Kategorie:BIBLIA SACRA:AT:Job40

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Liber Job Caput XL.

Das Buch Job. Kap. 40


2. Zweite Rede Gottes und Antwort Jobs. (40,1 – 42,6) A. Der Mensch darf sich nicht so rechtfertigen, dass er Gott verdammt, und dies umso weniger, ein je schwächeres Wesen der Mensch ist. (40,1 – 41,25) a. Job wird zurechtgewiesen, dass er, indem er sich für gerecht erklärte, fast Gott verdammte (V. 3), obwohl er doch selbst ein so schwaches Wesen sei. (V. 9) b. Damit Job sein Nichts desto besser erkenne, beschreibt ihm Gott zwei Tiere, die er zwar geschaffen, die der Mensch aber nicht zu leiten vermag, den Behemoth (Nilpferd) (V. 19) und den Leviathan (Krokodil). (40,20 – 41,25)

1. Respondens autem Dominus Job de turbine, dixit:
2. Accinge sicut vir lumbos tuos: interrogabo te: et indica mihi.
3. Numquid irritum facies judicium meum: et condemnabis me, ut tu justificeris?
4. Et si habes brachium sicut Deus, et si voce simili tonas?
5. Circumda tibi decorem, et in sublime erigere, et esto gloriosus, et speciosis induere vestibus.
6. Disperge superbos in furore tuo, et respiciens omnem arrogantem humilia.

7. Respice cunctos superbos, et confunde eos, et contere impios in loco suo.

8. Absconde eos in pulvere simul, et facies eorum demerge in foveam:
9. Et ego confitebor quod salvare te possit dextera tua.
10. Ecce, Behemoth, quem feci tecum, fœnum quasi bos comedet:
11. Fortitudo ejus in lumbis ejus, et virtus illius in umbilico ventris ejus.
12. Stringit caudam suam quasi cedrum, nervi testiculorum ejus perplexi sunt.

13. Ossa ejus velut fistulæ æris, cartilago illius quasi laminæ ferreæ.
14. Ipse est principium viarum Dei, qui fecit eum applicabit gladium ejus.

15. Huic montes herbas ferunt: omnes bestiæ agri ludent ibi.
16. Sub umbra dormit in secreto calami, et in locis humentibus.
17. Protegunt umbræ umbram ejus, circumdabunt eum salices torrentis.
18. Ecce, absorbebit fluvium, et non mirabitur: et habet fiduciam quod influat Jordanis in os ejus.
19. In oculis ejus quasi hamo capiet eum, et in sudibus perforabit nares ejus.
20. An extrahere poteris Leviathan hamo, et fune ligabis linguam ejus?

21. Numquid pones circulum in naribus ejus, aut armilla perforabis maxillam ejus?
22. Numquid multiplicabit ad te preces, aut loquetur tibi mollia?
23. Numquid feriet tecum pactum, et accipies eum servum sempiternum?

24. Numquid illudes ei quasi avi, aut ligabis eum ancillis tuis?

25. Concident eum amici, divident illum negotiatores?
26. Numquid implebis sagenas pelle ejus et gurgustium piscium capite illius?
27. Pone super eum manum tuam: memento belli, nec ultra addas loqui.

28. Ecce, spes ejus frustrabitur eum, et videntibus cunctis præcipitabitur.


1. Der Herr aber antwortet dem Job aus dem Wettersturme und sprach:1
2. Gürte als ein Mann deine Lenden,2 ich will dich fragen, und du sage mir an!3
3. Wirst du mein Gericht zunichte machen und mich verdammen, damit du Recht behaltest?4
4. Hast du denn einen Arm wie Gott5 und donnerst du mit gleichem Schalle?
5. Umkleide dich mit Schmuck, erhebe dich hoch, sei herrlich und lege schöne Gewänder an!6
6. Zerstreue die Stolzen in deinem Grimme und demütige alle Hoffärtigen mit einem Blicke!7
7. Blick alle Stolzen an und mache sie zuschanden und zermalme die Gottlosen an ihrer Stätte!
8. Birg sie im Staube allzumal und versenke ihr Angesicht in die Grube.8
9. Alsdann will ich bekennen, dass deine Rechte dich zu retten vermag.
10. Siehe, der Behemoth,9 den ich gemacht wie dich,10 frißt Gras wie ein Rind.11
11. Seine Kraft ist in seinen Lenden und seine Stärke in den Sehnen seines Leibes.
12. Er streckt seinen Schwanz gleich der Zeder aus, die Nerven seiner Weichen sind verschlungen.
13. Seine Knochen sind wie Röhren von Erz, sein Knorpelwerk wie Eisenstäbe.
14. Er ist der Erstling der Wege Gottes;12 der ihn gemacht hat, passt ihm sein Schwert an.
15. Ihm tragen die Berge Futter, alle Tiere des Feldes spielen daselbst.13
16. Im Schatten schläft er im Rohrversteck und an sumpfigen Orten.
17. Schattige Plätze bieten ihm Schatten, des Stromes Weiden umgeben ihn.
18. Siehe, er schlürft einen Fluß und staunt nicht14 und bleibt ruhig, wenn ein Jordan15 in seinen Mund flutet.
19. Vor seinen Augen fängt man ihn wie mit der Angel und mit Sprenkeln durchbohrt man seine Nase.16
20. Kannst du den Leviathan17 mit der Angel herausziehen und mit dem Stricke seine Zunge binden?18
21. Kannst du einen Ring in seine Nase legen oder mit einem Haken seine Backen durchbohren?19
22. Wird er an dich viele Bitten richten oder dir sanfte Worte geben?20
23. Wird er einen Bund mit dir schließen, dass du ihn für immer zum Knechte nehmest?21
24. Wirst du mit ihm spielen wie mit einem Vogel oder ihn anbinden für deine Mädchen?22
25. Werden Freunde ihn zerschneiden, Kaufleute ihn verteilen?23
26. Kannst du das Netz mit seiner Haut füllen und den Fischbehälter mit seinem Kopfe?24
27. Lege deine Hand an ihn! Denke aber an den Kampf, du wirst ihn nicht wieder herausfordern.
28. Siehe, seine Hoffnung täuscht ihn und vor aller Augen liegt er hingestreckt.25


Fußnote

Kap. 40 (1) Das Ziel der zweiten Rede Gottes ist klar aus dem Tadel gegen Job [Job 40,3] aus Gottes Worten [Job 41,1.2], aus Jobs Antwort [Job 42,2-6], da Job nach dieser Rede noch mehr gedemütigt erscheint und noch inständiger um Verzeihung bittet. - (2) Job hatte seine Unwürdigkeit anerkannt und versprochen, nicht mehr mit Gott zu streiten. [Job 39,34.35] Indes Gott ist noch nicht zufrieden, hatte er doch außer dem, was Job bekannt, noch etwas Größeres angedeutet [Job 38,2], und so fordert er eine größere Demut und ein offenes und herzliches Bekenntnis jener Schuld, die er Job beigemessen. [Job 38,2] - (3) Noch immer Ironie. Weshalb Gott solche anwendet, sagt V. 3. - (4) Wie er [Job 13,18] gesagt. Es lag in den Worten eine Anklage gegen Gott, als sei er ungerecht. Auch Eliu hatte dies in bejahender Form gesagt. [Job 34,5-9, Job 35,2] Gott fragt, um Jobs Antwort zu hören und aus dieser alle Zweideutigkeit zu entfernen, damit Jobs Sinn so klar dalag. Gott fragt, weil ein Anschein einer Gott zugeschriebenen Ungerechtigkeit da war; wo aber Job wirklich gefehlt, wird er auch von Gott in behauptender Redeform getadelt. [Job 39,32] - (5) Weiter ironisch. Der Arm ist das Symbol der Macht. - (6) Gott erscheint im Sturme als dem Symbole seiner Gottheit, deshalb soll auch sein Gegner ihm mit ähnlicher Majestät entgegentreten. Zudem entspricht dies Jobs Worten [Job 31,36.37]. - (7) Schon der bloße, zornige Blick auf den Übermut reicht hin, ihn zu beugen oder zu vernichten, ein Zeichen der Allgewalt des göttlichen Wirkens. - (8) Vernichte sie so vollständig, dass sie in Vergessenheit begraben oder gleichsam von der Erde verschlungen scheinen. Vergl. [Job 20,7]. Job hat so oft geklagt über das Glück der Gottlosen, er zeige also, ob er etwas gegen die vermag, deren Los er nicht ertragen kann. - (9) Das Nilpferd. - (10) Job hatte [Job 12,7] gesagt: Befrage die Tiere. - (11) Das Nilpferd scheint wegen seines riesenhaften Körperbaues unter die wilden, reißenden Tiere zu gehören, weshalb das Grasfressen gleich dem Rinde als besonders auffallend hervorgehoben wird. - (12) Es ist das ausgezeichnetste Bild der Stärke, welche Gott seinen Werken verliehen. Das Schwert sind seine Stoßzähne. Damit ist der Übergang zur Beschreibung der Lebensweise gegeben. (V. 15-19) Es ist kein wildes Tier (V. 15), es schläft unter dem Lotus (besser als: Schatten) (V. 16, V. 17) und sucht den Schatten. - (13) Haben nichts von ihm zu besorgen. - (14) Hebr.: Siehe, mächtig schwillt der Strom, es zittert nicht. - (15) Der Jordan ist für einen Fluss im Allgemeinen gesetzt. - (16) Entweder Frage oder ironische Aufforderung: Fängt man es? Oder: Man fange es. Mit Bändern durchbohrt man einem wilden Tiere die Nase, um es herumführen zu können. - (17) Vergl. [Job 3,8, Ps 73,14, Ps 103,26]. Drache. Gemeint ist das Krokodil. - (18) Ihm einen Zaum anlegen? - (19) Größeren Fischen pflegte man einen Strick aus Binsen durch die Kinnladen zu ziehen, sie am Ufer anzubinden und wieder ins Wasser zu lassen, um sie dann lebendig verkaufen zu können. - (20) Das Krokodil wird nie von einem Menschen abhängig, wie ein Gefangener, so dass es um Nachsicht, Schonung oder Freilassung bitten musste. - (21) Indem du ihm dafür das Leben schenkst? - (22) Manche Tiere lassen sich leicht zähmen und selbst zur Unterhaltung benutzen, nicht so das Krokodil. - (23) Wie Seefische. - (24) Hebr.: Füllst du wohl mit Geschossen seine Haut und seinen Kopf mit Fischerhaken? - (25) Hebr.: Ja, solche Hoffnung wird getäuscht; stürzt man sich schon bei seinem Anblicke nieder?

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