Arbeit und Geduld. Er floh, um nicht durch die Weiber Chanaans zu solchen Altären geführt zu werden; jene aber eilten von Galaad nach Galgal, von Galgal nach Galaad, Götzenbilder zu suchen. Der Patriarch wird Israel genannt, um daran zu erinnern, wie er so mächtig bei Gott, dennoch nicht von Arbeit und niedrigem Dienste frei war. Und doch mehrte Gott seine Nachkommen so sehr und machte sie reich, wie hat seine Vorsehung für dieselben Sorge getragen! - (31) Der Stammvater floh, das Volk wird durch Moses, den Gott ihm gesendet, unter Wunderzeichen fortgeführt; jener diente, dies wird herrlich befreit, jener hütete die Herden, das Volk wird von Gott durch den Propheten behütet. Damals zwar hörte Israel auf Gottes Stimme, doch jetzt! - (32) Er selbst ist sich Ursache. Hebr.: Es wird ihm seine Blutschulden aufdrängen. - (33) Den dem Herrn angetanen Schimpf lässt er auf das Volk zurückfallen. Die Sünde erzeugt notwendig Strafe; Gott wird zulassen, dass sie die ihr gebührende Folge erlange.

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